Tipps für den Wohnmobil-Urlaub mit Kindern Familienpackung: Das richtige Reisemobil für Familien

Wohnmobile gibt es viele, doch nicht alle eignen sich für Familien. Die Wahl des richtigen Grundrisses ist beim Kauf oder Anmieten eines Wohnmobils nicht zu unterschätzen.

Sie ist sogar ganz entscheidend für erholsame Urlaubstage. Familientypische Grundrisse richten sich an Eltern mit zwei bis drei Kindern. Man findet in fast allen Kategorien passende Modelle, als Familienherberge tun sich vor allem Alkovenmobile hervor. Besonders, wenn sie über quer eingebaute Etagenbetten im Heck sowie eine Dinette und vielleicht sogar eine zusätzliche Kinderdinette oder eine Seitenbank gegenüber verfügen. Mit solchen Grundrissen kennt man sich südlich der Alpen gut aus. Beispiel: der Ci Elliot 40. Die Anordnung der Schlafplätze hat mehrere Vorteile: Stockbetten sparen Platz und damit Außenlänge. Zudem hat jedes Kind sein eigenes Reich. Mama und Papa schlafen im Doppelbett über dem Fahrerhaus. Wichtig, bevor man Kauf- oder Mietvertrag unterschreibt: Probe liegen und auf Komfort und Sicherheit achten. Bei den Etagenbetten gelten 75 Zentimeter in der Breite als Untergrenze. Zudem sollte für Kleinkinder ein ausreichend dimensionierter und stabiler Herausfallschutz an Bord sein.

Für alle Mitreisenden muss zudem jeweils ein Sitzplatz mit Dreipunktgurt und Kopfstütze zur Verfügung stehen. Kinder unter 150 Zentimeter Größe oder jünger als zwölf Jahre müssen während der Fahrt in einem für sie vorgesehenen Kindersitz Platz nehmen. Am besten, man testet rechtzeitig, ob Kindersitz oder Babyschale im Reisemobil richtig befestigt werden können. Im Sinne der Sicherheit sollten Tische während der Fahrt nach Möglichkeit abgesenkt oder demontiert sein.

Nachgefragt bei Experten...

bei der Familie Hudson, die seit Januar im Wohnmobil von Phliadelphia, USA, aus der Panamericana folgt.

Nadine, Michael, Desmond und Lenny sind echte Weltenbummler. Mit ihrem Pickup-Camper auf Basis eines Ford F350, Baujahr 1997, wollen die vier bis zum Herbst in Mittelamerika, vermutlich in Panama, angekommen sein.

Für die britisch-schweizerische Familie ist es nicht die erste große Reise. Nadine und ihr Mann Michael sind seit 1996 gemeinsam unterwegs, oft nur mit einem Rucksack bepackt. Auch nach den Geburten der beiden Söhne in den Jahren 2000 und 2002 hielt es die Hudsons nicht lange an einem Ort. Zu viert reisten sie bald darauf über mehr als zwei Jahre durch den Mittleren Osten, China, Pakistan und Russland zurück in die Schweiz.

Über ihre Erfahrungen als reisende Familie hat Nadine Hudson ein Buch geschrieben: „Das Streben nach ständiger Bewegung: Eine moderne Nomadenfamilie auf Langzeitreise“. Außerdem schreibt sie regelmäßig in ihrem Online-Tagebuch unter www.hudsonfamily.ch , in dem sie viele Tipps und Ratschläge für das Reisen mit Kindern gibt. promobil erreichte Nadine Hudson in La Paz, Mexiko.

Wieso haben Sie sich für ihre jetzige Reise für ein Reisemobil entschieden?

Hudson: Wir sind schon viele Jahre mit Rucksäcken gereist und etwas müde geworden. Immer ein anderes Bett, nicht selber kochen können und immer eingeklemmt in Bussen reisen. Ein Wohnmobil schien uns eine sehr gute Alternative. Außerdem bietet es auch die Möglichkeit, der Touristen-Szene zu entfliehen. Darüber hinaus unterrichten wir unsere Kinder selber. Im Camper sind Bücher und das Schulzimmer immer dabei.

Wie gefällt Ihren Kindern die Tour im Wohnmobil?

Hudson: Sie mögen es sehr, weil sie viel mehr Spielsachen dabeihaben können, ihr eigenes Bett mit ihren Kuscheltieren haben und nicht in Restaurants essen müssen. Auch die Zeiten direkt an einsamen Stränden gefallen ihnen.

Wie kommen Sie mit den Platzverhältnissen zurecht?

Hudson: Da wir jahrelang mit Rucksäcken unterwegs waren und dann in China ein paar Jahre auch sehr einfach und auf kleinstem Raum gelebt haben, sind wir an enge Verhältnisse gewohnt. Das Bett  im Alkoven ist riesig und bietet viel Platz für die Kinder zum Spielen. Zudem versuchen wir regelmäßig an Orten zu stoppen, wo die Kinder und wir viel draußen sein können. Wenn wir merken, dass sich die Laune erhitzt, versuchen wir uns abzulenken und gehen zum Beispiel spazieren.

Was sind Ihre Tipps für das Reisen mit Kindern im Reisemobil?

Hudson: Langsam und intensiv reisen, lange an schönen Orten verweilen, kein festes Programm haben, sondern spontan vor Ort entscheiden und auch im Reisemobil unbedingt eine Familienroutine beibehalten.


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