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Trendreport bei den Reisemobilen

8 Trends für die Saison 2018

Caravan Salon Trends 2018 Foto: Archiv 35 Bilder

Die wichtigsten Trends lassen sich auf dem Caravan Salon Düsseldorf begutachten, denn die Messe ist das Branchenbarometer schlechthin: Hier zeigen die Hersteller alle Neuheiten für die kommende Saison 2018.

11.09.2017

Vom der günstigen Produktion auf Plattformen über Vernetzung und Konnektivität in der Bordtechnik bis hin zu beliebten Modellen und schicken Interieurs: promobil hat alle Trends der Wohnmobil-Branche für 2018 zusammengefasst.

Trend 1: Mehr Plattform-Modelle

Immer mehr Reisemobilmodelle bauen auf der gleichen Plattform auf, teilen sich also nicht nur das Chassis, sondern auch die Bodenkonstruktion, oder gar die ganze Aufbautechnik bis hin zum Modellkonzept. Beispiele für diese Entwicklung sind etwa die günstigste Carthago-Baureihe C-Tourer und die Modelle der Tochtermarke Malibu. Ganz aktuell auch die neuen Integrierten der Marken Bürstner und LMC, die sich auf die gleiche Grundlage stützen, einen flachen Funktionsdoppelboden.

Malibu I (2018) Malibu Reisemobil-Neuheiten 2018 Aufgewertete Modelle in allen Aufbauarten

Wenn Reisemobile die gleiche Plattform nutzen, heißt das aber nicht, dass sie komplett baugleich sind und nur unter verschiedenen Namen vertrieben werden. Plattformmodelle sollen im Idealfall nur dort baugleich sein, wo es der Kunde nicht direkt merkt. Optisch unterscheiden sie sich deutlich.

Nicht zuletzt ist dieser Trend auf die Erwin Hymer Group zurückzuführen: Durch das Zusammenwachsen der Marken, die unter diesem Dach segeln, spielen Plattformmodelle eine immer größere Rolle. Die Hersteller versprechen sich Synergieeffekte und Sparpotenziale. Der Kunde kann dann davon profitieren, wenn der Preisvorteil vom Hersteller auch weitergegeben wird. Die vereinfachte Produktion durch Plattformmodelle und eine daraus resultierende geringere Fehlerhäufigkeitkann ein weiterer Vorteil sein.

Trend 2: Mehr Sicherheit

Pkw-Trends setzen sich häufig erst mit Verzögerung bei Nutzfahrzeugen durch, also auch bei Reisemobilen – das sind wir gewohnt. Doch viele Kunden fallen aus allen Wolken, wenn sie erfahren, dass es noch immer Freizeitfahrzeuge ohne Airbags gibt. Mit Recht: Nach dem Gurt ist der Airbag der zweitwichtigste Lebensretter unter den passiven Sicherheitssystemen. Es mag technische Gründe geben, warum Liner-Fahrer bislang auf diesen Schutz verzichten mussten, zeitgemäß ist es nicht.

Airbag-EntwicklungCrashtest mit Luxusliner

Niesmann + Bischoff setzt nun ein klares Zeichen und bietet als erster Liner-Hersteller für den Flair Airbags für Fahrer und Beifahrer serienmäßig an. Möglich wurde dies nur durch eine sehr aufwendige Entwicklungs- und Testprozedur (siehe promobil 8/2017) und die Verwendung des Original-Iveco-Armaturenbretts.

Das setzt die anderen Liner-Hersteller mächtig unter Druck. Doch die sind nicht untätig. Concorde etwa stattet Cruiser und Liner auf Iveco Eurocargo serienmäßig mit den aktiven Sicherheitssystemen Notbremsassistent und Abstandstempomat aus. Auch Morelo setzt auf die Notbremse und verweist ansonsten auf das optionale aktive Luftfahrwerk und eine um 20 Zentimeter verbreiterte Vorderachse von VB, die für mehr Fahrstabilität sorgen soll. Fazit: Das Sicherheitsbewusstsein steigt, und damit auch potenziell die -ausstattung.

Trend 3: Mehr günstige Integrierte

Dass Reisemobile mit integriertem Fahrerhaus einen höheren Entwicklungs- und Produktionsaufwand erfordern, leuchtet jedem ein, der sich schon mal mit dieser besonderen Konstruktionsweise beschäftigt hat. 10.000 bis 20.000 Euro mehr als bei einem ansonsten baugleichen Teilintegrierten kommen hier meist obendrauf.

14 günstige IntegrierteEinsteiger bis 65.000 Euro

Umso erstaunlicher – und begrüßenswert – ist der aktuelle Trend zu mehr günstigen Integrierten. Eine der Strategien führen dabei exemplarisch die Günstigmarken Carado, Sunlight und neuerdings Etrusco vor: Ihre brandneuen Integrierten sind ganz eng miteinander verwandt – mehr oder weniger baugleich. Das verteilt die Entwicklungskosten auf mutmaßlich mehr verkaufte Exemplare, macht günstige Preise möglich. Von der Plattformstrategie bei Dethleffs-, Bürstner- und LMC-Integrierten war bereits die Rede (Seite 7).

Roller Team wiederum hat seine reine Integrierten-Baureihe Pegaso eingestellt und dafür I-Modelle an die bestehende Zefiro-Serie angedockt – nur die Front musste neu konstruiert werden. Volle Konzentration auf günstige Integrierte ist das Motto bei Itineo mit aktuell zehn Modellen.

Trend 4: Mehr Basisfahrzeuge

Durch die rasant steigenden Neuzulassungen wächst auch das Interesse der Hersteller potenzieller Basisfahrzeuge. Allen voran VW: Mit dem Crafter schicken die Campingbuserfinder das derzeit modernste Fahrzeug in der 3,5-Tonnen-Klasse ins Rennen: Abgasreinigung, Antriebsvarianten, Automatik – alles auf dem neuesten Stand. Erste Ausbauten sind in Düsseldorf zu sehen. Noch stärkerer Druck auf den Platzhirsch Fiat Ducato kommt allerdings aus einer anderen Richtung: Citroën und Peugeot, die ihre Transporter gemeinsam mit Fiat bauen, liefern zu günstigeren Preisen. Prompt bauen immer mehr Einsteigerbaureihen auf die französischen Transporter.

Wir wollten wissen, was der Allradantrieb vom Fiat Ducato 4x4 Expediation wirklich kann. Fiat Ducato 4x4 Expedition im Test Im Winterwunderland

Fiat setzt auf den Variantenreichtum des Ducato. Dazu gehört auch eine Allradversion, die bislang aber nicht mit dem gerade auf rutschigen Strecken wichtigen ESP ausgerüstet werden konnte. Nachdem dieses Manko nun beseitigt ist, könnte ein Neustart der 4x4-Varianten gelingen. Die Branche ist diesem Thema nicht abgeneigt: Auch ein ausgebauter Ford Transit mit Allrad ist – auf dem Stand von Karmann – in Düsseldorf zu sehen. Wichtiger aber noch erscheint, dass Ford das lange angekündigte Automatikgetriebe für den Transit nun endlich liefern kann.

Für die Freunde des Allradantriebs noch ein Tipp: Nie gab es in Düsseldorf so viele neue Pick-up-Modelle als Basisfahrzeuge für Absetzkabinen.

Trend 5: Mehr schicke Einsteigermöbel

Früher war es Oberklassemodellen vorbehalten, mit einem Interieur vom Designer zu locken – alle anderen mussten sich mit dem ausklingenden Gelsenkirchener Barock zufrieden geben.

Doch nach und nach wurden die Möbel mit dem besonderen Etwas von oben nach unten durchgereicht und kommen nun verstärkt in den Einsteigerbaureihen an. Es werden nicht mehr platt alle verfügbaren Flächen mit Holzdekor zugepflastert, sondern dieses bewusst als Akzent eingesetzt – neben zumeist hellen unifarbenen Flächen.

Knaus Live TI 650 MEG (2018) Knaus Wohnmobil-Neuheiten 2018 Einsteiger-Baureihe Knaus Live (L!VE)

Natürlich gelingt das nicht immer in optimaler Harmonie, und über Geschmack kann man sich streiten, aber was hier aktuell in den Beispielen von Forster, Knaus und Chausson sowie anderen zu sehen ist, wirkt einfach frisch, modern und einladend.

Dazu kommen die tollen Möglichkeiten der modernen LED-Technik, die das Interieur am Abend oft noch schöner strahlen lassen als tagsüber. Klar entscheidet bei günstigen Modellen vor allem das Preis-Leistungs-Verhältnis, aber warum soll man sich darin nicht auch wohlfühlen dürfen?

Trend 6: Mehr Modelle für Familien

Immer mehr Familien entdecken das Reisemobil. Die Hersteller folgen dem Trend mit neuen kinderfreundlichen Grundrissen. Wenig überraschend sind es vor allem Alkovenmobile, die dadurch aktuell eine kleine Renaissance erleben. Mit dem Trend A 7877-2 bringt Dethleffs neben dem Globetrotter XXL A ein Alkovenmobil mit Doppelboden auf den Markt, das genug Platz für sechsköpfige Familien samt Gepäck bietet – verpackt auf fast 8,60 Meter Länge. Mit dem Live Traveller zielt Knaus in die günstige Preisklasse. Der 600 DKG hat eine klassische Dinette, ein Etagenbett im Heck und kostet rund 50 000 Euro. Auch der aufgefrischte Rimor Super Brig 695 TC mit Einzelbetten im Heck ist hier zu nennen.

Dethleffs Globetrotter XXL A Dethleffs Neuheiten fürs Modelljahr 2018 Starker Ausbau der Alkoven-Wohnmobile

Für Familien muss es aber nicht immer ein Alkovenmobil sein. Das dachte man sich wohl auch bei Clever und zeigt den Campingbus Family mit Betten für bis zu sechs Personen. Sechs Personen? Ja, Etagenbetten im Heck, dazu ein Doppel-Hubbett über der Sitzgruppe und eine Umbaufunktion derselben machen es möglich. Chausson und Challenger präsentieren Teilintegrierte mit Stockbetten, die sich elektrisch bis an die Decke heben lassen. Itineo bietet drei verschiedene Etagenbettvarianten im Integrierten. Egal welche Aufbauform – Familien kommen nicht zu kurz.

Trend 7: Mehr Campingbusse

Den Zulassungszahlen zufolge zählen Campingbusse zu den beliebtesten Reisemobilen. In der Statistik liefern sie sich mit den Teilintegrierten ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Spitzenplatz. Zu den häufigsten Gründen für den Kauf eines ausgebauten Kastenwagens dürften die kompakten Abmessungen und die hohe Alltagstauglichkeit – zum Beispiel für Transportfahrten – zählen. Manchem mag aber auch einfach das automotivere Design eines Kastenwagens besser gefallen, als die meist weißen, kastenförmigen Aufbauten anderer Reisemobilarten.

Neue Campingbusse für 2018Boxdrive, Campy & Co. im Check

Vom anhaltenden Boom wollen mit Carado und Sunlight auch zwei Hersteller profitieren, die bisher lediglich bei den Teilintegrierten und Alkoven vertreten waren. Die Einsteiger-Marken der Hymer-Gruppe zeigen auf dem Caravan-Salon die Baureihen Vlow und Cliff mit jeweils vier Grundrissen zu Preisen um 40 000 Euro.

VW California XXL (2018) VW baut Crafter zum Camper aus VW California XXL (2018)

Andere Hersteller bauen ihr Angebot weiter aus. Bei La Strada gibt es zur neuen Saison ein Modell mit Hubbett und großem Heckbad. Clever und Weinsberg erweitern ihr Programm um neue Familien-Modelle mit vier oder mehr Schlafplätzen. Westfalia, Knaus und Schwabenmobil zeigen Ausbauten des frisch eingeführten VW Crafter. Eine spannende Studie auf Basis des großen VW-Kastenwagens wird zur Messe auch von Volkswagen selbst präsentiert

Trend 8: Mehr Digitalisierung

Wirklich neu ist der Trend zur Digitalisierung nicht mehr. Bereits vergangenes Jahr haben zahlreiche Firmen gezeigt, wie sich die Bordtechnik untereinander vernetzen lässt. Auch die Bedienung über das Handy gehört inzwischen dazu, möchte man die Technik als zeitgemäß verkaufen. Dieses Jahr nimmt diese Entwicklung aber noch mehr Fahrt auf.

Truma nutztdie bestehende iNet-Box und fügt dem System neue Funktionen hinzu. Level Control heißt der neue Gas-Füllstandsmesser, der per Bluetooth mit Bordtechnik und dem Smartphone kommuniziert.

Auch Eberspächer setzt auf Funksignale zur Steuerung der Wasserheizung Hydronic S3 Economy, geht in Sachen Reichweite aber noch weiter: Das Bedienteil Easy-Start-Web ist über das Mobilfunknetz mit dem Internet verbunden und kann so von fast überall Signale senden. Knaus bringt für seine Sky-/Sun-Integrierten ein neues BUS-Kontrollbord mit Zweizonen-Klimasteuerung.

Muss das unbedingt sein? „Für den, der es mag, ist es das Höchste“ – dieses bayerische Sprichwort bringt es auf den Punkt. Und für alle, die es nicht mögen, gibt es ja auch weiterhin die herkömmliche Art der Bedienung.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
pro Heft 09/2017
Heft 09 / 2017 15. August 2017 266 Seiten Heftinhalt anzeigen Artikel einzeln kaufen
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