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Tipps für das optimale Klangerlebnis

Soundsysteme und Bluetooth-Geräte fürs Reisemobil

Besserer Sound jetzt auch für unterwegs. Foto: Andreas Becker Ludwigsburg 28 Bilder

Wer seine Musik und seine Lieblingsfilme auch im Wohnmobil genießen möchte, ist oft aufgeschmissen. Aber nicht mehr lange: Spezielle Soundsysteme und tragbare Bluetooth-Lautsprecher helfen jetzt aus. promobil zeigt, worauf zu achten ist, um das optimale Klangerlebnis im Reisemobil zu erreichen.

01.03.2018 Benjamin Büchner, Benjamin Köbler-Linsner

Campingfernseher und die serienmäßigen Lautsprecher im Cockpit bieten selten wirklichen satten Sound und klingen eher blechern und hochtönig. Reisemobilisten auf der Suche nach wahrem Klanggenuss müssen sich also anderweitig behelfen: Mit speziellen Soundsystemen oder tragbaren Bluetooth-Lautsprechern.

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promobil 12/2015 Besseres Soundsystem im Reisemobil
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Der perfekte Klang

Schöner Klang hängt von vielen Faktoren ab, nur nicht von der Lautstärke. Ein guter Lautsprecher ist wichtig, aber nur die halbe Miete. Denn wenn er ungünstig platziert wird, tönt er überall hin – aber nicht direkt ans Ohr.

Spezial Lautsprecher Klang ausbauen Foto: Andreas Becker, Benjamin Köbler-Linsner, Hersteller
Wo kann man die Lautsprecher am besten unterbringen?

Die auf dem Grundriss markierten Positionen stellen beispielhaft dar, wo unterschiedliche Lautsprechertypen idealerweise eingebaut oder angebracht werden. Dabei sind Reisemobile mit ihren unsymmetrischen Grundrissen generell eine Herausforderung. Zwei Lautsprecher-Arten gibt es: Einbau-Lautsprecher, die in einen Möbelausschnitt eingesetzt werden, und Wohnraumboxen mit eigenem Gehäuse. Optisch sind die aber oftmals eher störend. Dafür sind sie für gute Akustik freier positionierbar. Es gibt Baumuster für Flächen und für Ecken.

Einbau-Speaker sind dezenter, bringen aber gleich drei andere Nachteile mit sich: Es muss gebohrt werden, es geht Stauraum verloren, und die Kabelverlegung ist aufwendiger. Beim Einbau muss nicht nur die Tiefe des Lautsprechers berücksichtigt werden, sondern auch der nötige Schutz vor dem Inhalt des Schranks. Damit die Membran schwingen kann, darf das Schutzgehäuse den Lautsprecher nicht zu eng umschließen.

Lautsprecher richtig aufstellen

Für den besten Klang sollten die Lautsprecher möglichst auf Ohrhöhe platziert werden. Für die Sitzgruppe bedeutet das, dass die Lautsprecher nicht in den Unterseiten der Oberschränke, sondern am besten gegenüber den Sitzplätzen montiert werden. Ansonsten können sich die Schallwellen nicht entfalten. Die Folge wäre, dass sich Sprechstimme und Musik vermischen.

Bei einem Subwoofer ist die Einbauposition weniger wichtig. Denn das Ohr kann die Herkunft der Bässe nicht orten. Wichtig ist allerdings, dass der Subwoofer auf dem Boden steht, um das Bassfundament großflächig abzugeben.

Die Einrichtung eines Audiosystems setzt Planung voraus, da die Lautsprecher individuell an den Grundriss angepasst werden müssen. Einige Anbieter wie Jehnert aus dem schwäbischen Pliezhausen, bieten daher auch eine umfassende Beratung an (siehe unten).

Eine weniger aufwendige Lösung für den Selbsteinbau ist das Soundpanel von Fusion oder das Caratec Bluetooth-Verstärker-Set CAS101BT (siehe unten).

Soundsysteme fürs Reisemobil

Das perfekte Soundsystem besteht aus einer Kombination verschiedener Lautsprecher. Ähnlich wie die Sänger in einem Chor geben die Membranen unterschiedliche Tonhöhen wieder.

Spezial Lautsprecher Lautsprecher Foto: Andreas Becker, Benjamin Köbler-Linsner, Hersteller
Wohnraumboxen lassen sich gut in Ecken platzieren. Hängen sie zu tief, wird es allerdings gefährlich für den Kopf.

Dieses Chorprinzip setzen Koaxiallautsprecher platzsparend um, denn bei ihnen werden mehrere Membranen konzentrisch verschachtelt. Somit kann ein Hochtöner mit wenig Platzbedarf direkt vor dem Tieftöner montiert werden. Für die optimale Klangausbeute sorgt jedoch nur ein Dreiergespann aus Mittel-/Hochtöner, Tieftöner und Subwoofer. Über eine separate Frequenzweiche werden diese zusammengeschaltet. Über einen Verstärker ist das System schließlich mit verschiedenen Audioquellen verbunden. Schon aus der Aufzählung der Bauteile wird deutlich, dass individuelle Soundsysteme in Sachen Kosten, Gewicht und generellem Einbauaufwand die größten Anforderungen stellen.

Eine Anmerkung zum Schluss: 12-Volt-Fernseher liefern oft kein gutes Audiosignal, und oftmals kann der Ton nur über den Kopfhöreranschluss weitergegeben werden. Darum helfen dann auch die besten Lautsprecher nicht viel.

Komplett-Set für satten Sound

Spezial Lautsprecher Frequenzweiche Foto: Andreas Becker, Benjamin Köbler-Linsner, Hersteller
Eine Frequenzweiche ist sinnvoll, um einen guten Überblick über die verwendeten Lautsprecher zu haben

Zu einem Soundsystem zählen im Idealfall mehrere Komponenten. Tief-, Mittel- und Hochtöner bilden zusammen mit dem Subwoofer eine Einheit. Ein Verstärker poliert die von der Audioquelle kommenden Töne auf, eine Frequenzweiche ordnet die Tonimpulse den richtigen Lautsprechern zu.

  • Frequenzweiche: Sie verteilt die Töne auf einzelne Lautsprecher.
  • Verstärker: Er verstärkt die von der Audioquelle kommenden Signale.
  • Tieftöner: Seine Membran ist besonders groß.
  • Mitteltöner: wird oft mit einem Hochtöner kombiniert.
  • Subwoofer: unterstützt die Speaker bei den tiefen Tönen

Selbsteinbau von Lautsprechern

Als günstige Alternative zum Profi-System kommen für Camper aber auch handeslübliche 2.1 Soundsysteme infrage. Sie haben nicht die Verarbeitungsqualität wie beispielsweise Jehnert-Systeme, sind nicht so optimal eingestellt und passen sich auch nicht so gut ins Reisemobil ein. Am Fernseher angeschlossen und richtig aufgestellt, bieten sie rund um die Sitzgruppe aber auch schon einen raumfüllenden Klang. Wenn ein Bluetooth-Empfänger in die Steuereinheit integriert ist, klappt es auch mit der Musik, die auf den mobilen Geräten gespeichert ist.

Ein bisschen Tüftelei ist beim Einbau der 2.1 Systeme allerdings nötig. Angefangen bei der Platzsuche für den Tiefenbass. Der sollte weit unten sitzen. Ein leerer Sitzkasten bietet sich an. Die kleinen Boxen sollten rechts und links in den Ecken des Wohnbereichs ihre Position finden und mit den Lieblingssitzplätzen ein sogenanntes Klangdreieck bilden. Für einige Lautsprechermodelle gibt es sogar Befestigungen, um die Satelliten-Boxen an die Wand oder unter Regale zu hängen.

Spezial Lautsprecher Soundpanel Foto: Andreas Becker, Benjamin Köbler-Linsner, Hersteller
Das Soundpanel von Fusion kann an Trennwänden aufgesetzt werden.

Eine Lösung für den Selbsteinbau ist das Soundpanel von Fusion. Es dient als All-in-one-Lösung, denn in dem großen Panel sind mit je einem Paar Mittel- und Hochtöner sowie einem Subwoofer alle Klanggeber integriert. Je nach Bedarf kann das Soundpanel entweder in einen Schrank eingelassen oder aufgesetzt werden.

Caratec hat mit dem Bluetooth-Verstärker-Set CAS101BT eine Kompromisslösung entwickelt. Die Schallwandler werden auf der Innenseite der Möbel platziert, wodurch kein Bohren nötig ist. Diese Schallwandler sind allerdings keine Lautsprecher im eigentlichen Sinne, denn sie nutzen den Schrank selbst als Resonanzfläche. Auf diesem Wege wird zwar vollerer Klang als mit dem Smartphone erzielt, für echten Hörgenuss fehlen dem Schallwandler aber die Tiefen.

Hersteller von Soundsystemen

Soundsystem-Einbau beim Profi

In der Werkstatt von Jehnert Sound Design lässt man keinen Zweifel daran, dass individuelle Soundsyteme die bestmögliche Klangausstattung für Reisemobilisten sind. An der arbeitet das Team um Hans-Peter Jehnert schließlich seit Jahren. Was mit der Weiterentwicklung von Car-HiFi-Anlagen anfing, ist mittlerweile bei Soundsystemen angekommen, die speziell auf Wohnmobile angepasst sind. Anders als früher, müssen Radio und Lautsprecher im Cockpit dafür nicht mehr integriert werden. Jehnert baut auch Anlagen nur für den Wohnraum.

Eine gute Position für die Boxen im Wohnraum sind die Ecken an den Wänden von Bad und Küche. Foto: Andreas Becker Ludwigsburg
Eine gute Position für die Boxen im Wohnraum sind die Ecken an den Wänden von Bad und Küche.

Dabei ist es gar nicht so einfach, das Innere eines Reisemobils optimal zu beschallen. „Man darf das nicht mit einem weitläufigen Wohnzimmer daheim vergleichen. Im Mobil ist alles auf ein bis zwei Meter Raum komprimiert“, sagt Hans-Peter Jehnert. Während sich in Wohnungen die Schallwellen von den Boxen ausgehend auf einer großen Fläche ausbreiten können, treffen sie im Reisemobil meistens schon nach kurzer Strecke auf die Barriere an Bad und Küche und kommen kaum bis ins Heck durch.

Da Campingfahrzeuge eher schlauchförmig sind, wird dieser Effekt mit jedem zusätzlichen Meter Länge verstärkt. Der Inneraum des Mobils ist also meistens in Schlaf- und Wohnbereich eingeteilt. Für eine ordentliche Beschallung braucht jeder Abschnitt mindestens zwei eigene Lautsprecher für die Hoch- und Mitteltöne und einen Tiefenbass, den sogenannten Subwoofer. Dabei können die Lautsprecher auf beiden Seiten durchaus an das gleiche Abspielgerät angeschlossen sein.

Individuelle Anpassung des Soundsystems

Obwohl ein solches System schon aus relativ vielen Einzelteilen besteht, ist das lange nicht das Ende der Möglichkeiten. Spezialisten wie Jehnert passen die Soundsysteme völlig individuell an die Wünsche der Kunden an. Das bedeutet auch, dass die Mechaniker die beste Position für die Lautsprecher ermitteln. Außerdem stellen sie Höhen und Tiefen über die Programmierung der Verstärker optimal ein und verzögern das Ausspielen der Töne durch Laufzeitkorrekturen, falls die Distanz zwischen den einzelnen Lautsprechern und den Sitzplätzen ungleich ist.

Der Vorteil solcher HighEnd-Lösungen liegt auf der Hand. Einen besseren Raumklang wird es kaum geben. Im Vergleich zu Car-HiFi-Anlagen, bei denen die Boxen in die Möbel integriert sind, übertragen die Wohnraumboxen von Jehnert die Schallwellen zudem nicht so stark auf Möbelbau und Außenwand. Vor dem Mobil ist deshalb relativ wenig zu hören, wenn die Musik läuft. Der Nachteil ist schlicht der Preis, den Jehnert dafür abruft. Allein für die Hardware der Anlage werden bisweilen weit über 1000 Euro fällig. Da eine individuelle Beschallungsanlage nicht für jeden erschwinglich ist, hat Jehnert im Katalog mittlerweile auch zwei Soundpakete, die rund um die Sitzgruppe den Sound von Fernseher oder Radio verbessern.

Mobile Bluetooth Geräte: Entspannt Musik hören am Strand

Soll die Musik auch mal vor dem Mobil spielen, geraten die Jehnert Soundpakete und die 2.1 Anlagen aber an ihre Grenzen. Hier kommen mobile, kabellose Bluetooth-Systeme ins Spiel. Sie bestehen oft aus mehreren kleinen Lautsprechern für tiefe und hohe Töne, die in einen Block integriert sind. Energie liefert ihnen ein integrierter Akku, der je nach Modell zwischen fünf und 15 Stunden durchhält, eher er eine Aufladung braucht.

Unter die Markise kann man sie auf jeden Fall mitnehmen, aber auch zum Sonnen an den Strand oder ins Schwimmbad – manche Modelle sind wasserfest und schmutzabweisend.

Für besten Klang auf dem CampingplatzBluetooth-Lautsprecher fürs Camping

In erster Linie sind solche Systeme gebaut, um die Musik aus mobilen und bluetoothfähigen Geräten wie Smartphones zu verstärken. Da die meisten aber auch eine Buchse für einen Klinkenstecker besitzen, ist der Anschluss an den Kopfhörerausgang des Fernsehers möglich oder eines Radios.  Im Gegesatz zu tragbaren Lautsprechern früherer Tage klingen die heutigen Geräte nicht mehr so scheppernd. Viele geben die Musik sogar ausgewogen und kräftig wieder.

Skepsis ist aber angebracht, wenn von Raumklang die Rede ist. In den tragbaren Soundsystemen sind alle Lautsprecher auf einem relativ kleinen Kasten komprimiert. Ein gleichmäßiges Klangdreieck entsteht dadurch nicht. So bleibt am Ende der Reise durch die Klangwelt die Erkenntnis, dass die Wahl der Lautsprecher vom persönlichen Geschmack und Budget abhängt. Wer den Raum otpimal beschallen will, ist bei Jehnert richtig. Liegt die Priorität auf Beweglichkeit, sind es die Bluetooth-Lautsprecher. Im besten Fall hat man natürlich beides.

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