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Touren-Tipp Nationalpark Hohe Tauern

Mit dem Wohnmobil in die wilden Alpen

Unsere Mobil-Tour führt mitten rein in die wilde Bergwelt – zu vielen grandiosen Naturerlebnissen. Foto: Joachim Negwer 30 Bilder

Wandern, radeln, Kurven fahren: Wer Hochgebirge mag, wird den Nationalpark Hohe Tauern lieben. Unsere Mobil-Tour führt mitten rein in die wilde Bergwelt – zu vielen grandiosen Naturerlebnissen.

13.10.2017 Joachim Negwer

Donnernd krachen die Wassermassen in hohem Bogen auf den Fels, zerstäuben in kleinste Wassertröpfchen zu riesigen, gewaltigen Gischtwolken und landen schließlich in einem rauschenden Bach. Jede Sekunde strömen 5600 Liter nach – ein endloses Getöse. Das macht fast eine halbe Milliarde Liter in den 86400 Sekunden, die ein Tag hat. Drum herum ist es so grün und üppig wie in einem tropischen Regenwald – nur nicht so warm. Die Krimmler Wasserfälle sind ein Naturereignis der Extraklasse, eins von jener Art, die uns bei unserer Wasserfall-Wanderung immer wieder begeistert innehalten lassen.

Natur-Erlebnisse – und zwar ganz unterschiedliche –, das sind die kleinen Abenteuer dieser Mobil-Tour zu den Hohen Tauern in Österreich. Der Nationalpark ist mit mehr als 1800 Quadratkilometern das größte Schutzgebiet in den Alpen. Er erstreckt sich über drei österreichische Bundesländer, hat Anteile an Kärnten, Osttirol und am Salzburger Land. Der Großglockner, mit 3798 Metern der höchste Berg Österreichs, ist natürlich das Highlight der Region. Insgesamt gibt es aber im Nationalparkgebiet mehr als 300 Dreitausender, dazu 342 Gletscher, mehr als 500 Bergseen und noch eine ganze Menge andere Naturschönheiten. Wer das Hochgebirge mag, wird den Nationalpark lieben. Er bietet für aktive Menschen genug Attraktionen für einen mehrwöchigen Urlaub: Wanderungen, Radtouren, Natur-Exkursionen und gleich vier Nationalpark-Zentren, eines in jedem Bundesland und eines an der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe. Jedes anders und jedes einen Besuchwert.

Kurvige Straßen sind kein Problem fürs Wohnmobil

Grossglockner-Hochalpenstrasse Foto: Joachim Negwer
Die Grossglockner Serpentinen-Straße.

Wir starten mit der Fahrt über die Großglockner-Hochalpenstraße. Kurvenfahren ist ja für Motorradfahrer eine große Lust, wie man dann auf dieser Straße immer wieder sieht. Aber: Macht das auch mit dem Reisemobil Spaß? Sind die Kurven zu eng? Kurz flackern Bedenken auf. 36 Kehren und ein paar Stunden später: Oh ja, es macht sogar sehr viel Spaß. Die Großglockner-Hochalpenstraße ist für uns die schönste Passstraße in den Alpen. Angenehm breit, und sogar als Fahrer hat man was von der grandiosen Landschaft, weil es genug Parkbuchten gibt, die auch groß genug sind fürs Reisemobil.

Die schönste Unterbrechung der Tour ist die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe, ein Abstecher von der Hochalpenstraße. Dort ist man der Pasterze,dem größten Gletscher Österreichs, ganz nah. Er ist acht Kilometer lang und liegt am Fuß des Großglockners. Tagtäglich schauen sich das nicht nur viele Motorradfahrer an, sondern auch Familien mit Kindern. Internationales Publikum aus aller Welt – und es gibt sogar einen extra Parkplatz für Reisemobile. Ein Kollege steht auf Ausgleichskeilen, ob der über Nacht bleibt? Eine sensationellere Aussicht gibt’s bestimmt nicht oft. Unten liegt der blaue Margaritzenstausee, der Blick reicht weit ins Mölltal. Von hier aus kann man zum Gletscher wandern, am besten mit einem Guide, der die Besonderheiten und die Gefahren im ewigen Eis erklärt.

Den Nationalpark kennenlernen

Die Nationalparkwelten in Mittersill sind unser nächster Stopp. Das Informationszentrum im Salzburger Land erklärt spielerisch, was es mit der Tier- und Pflanzenwelt im Schutzgebiet auf sich hat und wie das mit der Gletscherschmelze ist. Hier im Tauerngebiet gefundene Edelsteine in allen Größen und Farben, die grandiose Landschaft im Film wie ein Adler überfliegen, Almwiesen-Feeling auf gemütlichen Liegen – man kann sich nicht sattsehen. Da gibt’sBaumscheiben zum Rausziehen, ausgestopfte Kühe, einen Eisberg zum Anfassen und ein cooles Dreh-rad, mit dem die im Lauf von Jahrhunderten sich verändernde Größe eines Gletschers simuliert wird. Kinder lieben den Murmeltierbau, in den sie reinkrabbeln können und dürfen. Nebenan läuft endlos ein Film über die Tiere in der Region: Murmeltiere natürlich, Steinbock, Steinadler, Schneehuhn, Schneehase, Schneemaus. Alles toll gemacht, auch, weil man so noch etwas mehr für die Empfindlichkeit der Natursysteme sensibilisiert wird.

Obervellach und die Groppensteinschlucht Foto: Joachim Negwer
Wanderweg entlang des Mallnitzbachs.

In Mallnitz, beim Kärntner Infozentrum, treffen wir Ron. Er ist ein Nationalpark-Ranger, der eigentlich aus den Niederlanden kommt, sich aber schon als Kind in die Kärntner Bergwelt verliebt hat. Ron erklärt uns die Natur bei einer geführten Wanderung durch die Groppensteinschlucht – wieder eines der vielen Highlights im Nationalpark Hohe Tauern. Auch hier spielt das Wasser die Hauptrolle. Diese Wanderung übrigens ist Teil des Alpe-Adria-Trails, der in 43 Etappen vom Großglockner bis zur Adria führt. Aber das ist eine andere Geschichte ...

10 besondere Ausflugsorte

Atemberaubende Aussichtspunkte, idyllische Wander- und Radwege und spannende Gletschertouren erwarten Urlauber im Nationalpark Hohe Tauern. Foto: Joachim Negwer
Top-Ziele im Hohe-Tauern-Gebiet.

1. Krimmler Wasserfälle: 380 Meter tief stürzt das Wasser hier den Berg herunter – das macht die Krimmler Wasserfälle zu den größten ihrer Art in Europa und zu einem atemberaubenden Ausflugsziel. Besonders schöne Blicke genießen Besucher von den Aussichtsplattformen des Wasserfallwegs.

2. Wanderung im Obersulzbachtal: Dieses schöne Tal ist Ausgangspunkt für spannende Wanderungen. Der Venedigerweg empfiehlt sich als Familienroute mit Spielstationen für Kinder. Zu den Highlights zählen ferner der imposante Gletscherlehrweg und der Aufstieg zum Großvenediger, dem „höchsten Salzburger“. wildkogel-arena.at

3. Kristallmuseum Bramberg: Smaragde, Bergkristalle, Fluorite, Titanite, Adulare, Epidote – im Nationalpark Hohe Tauern gibt es große Mineralienvorkommen auf kleinem Raum. Das Museum in Bramberg präsentiert die schönsten in einer Ausstellung. Die Mineralien entstanden und entstehen in komplizierten Prozessen über einen Zeitraum von Millionen von Jahren in sogenannten Zerrklüften oder werden im Gestein gebildet. Durch Erosionsprozesse gelangen sie dann an die Erdoberfläche. Viele interessante Infos rund um diese besonderen Gesteine gibt’s auch am Rand des Smaragdweges, der sich durch das Habachtal schlängelt – einfach und spielerisch erklärt, sind sie auch für Kinder verständlich. museumbramberg.at

5.Kitzsteinhorn: Genau 50 Jahre nach seiner Eröffnung als Österreichs erstes Gletscherskigebiet ist das Kitzsteinhorn nach wie vor eine tolle Wintersportregion – mit Schneegarantie von Oktober bis Juli. Die höchste Seilbahnstation „Gipfelwelt 3000“ bietet ein einzigartiges Panorama und ganzjährige Naturerlebnisse direkt an der Grenze zum Nationalpark Hohe Tauern. Snowparks, Freeride- und Skitouren-Routen, Mountainbike-Trails und Führungen mit Nationalpark-Rangern sind nur einige der zahlreichen Angebote. kitzsteinhorn.at

4. Dreimal „M“: Die Nationalparkzentren in Mittersill, Matrei, Mallnitz bieten jede Menge Informationen über die abwechslungsreiche Natur im Nationalpark Hohe Tauern. Mit Hilfe von Videos, interaktiven Ausstellungen und Bildern erhalten Besucher jeden Alters hier vielerlei Einblicke in die Gletscher-, Alpen- und Gipfelwelten des Nationalparks. Neu in Matrei: Ranger zeigen in 360-Grad-Videos die schönsten Ecken im Nationalpark. nationalparkerlebnis.at

6.Großglockner-Hochalpenstraße: Diese Serpentinenstrecke zählt zu den schönsten Straßen im ganzen Alpenraum. Sie ist insgesamt 48 Kilometer lang, bietet zahllose enge und weite Kurven und tolle Aussichten. Der Gipfel ist dann die 2572 Meter hohe Edelweißspitze mit Blick auf das grandiose Bergpanorama der Hohen Tauern. grossglockner.at

7. Kaiser-Franz-Josefs-Höhe und Pasterze: Dieser Aussichtspunkt in den Hohen Tauern ist nach dem Besuch des Kaiserpaars Franz Joseph I. und Elisabeth im Jahr 1856 benannt. Der 26-jährige Monarch wollte unbedingt die Pasterze sehen – sie ist mit etwas mehr als acht Kilometer Länge der größte Gletscher Österreichs und von der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe aus gut zu bestaunen, genau wie der benachbarte Großglockner. grossglockner.at

Heiligenblut Foto: Joachim Negwer
Spätgotische Kirche in Heiligenblut.

8. Heiligenblut: Dieser Ort ist das Postkartenidyll schlechthin: Die spätgotische Kirche steht dicht an dicht mit Herbergen und Berghöfen inmitten einer herrlichen Gebirgslandschaft. Von hier aus starten auch viele Wanderungen, wie der Alpe-Adria-Trail oder Touren zum Großglockner.heiligenblut.at

9. Radtour auf dem Glocknerweg: Vom Jungfernsprung-Wasserfall bei Heiligenblut bis zur Einmündung in den Drau-Radweg bei Möllbrücke verläuft der Glockner-Radweg durch das gesamte Mölltal, eines der schönsten Alpentäler Österreichs. Unterwegs passieren die Radler zahlreiche Sehenswürdigkeiten der Region wie die Wallfahrtskirche oder den Mautturm Winklern. Wer nicht die ganzen 80 Kilometer fahren möchte, kann einen Teil der Strecke mit dem Bus zurücklegen. nationalpark-hohetauern.at

10. Obervellach und die Groppensteinschlucht: Auf einer Länge von 2,5 Kilometern wandert man hier immer entlang des Mallnitzbachs. Der Weg führt über spektakuläre Steiganlagen und Brücken, vorbei an Stromschnellen und Wasserfällen mit bis zu 30 Meter Fallhöhe. Auch für Kinder ist der Weg begehbar und ein tolles Erlebnis. Geöffnet ist er von Mitte Mai bis Mitte September täglich von 9 bis 17 Uhr. groppensteinschlucht.at

Neuester Kommentar

Nun ist da schon eine Erklärung fällig, denn der obige Kommentar (ab dem 2. Absatz) war an den Betreiber der Mautstraße gerichtet - tut mir leid, wenn da Unklarheiten waren!

Beste Grüße
Harald

Waluliso 19. Oktober 2017, 14:13 Uhr
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
pro Heft 09/2017
Heft 09 / 2017 15. August 2017 266 Seiten Heftinhalt anzeigen Artikel einzeln kaufen
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