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Sun Living A vs. Etrusco im Test

Günstige Alkoven mit Querbett im Vergleich

Etrusco A 7300 DB vs. Sun Living A 75 DP Foto: Andreas Becker 28 Bilder

Alkoven mit Querbett und Garage sind die Reisemobile, die für wenig Geld den meisten Raum versprechen – ideal für den flexiblen Einsatz in der Großfamilie. Etrusco gegen Sun Living im Vergleich.

Wenn Sie ein Reisemobil suchen, mit dem Ihre Familie über drei Generationen hinweg in wechselnden Besetzungen ganz entspannt kleine und große Urlaubsreisen erleben möchte, dann greifen Sie bitte zu einem Alkovenmobil wie diesen beiden. Lassen Sie sich nicht einreden, Alkoven wären total veraltet und sowas würde heute kein Mensch mehr kaufen. Klar, wer meist zu zweit unterwegs ist und nur gelegentlich mal noch ein, zwei Personen mitnimmt, findet andere Konzepte attraktiver.

Wer sich aber die große Freiheit bewahren möchte, auch mal zu sechst wegzufahren, beim Gepäck nicht immer mit dem Nachwuchs streiten will und obendrein auch noch etwas für die Urlaubskasse übrig lassen möchte, nimmt am besten einen der Klassiker mit Alkovennase, Querbett und Garage im Heck.

Oder gehen wir es noch einmal andersherum an: Wenn man als erfahrener Tester ständig durch alle möglichen angesagten Campingbusse, Teilintegrierten und Integrierten krabbelt und ihnen genau auf den Zahn fühlt und dann die Großzügigkeit der Küche und der Betten im Etrusco sieht oder die drei gigantischen Wäscheschränke im Sun Living entdeckt, kommt man ins Grübeln und denkt: „Mann, hier ist ja richtig viel Platz.“

Aber auch die Nachteile von Alkoven sollen keineswegs verschwiegen werden. Die markante Dachmansarde sorgt nicht nur für rund zwei Liter Mehrverbrauch, sondern ist auch stets gefährdet, an überhängenden Felsen oder Ästen anzuecken. Zudem tun sich über sieben Meter lange Modelle schwer, mit 3,5 Tonnen auszukommen, wenn sie mit vier oder mehr Personen genutzt werden. Aber das eint sie mit anderen Aufbautypen.

Die Testkandidaten

Etrusco A 7300 DB Foto: Andreas Becker
Etrusco A 7300 DB

Etrusco A 7300 DB
Gurt-/Schlafplätze: 4–6/4–6
Zul. Gesamtgewicht: 3500 kg
Länge: 7,25 m
Bettenmaße: Heckbett 130/151x212 cm, Alkoven 154x212 cm
Zuladung (von promobil ermittelt): 410 kg
Grundpreis ab 46.399 Euro
Testwagenpreis: 55.563 Euro
Der Etrusco-Alkoven hat im Punkt Beladung die Alkoven-Nase vorn.

Sun Living A 75 DP Foto: Andreas Becker
Sun Living A 75 DP

Sun Living A 75 DP
Gurt-/Schlafplätze: 4–6/4–6
Zul. Gesamtgewicht: 3500 kg
Länge: 7,39 m
Bettenmaße: Heckbett 142x213 cm, Alkoven 154x202 cm
Zuladung (von promobil ermittelt): 280 kg
Grundpreis ab 45.899 Euro
Testwagenpreis: 52.810 Euro
Der Sunlight-Alkoven punktet vor allem in der Kategorie Preis & Service.

Wohnen

Erste Unterschiede zeigen die beiden Alkovenmodelle bereits an der Sitzgruppe. Während sich der Etrusco mit der klassischen Vierer-Dinette zufrieden gibt, gönnt der Sun Living seiner Mannschaft noch einen Seitensitz gegenüber plus geschickt verlängerbaren Tisch.

Etrusco A 7300 DB Foto: Andreas Becker
Klassische Viererdinette mit zwei Dreipunkt- und zwei Beckengurten im Etrusco. Wollen mehr als vier am Tisch sitzen, braucht man Zusatzhocker.

Eine Erweiterungsplatte gibt es auch im Etrusco, sie muss aber mühsamer aus dem Kleiderschrank geholt und eingesetzt werden. So oder so sind beide Sitzgruppen aber nicht wirklich für die regelmäßige Nutzung zu sechst ausgelegt – obwohl sechs gurtbewehrte Fahr- und fünf bis sechs Schlafplätze bei beiden vorhanden sind. Der Sun Living hat alle Gurte schon serienmäßig an Bord und macht sich bei Eltern zusätzlich beliebt, indem er optional Isofixösen anbietet. Entsprechende Kindersitze lassen sich damit viel einfacher fixieren – ein echter Vorteil.

Beide Modelle haben einen per Gasdruckfedern aufstellbaren Alkovenboden. Das erleichtert nicht nur den Durchgang ins Fahrerhaus, sondern sorgt auch mit nur einem Handgriff für ein aufgeräumtes Bild. Nicht unwichtig, denn das ist ja gerade einer der Vorteile von Alkovenmobilen, dass die Kinder in ihrer Kuschelschlafkammer nach dem Aufstehen oder Herumtollen einfach alles liegenlassen können, ohne dass es groß stört.

Clever beim Etrusco: Für die Leiter zum Oberstübchen gibt es eine Halterung neben der Aufbautür, die bei hochgeklapptem Alkoven und während der Fahrt für eine sichere Unterbringung der Aufstiegshilfe sorgt. Absturznetze bewahren bei beiden Hochbetten den Nachwuchs vor schmerzhaften Erfahrungen. Beim Sun Living verhindern zudem Querstege an den Alkovenfenstern ein Hinauspurzeln – beim Etrusco ist hier nichts vorgesehen, aber sein Fenster ist auch kleiner.

Sun Living A 75 DP Foto: Andreas Becker
Der Bettzugang ist breiter. Der Lattenrost des Sun Livings bringt wenig Schlafkomfort.

Ein bisschen Kraxelei wird auch den Eltern abverlangt, um jeweils über eine kurze Leiter ins Heckbett zu kommen. Beim Etrusco ist der Zustieg allerdings 20 Zentimeter schmaler, was das Rein- und Rausklettern umständlicher macht, vor allem wenn man über den Partner drübersteigen muss. Dafür verwöhnt der Etrusco mit mehr Schlafkomfort – unter der Matratze ist ein richtiger Lattenrost eingebaut. Im Sun Living schlagen die Latten dagegen schnell auf den Holzunterbau durch und dienen so lediglich als Matratzenunterlüftung. Verzichten muss man außerdem auf Ablagen für Brille und Bettlektüre. Da hat man bei Etrusco praktischer gedacht und zudem ein Herausfallschutznetz am Einstieg installiert – beruhigend, wenn ein Kleinkind mit im Bett schläft.

Etrusco A 7300 DB Foto: Andreas Becker
Der Etrusco gönnt der Küche deutlich mehr Platz. Arbeitsfläche und Stauraum sind reichlich vorhanden. Der Kühlschrank fasst 167 Liter.

Wenn Kinder hungrig sind, muss schnell etwas auf den Tisch. Im Etrusco wird der Küche merklich mehr Raum gewährt. Im Anschluss an Kocher und Spüle bleibt noch ein gutes Stück echter Arbeits- und Abstellfläche und darauf folgt ein stattlicher 167-Liter-Kühlschrank mit separatem Gefrierfach. Serie ist allerdings ein 113-Liter-Exemplar. Beim Sun Living findet sich ein schlankes 142-Liter-Absorbergerät aufpreisfrei eingebaut. Auch die Küchenzeile ist kompakter. Durch die geschickte, L-förmige Anordnung von Kocher und Spüle bleibt aber dennoch etwas echte Arbeitsfläche. Praktische Details sind das Kunststoffschneidebrett als Spülenabdeckung und die seitlich platzierten Kocherbedienknöpfe mit Elektrozündung.

Beim Etrusco muss man zum Flammenanwerfen extra ein Feuerzeug mitführen. Dafür bietet er zumindest ein Kochfeld, das auch für familientaugliche Töpfe passt – die anschließend in der großen Spüle auch wieder gereinigt werden können.

Die längere Etrusco-Kombüse offeriert dabei auch mehr Stauraum – allerdings vor allem inFächer aufgeteilt. Schubladen gibt es nur eine für das Besteck. Im Sun Living machen vier Auszüge den Zugriff bequemer. Einen Mülleimer, wie im Etrusco, sucht man allerdings vergeblich.

Auch dem Bad gönnt der Etrusco etwas mehr Länge, so dass es für eine separate Duschkabine reicht. Das hat für Familien den Vorteil, dass – wenn einer ausgiebig duscht – die Toilette und das Waschbecken notfalls gleichzeitig nutzbar bleiben. Noch vielseitiger einsatzfähig wäre die Dusche allerdings mit einer Kleiderstange, die sich aber auch ohne großen Aufwand nachrüsten lässt. Relativ schwach ist die Beleuchtung des Bads – sowohl mit künstlichem als auch natürlichem Licht. Der Sanitärraum steht auf einem 17 Zentimeter hohen Podest. Dadurch schrumpft die Stehhöhe in der Dusche auf rund 1,90 Meter.

Sun Living A 75 DP Foto: Andreas Becker
Kinder stört die flache Alkovenspitze im Sun Living weniger – höchstens beim Herumtollen. Die Fenster sind größer und gegen Herausfallen geschützt.

Für großgewachsene Camper ist deshalb der Sun Living die bessere Option – nicht nur das Heckbett und die Stehhöhe im Gang erreichen hier um 2,10 Meter und mehr, sondern auch das Bad und die integrierte Dusche. Der Sanitärraum folgt einem Konstruktionsprinzip, das man sonst eher aus Campingbussen kennt: Schiebt man die Gliedertür auf die eine Seite der integrierten Bodenwanne, macht sich das Bad ganz klein und lässt viel Platz im Gang. Zieht man sie nach vorn und um sich herum, wächst das Bad um den Duschbereich und man hat genügend Platz an Waschtisch und Toilette. Zum Duschen muss das Ausgleichsbrett aus der Bodenwanne genommen und ein Vorhang vor die Möbel gezogen werden – der hinterher wieder getrocknet und aufgeräumt sein will. Für Kinder sehr hoch ist die Toilette eingebaut – im Etrusco liegt die Sitzfläche angenehme acht Zentimeter tiefer. Auch die Nutzung des Spiegels im Sun-Living-Bad bleibt eher großen Campern vorbehalten. Stauraum bieten beide in brauchbarem Maß.

Beladen

Um die Stauraumwünsche von vier bis sechs Personen zu erfüllen, müssen die beiden Modelle sich ganz schön strecken – auch im wörtlichen Sinne. Mit 7,25 und 7,39 Meter Gesamtlänge versuchen sie aber auch gar nicht erst krampfhaft unter der Sieben-Meter-Marke zu bleiben. Damit gelingt es dann auch, ein üppiges Platzangebot für das Reisegepäck vorzuhalten – dem Sun Living noch etwas besser als dem Etrusco.

Etrusco A 7300 DB Foto: Andreas Becker
Breite, hohe Garage, in die man kräftig einladen kann. Fahrräder passen aber nur durch die rechte Garagentür des Etruscos.

Schaut man als Erstes ins Heck, zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Die Etrusco-Garage ist merklich großzügiger – rund 900 Liter mehr. Zwei Zurrschienen sind am Boden vorhanden, und Zugänge gibt es auf beiden Seiten, wobei die linke Tür nicht hoch genug ist, um Fahrräder zu verladen. Praktisch ist auch die Innentür, um etwa Getränkekisten von außen einzuladen und Flaschen von innen zu entnehmen. Als weitere Ausstattung gibt es Lampe und Steckdose.

Die Garage des Sun Living hat zwar weniger Volumen, macht das Verladen durch gleich große Türen rechts und links aber flexibler und erfreut zudem durch zwei praktische Fächer für Kabeltrommel und Keile. Zurrösen gibt es zwar nur je drei fest fixierte vorn und hinten – aber, okay, damit kann man arbeiten. Eine Beleuchtung ist auch hier vorhanden, genauso wie ein Innenzugang – allerdings in ungewöhnlicher Form: Durch einen aufgespannten Stoffvorhang erreicht man einen Zwischenstauraum, der durch eine Tür wiederum vom Wohnraum aus erreichbar ist. Eine Kleiderstange macht ihn als Zusatzkleiderschrank einsetzbar – etwa für Sportkleidung, aber auch als Vorratsraum für Getränke.

Sun Living A 75 DP Foto: Andreas Becker
Der Zusatzkleiderschrank des Sun Living unter dem Bett ist auch von der Garage aus erreichbar.

Daneben gibt es im Sun Living zwischen Küche und Heckbett aber noch einen richtigen Kleiderschrank stattlicher Größe. An gleicher Stelle findet sich auch das Etrusco-Pendant mit ähnlichem Volumen. Während bei Letzterem darunter die Heizung eingebaut ist, sieht der Sun Living hier einen Wäscheschrank mit drei Fächern vor. Zudem offeriert er schräg gegenüber auch noch einen raumhohen Schrank mit zwei Türen und sieben Wäschefächern – da kommen Mütter ins Schwärmen. Zumal sich obendrein drei Hängeschränke über dem Heckbett und fünf Exemplare über der Sitzgruppe als Speicher für Reiseutensilien andienen.

Zwei weniger müssen im Etrusco genügen. Auf den Hängeschränken über der Sitzgruppe stehen hier wie da großzügige Ablagen zur Verfügung. Beim Sun Living sind sie mit höheren Rüttelkanten praxisnäher gestaltet. Für schwereres Ladegut kann man im Etrusco die vordere Sitztruhe nutzen. Im Sun Living können in der seitlichenund der hinteren Truhe vielleicht noch zwei, drei PaarSchuhe unterkommen. Die offenen Bordtechnik-Installationen mahnen allerdings zur Vorsicht beim Beladen.

Etrusco A 7300 DB Foto: Andreas Becker
Vor dem Bett findet sich rechts im Etrusco ein großer Kleiderschrank.

An völlig sorgloses Einladen ist aber auch schon aus Gewichtsgründen nicht zu denken.Als Serien-3,5-Tonner funktioniert der Etrusco mit der durchaus gängigen Ausstattung des Testwagens und Vier-Personen-Besatzung so gerade eben. Spätestens wenn man auch mal zu fünft oder sechst oder mit üppigerer Zubehörausrüstung unterwegs sein will, ist die Auflastung auf 3,85 Tonnen angeraten.

Beim Sun Living ist die Situation schon bei vier Personen ziemlich prekär. Während die Achsen das Gewicht noch einigermaßen verkraften, reicht die Gesamtzuladung von 280 Kilo für vier Personen einfach nicht aus – dabei war seine optionale Testwagenausstattung sogar weniger gewichtig als beim Etrusco. Die Auflastung auf 3,80 Tonnen kostet laut Preisliste keinen Cent extra – immerhin.

Das Maxi-Chassis, das bis 4,25 oder gar 4,40 Tonnen tragen darf und auch höhere zulässige Achslasten und eine verstärkte Bremsanlage mit sich bringt, wird von beiden Marken allerdings gar nicht angeboten. Bei einem Familienmobil für vier bis sechs Personen und entsprechendem Stauraumangebot wäre das eigentlich die beste Wahl.

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Technik

Beide Kontrahenten setzen bei der Aufbautechnik auf traditionelle Konstruktionen. Holzverstärkungen, EPS-Isolierung und ein Unterboden aus Holz sind hier weiter aktuell. Das Dach schützen beide mit GfK vor Hagel. An den Wänden setzt Etrusco auf Alu, Sun Living auf GfK – eher eine Geschmacksfrage. Gegen Aufpreis lässt sich der Etrusco – wie beim Testwagen – mit höherwertigen Alu-Rahmenfenstern aufrüsten. Eine Investition, die sich nicht nur optisch, sondern auch funktional positiv auswirkt – anders als die optionalen Kunststoffanbauteile an Alkoven und Heck, die lediglich das Design aufpeppen.

Stabil konstruiert, aber für den Wintereinsatz nicht ideal ist die Heckabsenkung der Garage aus unisolierten Siebdruckplatten. Hier betreibt der Sun Living mehr Aufwand und arbeitet mit GfK-Sandwichplatten. Ausgetüftelter ist auch die Verlegung der Warmluftrohre, die die Wärme von der Heizung bis in jeden Winkel des Aufbausleiten sollen.

Etrusco A 7300 DB Foto: Andreas Becker
Immerhin ein Ausströmer im Etrusco liefert Warmluft bis in den Alkoven.

Es beginnt damit, dass die Heizung sinnigerweise im Bereich des höchsten Wärmebedarfs, also in der Sitzgruppe in der Truhe, installiert ist. Und geht weiter mit deutlich mehr Ausströmern und Warmluftschläuchen, die sowohl das Alkoven- wie auch das Heckbett förmlich umschlingen. Seltsam ist allerdings, dass nicht nur für den isolierten und beheizten Abwassertank, sondern auch für die stärkere Truma Combi 6 extra bezahlt werden muss.

Der Etrusco heizt stets mit bis zu 6000 Watt. Der Ofen sitzt hier aber weiter hinten im Kleiderschrank, und die Warmluftverteilung ist spürbar hecklastiger.

Bei der Wasseranlage fällt der Sun Living mit etwas kleinen Tanks auf. Die Armaturen in Küche und Bad sind bei beiden eher von der schlichten Sorte. Der Etrusco-Gaskasten ist innen zwar etwas knapp bemessen, dennoch erfreut er durch eine niedrige Ladekante.

Die Klappe ist breit genug, um die Flaschen unabhängig zu tauschen, sie arretiert in offener Stellung aber nicht sicher und kann einem dann auf den Kopf fallen. Im Sun Living ist der Gaskasten in die Garage integriert. Solange der Stauraum nicht allzu vollgestopft ist, funktioniert der Zugang dabei problemlos. Die AGM-Bordbatterien sind beinahe identisch groß. Bei beiden kann gleich ab Werk ein zweites Exemplar mitgeordert werden.

Mit einer Doppel-USB-Ladebuchse an der Sitzgruppe macht sich der Etrusco nicht nur beim Nachwuchs beliebt. Der Sun Living hat über dem Heckbett immerhin eine 12-Volt-Dose, wo sich bei Ersterem gar keine Lademöglichkeit findet. Die stimmungsvolle indirekte Beleuchtung haben beide bereits serienmäßig.

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Preis und Service

Günstige Preise fallen nicht vom Himmel. Die Strategie bei Sun Living ist, als Tochtermarke von Konstruktionen und Einkaufskonditionen der Muttermarke Adria zu profitieren – gepaart mit relativ günstigen Lohnkosten im Herkunftsland Slowenien.Etrusco baut als rein optische Abwandlung erfolgreicher Einsteigermodelle der Schwestermarken Sunlight und Carado ebenso auf die kostensenkende Wirkung großer Stückzahlen. Produziert wird Etrusco im ganz neu gebauten Laika-Werk in Italien.

VT SunLiving-A-75-DP-vs-Etrusco-A-7300-DB Foto: Andreas Becker
Die vorgehängten Fenster beim Sun Living sind simpler, aber etwas größer.

Einigkeit herrscht bei der Strategie, wichtige Ausstattung – um die man praktisch nicht herumkommt – in Pakete auszulagern. So lässt sich ein attraktiver Listenpreis darstellen. Beim Sun Living ist es lediglich ein umfangreiches Paket, das so essentielle Dinge wie ESP, Beifahrer-Airbag und Tempomat enthält, aber auch die Fliegengittertür und Kaltschaummatratzen im Heckbett.

Das Paket kostet allerdings stolze 3.899 Euro, damit ist man dann aber auch schon gut versorgt. Empfehlenswert sind zudem das Upgrade der Truma-Heizung von 4.000 auf 6.000 Watt Leistung, das Panorama-Dachfenster über der Sitzgruppeund natürlich die kostenfreieAuflastung auf 3800Kilo Gesamtgewicht. Beim Etrusco sind das Basis- und das Chassispaket praktisch unvermeidlich, die zusammen 3.448 Euro kosten. Dazu gibt es noch das Chassis-Komfort-Paket für 1.399 Euro, das einige attraktive, aber letztlich verzichtbare Goodies wie die 16-Zoll-Aluräder und die LED-Tagfahrlichter zusammenfasst.

Empfehlenswerte Posten sind darüber hinaus die Rahmenfenster, der 167-Liter-Kühlschrank und die linke Garagentür. Betrachtet man alles zusammen – Preise, Garantien und Servicenetz –, kann sich der Sun Living einen kleinen Vorsprung erarbeiten.

Fahren

Die beiden stattlichen Alkovenmobile benehmen sich beim Fahren weitgehend identisch. Der Sun Living setzt zwar auf den steiferen Fiat-Leiterrahmen. Aber auch beim Etrusco auf Basis des Fiat-Flachrahmens zeigen sich beim Befahren unebener Fahrbahnen keine Anzeichen einer deutlich stärkeren Verwindung, die sich etwa durch Knarzgeräusche äußern könnte. Andererseits macht sich aber auch beim Wankverhalten in Kurven der auf höherem Niveau sitzende Sun-Living-Aufbau nicht negativ bemerkbar. Zumal der Aufbau des Etrusco insgesamt sogar noch höher aufragt.

Etrusco A 7300 DB Foto: Andreas Becker
Zwei Dreipunkt- und zwei optionale Beckengurte machen den Etrusco auch mal für eine Tour mit sechs Personen einsatzfähig.

Mit den 130-Serien-PS, die beide Testwagen aufboten, kann man schon zurechtkommen. Das maximale Autobahntempo liegt damit – spätestens mit etwas Gegenwind – aber bei wenig mehr als Tempo 100. Wer hier souveräner unterwegs sein möchte, greift zum quirligen 150er Aggregat. Sein Leistungsplus sollte dennoch zu keinem deutlichhöheren Durchschnittstempo verführen, sonst steigt der Verbrauch schmerzlich an. Die stabile Straßenlage des Ducato macht beide Modelle – trotz stattlichem Aufbau – nach etwas Eingewöhnung gut beherrschbar. Eine Herausforderung bleibt aber immer wieder das Einschätzen der Alkovenabmessungen bei überhängenden Hindernissen.

Test-Wertung der beiden Modelle

(maximal 5 Punkte)

Wohnen – Etrusco: 3,1 Sun Living: 3,0
Während der Etrusco mit dem bequemeren Heckbett punktet, bietet der Sun Living an der Sitzgruppe mehr Platz. Die Küche ist wieder klar das Metier des Etrusco. Bei Sanitärraum und Möbelbau liegen die beiden Kontrahenten jeweils Kopf an Kopf.

Beladen – Etrusco: 3,4 Sun Living: 3,0
Beim Stauraum hat der Sun Living die Nase vorn mit seinen tollen Wäsche- und vielen Hängeschränken – auch wenn die Etrusco-Garage etwas größer ist. Als 3,5-Tonner reicht die Zuladung beim Etrusco knapp aus, beim Sun Living aber gar nicht.

Technik – Etrusco: 2,9 Sun Living: 3,0
Im Technik-Kapitel gibt es keine allzu großen Unterschiede zwischen den Kontrahenten. Bei der Bordtechnik liegt der Etrusco etwas vorn, bei der Verarbeitung der Sun Living.

Preis und Service – Etrusco: 3,6 Sun Living: 3,8
Ein kleiner Vorteil beim Preis und ein etwas größeres Servicenetz bringen den Sun Living nach vorn.

Fahren – Etrusco: 3,0 Sun Living: 3,0
Beim Fahren geben sich die beiden Modelle nicht viel – Basis und Aufbaumaße sind sehr ähnlich. Der Etrusco macht etwas weniger Geräusche, der Sun Living punktet mit der Isofix-Option.

Fazit

Als Rufer in der Wüste kommt man sich vor, wenn man für Alkovenmobile eine Lanze brechen will. Wirklich schade, dass das Angebot in den letzten Jahren so geschrumpft ist. Dabei können so attraktive Alkovenmodelle wie die beiden Testwagen einen leicht eines Besseren belehren. Der erst jüngst vorgestellte Etrusco setzt dabei auf ganz klassische Rezepte mit viel Platz und einer modern gestalteten Einrichtung mit wenig Holzdekor. Auch der Sun Living will frisch und jung auftreten und bringt obendrein neue Ideen ins Spiel, wie das platzsparende Bad. Klasse ist bei ihm das Schrankangebot – viel zu knapp die Zuladung. Das Maxi-Chassis muss als Option her.

Technische Daten
Sun Living A Serie
Grundpreis 44.999,00 €
Aufbau Alkoven
MaßeL x B x H 739 x 232 x 308 cm
Leistung 96 kW / 130 PS
Motor 130 Multijet
Sitze mit Gurt 6 bis 6
Schlafplätze 6 bis 6
Alle technischen Daten anzeigen
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