Ladungssicherung Karl-Heinz Augustin
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Stauraum in der Wohnmobil-Heckgarage optimieren

Stauraum im Wohnmobil optimieren Alles dabei – aber sicher!

Die Stauräume in Campingmobilen werden immer größer. Diese richtig auszunutzen ist aber eine Kunst für sich. Wir zeigen, wie man die Heckgarage am besten ausschöpft und Chaos vermeidet.

Sichtlich stolz fährt Lutz sein nagelneues Wohnmobil in die Einfahrt von Idea-Systec. Beim Kauf haben ihn die Platzverhältnisse überzeugt, doch bei einer Sache kommt er ins Grübeln – die Heckgarage. Die ist zwar groß und bietet viel Platz, doch genau da liegt das Problem: Wie sorgt man hier für Ordnung, wenn neben Kabeltrommel, Campingmöbeln und Co. auch noch Platz für zwei Fahrräder bleiben soll? Eine mögliche Lösung bietet Claudia Wuttke an, Geschäftsführerin von Idea-Systec. Das kleine Unternehmen hat sich auf Regalsysteme für Campingmobile spezialisiert.

Um endlich Ordnung in den Heckstauraum zu bringen, schreckt Lutz auch vor einer längeren Anfahrt nicht zurück: Knapp 500 Kilometer hat er auf sich genommen, um von Nordrhein-Westfalen in den Raum Stuttgart zu fahren. Beim Thema Heckgarage hat für ihn eine Sache Priorität: So viel wie möglich vom vorhandenen Stauraum nutzen. Außerdem soll das Ein- und Ausladen unkompliziert und schnell ablaufen. So weit die Theorie, doch wie sieht es in der Praxis aus?

Nach einem ersten Gespräch hatte ihm Claudia Wuttke Bilder mit Vorschlägen geschickt. Finalisieren kann sie ihre Planung jedoch erst, wenn das Fahrzeug vor ihr steht. Warum? Die Rückwände ändern sich oft zum Modelljahreswechsel. Ein neues Garagenlicht hier, eine zusätzliche Außendusche dort oder ein neuer Wassertank unter der Bodenplatte. Darauf müssen sich Firmen in der Regal-Branche immer wieder neu einstellen. Also wird erst einmal Maß genommen. Im Anschluss folgt ein ausführliches Gespräch. Die wichtigste Frage dabei: Was kommt zukünftig mit auf Reisen? Fahrräder, Campingstühle, Hundefutter? Der Wunsch: so viele Boxen, wie reinpassen.

Claudia Wuttke, Geschäftsführerin von Idea-Systec, bietet clevere Lösungen für Stausysteme in Wohnmobilen an.

Regalsysteme

Das sieht noch ganz schön chaotisch aus.

Zwei Idea-Systeme stehen für diesen Zweck zur Verfügung: Die erste Variante basiert auf Aluvierkantrohren mit zwei Millimeter Wandungsstärke. In die durchgebohrten Stützen werden dann Rahmen mit Hülsenmuttern und Schrauben eingehängt. Die Stangen mit den gebohrten Löchern für die Regalböden sorgen für mehr Stabilität. Dafür bleibt die Flexibilität etwas auf der Strecke.

Möglichkeit Nummer zwei setzt sich aus einer Profilstange mit Nutensteinen zusammen, die ein Verschieben der Regalböden ermöglicht. Der Vorteil dieser teureren Variante: mehr Variabilität. Alternativ können beide Varianten auch miteinander kombiniert werden. Lutz entscheidet sich für Letzteres. Der nächste Schritt erfolgt am Rechner. Eine eigens programmierte Datenbank ermittelt nach Eingabe der Garagengröße die Länge der Stangen und die Anzahl der Schrauben.

Mit der Checkliste geht es dann in die Werkstatt, wo Mitarbeiter das Material zunächst zurechtsägen und dann abschleifen. Ist alles vorbereitet, werden die Aluminiumstangen miteinander verschraubt und mit Gewindefüßen versehen. Aluwinkel sorgen dafür, dass die Boxen später richtig einrasten und während der Fahrt nicht herausrutschen können.

Nun wird es ernst: Ein Mitarbeiter montiert das Regal in der Garage, genauer gesagt an der dem Fahrerhaus zugewandten Seite. Die Rückwand eignet sich durch ihre unebene Formgebung nur bedingt. Auch die Gewichtsverteilung spielt eine tragende Rolle. Stichwort: Hebelwirkung. Um diese möglichst gering zu halten, das Gepäck immer achsnah verstauen.

Jetzt noch die Gewindefüße auf die entsprechende Länge bringen, fertig. Die Regale werden einfach zwischen Boden und Decke gespannt. Lutz macht den Ruckeltest. Das Regal sitzt fest – und das ohne Bohren. Das System soll Fahrten mit Steigungen und Gefällen von mehr als 20 Prozent problemlos standhalten.

Gefüllt werden die noch leeren Regale mit Boxen in den Größen 60 x 40, 40 x 30 oder 20 x 30 Zentimeter. Die Module tragen zwischen 10 und 30 Kilogramm und variieren in der Höhe wahlweise zwischen 12 und 32 Zentimetern. Je nach Stauraumgröße können Kunden sie in Längs- oder Querrichtung in die Regale einsetzen. Die Campingmöbel haben auch einen festen Platz gefunden: neben dem Regal. Hierfür wird eine weitere Stütze eingebaut, die über einen Winkel an der bereits vorhandenen Zurrleiste am Boden fixiert wird. Ein Gewindefuß oben sorgt auch hier für Stabilität.

Ein paar Stunden später und Lutz hat jetzt viel Platz um Fahrräder, Campingmöbel &Co. unterzubringen.

Nach rund vier Stunden ist der Einbau fertig. Bei Lutz sorgen zukünftig acht Boxen für Ordnung. Zusammen kommt das Regalsystem auf ein Gesamtgewicht von etwa 15 Kilogramm. Kostenpunkt inklusive Einbau: gut 1000 Euro. Apropos Einbau: Lutz ist hier eher die Ausnahme. Rund 90 Prozent der Bestellungen bei Idea erfolgen über den Versand. Mit anderen Worten: Das System können Menschen mit ein wenig handwerklichem Geschick auch zu Hause selbst einbauen.

Zurrschienen

Wer auch sperriges Gepäck wie Fahrräder oder Roller im Stauraum transportieren möchte, der sollte über ein mögliches Zurrschienen-Upgrade nachdenken. Die sind bei vielen Modellen zwar bereits serienmäßig montiert, jedoch nicht immer an der richtigen Stelle und in ausreichender Zahl. Doch welche Schiene ist die passende? Und welche Öse und welcher Spanngurt eignen sich für den Transport am besten?

Die Experten vor Ort wissen ganz genau, was bei den Fittings zu beachten ist.

Der große Vorteil bei Zurrschienen liegt auf der Hand oder besser gesagt auf dem Boden oder der Wand im Heckstauraum: Denn dort werden die Aluschienen montiert – und nehmen dabei kaum Platz in Anspruch. Im Zusammenspiel mit Öse und Adapter können Urlauber jedes noch so sperrige Gut transportieren.

Zurrschienen ermöglichen somit viel Flexibilität. Denn bis auf die Schiene selbst können Urlauber Ösen und Adapter nach Belieben ein- und ausbauen. Yannick Koch von Zurrschienen.com Transportsysteme in Stuttgart baut sogenannte Airlineprofile in Heckgaragen ein. Die Idee stammt ursprünglich aus der Flugzeugbranche. Während Airbus und Boeing jedoch mit Stahl vorliebnehmen, bevorzugt man für den Campingeinsatz das wesentlich leichtere Aluminium.

Airlineschienen sind genormt und haben immer einen Lochdurchmesser von 20 Millimetern und einen Lochabstand von 25 Millimetern. Zwar sind die Schienen in der Handhabung alle gleich, sie unterscheiden sich jedoch im Anwendungsbereich. Das halbrunde Profil ist ein klassisches Aufbauprofil und wird in der Regel durch den Boden geschraubt. Bei Wohnmobilen hingegen versucht Yannick Koch Bohrungen eher zu vermeiden, vor allem an der Rückwand. In der Campingbranche setzt man deshalb häufiger auf die Klebeschiene. Mit einer Breite von 65 Millimetern hat sie die größte Auflagefläche und eignet sich somit ideal zur schraubenlosen Befestigung mit einem speziellen Montagekleber.

Generell ist die Technik mit Spezialkleber auf dem Vormarsch: "In ein paar Jahren werden wir dank noch stärkerer Kleber wohl noch viel weniger Verschraubungen brauchen", erklärt Yannick Koch. Als dritte Option gibt es außerdem eine Einlassschiene plan im Boden, die in manch einem kompakten Campingbus vor allem zur flexiblen Befestigung der Sitzbank wiederzufinden ist. Sie spielt jedoch vor allem im Transportbereich eine Rolle.

Yannick Koch verschickt seine Schienen an Händler oder an die Kunden selbst. Ein Einbau direkt vor Ort ist ebenfalls möglich, meist reicht dazu ein Tag aus. Eine zwei Meter lange Klebeschiene kostet 57 Euro, die Ösen – auch Fittings genannt – starten preislich bei 5 Euro. Einen Zurrgurt mit Klemmschloss und Metallhaken gibt es ab 12 Euro.

Wie viele Zurrschienen sinnvoll sind, hängt vom Transportzweck ab. Wichtig ist eine Positionierung nicht nur am Boden, sondern auch an höherer Stelle, zum Beispiel in den oberen Ecken. "An der Rückwand sollten zwei Zurrschienen für Campingmöbel, Bierkasten und Fahrrad vorhanden sein. Am Boden bis zu drei, falls der Roller auch noch mitsoll", rät Experte Yannick Koch.

Ist die Zurrschiene einmal montiert, stellt sich die Frage nach den Fittings. Für Spanngurte nutzt man am besten die klassische Öse. In Kombination mit einem Fahrradrahmen-Adapter können Camper so sicher ihr Zweirad fixieren.

Die lieferbaren Zurrösen unterscheiden sich in ihrer Belastbarkeit. Ein Fitting mit einer Zugkraft von 300 Dekanewton – das entspricht 306 Kilogramm – reicht im Campingmobil völlig aus. Zur Erklärung: Die 300 DaN beziehen sich nicht auf die Schiene, sondern auf die Belastbarkeit der Öse selbst. Letztere kann ein Nutzer immer dort einsetzen, wo sie gerade gebraucht wird.

Spanngurte

Mit Ösen verbundene S-Haken sichern auch wertvolle Fracht.

Die Verbindung zwischen Öse und Fracht übernimmt der Spanngurt. Dieser wird über einen S-Haken mit der Öse verbunden. Alternativ dazu gibt es den Karabiner. Der Vorteil dabei: Auch wenn der Gurt an Spannung verliert, kann er sich nicht aus der Öse lösen. Bei der dritten Option ist die Öse bereits in den Gurt eingenäht. Zurrgurte mit Haken beziehungsweise Karabiner in Kombination mit einem Klemmschloss oder einer Ratsche runden das Gurtangebot ab.

Was nimmt man wofür? Das hängt von der Belastung ab. In der Handhabung ist das Klemmschloss, bei dem lediglich der Gurt in eine Richtung durch die Öffnung geführt werden muss, sicherlich einfacher zu benutzen und eignet sich genauso wie eine Ratsche. Für schwerere Gegenstände greift man jedoch besser zur Ratsche. Dabei gilt: Schwere Fracht nicht an der Wand, sondern immer am Boden montieren.

Anwender sollten vor dem Kauf eines Spanngurts einen Blick auf das Etikett werfen. Ist keines vorhanden, besser die Finger davonlassen, denn dann entspricht er nicht der Norm. Spanngurte bestehen überwiegend aus Polyester und müssen der DIN EN 12195-2 entsprechen. Auf dem Etikett muss die Länge und Zugkraft des Gurts angegeben sein. Entgegen dem verbreiteten Gerücht besitzen Spanngurte kein Ablaufdatum. Solange der Gurt keine porösen Stellen aufweist, kann man ihn problemlos einsetzen.

Faltorganizer

Wer weder sperriges noch zweirädriges Gepäck transportieren will und auch nicht mehrere hundert Euro für ein Stauraumsystem ausgeben möchte, für den gibt es noch eine günstigere Möglichkeit: Faltboxen und -organizer. Die bekommt man schon ab etwa 25 Euro.

Gleich mehrere Hersteller bieten die flexiblen Aufbewahrungsmöglichkeiten an, darunter Thule. Deren Wall Organizer mit insgesamt 16 Taschen kann dank zweier Ösen direkt an einer Zurrschiene in der Garage oder an der geöffneten Klappe befestigt werden. Die mobile Go Box besitzt ebenfalls an jeder Ecke eine Öse sowie zwei eingebaute Tragegriffe. So kann man am Urlaubsort angekommen die Box einfach aus dem Staufach nehmen und zu einer praktischen Picknicktasche umfunktionieren.

Thule hat gleich mehrere Organizer im Programm. Hier im Bild: die Go Box für 60 Euro und der Wall Organizer an der Klappe für 37 Euro.

Fiamma bietet mit dem Organizer-System eine ähnliche Alternative an. Der Pack Organizer wird entweder mit Keder in eine vorhandene Kederschiene, durch Nieten oder mit einem Haken montiert. Während sich Thule und Fiamma in puncto Design eher zurückhalten, sticht die Marke Meori gerade damit heraus. Wer nicht nur Ordnung, sondern auch Farbe in den meist nüchternen Stauraum bringen will, kann das mit den in zahlreichen Größen angebotenen Faltboxen tun. Die erfüllen nicht nur im Staufach ihren Zweck, sondern eignen sich dank Schultergurt auch als praktische Badetasche für den nächsten Besuch am Strand.

Stauraumsysteme: Anbieter

• Abenteuer Caravan

• Aluprofiltechnik

• Alusteck

• Chrismotec

• Idea-Systec

• Mobil Safe

• Reisemobilhafen Regalsystem

• RG Reisemobil Regalbau

• Schmitz Reisemobile

• Wieners Regalsysteme