Umweltfreundlich unterwegs im Wohnnmobil

Umweltfreundlich unterwegs im Wohnnmobil CO2-Bilanz - Reisemobil und Hotel-Urlaub

Die aktuelle Studie zeigt, dass Reisemobile deutlich weniger Kohlendioxid produzieren als eine Reise "Pkw plus Hotel". Die Diskrepanz wächst, wenn mehr Personen länger unterwegs sind.

Aktualisierte Studie des Öko-Instituts Freiburg von 2012

Das Öko-Institut überarbeitete 2012 eine Studie von 2007. Es ist ein rein rechnerischer Vergleich, aber auf methodischer Basis. Es wurden verschiedene Verkehrsträger vom Wohnmobil über den Pkw, Bus und das Flugzeug bis zum Kreuzfahrtschiff untersucht. Aus den Ergebnissen wird hier eine typische Wohnmobil-Tour nach Südfrankreich herausgegriffen wird. Zwar zeigte sich, dass die CO2-Emission bei An- und Abreise des Wohnmobils sehr hoch ist, steht das Fahrzeug auf einem Stellplatz, verringert sich der Ausstoß allerdings drastisch, ganz anders beim Hotelaufenthalt.

Mehr Umweltzonen?

Seit dem 1. Januar 2015 gibt es deutschlandweit 50 Umweltzonen. Neue Reisemobile erfüllen problemlos die Anforderungen der grünen Plakette. Für viele ältere Fahrzeuge stehen Nachrüstlösungen parat, die staatlich bezuschusst werden (Info: www.bafa.de). Die Sonderregelungen in Nordrhein-Westfalen, wonach ältere Reisemobile ausnahmsweise vom Wohnort bis zur Autobahn bewegt werden dürfen (Info etwa: www.essen.de/leben/verkehr/Ausnahmegenehmigungen_Umweltzone.de.html), sind immer noch reine Insellösungen. Nach Auskunft des Industrieverbandes CIVD ist die Europäische Kommission mit der Situation nicht zufrieden, aber auf Bundesebene sind keinerlei politische Ansätze in Sicht.

Abgasnormen

Die ab 1. September 2016 auch für Wohnmobile verbindliche Emissionsnorm Euro 6 setzt bei Kohlenwasserstoffen und Stickoxiden deutlich niedrigere Grenzwerte als die bisherige Euro-5-Norm. Für Dieselmotoren beträgt das Limit für Stickoxide (NOx) nur noch 80 Milligramm je Kilometer gegenüber 180 mg/km bei Euro 5. Die Summe aus Stickoxiden und Kohlenwasserstoffen (HC) darf 170 mg/km nicht überschreiten (vorher 230 mg/km). Für Neufahrzeuge mit Euro 5 gilt eine Übergangsregelung bis zum 31. März 2018.

Camper-Recycling

Nach Beobachtungen des Industrieverbandes CIVD ist die Quote von Freizeitfahrzeugen, die recycelt werden sollen, extrem gering. Theoretisch sind die Chassis- und Aufbauhersteller aber dazu verpflichtet, die Fahrzeuge am Ende ihrer Tage zurückzunehmen. Der CIVD hat vor Jahren in einer Studie ermittelt, dass der Aufwand zur Entsorgung mit 100 Euro für den Aufbau und 75 Euro für das Chassis anzusetzen ist. Aufgrund der inzwischen gestiegenen Rohstoffpreise dürften die Zahlen jetzt sogar deutlich niedriger sein. Es fallen in der Praxis allerdings keine Fahrzeuge an, da selbst ältere Wohnmobile aufgrund ihrer geringen Laufleistungen immer noch interessant für den Export sind und ihr Leben dann im Ausland ohne Aufbau als Nutzfahrzeug fristen.

Nachgefragt bei Jost Krüger vom CIVD, Leiter Referat Technik und Umwelt

Welche technischen Entwicklungen unterstützt der CIVD, um die Ökobilanz
von Wohnmobilen zu verbessern?

Der CIVD hat die Entwicklung speziell auf Nutzfahrzeugchassis abgestimmter Dieselpartikelfilter entscheidend vorangetrieben. Ebenso haben wir uns dafür eingesetzt, dass auch Wohnmobile von den bereitgestellten Fördergeldern für die Nachrüstung profitieren. Insgesamt gilt aber, dass die Ökobilanz eines Reisemobils maßgeblich vom verwendeten Chassis abhängig ist.

Welche technischen Maßnahmen sind realistisch und setzt die Industrie in absehbarer Zeit um?

Die Verwendung von Leichtbau-Konzepten zählt neben dem Einsatz von aerodynamischem Design zu den vorausblickenden Maßnahmen der Caravaningindustrie.

Durch welches konkrete, praktische Verhalten können Reisemobilisten die Ökobilanz ihrer Urlaubsform optimieren?

Reisemobilisten können mit einer Reihe von Maßnahmen den Kraftstoffverbrauch positiv beeinflussen, etwa durch vorausschauendes Fahren, frühzeitiges Hochschalten oder die Erhöhung des Reifendrucks. Weiter sollte auch vor Fahrtantritt geprüft werden, ob wirklich jedes Gepäckstück mit an Bord muss. Zusätzliches Gewicht erhöht den Verbrauch. Die Ökobilanz lässt sich ebenso durch die Nutzung von nachhaltig bewirtschafteten Campingplätzen, die etwa von Ecocamping zertifiziert sind, verbessern.

Gut planen und überlegt handeln

Ein Kommentar von promobil-Autor Volker Hammermeister

Auch wenn die vorgestellten Studien dem Urlaub mit dem Reisemobil im Vergleich zu anderen Verkehrsträgern insgesamt eine günstige Energieverbrauchsbilanz ausweisen und damit eine vertretbare CO2-Emission, fällt doch der hohe Spritverbrauch ins Gewicht. Abhilfe verspricht eine gute Reiseroute, die Umwege vermeidet. Vielleicht sind auch Ziele in der näheren Umgebung attraktiv. Gerade Deutschland hat eine Infrastruktur an ausgezeichneten Stellplätzen. Und der Aufenthalt auf Campingplätzen ist im internationalen Vergleich eher günstig. Vor Ort muss es dann vielleicht auch nicht ein Motorroller für die Mobilität sein, vielleicht tut‘s ein Fahrrad. Das entlastet nicht nur die Umwelt, sondern kurbelt den eigenen Energieverbrauch an.

Übersicht: Nachhaltig unterwegs im Wohnnmobil
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