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Nebenkosten und Preise beim Wohnmobil-Kauf

Fragwürdige Unterschiede bei anfallenden Kosten

Reisemobile Foto: promobil 3 Bilder

Bei jedem Wohnmobilkauf entstehen Nebenkosten, über die man sich vorher Gedanken machen sollte. Wie lassen sich die stark schwankenden Nebenkosten begründen und wie setzen sich diese bei Wohnmobilen zusammen? promobil hat Antworten darauf.

15.12.2017 Kommentare
1. In der Kastenwagenübersicht sprechen Sie auch die Nebenkosten an. Der Clever Drive 600 kommt zum Beispiel auf 1000, der Hobby Vantana K60 nur auf 170 Euro. Wie kommt es zu diesem großen Unterschied?

Albert Brodel, Belgien

Antwort: Als Nebenkosten zählen die Erstzulassung (TÜV-Abnahme, Zulassungspapiere) und alle Frachtkosten, die bis zu einem Standort in Deutschland anfallen. Das kann zum einen die Vorfracht sein. Das ist die Überführung des Fahrgestells, zum Beispiel des Ducato vom Fiat-Werk in Italien zum Werk des Aufbauherstellers, die manche Hersteller separat berechnen. Zum anderen ist es vor allem bei Importmodellen die Fracht vom Aufbauherstellerwerk nach Deutschland. Nicht eingerechnet sind dabei die Frachtkosten innerhalb Deutschlands, vom Hersteller/Importeur zum Händler. Diese Fracht kommt je nach Entfernung noch dazu.

2. Im Rahmen der Dichtigkeitsgarantie sollen wir unser Mobil zum 680 Kilo­meter entfernten Importeur bringen. Nach dessen Aussage sind wir für die Kosten selbst verantwortlich. Stimmt das wirklich?

Mängel am Wohnmobil Sachmängel am Wohnmobil Was tun im Schadensfall?

Die Garantie ist im Gegensatz zur Gewährleistung ein freiwilliges Leistungsversprechen des Herstellers. Ist bei einem Gewährleistungs­man­gel der Vertragspartner auch zur Über­nahme der Fahrt­kosten ver­pflich­tet, trifft das im Garantie­fall nicht zwangsläufig auch zu. Ein Kostenersatz stünde Ihnen nur zu, wenn der Ga­rantievertrag eine diesbezüg­liche Zusage enthielte. Lesen Sie die Garantiebedingun­gen nochmals aufmerksam durch.

3. In einer Marktübersicht über Campingbusse fielen mir die stark unterschiedlichen Nebenkosten auf. Diese lagen dabei zwischen 170 und 1699 Euro. Welche Kosten liegen hier zugrunde?

Gudrun Fink

Antwort: Zu den Nebenkosten zählen: die Erstzulassung, also die TÜV-Abnahme und Ausstellung der Zulassungspapiere. Außerdem alle Frachtkosten, die bis zu einem Standort in Deutschland anfallen. Das kann zum einen die sogenannte Vorfracht sein. Das ist die Überführung des Fahrgestells, z. B. des Fiat Ducato von Italien zum Werk des Aufbauherstellers, zum anderen ist es vor allem bei Importmodellen die Fracht vom Aufbauherstellerwerk nach Deutschland.

Nicht eingerechnet sind Frachtkosten innerhalb Deutschlands, etwa vom Werk eines deutschen Aufbauherstellers oder vom deutschen Auslieferungslager einer Importmarke bis zum Händler, wo das Fahrzeug dann dem Kunden übergeben wird. Diese Fracht kommt je nach Entfernung noch dazu. Manche ausländischen Reisemobilhersteller liefern ihre Fahrzeuge allerdings gleich direkt zum ausliefernden Händler in Deutschland. Dann sind alle Frachtkosten bereits in den Nebenkosten enthalten. Das wird dann allerdings leider nicht getrennt ausgewiesen, sodass ein Vergleich der Kosten nicht immer ganz exakt möglich ist.

4. Ich möchte einen Campingbus auf Basis des VW T6 kaufen. In der Preisliste eines Anbieters fielen mir nun aufpreispflichtige Ausstattungskomponenten auf (z. B. Berganfahrassistent), die beim VW Transporter eigentlich schon serienmäßig eingebaut sind. Was hat es damit auf sich? 

Jochen Eberhard, per E-Mail

Antwort: Ob bestimmte Ausstattungskomponenten serienmäßig sind oder nicht, hängt auch davon ab, welcher Verkaufsdruck in den verschiedenen Vertriebskanälen herrscht. Wenn Basisfahrzeughersteller wie VW, Mercedes und Fiat ihre Modelle nicht direkt an den Privatmann, sondern an gewerbliche Großkunden verkaufen, werden andere Prioritäten gesetzt. Dann geht es oft weniger um die umfangreichste Sicherheitsausstattung, sondern mehr um den günstigsten Preis.

Den Fiat Ducato als Transporter oder Pritschenwagen bekommen Endkunden in Deutschland zum Beispiel serienmäßig mit ESP. Die Reisemobilhersteller können bei der Bestellung der Fahrgestelle das ESP aber abwählen und stattdessen als Extra in der Aufpreisliste führen. Diese Praxis führt dann zu den beschriebenen Ungereimtheiten der Preislisten. Doch wenn das Basisfahrzeug um den entsprechenden Aufpreis des Ausstattungsdetails günstiger kalkuliert und das Modell dadurch günstiger angeboten wird, haben Sie als Kunde ja nichts verloren, sondern eine zusätzliche Wahlmöglichkeit dazugewonnen – man muss es nur wissen.

Wenn auch Sie Fragen zum Thema Wohnmobil haben, mailen Sie uns an redaktion@promobil.de

Neuester Kommentar

Die Krux bei diesen Unterschieden bewirken ja noch ganz andere Sachen:
bestellt man ein Ducato Untergestell zu einem Wohnmobil nicht mit den entsprechenden Basispaketen, also beispielsweise ohne Klimaanlage, steht man in der Warteliste ganz hinten, weil FIAT die Baureihe ohne Klimaanlage höchstens 1-2 mal im Jahr für ein paar wenige Fahrzeuge übers Fertigungsband laufen lässt. Klimaanlagen gehören heute zur Standartausstattung und wenn man diese nicht haben will...
Mit anderen Worten, man ist gezwungen, diese meist überteuerten Basispakete mit zu ordern, wenn man nicht mehr als 6-8 Monate auf das Fahrzeug warten will.
Erschwerend kommt noch hinzu, dass, laut einiger Wohnmobilhersteller, FIAT mit der Produktion von Fahrgestellen nicht nachkommt und es von daher zu großen Lieferengpässen kommt.
...und wenn dann noch eine Sonderbestellung ohne Klimaanlage kommt...

boliseiaudo 20. Juli 2017, 15:10 Uhr
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
pro 06/2017
Heft 07 / 2017 7. Juni 2017 146 Seiten Heftinhalt anzeigen Artikel einzeln kaufen
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