Ute Hofmann im Interview Frank Eppler

Ute Hofmann von Laika im Interview

Wie wichtig ist der deutsche Reisemobilmarkt?

Der deutsche Reisemobilmarkt ist der wichtigste in Europa. Auch für Importmarken, für die der Wettbewerb hier besonders hart ist. promobil sprach mit Ute Hofmann, Vertriebs-Geschäftsführerin der italienischen Marke Laika.

Wie wichtig ist der deutsche Reisemobilmarkt für Laika?

Der deutsche Markt ist neben Italien klar unser Kernmarkt, zumal die Erwin Hymer Group dort ihre Basis hat. Unser Potenzial ist hier aber noch nicht ausgeschöpft. Ich glaube fest, dass sich der positive Trend in den nächsten Jahren fortsetzt – und Laika mit seiner Substanz, Qualität und Vielfalt verstärkt gefragt sein wird.

Wie behauptet man sich hier als italienische Marke?

Indem man Schritt hält – und vielleicht sogar in Zukunft einen Schritt voraus ist. Wir bei Laika setzen als traditionsreiche italienische Premiummarke auf unsere Wurzeln. Daraus wachsen Innovationen, mit denen wir neue Zielgruppen erschließen wollen. Mit unserem charakteristischen Design, das Leichtigkeit und Wertbeständigkeit verkörpert, möchten wir das Lebensgefühl des Dolce Vita vermitteln. So wie es Stil-Ikonen wie dem Fiat 500 oder der unverkennbaren Vespa von Piaggio weit über die Landesgrenzen hinaus gelingt.

Wo wollen Sie mit Laika vertrieblich hin?

Wir werden unser starkes Vertriebsnetz europaweit weiter ausbauen, unseren Umsatz ankurbeln und die Marke Laika als 1a-Produkt aus Italien positionieren. Wer sich für ein Modell unserer Baureihen Kosmo, Ecovip und Kreos entscheidet, kann sicher sein, dass er Wertbeständigkeit, höchste Sicherheit und charakteristisches italienisches Design erwirbt.

Wie möchten Sie die Marke für deutsche Kunden noch interessanter machen?

So wie "Made in Germany" als Prädikatssiegel für Topqualität aus Deutschland steht, wollen wir analog "Fatto in Italia"- Produkte entwickeln, indem wir den Stil und die Schönheit der Handwerkskunst mit einer erstklassigen Aufbautechnik kombinieren. Unsere Zulieferer stammen aus der Toskana, die hochwertigen Materialien wie etwa Stoffe für Kissen aus der Region. Diese Mehrwerte sind unser großes Plus.

Was ist aktuell Ihr erfolgreichstes Modell?

In Deutschland sind Ecovip-Teilintegrierte besonders beliebt. Auch der Kreos 5009, der zur luxuriösesten Baureihe gehört, war jüngst auf der CMT sehr gefragt. Auch die neuen Kosmo Camper Vans stoßen auf eine große Fangemeinde.

Ute Hofmann im Interview
Hersteller
Seit 2016 produziert Laika in einem komplett neuen Werk Reisemobile und Campingbusse.
Welche Rolle ist Laika innerhalb der Erwin Hymer Group zugedacht?

Laika ist mit Leidenschaft die italienische Seele der Gruppe.

Welchen Nutzen hat die Zugehörigkeit zu einer großen Gruppe?

Neben Synergien haben wir eine gemeinsame Vision bei Wachstum und Know-how. Wir können gemeinsam Innovationen und Studien angehen, die wir alleine nicht stemmen könnten. Das gilt z.B. auch für unser 2016 eröffnetes komplett neues und hochmodernes Produktionswerk.

Kann dieser Umstand mitunter auch mal hinderlich sein?

Ganz ehrlich: Darin sehe ich absolut kein Hindernis, sondern vielmehr eine Chance.

Sie sind eine von ganz wenigen Frauen auf Geschäftsführerebene in der Branche. Was ist für Sie der Grund für die Männerdominanz?

Männer und Autos – vielleicht ist es ja diese Verbindung, weshalb das andere Geschlecht in den Führungsetagen dieser Branche häufiger anzutreffen ist (lacht). Ansonsten macht es für mich keinen Unterschied, ob man mit Frau oder Mann am Tisch sitzt. Das Wichtigste ist, ein spannendes Wachstumsprojekt zu haben, ein motiviertes Team zu sein und Projekte mit dem Team teilen zu können. Bei Laika stimmt dieses Teamwork.

Gibt es spezielle Anliegen, die Sie als Frau in dieser Branche besonders voranbringen möchten?

Ich denke, die Anliegen sind die gleichen, ob Mann oder Frau. Ich würde aber gerne weitere weibliche Kolleginnen ermutigen, den nächsten Schritt zu gehen.

Welche Erfahrungen haben Sie persönlich mit dem Camping- und Reisemobilurlaub?

Zwar bin ich als Kind nicht mit dem Thema groß geworden, aber nach über 17 Jahren in der Branche nah mit den Wohnmobilen verwachsen. Dazu gehört das Testen von Fahrzeugen. Das Glück, immer die neuesten Modelle nutzen zu dürfen, ist aber limitiert – leider reicht mein Führerschein aktuell nur bis zur 3,5-Tonnen-Klasse.

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