Campingbusse auf VW T5 im Vergleich Reimo City Van

Den umfangreichsten Ausbau in diesem Vergleich hat der City Van von Reimo. Sein Konzept lehnt sich an den klassischen T5-Ausbau mit seitlicher Möbelzeile auf der linken Seite an.

Beim Reimo City Van ist der Seitenschrank aber zugunsten einer breiteren Sitzbank besonders schlank gehalten. Er enthält unter anderem ein kleines Waschbecken. Wasser zum Spülen und Händewaschen kommt aus einem 13-Liter-Kanister und fließt in einen ebenso großen wieder ab.

Mit einem Handgriff lässt sich aus dem Sidebord ein Ein-Flammer herausklappen, der aus einer Gaskartusche versorgt wird und kleine warme Mahlzeiten möglich macht. Getränke bringt eine Kühlbox, die immerhin 26 Liter fasst, auf erfrischende Temperatur. Sie macht sich auch beim Kühlkost-Einkauf im Supermarkt nützlich. Zudem findet sich in dem Seitenmöbel relativ viel Schrankraum. Als praktisch beim Verstauen von Gepäck erweist sich auch die Schublade unter der Sitzbank. Ähnlich flexibel wie bei der Konkurrenz ist der Stauraum im Heck nutzbar.

Die Verdunkelungsvorhänge lugen hinter großteils mit Mikrofaser bezogenen, hochwertig wirkenden Verkleidungen hervor. Nur an wenigen Stellen, wie der Schiebetür, findet man nacktes, unverkleidetes Transporter-Blech.

Die Beleuchtung mit drei länglichen Lampen und einer Leselampe im Dachbett ist für Campingbus-Verhältnisse recht üppig. Für ein stimmungsvolles Ambiente sorgen zudem versteckte LED-Lichterketten - das gibt es nur im Reimo City Van.

Sitzen und Schlafen im Reimo City Van

Zum wohnlichsten Mobil in diesem Vergleich macht den City Van auch das Holzdekor der Bodenplatte. Darin bündig eingelassen sind zwei Schienen zum Verschieben der Sitzbank. Mangels Abdeckung sammelt sich darin jedoch schnell der Schmutz. Dann klappt das Hin- und Hergleiten nicht mehr so reibungslos wie im Neuzustand. Wird die Bank in die hinterste Position zurückgeschoben, muss das Polster der Bettverlängerung hochgeklappt werden, weil sonst die Heckklappe nicht mehr zugeht. Für den Blick nach hinten bleibt dann während der Fahrt nur ein sehr schmaler Sehschlitz.

Das untere Bett ist fix hergerichtet. Die Sitzfläche der Rückbank wird nach vorn umgelegt. Die entstandene Lücke überbrückt anschließend die nach unten geklappte Rückenlehne. Praktisch dabei: Die Kopfstützen müssen nur abgesenkt, nicht ausgebaut werden. Das Bett im Erdgeschoss ist spürbar größer und komfortabler als das Dachbett. Der Schaumstoff ist wesentlich dicker. Die Stöße zwischen den Polsterstücken stören kaum.

Der Tisch wird unpraktischerweise im Heck an der Bettverlängerung verstaut. Wer ihn vorne aufstellen will, muss also zwangsläufig aussteigen - kein Vergnügen bei Regen. Für den Aufwand belohnt aber eine sehr große Tischfläche.

Die beiden Drehsitze kosten Aufpreis. Alle drei Kandidaten setzen auf die Original-Konsolen von VW, bei denen die Längsverstellung nicht mitdreht. Das würde das Wendemanöver allerdings wesentlich erleichtern und wäre vor allem beim Fahrersitz von Nutzen, der sich ansonsten mit dem Lenkrad ins Gehege kommt. Die Türen müssen auf beiden Seiten geöffnet werden.

Der Durchstieg ins Dachbett misst nur 34 mal 103 cm und wird durch die seitlichen Abschrägungen zusätzlich eingeschränkt. Ein knapper Meter Höhenunterschied über den Sitzflächen muss mit einem kleinen Klimmzug überwunden werden. Die Armlehnen sollte man dabei tunlichst nicht als Tritte missbrauchen.

Die Matratze ist nur vier Zentimeter dick. Unterfederung und Unterlüftung fehlen. Der Schlafkomfort im City Van verlangt gewisse Nehmerqualitäten. Vor allem die Breite ist mit 1,06 Meter nichts für Vollformater. Es passt wie beim Spacecamper für eine Person. Oder für zwei, die erst am stürmischen Anfang ihrer Beziehung stehen. Mit dem besten Freund würde man sich vermutlich so arrangieren, dass einer oben, einer unten schläft.

Beim aktuellen GfK-Aufstelldach von Reimo reduziert ein Spoiler über der Frontscheibe Fahrgeräusche deutlich. In diesem Punkt sind sich die Kandidaten ausnahmsweise einmal einig. Und eines noch: Aufgebaut ist das Dachzelt übrigens bei allen dreien deutlich schneller als ein Zelt ohne Auto unten drunter. Dem Gefühl von Freiheit und Abenteuer ist aber sowohl das eine als auch das andere ungemein zuträglich.

Übersicht: Kompakte Camper im Vergleich