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Reise-Tipp Deutschland

Radwandern entlang der Werra

Neuheiten 2012, Reise Service mit Rad und Mobil Foto: Stefan Weidenfeld 9 Bilder

Entlang der Werra verläuft ein ausgezeichneter Radwanderweg, den promobil-Leser Hans Kothe komplett abradelte und dabei geschickt sein Mobil als Quartier nutzte. Nachahmenswert, findet promobil.de und zeigt, wie's geht.

28.09.2012 Stefan Weidenfeld

Was Hans Kothe aus Essen als Alleinfahrer schaffte, ist für Paare, die auf große Radtour gehen möchten, mindestens ebenso gut zu bewerkstelligen. Der promobil-Leser fand, dass die Kombi Radtour plus Reisemobil bei guter Planung viel einfacher gelingt, als es zunächst scheint.

Hans Kothe wollte den 300 Kilometer langen Werratal-Radweg von der Quelle bis nach Hann. Münden abradeln, wo Werra und Fulda in der Weser aufgehen. Er plante die Tour so, dass jede Tagesetappe in einem Ort mit Bahnhof endete. Dort stieg er samt Rad in den Zug und fuhr zum Startort der Tagesetappe zurück. 

Viele Vorteile sprechen für so eine Rad-Reisemobil-Kombi: Erstens benötigt man während der Fahrradetappe nur minimales Tagesgepäck. Zweitens schläft man im gewohnten Bett im Mobil und hat alles, was man braucht, an Bord. Drittens passen Fahrradwerkzeug, Ersatzteile oder vielleicht sogar ein Ersatzfahrrad ins Freizeitfahrzeug. Wer Zeit und Lust hat, kann viertens mit dem Mobil Abstecher zu Sehenswürdigkeiten unternehmen, die nicht direkt auf der Fahrradroute liegen. Und schließlich: Bei einer so organisierten Fahrradtour sind die Kosten unterm Strich geringer als bei herkömmlichen Radtouren.

Mit einem kleinen Trick, verrät Hans Kothe, hält man den Aufwand für das Umsetzen des Reisemobils von Etappe zu Etappe gering: Man sucht sich den ersten Stellplatz am Ort des ersten Etappenziels, fährt von dort aus öffentlich zum Start und radelt zum Mobil zurück. Diese Methode empfiehlt sich grundsätzlich auch überall da, wo die Zugverbindungen spärlich sind und man sich den Stress ersparen will, zu einer bestimmten Zeit mit dem Fahrrad am vorbestimmten Bahnhof ankommen zu müssen.

Am vorletzten Etappenziel lässt man das Mobil stehen, radelt los und kehrt per Bahn oder Bus zurück. Die Anzahl der Rückfahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln verändert sich durch dieses Vorgehen nicht, man spart aber mindestens einmal das Umsetzen des Mobils.  

Die Länge der einzelnen Etappen ist eine Frage des Geschmacks, der Kondition und der Gegebenheiten bei den öffentlichen- Verkehrsmitteln. Hans Kothe plante mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 16 Kilometern pro Stunde und traute sich Tagesleistungen von bis zu 100 Kilometern zu. Er hatte für die Tour insgesamt nur fünf Tage Zeit und plante entprechend. Entlang der Werra gibt es aber sowohl Zugverbindungen als auch Reisemobilstellplätze in großer Zahl, so dass auch vielerlei andere Etappenlängen plan- und durchführbar wären.    

Ausgangspunkt von Hans Kothes Tour ist Eisfeld. Keine 500 Meter vom Stellplatz „Am Weiherbach“ hält der Bus, der Kothe zur Werraquelle Siegmundsburg hinaufbringt, was ihm den schweren Aufstieg erspart. Für einen Euro kommt sein Fahrrad mit. Den kurzen Abstecher von der Quelle zum nur einen Kilometer entfernten Rennsteig findet er lohnend. Danach geht es in rasanter Abfahrt wieder nach Eisfeld.

Trotz Regens startet er am nächsten Morgen die 97 Kilometer lange Etappe nach Bad Salzungen. Der Radweg ist nagelneu und bis Meiningen glatt geteert. Es geht über Hildburghausen, vorbei am Freilichtmuseum Henneberg mit Thüringer Fachwerkhäusern. Weiter nach Themar mit seiner Stadtmauer und seinen Türmen. Nach kurzer Rast und Stärkung dort strampelt Hans Kothe weiter zur Theaterstadt Meiningen. Über Wasungen und Breitungen erreicht er Bad Salzungen. Dort führt der Radweg direkt am Jugendstil-Gradierwerk des Keltenbades vorbei zum Bahnhof.

Am nächsten Morgen sitzt Hans Kothe um acht auf dem Rad. Heute hat er 20 Kilometer weniger vor sich – und das Wetter ist gut. Deshalb bleibt mehr Zeit für Besichtigungen am Wegesrand: die innerdeutsche Grenze bei Vacha, das Werrakali-Bergbaumuseum in Heringen, die Rundkirche in Untersuhl. Über Gerstungen, Herleshausen gehts nach Hörschel, wo er vom Werratal-Rad-weg nach Eisenach abzweigt. Marktplatz, Lutherhaus, Bachhaus und natürlich das Weltkulturerbe Wartburg – hier gibt es viel zu sehen.  

Vierter Tag: Kothe startet durchs Hörsetal, vorbei am Opel-Werk und biegt wieder bei Hörschel auf den Werratal-Radweg ein. Die 81 Kilometer zwischen Eisenach und Bad Soo-den sind die schönsten der gesamten Tour, findet er. Zu den Höhepunkten zählt er die Creuzburg mit der historischen Werrabrücke nach Mihla und die hessischen Fachwerk-Perlen Eschwege und Allendorf.

Der fünfte Tag ist auch der Rückreisetag, deshalb fällt die Radetappe kurz aus. Ein Besuch im Thüringisch-hessischen Grenzmuseum und ein kleiner Bummel durch Hann. Münden runden Hans Kothes Radtour ab.

Übrigens: Er puzzelt schon an der nächsten Tour – entlang der Weißen Elster.

Info und Kontakt

Werratal Touristik e. V.
Am Flößrasen 1, 36433 Bad Salzungen, Telefon 0 36 95/69 34-20, -29 und 0 36 95/86 14-59, Fax: -57, E-Mail: info@werratal.de, www.werratal.de

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