Große Integrierte im Vergleichstest Niesmann + Bischoff Arto 88 EK

Sportlich ist das erste Attribut, das einem beim Anblick des Arto in den Sinn kommt. Das gilt vor allem für die Außenoptik.

Sportlich ist das erste Attribut, das einem beim Anblick des Arto in den Sinn kommt. Das gilt natürlich vor allem für die Außenoptik, denn mit sportlicher Fahrweise hat ein 8,76 Meter langes Reisemobil so ziemlich gar nichts am Hut. Dank Fiat-Basis lässt er sich allerdings trotz stattlicher Abmessung leichter pilotieren als gedacht, auch wenn der Blick auf die Straße nicht ganz so gut ist wie bei Sun i und E-Line. Am Design – insbesondere im optionalen Clou-Line-Look – gibt es auch nach zwei Jahren nichts zu verbessern.

Sportlich ist das erste Attribut, das einem beim Anblick des Arto in den Sinn kommt. Das gilt natürlich vor allem für die Außenoptik, denn mit sportlicher Fahrweise hat ein 8,76 Meter langes Reisemobil so ziemlich gar nichts am Hut. Dank Fiat-Basis lässt er sich allerdings trotz stattlicher Abmessung leichter pilotieren als gedacht, auch wenn der Blick auf die Straße nicht ganz so gut ist wie bei Sun i und E-Line. Am Design – insbesondere im optionalen Clou-Line-Look – gibt es auch nach zwei Jahren nichts zu verbessern.

State of the Art ist die Aufbautechnik, vergleichbar mit der des E-Line. Der elektrische Rollladen und die Doppelverglasung im Bug sind Bestandteile des Liner-Pakets. Aufpreis kostet auch die Verdunkelung der Seitenscheiben. Dazu  gibt es für den Arto eine beheizbare Frontscheibe, was im Winter hilft, sie schneller beschlagfrei zu bekommen.

Der Doppelboden ist 29 Zentimeter hoch und über viele Bodenluken von innen zugänglich. Trotzdem bietet er beim Testwagen kaum zusätzlichen Stauraum, da neben den Wasserreservoirs auch ein Fäkalientank, eine Klimaanlage und die optionale Alde-Heizung den Platz belegen. Elegant in die Schürze integriert ist eine praktische Stauschublade für Kleinteile. Für größere Fracht wie Fahrräder bietet sich die Heckgarage an; die kleine Tür auf der Fahrerseite kostet Aufpreis. Kunststoff-Boxen helfen, Ordnung zu halten.

Viel Stauraum gibt es drinnen. Neben dem deckenhohen Kleiderschrank stehen zwei weitere unter den Einzelbetten zur Verfügung. Der Verzicht auf das Hubbett erweitert die Zahl der Hängeschränke um vier, doch auch so hat der Arto 88 EK die meisten. Zwei Paar flacher Schuhe passen in die Kipplade im Einstieg und auch die Sitztruhen lassen sich dank der cleveren Klappmechanik der Sitzpolster gut beladen und nutzen.

Auffällig ist die schicke Machart der bequemen Sitzpolster, die an Designersofas erinnern. Die weichen Rückenkissen bieten zum Mitfahren aber fast keinen Seitenhalt. Trotz der kurzen L-Bank finden vier Menschen um den ausziehbaren Tisch Platz.

Ohne das kleine Hubbett ist der 88 EK jedoch ein reines Zwei-Personen-Mobil. Der Aufstieg in die beiden Längseinzelbetten im Heck fällt leicht. Die Kopffreiheit ist üppig, doch durch die umlaufenden Hängeschränke nicht ganz so großzügig wie beim vergleichbaren Sun i. Wolkenweich liegt man in den beiden dicken Matratzen mit punkt-elastischer Unterfederung, die zum Komfort-Paket gehört. Die Ausgestaltung des Schlafzimmers ist schick, Ablagen fehlen jedoch.

Vorhanden ist aber eine Schiebetür zur Abtrennung vom Badezimmer, dessen offene Gestaltung rund um den Waschtisch viel Bewegungsfreiheit schafft. In einem Extraraum, dessen Tür sich auch über den Gang schließen lässt, verbirgt sich neben kleineren Stauschränken die Toilette. Die Dusche im Haushalts-Format lässt sich dank einer topfebenen Bodenwanne sehr gut nutzen. Händtücher angelt man sich aus der Waschtischschublade oder dem Kleiderschrank gegenüber.

Aus edlem Kunststein wie das Waschbecken besteht optional auch die Küchenarbeitsplatte. Eingelassen sind darin praktische Ablaufrinnen und ein kleines Schwammdepot. Die Pantry bietet viel Abstellfläche, Ablagefächer fehlen indes. Das Stauraumangebot reicht zwar bei Weitem aus, ist aber nicht ganz so vielfältig wie bei Knaus und Carthago. Die Auszüge sind beleuchtet und  mechanisch zentralverriegelt. Etwas mager angesichts von gut 110.000 Euro Grundpreis ist der serienmäßig nur 106 Liter große Kühlschrank.

Statt auf Opulenz setzt der Arto auf dezent-coolen Schick. Die LED-Beleuchtung ist im Gegensatz zur Konkurrenz nicht dimmbar. Noch mehr als Sun i und E-Line muss der Arto mit Extras auf ein angemessenes Niveau gebracht werden. So ist etwa nur eine Aufbaubatterie Serie. Dafür mag die gute Verarbeitung für den hohen Preis entschädigen.

Niesmann + Bischoff Arto 88 EK im Überblick:

  • Gurte: 4
  • Schlafplätze: 2–4
  • Gesamtgewicht: 5000 kg
  • Länge: 8,76 m
  • Preis: ab 110.490 Euro

Technische Daten

Basisfahrzeug: Fiat Ducato, Alko-Tiefrahmen mit Tandemachse, Frontantrieb, Vierzylinder-Turbodiesel, ab 96 kW/130 PS, Radstand 4500 + 800 mm

Leergewicht/Gesamtgewicht: 4150 kg/5000 kg

Länge/Breite/Höhe: 8763/2320/3000 mm

Bettenmaße: Heck: 1990 x 760 und 1990 x 780 mm

Ausbau: Küche mit 3-Flammkocher, 190-L-Absorberkühlschrank (Option), Bad mit separatem Dusch- und Toilettenraum, 3 Kleiderschränke, 12 Hängeschränke, Heckgarage 1190– 1480 X 1260 x 2180 mm, Stehhöhe 1905–1970 mm

Aufbau: Alu-Sandwich-Bauweise, Dach GfK, Isoliermaterial XPS-Schaum, 6 Kunststoff-Isolierfenster mit Rahmen, 4 Dachhauben

Bordtechnik: Gas-Warmwasserheizung (Option), Frischwasser-/Abwassertank 200/150 L, Bordbatterie 3 x 95 Ah (Serie 1 x 95 AH), Gasflaschen 2 x 11 kg

Übersicht: Knaus vs. Carthago vs. Niesmann+Bischoff
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