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Reise-Tipps für eine Wohnmobil-Tour nach Berlin

Camping und Stellplätze in der Hauptstadt

Reichstag Berlin Foto: Christiane Würtenberger 31 Bilder

In Berlin sollte man auch als Camper hin und wieder vorbeischauen: Durch Szeneviertel bummeln, Streetfood essen, große Kunst erleben. Superlative sind dabei garantiert: die schönsten Museen, die größten Parks, das beste Nachtleben.

07.12.2017 Christiane Würtenberger

Man wünscht sich fast, man könnte direkt mit dem Wohnmobil zwischen den Foodtrucks parken: Die Glühbirnenketten und die Biertische sorgen für Gartenfest-Atmosphäre. Aber das hier könnte auch die leicht chaotische Kantine eines internationalen Start-ups sein. Menschen balancieren in Brusthöhe Teller und Tabletts, auf der Suche nach einem Sitzplatz. Es riecht nach BBQ, nach frischem Obst, italienischem Ciabatta und Blumen. Willkommen in der Markthalle Neun in Kreuzberg, Berlins angesagter Streetfood-Location.

Vor allem donnerstagabends und Samstag früh ist richtig was los – denn es gibt hier nicht nur regionale und internationale Lebensmittel, sondern auch jede Menge Imbissstände (von den Berlin Beef Balls bis zu den Tofu Tussis), die leckere Kleinigkeiten verkaufen. Mittlerweile ist die Markthalle auch ein Treffpunkt für Hipster und alle, die es werden wollen. Trägt der junge Mann dort drüben echt rote Kniestrümpfe zur kurzen Hose? Alles klar.

Tipps für Ihre Tour nach Berlin

Markthalle Neun Foto: Christiane Würtenberger
Auch Berlin hat seine coolen Streetfood-Locations. Eine davon ist die Markthalle Neun in Kreuzberg.

Wie auch immer man sich entscheidet: Die Markthalle Neun gehört zu jenen Orten, an denen man den Herzschlag Berlins ganz gut spüren – und sehr genussvoll ins Großstadtleben eintauchen kann. So gestärkt hat man dann auch Energie, um die Stadt zu entdecken: Wie wäre es mit einer kleinen Shopping- und Caférunde im nahen Bergmannkiez in Kreuzberg mit seinen kleinen, meist nicht zu Modeketten gehörenden Läden? Alternativ kann man einen Bummel am Ku’damm, rund um den Hackeschen Markt oder in der Friedrichstraße machen, wo man die allseits bekannten Labels findet – und wahrscheinlich auch ein paar, die man noch nicht kannte. Uniqlo? Muji? Alles da.

Wie plant man so eine Reisemobil-Städtereise nach Berlin, wenn man schon eine Weile nicht mehr an der Spree war? Es soll ja am Ende wahrscheinlich eine gelungene Mischung aus Sightseeing, Shoppen und Sich-treiben-Lassen werden. Eigentlich muss man gar nicht viel vorab organisieren, denn in Berlin ist rund ums Jahr was los.

Wohnmobil-Stellplätze in Berlin

Wohnmobil-Oase Berlin Stellplatz-Tipp Berlin Übernachten in Mitte

Eine Entscheidung aber gilt es vorher zu treffen: Reserviert man fürs Reisemobil einen Platz in der Wohnmobil-Oase-Berlin, dem einzigen halbwegs zentralen Stellplatz? Oder nimmt man längere S-Bahn-Fahrten in Kauf, um im Grünen zu stehen? Um Berlin gibt es einige Campingplätze an den Seen, beispielsweise dem Krossinsee. Die besten Wohnmobil-Stellplätze in und um Berlin listen wir am Ende dieses Artikels auf.

Besonders reizvoll für DDR-Nostalgiker ist der Stellplatz Köpenicker Hof im ehemaligen Ostteil der Stadt: Auf einem  alten Fabrikgelände finden 60 Reisemobile Platz. Wer einen Sinn für außergewöhnliche Orte hat, der kann sich hier wohlfühlen. Zumal die Altstadt von Köpenick ihren Charme hat und die City per S-Bahn in rund 30 Minuten erreicht ist.

Welche Sehenswürdigkeiten gehören zum Pflichtprogramm?

Die von Sir Norman Foster entworfene Reichstagskuppel macht Spaß, am besten zum Sonnenuntergang. Durch die Glasfront genießt man tolle Ausblicke auf die Stadt. Am besten schon einen knappen Monat vor der Anreise im Internet kostenfreie Tickets ordern, denn die Termine sind vor allem im Sommer schnell ausgebucht. Nach mehreren Sicherheitsschleusen steht man dann plötzlich oben, auf dem Dach der deutschen Demokratie. Ein Rundweg führt bis zu einer Plattform unterm Kuppeldach, wo man 40 Meter über dem Boden und 10 Meter über dem Plenarsaal steht.

DDR Museum Foto: Christiane Würtenberger
Sozialistischer Bruderkuss: Das DDR-Museum widmet sich dem Leben im Osten.

Kurzweilig ist auch ein Besuch des DDR-Museums, in dem eine begehbare, original eingerichtete Drei-Raum-Plattenbau-Wohnung einer der Höhepunkte ist. Bei schönem Wetter kann man Berlin bei einer Schifffahrt auf der Spree aus einer ungewöhnlichen Perspektive erleben. Oder der City den Rücken kehren, um am Müggel- oder am Wannsee baden zu gehen. Wandern ist netter? Auf dem Kreuzberg wächst sogar Wein.

Wie gut, dass die Berliner auch Experten für einen tief hängenden grauen Himmel sind. Dann geht’s halt nach drinnen. In die Mall of Berlin am Leipziger Platz oder, wenn einem der Sinn nach Kultur steht, vielleicht ins spektakulär renovierte Neue Museum auf der Museumsinsel. Das marode Gebäude, in dem die ägyptische Sammlung untergebracht ist, wurde nach Plänen des britischen Architekten David Chipperfield umgebaut und modernisiert – eine Augenweide, in deren Zentrum Nofretete thront. Nur eins geht nicht: als Souvenir ein Foto von der Dame machen. Es ist streng verboten, die Büste der Königin abzulichten oder gar bei Instagram einzustellen. Kein Like.

Trendige Must-Sees in Berlin

Auf unserer Wohnmobil-(Wieder-)Entdeckungsreise durch Berlin zieht es uns an die trendigsten Hotspots der Stadt: Neukölln (multikulti) und Tiergarten (schick, an der Spree) gelten als angesagte Quartiere. Wer Thaifood mag, pilgert in den Thaipark, den man unter diesem Namen auf keinem Stadtplan finden wird. Der Preußenpark in Wilmersdorf ist zum Treffpunkt vieler Asiaten geworden, die dort auch mehr oder weniger legal asiatisches Streetfood verkaufen. Das ist Berlin! Jüngste Stadteroberung in der Nähe des Ostbahnhofs: der Holzmarkt – Pampa & Spreelunke, wo direkt am Wasser ein genossenschaftlich organisierter Kunst- und Genusstreffpunkt entsteht.

Tempelhofer Feld Foto: Christiane Würtenberger
Auf der Startbahn kiten: Das Tempelhofer Feld am ehemaligen Flughafen ist ein lässiges Freizeitparadies geworden.

Es gibt viele Welten in Berlin, und oft liegen sie nah beieinander. Von Neukölln mit seiner beliebten Werderstraße ist es nicht weit bis zum Tempelhofer Feld. Wenn der Wind pustet, dann sausen dort zwischen Radlern und Spaziergängern Großstadt-Surfer mit Segel oder Kiteschirm und Skateboard über die ehemalige Start- und Landebahn. Ein Espressowagen sorgt dafür, dass auch Partypeople wach bleiben. Und ein paar Großstadtgärtner gießen gerade ihre Radieschen in Kisten – Urban Gardening gibt’s dort auch. Nur ein Wohnmobil-Stellplatz fehlt hier.

Seit Jahren streiten die Berliner, ob Berlins ungewöhnlichster Freizeitpark zugunsten von Wohnungen schrumpfen darf. Erst einmal hat ein Volksentscheid das verhindert. Aber es bleibt spannend. Wie immer in Berlin.

promobil-Insider-Tipps für Berlin

Mauermuseum Foto: Christiane Würtenberger
Flucht: Das Mauermuseum dokumentiert viele Fluchtversuche in Richtung Westen.

Auf den Spuren der Mauer: Als Berlin vor drei Jahren das 25-jährige Jubiläum des Mauerfalls feierte, markierten 8000 weiße Ballons, die am 9. November abends in die Luft stiegen, noch einmal den einstigen Mauerverlauf. Heute muss man nämlich wissen, wo die Grenze war, sehen kann man das nicht mehr. Aber es gibt natürlich Erinnerungsorte. Der Checkpoint Charlie, einst Grenzübergang für Diplomaten und Militärs in der Friedrichstraße, ist in erster Linie eine Fotolocation, wo sich jedermann mit nicht ganz echten amerikanischen Grenzsoldaten fotografieren lassen kann. Das Mauermuseum ein paar Häuser weiter widmet sich ernsthaft den Schrecken der Teilung. Der Mauerweg markiert auf 160 Kilometern den ehemaligen Grenzverlauf rund um Berlin und erinnert an Geschehnisse vor Ort. Und die frei zugängliche East Side Gallery in Friedrichshain zeigt ein erhaltenes Stück Mauer.

Eine Currywurst! Wer hat die Beste? Wo die Currywurst am besten schmeckt, das ist für alle Nicht-Vegetarier in Berlin ein Thema. Denn in der deutschen Hauptstadt wurde die mit Ketchup und Currypulver servierte Wurst wohl nach 1945 erfunden. Wer sie bestellt, muss sich zwischen den Varianten mit oder ohne Darm (also Pelle) entscheiden. Einen guten Ruf haben zum Beispiel Curry 36 am Mehringsdamm 36 oder Curry 195 am Kurfürstendamm 195. Seit ein paar Jahren gibt’s auch unterhaltsame Theorie zum Thema: Das Deutsche Currywurst-Museum liegt in der Schützenstraße 70 in Mitte – natürlich mit integriertem Imbiss.

Neuer Musikgenuss für Berlin: Während Hamburg mit Tamtam und Skandalen die Elbphilharmonie gebaut hat, ist in Berlin in nur vierjähriger Bauzeit ein ebenfalls spannender Konzertraum entstanden: Der Boulez-Saal in Mitte wurde im Frühjahr eröffnet. Architekt Frank Gehry und Starakustiker Yasuhisa Toyota (Elbphilharmonie!) haben für ihre Arbeit sogar aufs Honorar verzichtet, weil das Projekt so ungewöhnlich ist. Der Boulez-Saal wird vor allem der Barenboim-Said-Akademie, dem West-Eastern-Divan-Orchestra sowie dem neuen Boulez-Orchester als Aufführungsort dienen. Im Fokus stehen zeitgenössische Musik, Jazz und Musik aus dem Nahen Osten. Klassiker kommen aber auch nicht zu kurz. https://boulezsaal.de

Ausflugstipps rund um Berlin: Wasser- und Kulturreich

Nur wenige Kilometer jenseits der Berliner Stadtgrenze kann man mit dem Wohnmobil in eine andere Welt fahren: Brandenburg ist unaufgeregt und still, bietet dabei aber einzigartige Naturlandschaften, Seen, Flüsse und charmante Städte.

Touren-Tipp BrandenburgLand für Seen-Süchtige
  • Rheinsberg: Das Wasserschloss mit seinem Tucholsky-Museum ist zwar die Hauptattraktion der kleinen Stadt im Ruppiner Land, aber nicht der einzige Grund für einen Ausflug. Der staatlich anerkannte Erholungsort nordwestlich von Berlin liegt zudem direkt am Grienericksee und mitten im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land. www.rheinsberg.de
  • Chorin: Das ehemalige Zisterzienser- kloster nordöstlich von Berlin gehört zu den wichtigen Baudenkmälern der frühen Backsteingotik. Es gibt viele Kulturevents; Höhepunkt ist der Choriner Musiksommer. Die Ruine liegt im Biosphärenreservat Schorfheide Chorin. www.kloster-chorin.org; www.choriner-musiksommer.de
  • Ketzin: Die idyllische Kleinstadt im Südwesten Berlins liegt an der Havel, deren Geradlinigkeit hier durch mehrere Inseln auf die Probe gestellt wird. Stellplätze direkt am Wasser, eine Radtour am Fluss und nette Restaurants wie das „An der Fähre“ machen den Reiz eines Ausflugs mit Übernachtung aus. tourismus.ketzin.de
  • Hoher Fläming: Der Naturpark im Südwesten ist eine recht unbekannte, aber reizvolle Wanderregion. Der Kunstwanderweg etwa führt in mehreren Varianten von Bad Belzig nach Wiesenburg/Mark, beide Orte haben Bahnhöfe. Der dort verkehrende RE 7 fährt auch nach Berlin. www.hoher-flaeming-naturpark.de
  • Spreewald: Mit dem Kahn, dem Kanu oder per Rad kann man dieses lagunenartige Wasserlabyrinth südöstlich von Berlin, ein von der Unesco anerkanntes Biosphärenreservat, am eindrucksvollsten erleben. Die Auen- und Moorlandschaft bei Lübben ist von der verzweigten Spree und kleinen Kanälen geprägt. www.spreewald-info.de

Berlins Klassiker

Es gibt Orte, die man beim ersten Besuch unbedingt sehen muss, aber auch bei einer wiederholten Wohnmobil-Tour Berlin immer wieder besichtigen kann.

Mobil-Tour Berlin Foto: Silke Tokarski/Thomas Zwicker/Wolfgang Scholvien, iStock/TommL
Megacity mit Herz: Das Brandenburger Tor am Pariser Platz zählt zu den Wahrzeichen Berlins und markierte einst die Grenze zwischen Ost- und West. Heute gilt es als Symbol für die Wiedervereinigung.

Die Aufzählung der Hauptstadt-Klassiker ist groß, denn Berlin ist „mehr ein Weltteil als eine Stadt“, hat Dichter Jean Paul schon anno 1800 gestaunt. Da glitzern die breiten, geradlinigen Boulevards Kudamm und Unter den Linden mit ihren Prachtbauten. Locken Museumsinsel neben Humboldt-Universität und Dom, der Alexanderplatz mit Fernsehturm, Weltzeituhr und Rotem Rathaus, Reichstag, Brandenburger Tor, die modernen Regierungsgebäude, Potsdamer Platz, Gendarmenmarkt, die Hackeschen Höfe.

Wer Erholung im Grünen sucht, aber nicht unbedigt mit dem Wohnmobil aus der Stadt herausfahren möchte, wird auch mitten in Berlin fündig. In Ruhezonen wie Schloss Charlottenburg und den Grüngürteln entlang der Spree wird durchgeatmet – die Stadt besteht zu einem Drittel aus Grünfläche, mehr als 2500 öffentliche Anlagen und 400.000 Straßenbäume sorgen für gute Berliner Luft.

Kaufhäuser à la KaDeWe und Galeries Lafayette lassen die Kreditkarte qualmen. Und dann brummt noch das knisternde Nachtleben, der Friedrichstadt-Palast gilt als größtes Revuetheater Europas.

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