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Wohnmobil-Tour West-Frankreich

Bretagne – die Bucht der Träume

Bucht auf der Landzunge Ile Vierge Foto: Carolin Thiersch 28 Bilder

Steile Klippen, versteckte Strände, türkisblaues Wasser und mystische Wälder: Die Region Finistère in der Bretagne ist eine vielfältige Gegend, die wunderbar mit dem Wohnmobil entdeckt werden kann.

Die leichte Brise schafft es nicht, uns die kleinen Schweißperlen von der Stirn zu pusten, während wir den schmalen Pfad entlangwandern. Ginster, Heide und Geißblatt hüllen die Landschaft ringsum in ein buntes Gewand. Noch über einen kleinen Hügel, vorbei an einem großen knorrigen Baum, dann eröffnet sich uns die ganze Schönheit der Halbinsel Crozon im Westen der Bretagne. Der Blick geht weit über steile Felsklippen, in die der Atlantische Ozean tiefe Furchen und Grotten hineingefressen hat und an denen die Gischt der Wellen beeindruckend in die Höhe spritzt. Dazwischen liegen wie hingetupft kleine Buchten mit weißen Stränden – ein Anblick wie aus dem Bilderbuch.

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Leuchtturm Phare de la Vieille am Pointe du Raz Foto: Carolin Thiersch
Leuchtturm Phare de la Vieille am Pointe du Raz

Unser Ziel ist der wohl schönste dieser Strände, ein wahr gewordenes Postkartenmotiv, das Karibik-Feeling entfacht: die von hohen Felswänden eingerahmte Bucht auf der Landzunge Île Vierge nahe beim Dorf St. Hernot mit ihrem türkisblauen Wasser. Kleine Wellen rauschen über glatt geschliffene Steine ans Ufer, der Wind zaust mild das Haar, während wir es den Franzosen neben uns gleichtun und unser Picknick aus Baguette und Käse genießen. Zwei Schnorchler beobachten die bunte Vielfalt der Fische, und Kinder hüpfen jauchzend von einem Schlauchboot ins Meer. Wem der kurze, steile Abstieg zum Strand etwas zu waghalsig ist, der kann bei ruhiger See auch mit dem Kanu oder Motorboot herkommen.

Vom Parkplatz bis zum Strand war es nur ein kurzer Spaziergang, man kann in der Bretagne aber auch richtig gut wandern. Ein 4.500 Kilometer langes Wegenetz windet sich durch das Landesinnere und entlang der Küsten. Alte Militärfestungen trotzen hier Wind und Wetter, urige Restaurants mit ihren bretonischen Spezialitäten halten die perfekte Belohnung nach einem langen Wandertag parat, und in kleinen Manufakturen kann man Chocolatiers bei der Herstellung feiner Süßigkeiten über die Schultern schauen.

Surfen in der Bretagne

Dass hier an der Atlantikküste die Camper-Uhren oft etwas anders ticken, zeigt sich zum Beispiel im kleinen Örtchen La Torche, einem Hotspot für Wellenreiter. Während wir gegen 9 Uhr Croissants und Baguette am kleinen Kiosk kaufen, kommt uns vom Meer her bereits eine ganze Horde Surfer entgegen. Die meisten haben ein breites, glückliches Lächeln auf den Lippen nach einer offensichtlich perfekten Morgensession. Ganz freiwillig sind sie sicher nicht so früh aufgestanden. Hier an der Küste bestimmen nämlich nicht die Sportler selbst ihren Tagesrhythmus, sondern die Gezeiten. Ebbe und Flut, die für einen Tidenhub von mehreren Metern verantwortlich sind, sorgen in Kombination mit Wind und Wellen für den optimalen Zeitpunkt zum Surfen.

Französische Pyrenäen
Wunder erleben im Wallfahrtsort

Während die Wellenreiter vor ihren Wohnmobilen den zweiten Kaffee des Tages schlürfen, überlegen wir, wohin es heute gehen soll. Auf das Cap du Raz fällt schließlich die Wahl. Und dort wird schnell klar, warum die Region Finistère, auf Bretonisch auch „Pen-ar-Bed“, das Ende der Welt, genannt wird. An der rauen, zerklüfteten Atlantikküste, westlichster Punkt des französischen Festlands, kann man tatsächlich glauben, am Ende der Welt angekommen zu sein. Blickfang hier ist der auf einer kleinen Insel stehende Leuchtturm Phare de la Vieille, übersetzt „die alte Dame“, der schon anno 1887 zum ersten Mal Schiffen den Weg wies.

Zu Besuch bei Asterix und Obelix

Die felsigen Küstenabschnitte, endlosen Sandstrände und pittoresken kleinen Fischerorte sind aber nur eine Seite der Bretagne. Im Landesinneren liegen kleine, von Wiesen und Feldern umringte Dörfer mit den für die Region typischen Häusern aus bretonischem Granit, zwischen denen es mit dem Wohnmobil schon mal eng werden kann. Sattgrüne Waldlandschaften wie die bei Huelgoat, wo es aussieht, als hätte Obelix mit Felsen um sich geworfen, locken zum Wandern oder zu einer ausgiebigen Fahrradtour. An den Stränden rund um Touristenzentren wie Quimper kann es besonders während der französischen Sommerferien durchaus voll werden. Wer es mag, findet Trubel und urbanes Flair auch in Brest, der größten Stadt der westlichen Bretagne.

Eine Woche mit viel Sonnenschein liegt hinter uns, auch wenn das Wetter in der Region schon mal umschlagen kann. Zum Abendbrot gibt es leckere Crêpes, die bretonische Spezialität. Dazu bewundern wir wie so oft die knallrote Sonne, die wie ein Feuerball über den Weiten des Atlantiks untergeht – romantischer kann ein letzter Urlaubsabend kaum sein.

Menhire am Pointe de Pen Hir Foto: Carolin Thiersch
Menhire am Pointe de Pen Hir

Gewaltige Zeitzeugen

Menhire, bretonisch „lange Steine“, sind gigantische Zeugen aus der Jungsteinzeit (ab 5000 v. Chr.) und überall in der Bretagne zu bewundern. Bei den wohl berühmtesten „Bewohnern“ der Region, den Comic-Figuren Asterix und Obelix, spielten die Riesen unter dem Begriff Hinkelsteine eine große Rolle. Weit über 5.000 dieser uralten Felsen soll es heute noch in der Bretagne geben. Sie sind einzeln, in Reihen oder im Kreis angeordnet zu finden. Ihre Größe variiert von rund 1,50 Meter (etwa eine Tonne Gewicht) bis zu 20 Metern (zirka 350 Tonnen). Nur sehr selten tragen Menhire Gravierungen oder Motive wie Äxte, Krummstäbe oder Tiere. Man kann vermuten, dass einst viele verziert waren, aber die Wind und Wetter ausgesetzten Zeichen durch Erosion nach und nach zerstört wurden.

Für Feinschmecker

Frische Austern Foto: karepa/Fotolia

Die bretonische Kücheist für ihre Spezialitäten berühmt. Besonders gerne werden am Atlantik Meeresfrüchte genossen, allen voran Austern – nur mit ein wenig Zitrone beträufelt und direkt aus der Schale geschlürft. Ein beliebtes Gericht ist zudem die „Charte du plateau de fruits de mer frais bretons“, eine gemischte Platte mit diversen Meeresfrüchten, die per Gesetz nur aus frischen Zutaten bestehen darf. Hierauf zu finden sind neben Austern auch Garnelen, Muscheln, Strandschnecken und Langusten, manchmal Taschenkrebse, Hummer oder gar Meeresspinnen – lecker.

Top zum Wellenreiten

Unter Surfern aus aller Welt gilt die Bretagne als ein Hotspot in ganz Europa. In dieser Region mit ihren geschützten Buchten und langen Sandstränden lassen sich ganzjährig gute Wellen finden. Im Sommer sind sie manchmal klein und damit ideal für Anfänger, sonst eher eine Sache für Profis. In La Torche gibt es viele Surfschulen, die auch Neulingen helfen, aufs Brett zu kommen. Wem Surfen-Lernen zu mühsam ist, der kann auch einfach auf einem Body-Board liegend über die Wellen reiten. www.finistere-tourismus.com/die-spots

Die Region Bretagne im Überblick

Sechs kleine Urlaubsträume in der Bretagne

Romantische Altstädte, historische Schlösser und Kirchen, raue Küste und ringsum eine fantastische Landschaft: Diese sechs Orte lohnen unbedingt einen ausgiebigen Zwischenstopp bei einer Rundtour mit dem Wohnmobil.

Enge Steinbrücke Foto: Carolin Thiersch
Wo geht's zum nächsten Stellplatz in der Bretagne?
  1. Brignogan-Plage: Die 740-Einwohner-Gemeinde im Nordwesten der Bretagne lockt mit ihren weißen Sandstränden. In dem kleinen Fischerort gibt es zudem zahlreiche Cafés und Restaurants. Sehenswürdigkeiten sind der Leuchtturm Phare de Pontusval sowie der Menhir Men-Marz, ein mehr als acht Meter hoher Fels. 
  2. Huelgoat: Die Gemeinde Huelgoat, Bretonisch für Hochwald, liegt inmitten des Naturparks Armorika am Fuß der Monts d’Arrée. Ringsum erstrecken sich Wald und eine spektakuläre Felsenlandschaft. Vom Ort aus führt ein schöner Weg entlang markanter Granitmassive; das gesamte Gebiet eignet sich ideal zum Wandern. 
  3. Presqu-île de Crozon: Die Halbinsel Crozon ist für ihre spektakuläre Felsküste und die schönen Strände bekannt. Ein Küstenwanderweg führt um das gesamte Cap herum. Besonders malerisch ist der von Felsklippen umgebene Strand der Île de Vierge, zu erreichen über den Küstenwanderweg oder per Boot.
  4. Locronan: Der kleine Ort zwischen der Halbinsel Cap Sizun und den Ausläufern der Montagnes Noires gilt wegen seines historischen Stadtbilds als eines der schönsten Dörfer Frankreichs. Kein Neubau stört das Ensemble der blumengeschmückten Granithäuser aus dem 16. bis 18. Jahrhundert – absolut sehenswert.
  5. Cap Sizun: Das Cap ist eine 30 Kilometer lange Halbinsel, die von Douarnenez aus in den Atlantischen Ozean ragt. Ihre Landspitze Pointe du Raz ist der westlichste Punkt des französischen Festlands. Auf einem vorgelagerten Felsen steht der Leuchtturm Phare de la Vieille, an dem sich spektakulär die Wellen brechen.
  6. Quimper: Am Fluss Odet liegt die älteste Stadt der Bretagne mit knapp 64.000 Einwohnern, sie ist rund 15 Kilometer von der bretonischen Südküste entfernt. Im historischen Zentrum mit vielen schönen Baudenkmälern, alten Fachwerkhäusern und kleinen Geschäften kann man sehr gut einkaufen und essen gehen.

Information

Umfangreiche Infos auf Deutsch gibt es auf den offiziellen Tourismusseiten für ganz Frankreich, für die Bretagne und speziell für die Region Finistère. Hier findet sich alles zu Sehenswürdigkeiten, Aktivitäten und Veranstaltungen, ferner gibt’s praktische Infos zu Mautgebühren und Umweltzonen.
http://de.france.fr/
www.bretagne-reisen.de
www.finistere-tourismus.com

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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