Kompakte Teilintegrierte im Vergleichstest Hymer Van 500 S

Dem Van S von Hymer sieht man seine Besonderheit schon von Weitem an. Im Grunde genommen in zweifacher Hinsicht.

Denn zum einen steht der Hymer Van 500 S auf dem Mercedes Sprinter, der bei Teilintegrierten nur sehr selten als Basis dient, zum anderen ist sein Aufbau rekordverdächtig kurz. Gerade einmal 5,65 Meter streckt sich der Kleine in die Länge. Das reicht ihm, um einen kompletten Zwei-Personen-Grundriss mit Sitzgruppe, Küche, Bad, quer eingebautem Doppelbett und Heckgarage unterzubringen. Aufgrund der geringen Größe sind jedoch Kompromisse gefordert.

Die Sitzgruppe ist knapp geschnitten, nur wenig Beinfreiheit herrscht unter dem schmalen Tisch, und die Vordersitze sind nicht so einfach gedreht wie bei den anderen Vergleichskandidaten mit dem breitem Ducato-Fahrerhaus. Mit der Verlängerungsfunktion ist aber auch der Beifahrersitz gut integriert. Polster und Bezüge sind gut verarbeitet und bequem. Und für viel Tageslicht sorgen auch im Hymer-Stübchen zwei große Dachfenster zum Aufstellen.

Spüle und Zweiflammkocher sind in der kleinen Küche zu einer Einheit zusammengefasst. Ein wenig Arbeitsfläche schafft ein aufklappbares Verlängerungsbrett. Für Reiseproviant oder Küchenutensilien steht neben einem Hängeschrank und zwei Schubladen noch eine Schublade unter der Rückbank zur Verfügung – das muss reichen. Auch den niedrigen Kleiderschrank und zwei Hängeschränke über dem Bett dürften zwei Reisende voll ausnutzen. Die Möglichkeit, längere Gegenstände wie zum Beispiel Surfbretter zu transportieren, schafft die serienmäßige Durchlade zur Heckgarage, die beidseitig mit gleich großen Zugängen ausgestattet ist. Hier kommen Campingstühle und Co. sicher unter, für Fahrräder wird es aber eng. Gut, dass die Garage in zwei Höhen erhältlich ist, gegen Aufpreis gibt es zudem eine weitere Ladetür in der Heckwand.

Auf wenig Platz muss man sich auch im Bad mit der Schiebetür einstellen. Ein Klappwaschbecken schafft zwar etwas mehr Bewegungsfreiheit um die Hüfte, am Boden bleibt sie allerdings wegen der mittig platzierten Toilette stark eingeschränkt. Kritik muss sich auch das Bett gefallen lassen. Wer es kuschelig mag, dürfte mit dem Platzangebot zurechtkommen, die fehlende Unterfederung schmälert aber den Liegekomfort etwas; es gibt nur ein Abstandsgewebe.

Die Paradedisziplin des Hymer Van 500 S ist zweifellos sein wendiges Fahrverhalten. Der Sprinter fährt im Vergleich zum Ducato wegen seines Heckantriebs neutraler, bietet auf trockener Fahrbahn beim Anfahren mehr Traktion und mit dem kurzen Radstand von 3,25 Metern auch einen kleinen Wendekreis. Ein Seitenwindsssistent ist serienmäßig an Bord, die sanft schaltende Siebengang-Automatik gibt es gegen einen satten Aufpreis von 2590 Euro.
Üppig ist auch der Basispreis von 56.990 Euro. Nur der voll ausgestattete Hobby ist in diesem Vergleich teurer. Das 4390 Euro teure Komfort-Line-Paket mit Klimaanlage, Panoramadach und Tempomat ist für den Van S fast obligatorisch. Viel Reisemobil gibt es fürs Geld also nicht, dafür das handlichste Fahrverhalten und eine Premium-Basis.

Alle Infos zum Hymer Van 500 S

Gurt-/Schlafplätze: 4/3
Gesamtgewicht: 3500 kg
Länge: 5,65 m
ab 56 990 Euro
Hymer Van 500 s

Übersicht: Vier kompakte Teilintegrierte im Vergleich