Corona: Auswirkungen auf Camping- und Wohnmobil-Branche
Corona und die Wohnmobil-Branche
Elba island ferry in Covid-19 time iStockphoto/bennymarty/Gettyimages
Fähren in Europa
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Fähren in Europa 5 Bilder

Zur Coronazeit mit dem Wohnmobil auf die Fähre

Zur Coronazeit mit dem Wohnmobil auf die Fähre Buchen oder abwarten?

FrühbucherInnen profitieren von günstigeren Preisen. Aber ist das in diesem Jahr sinnvoll? Sollte man trotz Lockdown in vielen Ländern ein Ticket reservieren oder die Lockerung von Einreisebestimmungen abwarten?

Die Chancen stehen nicht schlecht, dass im kommenden Sommer wieder verreist werden kann. Die Buchungsportale der Reedereien führen praktisch alle verfügbaren Verbindungen für 2021 auf. Mit Einschränkungen der Passagier-Kapazitäten müssen Reisende dennoch rechnen.

Viking Line weist darauf hin, dass aufgrund behördlicher Auflagen die Anzahl der PassagierInnen je Abfahrt reduziert sein kann. Für die Überfahrten nach Skandinavien gehen die Fährunternehmen davon aus, dass auch in der diesjährigen Reisesaison die Nachfrage stark ansteigen wird. Im Jahr 2020 hat etwa Finnlines nach dem Wegfall der Reisebeschränkungen einen wahren Ansturm auf die Tickets erfahren. Auch DFDS rät zur zeitigen Buchung, wenn man auf bestimmte Reisetage angewiesen ist.

Lieber das Flex-Ticket

Auf jeden Fall sollte eine vorab gebuchte Passage umbuchbar sein. Auch der Fährverband VFF empfiehlt, statt eines Economy-Tickets lieber zur Flex-Variante zu greifen. Im letzten Sommer haben sich die Reedereien durch die Bank kulant gezeigt. Teils konnte die Gültigkeit der Tickets verlängert, teils konnten sie mehrfach umgebucht oder bis kurz vor der geplanten Abfahrt storniert werden.

Fähren in Europa
Ingo Wagner
Treffpunkt Fähre: Schon am Hafen werden Kontakte zu anderen CamperInnen geknüpft.

Aber Achtung: Ein grundsätzliches Recht auf Rückzahlung von Anzahlung oder Reisepreis besteht nicht. Immerhin handelt es sich bei Fährpassagen nicht um Pauschalangebote. Vertrauen dürfen Reisende jedoch darauf, auf Fahrplanänderungen hingewiesen zu werden. In der Regel erfolgt die Information rechtzeitig per E-Mail beziehungsweise SMS.

Umfangreiche Hygienemaßnahmen

In der Campingsaison 2021 wird vieles anders sein, doch die Entspannung an Bord ist gesichert. Dank umfangreicher Sicherheitsmaßnahmen der Reedereien sind Fähren keine gesundheitsgefährdenden Hotspots: Aufgerüstete Klimaanlagen pumpen frische Seeluft in alle Bereiche. Für das leibliche Wohl ist unter Wahrung der Abstandsregeln weiterhin gesorgt. Die ergriffenen Hygienemaßnahmen dürften vorerst Bestand haben. So werden Unterhaltungsprogramme, Wellness-Einrichtungen und Kinderanimation auch erst dann wieder möglich, wenn dies pandemiebedingt vertretbar erscheint.

Die im Winter ausgesetzten Strecken sollen ab dem Frühjahr wieder befahren werden. Für den Sommer richten sich die Fährgesellschaften darauf ein, dass mit einem Wegfall der Reisebeschränkungen die Nachfrage steigen wird. Dennoch entsprechen die Preise weitgehend den Tarifen des Vorjahres, zum Teil fallen die Passagen sogar günstiger aus.

Wer auf dem Landweg befürchtete Grenzkontrollen von Transitländern umschiffen möchte, trifft mit der Entscheidung für eine Fährpassage eine gute Wahl. Statt einer Zwangs-Kaffeepause nach ein paar hundert anstrengenden Kilometern auf der Autobahn, passt ein gemütliches Sonnenbad auf dem Sonnendeck einfach viel besser zu einem gelungenen Urlaubsstart.

Fahrrouten-Änderungen 2021 für WohnmobilistInnen

Fähren in Europa
Silja
Auf zu neuen Ufern: Wo Straßen enden, überbrücken Fähren entspannt den Weg zum Ferienziel.

Mit den neuen Fahrplänen fallen einige Strecken weg, andere Routen werden erstmals eingerichtet.

Mittelmeer

  • Auf den Adria-Routen wird Albanien seltener angesteuert. Die von European Seaways bediente Strecke von Brindisi zur albanischen Hafenstadt Vlora entfällt ebenso wie die GNV-Route von Bari nach Durres. Montenegro Lines fährt von Bar aus nur noch das italienische Bari an, doch nicht mehr Ancona. Tirrenia gibt die Route zwischen Catania auf Sizilien und der Insel Malta auf.
  • Im nördlichen Mittelmeer entfallen die Balearia-Verbindungen von Frankreich nach Mallorca sowie nach Korsika. Moby Lines fährt Bastia nicht weiter von Nizza aus an. Stattdessen legen die Fähren nach Bastia in Livorno und in Genua ab.
  • Eine Alternative für Afrika-Reisende schafft GNV mit der neuen Strecke von Genua nach Nador in Marokko. Ob auch UrlauberInnen mitfahren können, hängt von einer Lockerung der Einreisebestimmungen ab.

Ostsee

  • Die Reederei Stena hat die Verbindung vom dänischen Frederikshavn nach Oslo dauerhaft eingestellt. Gleiches gilt für die alte Königsroute von Sassnitz nach Trelleborg an der Südspitze Schwedens. Ersatz bietet FRS Baltic mit der neuen, nur zweieinhalb Stunden dauernden Überfahrt von Sassnitz nach Ystad. Neu ist auch die Route von Tallink Silja Line: Ab Juni verbindet sie Helsinki mit Riga.
  • Wegen der Pandemie wurden im Winter viele Routen über die Ostsee ausgesetzt; sie sollen so bald wie möglich wieder aufgenommen werden. So plant Bornholmslinjen derzeit, ab dem 27. März die Strecke von Sassnitz nach Rønne wiederzueröffnen. Viking Line verkehrt bis zum 28. März nicht auf der Route von Stockholm über die Åland Inseln nach Helsinki. Die Fjordline-Route zwischen dem dänischen Hirtshals und Langesund in Norwegen wird erst ab dem 3. Juli wieder in Betrieb genommen (Datenlage bei Redaktionsschluss am 31.01.21). Noch nicht absehbar ist, wann Color Line die Route von Kiel nach Oslo wieder befahren wird.

Kabine als sichere Alternative

Fähren in Europa
Bevis Nickel
Kabinen bieten nicht nur auf Nachtfahrten einen geschützten Aufenthaltsort.

Per Deckpassage über die Adria, im Schlafsessel den Ärmelkanal überwinden: Die preisgünstigen Passagen werden auch weiterhin angeboten – jedoch in reduziertem Umfang. Um Abstand zu wahren, wird derzeit nur jeder zweite Pullman-Sitz belegt. In vorhandene Kabinen dürfen häufig maximal zwei Personen. Es sei denn, es handelt sich um Familien.

Ob Innen- oder Außenkabine, ob schlichte Ausführung oder Suite – alle Kabinen gewährleisten privaten Raum und Rückzugsmöglichkeiten. Zusätzlich sichern die überall installierten Klimaanlagen die Zufuhr von frischer Seeluft.

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