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Unimog Expeditionsmobil Explorer XPR440

Geräteträger als Offroad-Mobil

EarthCruiser Overland Vehicles Expeditionsmobil Explorer XPR440 Foto: EarthCruiser Overland Vehicles 28 Bilder

Australier fahren zum campen gerne ins Outback. Entsprechend stehen geländegängige Mobile dort hoch im Kurs. Ein ganz besonderes Exemplar zeigt nun die Firma Earthcruiser: Einen Expeditions-Lkw auf Unimog-Basis

17.08.2018 Torsten Seibt

Der Mercedes Unimog hat eine lange Karriere als Fernwehmobil hinter sich. Junge Abenteurer greifen gern zu ausrangierten Bundeswehr-Unimogs, während Spezialumrüster mit der schweren Unimog-Baureihe neue Expeditionsmobile für solvente Kunden realisieren. Der Unimog als hoch geländegängiger, robuster und zuverlässiger Kofferträger ist wie geschaffen für eine Weltreise abseits des Asphalts.

Ungewöhnlich ist dabei allerdings die Wahl der Modellreihe 405. Denn der als Geräteträger konzipierte mittelschwere Unimog wird üblicherweise vor allem im Kommunalbereich eingesetzt. Dennoch hat die australische Manufaktur EarthCruiser nun genau diese Baureihe ausgesucht, um das neue Konzept Explorer XPR440 aufzubauen.

Auf den Unimog, in diesem Fall das Modell U430 mit einem bärenstarken 7,7-Liter-Diesel mit 300 PS, stellen die Australier ein bewährtes Koffermodul, das bislang auf leichten Allrad-Lkw von Isuzu, Mitsubishi und Iveco angeboten wurde. Beim Explorer XPR440 kommt der Bezeichnung entsprechend der Camper-Aufbau mit 4,4 Meter Länge zum Einsatz, der für zwei Personen konzipiert ist.

EarthCruiser Overland Vehicles Expeditionsmobil Explorer XPR440 Foto: EarthCruiser Overland Vehicles
Für Intimsphäre sorgt bei Benutzung des "Badezimmers" ein schlauchartiger Vorhang.

Außergewöhnlich für hiesige Verhältnisse ist das parallel öffnende Hubdach mit seiner Stoffbespannung, welches auf Knopfdruck emporsurrt und so im Innenraum Stehhöhe ermöglicht. Für europäische Wintercampings dürfte diese Lösung jedoch nicht ganz so gut geeignet sein. Ebenso ungewöhnlich ist der Einstieg in die Kabine mitten durch die Nasszelle, die auch noch im oberen Drittel komplett offen ist – eine Folge des Hubdachs. Wer Privatsphäre im Sanitärabteil bevorzugt, kann jedoch mit einer Art Stofftunnel die Seitenwände bis zur Decke verlängern.

Der Wohnaufbau verfügt über einen sehr großen Durchstieg zur Fahrerkabine, erreicht so fast die Anmutung eines Integrierten. Weil sich bei Geländefahrten der Fahrzeugrahmen verwindet, ist in der Verbindung von Fahrerhaus und Wohnkabine ein flexibler Gummibalg eingezogen. Das Festbett im Heck kann bei Bedarf mit zwei darüber montierten Stoffliegen ergänzt werden, das empfiehlt sich allerdings nur in Ausnahmesituationen.

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Am Fahrzeug selbst sind zahlreiche interessante Gimmicks verbaut. So verfügt der Explorer XPR440 über hydraulisch ausfahrbare Stempel, um den Wagen auf unebenem Gelände ins Lot zu bringen, auch bei einem Reifenwechsel sind diese Hubstützen eine wertvolle Hilfe. Am Heck befindet sich ein kleiner Kran für das riesige Reserverad sowie ein absenkbarer Motorradträger. Aus einem Seitenfach kann eine kleine Campingküche mit Spüle und einem Elektrogrill ausgezogen werden, ein dahinter liegender und von außen erreichbarer Kühlschrank machen die Outdoorküche komplett.

Ein zweiter, 212 Liter fassender Kühlschrank befindet sich in der eigentlichen Bordküche, die mit Mikrowelle und Ceranfeld-Herd auch gehobenen Ansprüchen genügt. Damit nicht genug Im Untergeschoss, ebenfalls von außen erreichbar, befindet sich eine vollwertige Waschmaschine. Diese Beschreibung lässt vermuten, dass Wasser im Explorer XPR440 keine Mangelware ist. Und tatsächlich verteilen sich bis zu 860 Liter Frischwasser auf verschiedene Tanks, ermöglichen so auch ausgedehnte Trips weit weg von jeder Zivilisation. Hierfür mitverantwortlich ist die autarke Stromversorgung. Flache Solarmodule auf der gesamten Dachfläche speisen die Aufbau-Batterien.

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Ein Feature prädestiniert den Explorer XPR440 übrigens ganz besonders für eine ausgedehnte Weltreise: Das sogenannte Variopilot-System, eine Spezialität des Geräteträger-Unimog, ermöglich den Wechsel von Lenkrad, Cockpit und Pedalen zwischen beiden Seiten in weniger als einer Minute. Ob also Rechts- oder Linksverkehr im gerade besuchten Land herrscht – Explorer-Piloten sind vorbereitet.

Die Preise für das 12 Tonnen schwere Fernreisemobil bewegen sich im üblichen Rahmen solcher Gefährte. Umgerechnet rund 370.000 Euro sind für das Basismobil fällig, mit allen in der ausführlichen Bildergalerie vorgestellten Ausstattungsextras kann man mit rund 460.000 Euro rechnen.

Neuester Kommentar

Bestimmt gibt es irgendwo auf der Welt Strecken für die man so ein Fahrzeug braucht . Leider stehen die meisten auf Stell- oder Campingplätze in Europa und nehmen einen die Sicht oder die Sonne

Jet45 19. August 2018, 09:36 Uhr
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