Rußpartikelfilter nachrüsten im Wohnmobil Geschlossene Gesellschaft in Umweltzonen

Wie wirkt sich ein Partikelfilter auf den Kraftstoffverbrauch aus?

Der Verbrauch eines Fahrzeugs ist mit Partikelfilter tendenziell höher als ohne. Auch wenn einige Filterhersteller das verneinen, ist nach Leser- und Redaktionserfahrungen mit einem Mehrverbrauch von ein bis drei Litern zu rechnen. Der Grund dafür ist der höhere Abgasgegendruck, den ein Dieselpartikelfilter erzeugt. Der Motor muss gegen diesen Druck arbeiten, was zusätzliche Leistung erfordert. Um den Ruß in den Filterelementen aktiver Systeme abzubrennen, wird ebenfalls Kraftstoff direkt in den Abgastrakt eingespritzt.

Was kostet die Nachrüstung eines Filters?

Pauschal lässt sich das nicht sagen. Bei älteren Reisemobilen muss ein höherer Aufwand betrieben werden, um die Abgase zu reinigen. Bei neueren Fahrzeugen ist das entsprechend einfacher, oft reicht hier ein offenes System, um den Sprung von der gelben zur grünen Plakette zu schaffen. Ein offenes Filtersystem gibt es ab rund 1000 Euro, geschlossene Systeme sind weitaus teurer und auch aufwendiger in der Regelung. Mit Kosten ab 3500 Euro inklusive Einbau müssen Sie dabei rechnen.

Für wen lohnt sich der Einbau eines Partikelfilters überhaupt?

Bei älteren Wohnmobilen, die im Originalzustand keine Plakette bekommen, kann sich der Einbau eines Partikelfilters lohnen. Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass der Besitzer in einer Umweltzone lebt oder aber regelmäßige Besuche in eine solche plant. Wer auf Städtetrips verzichten kann, braucht auch keinen Filter. Bedenken muss man jedoch, dass der Wiederverkaufswert eines Reisemobils deutlich sinkt, wenn es keine oder nur eine rote Plakette aufweisen kann. Aktuelle Basisfahrzeuge verfügen üblicherweise über Partikelfilter, da ohne DPF die seit Jahresbeginn zur Zulassung erforderliche Abgasnorm Euro 5 nicht erfüllbar ist. Die meisten nach Abgasnorm Euro 4 eingestuften Reisemobile bekommen bereits eine grüne Plakette. Sie muss man nicht nachrüsten.

Wie sinnvoll sind Umweltzonen eigentlich?

Am Sinn oder Unsinn von Umweltzonen scheiden sich die Geister. Sie sind im Zuge der Erfüllung einer europäischen Luftreinhalte-Norm eingeführt worden. Der Ausstoß von Schadstoffen wird durch diese Maßnahme zwar verringert, doch wirkt sich das in den Umweltzonen kaum aus. Wind und Wetter verwehen die Partikel, deren Größe sich im Tausendstel Millimeter-Bereich bewegt, über hunderte Kilometer.

Messungen konnten noch keine Verringerung des Feinstaubs in den Umweltzonen belegen. Dazu kommt, dass die Emissionen von Dieselfahrzeugen in den Städten nicht Hauptverursacher von Feinstaub sind. Weitaus größere Mengen werden von der Industrie und Wohnungsheizungen freigesetzt und sind witterungsbedingt.

Ausnahmeregelungen

Rot, gelb oder grün? Die richtige Plakette ist die Eintrittskarte in die Umweltzone. Wer sie nicht hat, muss auf Ausnahmeregelungen hoffen. Die bringen manchmal Erleichterung, sind jedoch von Stadt zu Stadt unterschiedlich.

Nordrhein-Westfalen ist eine löbliche Ausnahme, hier gilt die Sonderregelung landesweit. Für die Strecke vom Wohnort bis zur nächsten Autobahnauffahrt können sich Besitzer von Reisemobilen in NRW auf Antrag von der Plakettenpflicht befreien lassen.

Voraussetzung: Das Wohnmobil wurde vor dem 1. Januar 2008 auf den Fahrzeughalter zugelassen und die Nachrüstung eines Partikelfilters ist technisch nicht möglich oder kostet mehr als 4500 Euro. Das muss ein amtlich anerkannter Sachverständiger bescheinigen. Diese Regelung wurde übrigens auf Anregung des Reisemobilfahrers Michael Rode aus Essen auf den Weg gebracht.

Ein weiteres Beispiel für eine Ausnahmeregelung ist Bremen: Hier ist die Fahrt von oder zum Stellplatz „Am Kuhhirten" für alle Reisemobile ohne Plakette gestattet. Auskunft über weitere Ausnahmen erteilen die jeweiligen Städte in ihren Internetauftritten.

Umweltzonen: Diese Plakette brauchen Sie

Alle deutschen Städte mit Umweltzonen sind hier aufgeführt. Die drei Tabellen zeigen in der ersten Spalte jeweils den Stand Anfang 2012, geplante Verschärfungen der Plakettenpflicht stehen dahinter. Die größte Umweltzone mit 850 Quadratkilometern und 13 Städten befindet sich in Nordrhein-Westfalen. Dort kann man 2012 noch mit einer roten Plakette fahren, eine gelbe braucht man hingegen in vielen südwestdeutschen Umweltzonen. Eine grüne Plakette benötigen Sie zur Zeit in sieben deutschen  Großstädten. Recherchestand ist der 17. Januar 2012.

Anbieter für Rußpartikelfilter

HJS: Telefon 0 23 73/98 70, www.hjs.com
Oberland Mangold
: Telefon 0 88 24/9 29 80, www.oberland-mangold.de
Pirelli
: Telefon 0 61 63/7 10, www.pneumobil.de
Puritech: Telefon 0 77 41/96 68 20, www.puritech.de
SMV: Telefon 00 41/7 14 40 04 88, www.smv.ag
Twintec: Telefon 0 22 44/91 80 40, www.twintec.de
Vitkus: Telefon 04 61/9 40 35 10, www.russfilter.info

Übersicht: Rußfilter nachrüsten bei Wohnmobilen