Mobil-Tour: Lombardei
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Mobil-Tour: Lombardei 28 Bilder

Wohnmobil-Tour: Lombardei

Lombardei - Freie Fahrt ins Vergnügen

Der Nordzipfel der Lombardei, in früheren Zeiten nur mühsam erreichbar, ist heutzutage durch einen Tunnel auch per Wohnmobil leicht zu erschließen. Auf Winterurlauber wartet nun jede Menge Abwechslung – und immer noch Weite und Stille.

Mit rasantem Tempo und einer Menge Mut wirbeln die jungen Leute im Snowpark Mottolino mit ihren Boards über die Schanzen und Halfpipes. Der Snowpark im italieni­schen Livigno gilt als der größte seiner Art im ganzen Land – und viele sagen, er sei der beste überhaupt. Das finden auch Luigi und Mario. Wann immer es ihre Zeit in der Wintersaison erlaubt, tuckern die beiden Sportstudenten aus Mailand guter Dinge mit ihrem orangefarbenen Oldie-Campingbus hinauf ins sonnige Livigno, wo jede Menge Spaß auf sie wartet.

Der Ort war früher nur im Sommer zu erreichen. Er liegt ziemlich abseits, ganz oben am Nordzipfel der Lombardei, in gut 1800 Meter Höhe. Zur Gemeinde gehört noch das Dorf Trepalle, die höchste dauerhaft bewohnte Siedlung Italiens (2096 Meter). Wegen dieser exponierten Lage erklärte bereits Napoleon das Gebiet zur zollfreien Zone. Die lange Abgeschiedenheit führte dazu, dass das Ladinische – eine eigenständige romanische Sprache – in Livigno gut überleben konnte. Erst seit den 1960er Jahren ist eine Zufahrt von der Schweiz aus durch den mautpflichtigen und nur am Tag geöffneten Munt-la-Schera-Tunnel problemlos möglich.

Heutzutage muss sich hier oben auch im Winter niemand mehr einsam fühlen. 34 Liftanlagen mit einer Kapazität von rund 47.000 Personen pro Stunde verwöhnen die Gäste. Trotzdem: Allzu engen Trubel muss man im Normalfall nicht befürchten, alles ist großzügig angelegt. Und auch auf den 115 Kilometer langen Pisten mit 63 Abfahrten ist dank überwiegend baumloser Hänge viel Platz.

Vergessene Welt? Von wegen!

Gemütliche Hütten, urige Gasthöfe. Die Lombardei hat kulinarisch und kulturell einiges zu bieten.

Am Abend wird's gemütlich-rustikal. Etwa beim Bier in „Daphne‘s Pub“, „Echo“ oder einer Reihe anderer angesagter Lokalitäten wie etwa dem „Kuhstall“, wo Live-Musik für schöne Stimmung sorgt. Wem es bis dahin zu lange dauert, der kann bereits am Nachmittag in die Mottolino Après-Skibar einkehren, um sich in aller Ruhe „warm zu laufen“. Bei allzu schneidigem Frost steht den Gästen außerdem noch ein riesiges Après-Skizelt zur Verfügung. Im Allgemeinen geht es auf Livignos Ausgehmeile aber etwas weniger laut und ausgelassen zu als in vergleichbaren Skistationen – das dürfte vielen Urlaubern durchaus gefallen. Zudem schonen im Vergleich niedrigere Getränkepreise die Urlaubskasse.

Auf dem Weg zu den Liftstationen kommt man fast unweigerlich an einer Gruppe von Eisskulpturen vorbei. Jedes Jahr Anfang Dezember findet hier im Ort ein bedeutender Wettbewerb statt, bei dem Künstler aus aller Welt drei Tage lang aus
Schnee und Eis sorgsam fantasievolle Gebilde erstellen. Die beste Arbeit der „Art in Ice“ wird feierlich prämiert. Den ganzen Winter über können die kühlen Kunstwerke dann frei besichtigt werden.

Schnee und Eis sind auch in Bormio, dem anderen großen Wintersportort der Region, die alles beherrschenden Elemente. Dazu gesellt sich fließendes Wasser, das mit wohligen 38 bis 41 Grad Celsius aus den Tiefen der Erde hervorsprudelt. Den alten Griechen übrigens machten diese Quellen richtiggehend Angst – Thermalwasser war für sie etwas Mystisches, das aus der finsteren Unterwelt stammt. Die Römer hingegen entwickelten hier eine wunderbare Badekultur – bereits Plinius der Ältere berichtete von einer Bäderherberge in Bormio. Und auch die Kelten sollen schon die Wirkungskraft dieser Thermalquellen gewürdigt haben, das bezeugt eine rund 2400 Jahre alte Votivstele, die nahe der Stadt gefunden wurde. Heute werden die Bäder sehr gerne von durchgefrorenen Skifahrern zur Entspannung nach anstrengenden sportlichen Aktivitäten genutzt. Nach einem ganzen Tag Pistenglück, etwa am Hausberg Monte Vallecetta mit seinen beiden Weltcup-Abfahrten Stelvio und Ciuk, ist kaum etwas Schöneres denkbar.

Wintersport total

Ski alpin, Langlauf oder Winterwandern – in den Bergregionen der nördlichen Lombardei kommt jeder auf seine Kosten.

Gute Fitness verlangt etwa ein Skitag in Santa Caterina Valfurva, einem romantischen Ort mit alten Steinhäusern wenige Kilometer von Bormio entfernt. Zum einen wegen seiner schwarzen Piste, zum anderen, weil sich vom Furvatal aus ein anspruchsvolles Hochtourengebiet in die südliche Ortlergruppe hinein erschließt.

Aber nicht nur gestandenen Skifahrern gefällt Santa Caterina. Auf schönen, geräumten Winterwanderwegen kann man gut die stillen, tief verschneiten Wälder am Talschluss erkunden. Man trifft hier meist Gäste, die den Stellplatz am Dorfrand als Quartier gewählt haben.

Diese Region der Lombardei ist zwar längst problemlos erreichbar, blieb aber trotzdem immer etwas Besonderes: bei allem Skivergnügen gibt es viel Platz zum Ausruhen vom Trubel des Alltags.

Farbenfroher Karneval in Bagolino

Musikstücke und Tänze, die an höfische Reigen erinnern, machen den Karneval in Bagolino zu etwas Einzigartigem.

Die Wurzeln dieses alten Brauchtums sind unbekannt. Wohl trägt die Abgeschiedenheit in der Nähe des Idrosees dazu bei, dass die Folklore bis heute lebendig ist. Eine erste urkundliche Erwähnung von 1518 besagt, dass die teilnehmenden Künstler mit Käse zu entlohnen sind. Der Klang der als Sonaten bezeichneten Lieder rührt vom eigentümlichen Wechselspiel von Geige, Gitarre und Kontrabass. Besonders schön anzuschauen sind die kunstvoll gefertigten Hüte der maskentragenden Tänzer, die aus Filz und meterlangen roten Bänder bestehen. Die fidele Festtruppe zieht über viele Stunden von einer Straßenecke zur nächsten, zu sehen am Rosenmontag und Faschingsdienstag.

Gut essen, günstig einkaufen

Eine Spezialität im Norden der Lombardei ist „Bresaola“, das ist Rinderschinken der in dünnen Scheiben oftmals mariniert als Vorspeise serviert wird.

Im Veltlin isst man auch sehr gerne „Sciat“, das sind Teigklöße mit deftiger Käsefüllung. Gekocht wird häufig mit Butter statt mit Olivenöl.Beim ersten Gang kann man fast immer zwischen Spaghetti, Makkaroni und vielen weiteren Nudelgerichten wählen. Besonders lecker sind „Tortelli di zucca“, Teigtaschen mit Kürbisfüllung. Dazu wird meist eine Vielzahl wunderbarer Risotto-Gerichte serviert, etwa mit Geschnetzeltem vom Wildschwein.

Günstig: Zollfrei einkaufen

Urlaub machen und sparen?Das klappt in Livigno recht gut, denn das Hochtal ist, wenngleich italienisches Staatsgebiet, zollfreie Zone. Zwar erhebt die Gemeinde geringfügige Abgaben, aber die Mehrwertsteuer entfällt ganz. Besonders günstig sind vor allem Tabakwaren und Kraftstoff, so zahlte man zum Beispiel für einen Liter Diesel im vergangenen Winter rund 65 Cent. Aber auch hochwertige Markenprodukte, etwa aus dem Bereich Kosmetik und Mode, kosten häufig deutlich weniger als im Rest Italiens. Davon zeugen die vielen Boutiquen in der Fußgängerzone. Was trägt eigentlich der modebewusste Ski- und Snowboardfahrer im Winter 2010? Knallige Farben liegen besonders im Trend – außerdem Ski-Bekleidung im Stil der 1980er Jahre.

Die schönsten Skigebiete

Steile Abfahrten, toll präparierte Loipen, ideale Reviere für Carver und Snowboard-Fans, aber auch Stille und unberührte Natur – hier kann jeder Winterurlauber nach seiner Fasson glücklich werden. 

Madesimo

In 1550 Meter Höhe gelegen, eingerahmt von vielen Dreitausendern. Die 55 Pistenkilometer bieten garantiert jedem das passende Terrain. Berühmt-berüchtigt ist die steile Abfahrt Canalone, die auf drei Kilometer Länge fast 1000 Höhenmeter überwindet.

Livigno

Die fast baumlosen Hänge zwischen 1816 und 2800 Meter Höhe gelten als Toprevier für Carver, Freeride- und Telemark-Spezialisten. Snowborder lieben dagegen die große Mottolino Snow Area mit 600 Meter Höhenunterschied – und Langläufer die 40 Kilometer langen Loipen.

Bormio

Hauptort des oberen Veltlins, die Stadt war Gastgeber der Alpinen Skiweltmeisterschaften 1985 und 2005. Direkt in Bormio führen zwei Gondellifte hinauf auf den über 3000 Meter hohen Monte Vallecetta. Könner wählen die längste Abfahrt von der Cima Bianca ins Tal.

S. Caterina Valfurva

Heimat der Weltmeisterin und Olympiasiegerin Deborah Compagnoni. Kompaktes Skigebiet, das jedoch ein anspruchsvolles Pistenprofil aufweist, schwierigste Abfahrt ist die schwarze Bucaneve. Doch auch Winterwanderer, die Stille und Natur bevorzugen, kommen gerne ins idyllische Furvatal.

Passo Tonale

Großer Skizirkus mit vielen gemäßigten Abfahrtsmöglichkeiten, aber auch steilen Gletscherpisten, teils auf Trentiner Gebiet. Genießer wedeln an den übersichtlichen Hängen im Norden hinunter. Anspruchsvoller ist das Presena-Gebiet gegenüber, zu erreichen über die Seilbahn zum Passo Paradiso.

Aprica

Der Gebirgssattel erlaubte einst einen regen Handel zwischen Venedig und Graubünden. Heute dominiert hier im Winter der Skibetrieb. Die Pisten mit insgesamt 50 Kilometer Länge erstrecken sich zwischen 1181 und 2360 Meter, wobei die meisten als mittelschwer gelten. Es lockt auch ein Snowpark.

Stellplätze

Roncone: 30 Stellplätze beim Ristorante Miramonti im Weiler Pozza an der S237 in der Nachbarprovinz Trentino, 18 Kilometer nordöstlich vom Idrosee. Mit Strom und Wasser. Für Restaurantgäste kostenlos. Skilift und Loipe in der Nähe. Ganzjährig geöffnet, am Mittwoch Ruhetag.

Standort: I-38087 Roncone

GPS 45°59’7”N, 10°39’40”O.
Telefon 0039/0465901108,
www.ristorantemiramonti.it

S. Caterina: Gebührenpflichtiger Stellplatz für zirka 25 Fahrzeuge an einem Bauernhof in schöner und sehr ruhiger Lage. 8 Euro pro Nacht und Mobil. Strom 2 Eu ro. Kostenlose Entsorgung und Frischwasser (auch bei starkem Frost). Etwa 800 Meter zum Ski-lift am Rand des Dorfzentrums.

Standort: I-23030 Santa Caterina
GPS 46°24’35”N, 10°30’32”O.
Info: Alberto Giana,
Telefon 0039/0342/925209

Livigno: Gebührenpflichtiger, nur an Wochenenden und Feiertagen stark besuchter Stellplatz in Zentrumsnähe. 12 Euro pro Nacht, 2 Euro pro Person. Strom inklusive. Gute Sanitäreinrichtungen unter der Erde. Entsorgung und Frischwasser (auch bei Frost).

Standort: I-23030 Livigno, Via Pemónt, 521/A
GPS 46°32’52”N, 10°08’36”O.
Info: Learco Confortola,
Telefon 0039/0342/997536,www.livigno.com

Camping

Camping Aprica: Von Dauercampern geprägt. Etwa 1,5 Kilometer zum nächsten Skilift in Aprica.

I-25040 Corteno Golgi, V. Nazionale,
Telefon 0039/0342/710001,
www.campingaprica.it

Restaurants

La Rasiga: Rustikales Restaurant mit ganz viel Holz in Bormio, unter freitragenden Deckenbalken isst man sehr deftig und gut, dazu serviert der Chef am liebsten einen gehaltvollen Rotwein.

I-23032 Bormio, Via Marconi 6,
Info: Tel. 0039/0342/901541,

La Baita: Das Haus mitten im Zentrum von Livigno bietet seinen Gästen herzhafte Veltliner Küche und eine große Auswahl an Weinen. Vorspeisen gibt‘s ab zirka 6 Euro, Hauptgerichte ab 9 Euro aufwärts – und ein Espresso kostet sympathische 90 Cent.

I-23030 Livigno, Via Bondi 16/18,
Telefon 0034/0342/997070,www.labaitalivigno.it

La Piöda: Chefkoch Oreste Cola empfiehlt unter anderem Hirschsteak mit Steinpilzen, Kastanien und Trüffeln. Auch kritische Gaumen weiß er damit zu überzeugen. Das Restaurant liegt neben der Kirche San Rocco.

I-23030 Livigno, Via Saroch 604,
Telefon 0034/0342/997610,www.lapioda.com

Eira in Bormio: Restaurant und Pizzeria auf einer Anhöhe mit wunderbarem Blick auf die Stadt. Serviert werden typische Menüs aus der Gegend. Großer Beliebtheit erfreuen sich die hausgemachten Desserts.

I-23032 Bormio, Via Per Piatta 24,
Telefon 0039/0342/911716,
www.hoteleirabormio.it

Bagni Vecchi: Von diesem Felsen hat man einen sehr guten Blick übers Bormio- bis ins Valcetta-Tal. Die alte Anlage ist heute Hotel und Restaurant, letzeres lohnt allemal einen Abstecher.

I-23038 Valdidentro, Bagni Nuovi 7,
Telefon 0039/0342/910131,www.bagnidibormio.it

Information

Auskünfte: Allgemeine Informationen zum Wintersport in der Lombardei gibt es bei der Italienischen Zentrale für Tourismus ENIT, Direktion für Deutschland, Österreich und Schweiz.

60311 Frankfurt, Neue Mainzer
Straße 26, Telefon 069/237434,www.enit-italia.de

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