Tipps und Tricks zur Reise-Planung Versicherungsangebote für Wohnmobilisten

Nachgefragt bei Peter Grieble, Versicherungsexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, zu unbedingt nötigen, sinnvollen und überflüssigen Versicherungsangeboten für den Urlaub.

Welche Versicherungen sollten Reisemobilfahrer abschließen, um sorglos in den Urlaub zu starten?

Beim Thema Versicherungen darf man nicht allein an den nächsten Urlaub denken. Auf Reisen passiert sicher einiges, aber eben auch im Alltag. Deshalb sollte der Versicherungsschutz rund ums Jahr stimmen. Berufstätige benötigen eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Eltern sollten eine Kinder-Invaliditätsversicherung abschließen. Im Sinne des Partners empfiehlt sich eine Risiko-Lebensversicherung. Außerdem dürfen eine private Haftpflichtversicherung, im Regelfall eine Wohngebäude- und eine Hausratversicherung für werthaltige Dinge und eine Vollkaskoversicherung für ein kostspieliges Fahrzeug nicht fehlen. Mit diesen Versicherungen deckt man auch auf Reisen die größten Risiken ab.

Gibt es dabei Besonderheiten, wenn der Schadensfall im Urlaub eintritt?

Wer außerhalb typischer Urlaubsländer unterwegs ist, überprüft besser das Kleingedruckte seiner Vollkaskoversicherung. Falls das gewünschte Urlaubsziel hier nicht erwähnt wird, sollte man vor dem Start eine Deckungszusage des Versicherers einholen.

Welche Versicherungen empfehlen Sie darüber hinaus für den Urlaub?

An allererster Stelle steht die Auslandsreise-Krankenversicherung. Die gibt es bereits für wenige Euro und gilt in aller Regel für eine Reisedauer von jeweils 42 Tagen.

Worauf muss ich im Vergleich unterschiedlicher Angebote achten?

Einen bedeutenden Unterschied bei der Auslandsreise-Krankenversicherung entdeckt man beim Rückflug im Krankheitsfall. Einige Versicherer bezahlen den Flug nur, wenn er „medizinisch notwendig" ist. Andere erbringen die Leistung auch, wenn der Rücktransport als „medizinisch sinnvoll" erachtet wird, was für den behandelnden Arzt einfacher zu attestieren ist. Außerdem gibt es Unterschiede in der sogenannten Nachleistung, wenn man gegen Ende einer Reise krank wird und die Dauer von 42 Tagen überschreitet.

Sind im Rahmen der Buchung von Campingplätzen oder Fähren Reiserücktrittskostenversicherungen empfehlenswert?

Das ist Abwägungssache. In der Regel geht es hier nicht um richtig große Summen, gleichzeitig sind die Prämien nicht ganz niedrig.

Wie beurteilen Sie andere typische Reiseversicherungen?

Wenn ich insgesamt gut versichert bin, brauche ich keine Reisehaftpflicht-, Reiseunfall- oder Reisegepäckversicherung. Eine Gepäckversicherung bezahlt ohnehin nur, wenn ich mich so verhalte, als ob ich nicht versichert wäre. Wenn man etwa einen Blick unter die Motorhaube wirft und jemand durch die offene Aufbautür etwas entwendet, so wird aus dem Schadensfall noch lange kein Versicherungsfall. Eine Auslands-Schadenschutzversicherung kann Sinn machen. Als unschuldig durch Unfall Geschädigter wird man so entschädigt, als hätte der Unfallverursacher eine Haftpflichtversicherung in Deutschland.

Übersicht: Tipps und Tricks zur Reise-Planung
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