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E-Bikes unterwegs laden

So wird das Wohnmobil zur E-Bike Ladestation

E-Bike schieben Foto: Fotos: Karl-Heinz Augustin, Hersteller, Archiv 8 Bilder

Das Aufladen der E-Bike-Akkus stellt besondere Ansprüche an die Stromversorgung im Wohnmobil. Hier erfahren Sie, wie 12- und 230-Volt-Netzteile auch unterwegs problemlos funktionieren.

27.05.2017 Benjamin Köbler-Linsner

Im Gegensatz zu vielen elektronischen Kleingeräten lässt sich ein E-Bike-Akku nicht einfach an einer USB-Steckdose befüllen. Außerdem zapfen die Stromspeicher größere Mengen Ladung von der Bordbatterie ab. 

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Was benötigt man um E-Bikes im Wohnmobil zu laden?

Sollen zwei typische E-Bikes im Wohnmobil geladen werden, sollte dessen Batterie eine Kapazität von mindestens 96 Ah bereitstellen (Formel unten). Da die Aufbaubatterie abernie vollständig entladen werden sollte, muss zusätzlich eine Ladungsreserve vonrund 50 Prozent einkalkuliert werden. Damit ist klar:Regelmäßiges Nachladen ist unerlässlich. 

E-Bike unterwegs laden mit 12 Volt 

Während der Fahrt sorgt die Lichtmaschine, im Idealfall in Kombination mit einem Lade-Booster, für regelmäßigen Stromnachschub. In diesem Fall können auch größere Mengen Strom aus der Bordbatterie entnommen werden. Bosch, Marktführer unter den Pedelec-Antrieben, bietet mit dem Travel Charger (siehe Kasten Seite 80) extra ein Ladegerät für den 12-Volt-Betrieb an. Auch für Akkus von anderen Marken gibt es Reiseladegeräte, zum Teil von Fremdherstellern. Bei allen 12-Volt-Ladegeräten ist der maximale Ladestrom im Vergleich zum 230-Volt-Netzteil aber deutlich kleiner. Somit verdoppelt sich meist die Ladezeit.

Ladeanzeige Foto: Fotos: Karl-Heinz Augustin, Hersteller, Archiv
Wechselrichter Foto: Fotos: Karl-Heinz Augustin, Hersteller, Archiv

E-Bike unterwegs laden mit 230 Volt 

Für einen möglichst schnellen Ladevorgang wäre es darum sinnvoll, das Standardnetzteil auch unterwegs verwenden zu können. Auf dem Stellplatz mit Landstrom ist das natürlich ohne Einschränkungen möglich. 

Ohne Stromanschluss beziehungsweise während der Fahrt ist zum Betrieb des mitgelieferten 230-Volt-Netzteils ein Spannungswandler nötig. Dabei muss in der Regel ein hochwertiges Gerät mit reiner Sinuskurve eingesetzt werden. 

Preisgünstige Wechselrichter erzeugen dagegen oft nur eine modifizierte Sinus-Wechselspannung, die empfindliche Verbraucher schädigen kann. 

Eine Netzvorrangschaltung verhindert zudem, dass der Wechselrichter selbst Schaden nimmt,während der Landstrom angeschlossen ist. 

Und welche Leistung muss der Wechselrichter mindestens abliefern? Mit der Formel links lässt sich die benötigte Leistung berechnen. Gehen wir von zwei Akkus aus, muss der Wechselrichter dauerhaft 332 Watt leisten. Inklusive ausreichender Reserven für den Anlaufstrom wäre ein Gerät mit 500 Watt die richtige Wahl. 

Damit der Spannungswandler nur wenn nötig aktiviert wird, überwacht ein Batterie-Computer die Stromversorgung.Zum Schutz der Bordbatterie kann der Computer den Ladevorgang beenden, sobald eine gewünschte Kapazität des E-Bike-Akkus erreicht ist. 

Bleibt noch das Problem der schwindenden Kapazität der Bordbatterie. Deren Ladungsverluste lassen sich am besten durch Nachladen mit einer Energiequelle ausgleichen. Dafür bietet sich abseits der Steckdose eine Solaranlage mit mindestens 200 Wp an. 

Benötigte Batteriekapazität:

1000 Wh 1) /12 V + 15 % Verlust = 96 Ah

1) Energie von zwei E-Bike-Akkus à 550 Wh

Benötigte Wechselrichterleistung:

4 A 1) x 36 V 2) + 15 % Verlust = 166 W

1) Ladestrom 2) Spannung üblicher E-Bike-Akkus

Reiseladegeräte für 12 Volt

Bosch-Motoren sind die am weitest verbreiteten E-Bike-Antriebe. Zum Laden der Batterien im 12-Volt-Netz bietet der Hersteller ein spezielles Ladegerät namens Travel Charger an. Das 170 Euro teure Gerät ist mit einem Entladeschutz ausgestattet. Damit droht der Aufbaubatterie keine schädliche Tiefentladung. 

Anwendung findet der Travel Charger bei allen Akkus der Modellreihen Active- und Performance-Line. Aber Achtung: Mindestens zwei Striche müssen auf der Kapazitätsskala des Akkus noch übrig sein. Ansonsten muss die E-Bike-Batterie mit dem 230-Volt-Netzteil vorgeladen werden. 

Marktübersicht Wechselrichter fürs Wohnmobil

Büttner Elektronik – Wechselrichter MT:

  • Leistung: 600 bis 1700 Watt
  • Preis: 699 bis 1199 Euro

Carbest – Typenreihe PS:

  • Leistung: 300 bis 3000 Watt
  • Preis: 129 bis 799 Euro

Dometic – Sinepower MSI: 

  • Leistung: 150 bis 3500 Watt
  • Preis: 109 bis 2259 Euro

Fritz Berger – Sinus-Wechselrichter:

  • Leistung: 300 bis 600 Watt
  • Preis: 159 bis 209 Euro

Mastervolt – AC Master:

  • Leistung: 300 Watt bis 3500 Watt
  • Preis: 417 bis 1773 Euro

Votronic – Typreihe NVS:

  • Leistung: 300 bis 1500 Watt
  • Preis: 256 bis 869 Euro
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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
pro 04/2017
Heft 05 / 2017 12. April 2017 154 Seiten Heftinhalt anzeigen Artikel einzeln kaufen
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