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Richtig beladen

Zuladung und Hebelwirkung

Zuladung? Leergewicht? Hebelwirkung? Nicht nur auf dem Wohnmobil-Führerschein sind viele Begriffe unklar - auch die Physik des Wohnmobil ist nicht so einfach. promobil erklärt die wichtigesten Begriffe für's erfolgreiche Wohnmobil-Packen.

Nadine Scheufele

Wie Leergewicht, Zuladung & Hebelwirkung zusammenhängen.

Leergewicht: Die Straßenverkehrs-Zulassungsordnung definiert die Masse im fahrbereiten Zustand als Fahrzeuggewicht einschließlich 90 Prozent Kraftstoff, 100 Prozent Gas und Frischwasser sowie 75 Kilo Fahrergewicht. Da das graue Theorie ist, ermittelt promobil Leergewichte und damit die echte Zuladung von Testfahrzeugen ohne Fahrer, jedoch mit 100 Prozent Diesel, Frischwasser und Gas einschließlich der jeweiligen Sonderausstattung.

Zuladung: Darunter versteht man die Nutzlast eines Reisemobils. Sie ergibt sich, indem man das Leer- vom zulässigen Gesamtgewicht abzieht. Die EN-Norm 1646-2 legt die Mindestzuladung mit 75 Kilo und 10 Kilo Gepäck je Gurtplatz und Passagier fest, zudem 10 Kilo je Fahrzeugmeter. Diese Zuladung soll theoretisch auch für die gewählten Extras reichen. Wie viel Kilo tatsächlich netto für Gepäck übrigbleibt, zeigt die untenstehende Beispielrechnung.

Hebelwirkung: Hier ist Physik im Spiel: Je länger der Heckübergang und je schwerer das Gepäck in der Garage oder am Heck, desto größer ist die Hebelwirkung der Achsen. Die Proberechnung unten verdeutlicht, mit wie vielen Kilogramm die Vorderachse ent- und die Hinterachse zusätzlich belastet wird:

3500 zul. Gesamtgewicht

  • - 2700 kg Trockengewicht
  • - 230 kg Gas, Wasser, Diesel
  • - 150 kg Fahrer & Beifahrer
  • - 120 kg Sonderausstattung
  • = 300 kg Gepäck-Zuladung

Wohnmobil-Fahrzeugschein: Die wichtigsten Begriffe

Stützlast: Das Gewicht, das maximal auf der Anhängekupplung des Mobils lasten darf. Wichtig auch für die Montage von Heckträgern am Rahmen.

Zulässiges Gesamtgewicht: Rechtliche und technische Grenze, die mit Sonderausstattung, Ladung und Passagieren nicht überschritten werden darf.

Achslast: Kilogramm, mit denen die Achsen maximal belastet werden dürfen. Wird für die Vorder- und die Hinterachse einzeln angegeben.

Anhängelast: Maximales Gewicht eines gebremsten (links) oder ungebremsten (rechts) Anhängers, der am Wohmobil hängen darf.

Huckepack am Wohnmobil - Transport von Fahrrad und Surfbrett

Fahrradträger: Entscheidend ist hier die Traglast der Heckwand und die Nutzlast des Trägers – vor allem bei schweren Rädern wie E-Bikes. Für mehr Komfort beim Beladen gibt es Träger mit absenkbaren Schienen oder solche mit Auffahrrampe. Nicht-Profis sollten die Montage des Trägers besser der Werkstatt überlassen. Hersteller: u. a. Fiamma, Thule, Preise: 150–400 Euro.

Motorrad-Träger: Sie wiegen rund 40 Kilo und haben eine Nutzlast von 150 bis 170 Kilo. Die teuren Modelle verfügen über hydraulisch absenkbare Schienen, bei denen der Roller bequem ebenerdig aufgefahren und per Fußpedal hochgepumpt wird. Da die Traglast der Heckwand oft nicht ausreicht, wird er an Rahmen oder Anhängekupplung montiert. Hersteller: u. a. Linnepe, Sawiko, Alko, Weih, Preise: 700–1500 Euro.

Dachtransport: Kajaks oder Surfbretter können meist nur auf dem Dach an einer extra montierten Dachreling samt Querträgern transportiert werden. Dachboxen für Reisegepäck, wie man sie vom Pkw kennt, sollten nur aufs Dach, wenn es nicht anders geht. Traglast des Dachs beachten. Hersteller: u. a. Thule, Preise: 300–600 Euro.

Wohnmobil richtig beladen und packen - die wichtigsten Begriffe

Doppelboden: Zusätzlicher Stauraum unter dem Fußboden, der auch zur Unterbringung der Bordtechnik (z. B. Fußbodenheizung) genutzt wird. Isoliert im Winter.

Hebelwirkung: Tritt bei ungleichmäßiger Belastung von Vorder- und Hinterachse auf, meist bei Beladung von Heckgarage oder Fahrradträger.

Leergewicht: Gewicht des Fahrzeugs in fahrbereitem, aber nicht mit Gepäck beladenem Zustand.

Radlastwaage: Zur Überprüfung des tatsächlichen Gewichts je Rad. Ermittelt die einzelne Belastung der Reifen durch Auf- bzw. Überfahren.

Überladung: Jedes Kilo über dem im Fahrzeugschein als zulässiges Gesamtgewicht angegebenen Wert.

Wie teuer die Überladung in den einzelnen europäischen Urlaubsländern werden kann, das verraten wir Ihnen auf der nächsten Seite.

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