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Kaufberatung für den richtigen Wohnmobil-Grundriss

Welches Modell passt zu mir?

Malibu I 440 LE Foto: Ingolf Pompe 37 Bilder

Für den gelungenen Urlaub muss das Wohnmobil so perfekt sitzen wie ein Maßanzug: Weder darf es spannen noch schlabbrig geschnitten sein. Entscheidend ist der Grundriss.

18.10.2017 Martin Ehrenfeuchter

Während es bei den verschiedenen Aufbautypen mit Alkovenmobilen, Integrierten oder Campingbussen noch relativ überschaubar zugeht, kann ein Käufer bei der Wahl des passenden Grundrisses schnell ins Grübeln geraten. Die Auswahl ist riesig. Woher kommt das?

Das hat zum einen etwas mit nationalen Vorlieben zu tun: Während Franzosen eher ein Queensbett wählen, schlafen Deutsche bevorzugt in Einzelbetten. Daneben gibt es aber auch eine grenzübergreifende Gemeinsamkeit: Reisemobilkäufer, egal ob Schweden, Holländer oder Italiener, sind Individualisten. Der eine schätzt die Wohnlichkeit einer Hecksitzgruppe, der andere eine große Garage.

Wohnmobile nach Maß 1:58 Min.

Kein Grundriss kann alles gleich gut. Umso besser, wenn man als Kunde genau das wählen kann, was seinen Bedürfnissen am ehesten entspricht: Raumbad, Sitzgruppe vorne oder im Heck, Längs- oder Winkelküche, Doppelbett oder doch lieber getrennt schlafen? Im Vordergrund sollte immer der individuelle Bedarf der Reisenden und möglicher Begleiter stehen. Ist der Kaufvertrag einmal unterschrieben, gibt es kein Zurück mehr. Nachträgliche Änderungen sind selten zu realisieren. Beim Urlaubsdomizil auf Rädern hilft auch der beste Motor nichts, wenn es an der Inneneinrichtung hapert.

Soll aus dem kurzen Flirt eine tragfähige Beziehung werden, müssen die inneren Werte stimmen. Entscheidend ist also der Grundriss, der passen sollte wie ein maßgeschneiderter Anzug. Erschlagen von den Fragen, müssen sich Suchende erst einmal setzen. Welche Vor- und Nachteile haben die verschiedenen Varianten von Sitzbank, Bett, Küche und Dusche? Die zentralen Punkte im Reisemobil – ein Rundgang durch die wichtigsten Grundrissvarianten von ausgebauten Campingbussen, Alkovenmobilen, Teilintegrierten und Integrierten.

Die verschiedenen Sitzgruppen-Typen

Grundriss Auswahl Wohnmobile Foto: Archiv, Hersteller
Weit verbreitet: die Sitzgruppe mit drehbaren Fahrersitzen.

Im Laufe der Jahre hat sich die Position der Sitzgruppe immer wieder verändert: War sie früher häufig im Heck untergebracht, findet sie sich heute meist vorn und beansprucht je nach Grundriss Teile des Fahrerhauses. Ein großer Vorteil, werden doch dadurch zum einen die ohnehin schon gemütlichen Fahrersitze durch Drehung zum festen Teil der Sitzgruppe, zum anderen spart das Platz, der anderswo im Reisemobil sinnvoll genutzt werden kann. Das beste Beispiel ist die Halbdinette. Im Gegensatz dazu besteht die klassische Dinette aus zwei sich gegenüberliegenden Bänken. Sie war lange Zeit der Standard, bietet Platz für bis zu sechs Personen und ist abgeschottet vom Fahrerhaus – je nach Modell auch mit Zweierdinette oder Längssofa nebenan möglich. Weniger für Familien, dafür aber für Paare eignen sich zwei Längsbänke, häufig eingesetzt in kompakten Mobilen. Etwas exotischer ist die Barsitzgruppe mit drittem Einzelsitz. Zu guter Letzt die Hecksitzgruppe. Der Klassiker punktet durch wohnliche Ausstrahlung und gute Wintertauglichkeit.

Dinette: Die klassische Vierersitzgruppe. Heute fast nur noch in Alkovenmobilen vorzufinden. Dann teils auch mit einer familienfreundlichen Zweierdinette nebenan mit Platz für Kinder.
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Bis zu sechs Plätze beim Fahren, kein Drehen der Fahrerhaussitze nötig, meist zur Liegefläche umbaubar.
(-) Aufrechte, nicht immer bequeme Sitzposition, kostet mehr Platz.

Halbdinette: Bietet Platz für vier Reisende. Wegen der guten Raumausnutzung vor allem in ausgebauten Kastenwagen beliebt, aber auch in größeren Reisemobilen eingebaut.
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Spart Platz, Tisch leicht entnehmbar, Bank in vielen Fällen als weitere Schlafmöglichkeit zumindest für Kinder nutzbar.
(-) Unisoliertes Fahrerhaus, Wenden der Sitze je nach Basis mühsam

L-Sofa: Halbdinette mit einer L-Sitzbank. Empfehlenswert für Paare, die gerne einmal die Füße hochlegen wollen. Überecksitzend findet hier auch noch weiterer Besuch Platz.
(+)
Ideal für Paare, die es etwas gemütlicher wollen.
(-) Braucht mehr Platz, kleinerer Tisch, meist nicht vergrößerbar.

Hecksitzgruppe: Der Klassiker feiert in einigen Integrierten und Alkovenmobilen ein Comeback und punktet durch eine wohnliche Ausstrahlung und besondere Wintereignung. Außerdem viele Sitze.
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Sehr angenehme Wohnlichkeit, meist lückenlose Isolierung durch abschottbares Fahrerhaus, viele Sitzplätze und Sitzmöglichkeiten.
(-) Selbst mit Gurt kaum für Mitfahrer geeignet, wenig Heckstauraum.

10 Trend-GrundrisseGemütliche Hecksitzgruppe und Einzelbetten

Barsitzgruppe: Eine Längssitzbank, dazu drehbare Vordersitze, ein weiterer Pilotensitz neben der Tür und ein großer Tisch. Vor allem in Integrierten im Einsatz.
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Gemütliche Sitzgruppenanordnung zu zweit.
(-) Nimmt viel Platz in Anspruch, dementsprechend eher selten.

Zwei Längsbänke: Oftmals in Teilintegrierten vorzufinden und für Paare geeignet. Zwei Bänke parallel zur Fahrzeugwand ausgerichtet. Die Anordnung sorgt für ein angenehmes Wohngefühl.
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Sorgt für eine angenehme Wohnlichkeitund ein großzügiges, offeneres Raumgefühl.
(-) Erschwerter Durchgang nach vorn, für Mitfahrer weniger geeignet.

Die verschiedenen Betten in Wohnmobilen

Grundriss Auswahl Wohnmobile Foto: Archiv, Hersteller
Die beliebteste Betten-Form der Deutschen: Einzelbetten.


Ein hoher Schlafkomfort ist vielen Menschen wichtig. Dabei können Vorlieben so unterschiedlich sein wie manche Menschen selbst. Großgewachsene Personen bevorzugen mit Sicherheit ein Bett mit zwei Meter Länge. Andere wiederum haben es gerne etwas kuschliger. Die Liegeflächen in Reisemobilen sind so individuell wie ihre Nutzer. Gemeinsam ist ihnen: Reisemobilurlauber bevorzugen fest eingebaute Betten. Flickwerk und Puzzlespiele mit den Polstern sind heute unerwünscht.

Untrennbar verbunden mit der Bettenkonstellation ist meist das Angebot an Stauraum. Als logische Schlussfolgerung ergeben sich daraus feste Betten oberhalb einer Garage im Heck. Das raumsparende Querbett wird heute vor allem in kompakteren Modellen, etwa auch Campingbussen eingesetzt.

Marktübersicht günstige CampingbusseQuerbett-Busse unter 40.000 Euro

Ebenfalls zu den Standards zählt das längs eingebaute Bett mit Bad gleich nebenan, gern als französisches Bett bezeichnet. Einst ein typischer Fall für teilintegrierte Reisemobile, ist diese raumsparende Aufteilung inzwischen längst in anderen Aufbauten anzutreffen. Doch Vorsicht, das Bett ist vergleichsweise schmal und das Fußteil wegen des Zugangs zum Bad zusätzlich stark eingeschnürt.

Die dritte Ausgabe des Doppelbetts heißt Queensbett. Diese Ausführung streckt das Reisemobil unweigerlich. Trotzdem sind die Maße der Liegefläche in Länge und Breite mitunter weniger üppig als erwartet. Das separate Schlafzimmer wirkt luftig und wird gerne in Verbindung mit einem Raumbad verwendet. Es bietet mehr Komfort, weil es von allen Seiten zugänglich ist. So kann der einer von zweien das Bett besteigen oder verlassen und während der andere in Ruhe weiterschlafen kann.

Das Problem erübrigt sich bei den Einzelbetten. Her gilt: Längs eingebaute Betten strecken das Reisemobil. So sehr, dass manche Hersteller den Kleiderschrank unter oder über den Einzelbetten anbringen.

Eine weitere Option: das Hubbett. Früher nur bei Integrierten im Fahrerhaus eingebaut, finden sich diese flexiblen Betten heute an verschiedenen Stellen, führen aber meist zu Abstrichen bei Stehhöhe und Lichteinfall. Beim Alkovenmobil bestimmt bereits der Aufbautyp die Schlafgelegenheit: Der Alkoven über dem Fahrerhaus dient als Schlafkoje.

Für Familien ist es gar nicht so leicht, ein passendes Reisemobil zu finden Kaufberatung Familien-Wohnmobil Welches Wohnmobil passt zu uns?

Von den Gedanken um die Betten-Aufteilung ist der Schritt zum familiengerechten Reisemobil nicht mehr weit. Das gute alte Alkovenmobil, das mitunter etwas angestaubt wirkt, ist immer noch unübertroffen im Platzangebot für mehrere Betten: Das Doppelbett hoch oben über dem Fahrerhaus bietet reichlich Platz fürs Bettzeug und entpuppt sich als herrliche Höhle für den Nachwuchs.

Auch Teilintegrierte und Integrierte können als Familien-Wohnmobil punkten: Hubbett vorne und Doppelbett hinten heißt eine Variante, Hubbett vorne und Stockbett hinten für die Kinder eine andere. Gibt es kein Hubbett, kann häufig die Sitzgruppe zu einem Bett umgebaut werden. Hier gilt es: Immer darauf achten, wie groß die Liegefläche tatsächlich ist und ob sich die zusammengebaute Schlafgelegenheit nur für kleine Kinder oder auch für Erwachsene eignet.

Überblick: Bettenarten im Reisemobil

Einzelbetten: Diese Variante streckt das Reisemobil. Sie ist die beliebteste in Deutschland. Durch beigelegte Verbindungspolster verwandelt sich die Schlafvariante zu einer großen Liegewiese im Heck. Gängig ist die hohe Ausführung, seltener eine niedrige.
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Besonders komfortabler Zugang, meist große Liegeflächen, häufig auch mit einer Erweiterungsmöglichkeit in der Mitte.
(-) Teils eingeschränkte Kopffreiheit, oft unpraktische Schränke darunter.

Queensbett: Ermöglicht einen Zugang von beiden Seiten. Um Stauraumbedarf und Schlafkomfort jeweils zu optimieren, bieten einige Hersteller auch höhenverstellbare Queensbetten an. Bei guter Konstruktion ist auch Platz für eine Garage.
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Sehr bequemer Zugang, besonders wohnliches Ambiente, gut erreichbare Kleiderschränke auf jeder Seite.
(-) Großer Platzbedarf, Heckgarage darunter oft nur kleinformatig.

Querbett: Ein Klassiker in praktisch allen Aufbauformen. Unter dem Bett gibt es viel Platz für eine Garage. Der Zugang zum Bett ist aber oftmals etwas eng und beschwerlich, vor allem, wenn der Partner bereits darin liegt.
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Meist unverbaute rechteckige Liegefläche, oft einfache Abtrennmöglichkeit vom Wohnraum, in der Regel mit großer Fahrradgarage.
(-) Erschwerter Zustieg, insbesondere für den hinteren Schlafplatz, teils eingeschränkte Kopffreiheit.

Längsbett: Oft auch als französisches Bett bezeichnet und lange Zeit Standard in Teilintegrierten. Das Bad befindet sich nebenan. Die Anordnung spart Raum, Bett und Bad sind aber schmal, und für eine Garage fehlt der Platz.
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Einfacher Einstieg in Sitzhöhe, offener Raumeindruck, platzsparende Unterbringung des Sanitärbereichs.
(-) Begrenzte, oft am Fußendeabgeschrägte Liegefläche, keine Garage.

Stockbett: Niemals die hauptsächliche Liegefläche in einem Reisemobil, sondern als zusätzliche Schlafmöglichkeit zu einem bereits vorhandenen Bett. In der Regel für Kinder gedacht, teils aber auch für Erwachsene geeignet.
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Praktisch für den Nachwuchs oder Gäste, unteres Stockbett oft klappbar zur Stauraumerweiterung.
(-) Bei voller Belegung meist nur wenig Stauraum, eingeschränkte Kopffreiheit.

Die Küchenzeile

Grundriss Auswahl Wohnmobile Foto: Archiv, Hersteller
Platzsparend: die Winkelküche zwischen Sitzgruppe und Bad.

Natürlich will man im Urlaub auch essen. Wer nicht immer in ein Restaurant gehen, sondern auch mal in oder vor den eigenen vier Reisemobilwänden speisen möchte, der braucht Platz: Spüle, Arbeitsfläche und Herd – oder anders ausgedrückt, eine Küche.

Mal ein Winkel, mal eine Küchenzeile, nahezu immer mit Dreiflammkocher ausgerüstet, so sieht’s aus. Das Maß der Arbeitsfläche und der Spüle gilt es zu beachten, Schubladen mit Selbsteinzug statt Stauschränken oder Apothekerauszüge sind fein. Den Unterschied macht meist der Kühlschrank aus. Bei ihm handelt es sich heute gerne um einen ausgelagerten Turm mit viel Kühlschrankvolumen und separatem Gefrierfach, manchmal gekrönt von Backofen oder Mikrowelle.

Ratgeber: Kochen im Reisemobil Ratgeber Kochen im Wohnmobil Zu Tisch, bitte!

Wo steht die Küche? Wenn das Wohnzimmer bereits den Bug ausfüllt und das Schlafzimmer das Heck beansprucht, bekommt die Küche konsequenterweise den Platz in der Mitte zugewiesen. Die Herausforderung dabei: den Ausbau der übrigen Wohnbereiche wie Sitzgruppe, Schlafmöglichkeiten oder Sanitärraum mit dem Wunsch nach einer großen, praktischen und komfortablen Küche zu vereinen. Das macht es den Entwicklern nicht gerade einfach, alles unter einen Reisemobil-Hut zu bekommen. Kompromisse sind die Lösung.

Längsküche mittig: Üblicherweise auf der Einstiegsseite untergebracht, kann im Format variieren: von der kleinen Kombüse bis zur Verpflegungsstation für Familien.
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Übersichtliche Verstaumöglichkeiten und eine praxisgerechte Arbeitsfläche, optional mit einer ausklappbaren Erweiterung.
(-) Mit hohem Kühlschrank insgesamt großer Platzbedarf vonnöten, darunter leiden unter anderem auch die Staumöglichkeiten.

Winkelküche: Sie schließt sich an eine Dinette oder Halbdinette an. Die Bankbreite wird auch für die Unterbringung von genügend Stauraum und Abstellfläche benötigt.
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Gute Bewegungsfreiheit und Ergonomie, großer Kühlschrank möglich.
(-) Oft wenig Arbeitsfläche, da Platz für Kocher und Spüle benötigt wird.

Längsküche vorne: In Kompakten noch zu haben. Durch den Vormarsch breiter Sitzgruppen jedoch zu einer Rarität geworden und deshalb nur noch selten zu sehen.
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Ausgewogener Raumeindruck durch mittige Aufbautür, leichter Zugriff von der Sitzgruppe auf Kühlschrank etc.
(-) Bei drehbarem Beifahrersitz Konflikt mit dem Küchenblock, hoher Kühlschrank kaum sinnvoll möglich.

Frei stehende Winkelküche: Diese Küchenanordnung dient neben ihrer eigentlichen Funktion auch noch als Raumteiler – so werden Wohn- und Schlafzimmer voneinander getrennt.
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Großer Kühlschrank in der seitlichen Schrankzeile möglich.
(-) Wenig Arbeitsfläche vorhanden.

Heckküche: Vor der Jahrtausendwende ein gängiger Standard, ist sie heute eine echte Seltenheit. Ihr großer Vorteil: Die Unterbringung im Heck ist sehr platzsparend. Abstriche müssen dabei meist bei Arbeitsfläche und Stauraum gemacht werden.
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Einfacher Zugriff von außen für Mahlzeiten im Freien, insgesamt sehr platzsparende Unterbringung.
(-) Keine großeFahrradgarage möglich, wenig Arbeitsfläche und Verstaumöglichkeiten, unsicher bei Auffahrunfällen.

Bad: Nasszelle oder Raumbad?

Grundriss Auswahl Wohnmobile Foto: Archiv, Hersteller
Bad mit getrenntem Dusch- und Toiletten-Bereich.

Der Komfortstandard in Reisemobilen steigt – stetig. Bewegungsfreiheit steht im Vordergrund. Das ist bei einem nicht endlos zur Verfügung stehenden Platzangebot alles andere als einfach. Konstrukteure entwickelten im Laufe der Zeit verschiedenste Badkonzepte: Begnügte man sich vor einigen Jahren noch mit der Nasszelle, die lediglich aus Waschbecken, Toilette und einem rundumlaufenden Duschvorhang aufgebaut war ist das heute wenn überhaupt nur noch in Campingbussen akzeptiert ist. Heutzutage geht der Trend in Richtung Raumbad. Besser gesagt: Der Trend ist bereits angekommen. Was ein Raumbad sein soll? Unter dem verheißungsvollen Begriff verbirgt sich ein cleveres Raumaufteilungskonzept.

Bäder im Wohnmobil – Ein Typen-ÜberblickVom Raumspar-Bad bis zum Hygiene-Tempel

Integrierte Dusche: Weniger Platzkomfort, dafür aber maximale Raumnutzung. WC, Waschbecken und Dusche werden hier auf kleinstem Raum zusammengefasst. Häufig übernehmen klappbare Kunststoffwände die Abtrennung des Duschbereichs. Möglich ist aber auch ein Vorhang.
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Hervorragende Raumausnutzung, WC in manchen Fällen als Sitzplatz in der Dusche geeignet.
(-) Knappe Bewegungsfreiheit, keine unabhängige Benutzung von Dusche und Toilette möglich.

Separate Dusche: Der Sanitärbereich bildet hier eine räumliche Einheit, allerdings hat die Dusche eine eigene Fläche, die über den Waschraum zugänglich ist. Umbauarbeiten sind also nicht notwendig.
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Duschen ohne jede Umrüstarbeiten möglich, Dusche oft auch zum Trocknen nasser Kleidung gerade im Winter verwendbar, wohnlicherer Waschbereich.
(-) Deutlich erhöhter Platzbedarf, mitunter knappe Bewegungsfreiheit.

Raumbad: Durch das ausgeklügelte Öffnen und Schließen von Türen erstreckt sich hier ein großer Sanitärtrakt über die gesamte Aufbaubreite. Neben mehr Platz schafft diese Konstruktion auch mehr Privatsphäre.
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Sehr gute Bewegungsfreiheit beim Waschen und Duschen, als Ankleideraum nutzbar mit oft direktem Zugriff auf den Kleiderschrank.
(-) Erhöhter Platzbedarf, beengter WC-Bereich bei verschlossener Tür bzw. eingeschränkte Intimsphäre bei offenen Abtrennmöglichkeiten.

Variables Bad: Auch unter dem Namen Schwenkbad bekannt. Dabei schwenkt meist die ganze Waschwand zur Seite und über die Toilette. Zum Vorschein kommt die Dusche.
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Gute Raumausnutzung, vollwertige Dusche mit geringem Umbauaufwand, meist ausreichende Bewegungsfreiheit für alle Hygienefunktionen.
(-) Keine unabhängige Benutzung von Dusche und Toilette möglich, meist Trockenwischen vor dem Rückbau der Dusche nötig.

Bad am Fußende: Am Fußende eines Queensbetts ist bei dieser Variante eine Wand mit Waschbecken positioniert – bestens zugänglich. An den Seiten sind jeweils WC und Dusche angebracht. Durch Abtrennungen entsteht hier ein Bad für sich mit viel Raum für Privatsphäre.
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Ermöglicht eine großzügige Sanitärraumgestaltung und schafft viel Privatsphäre, unabhängige Nutzung von Toilette und Dusche möglich.
(-) Braucht viel Platz, daher sind mitunter bei der Küchengestaltung Abstriche zu machen, Raumgefühl im Schlafzimmer nicht so großzügig.

Alle Teilintegrierten für 20187 Neuheiten im Check

Sonderfall Campingbus

Die wenigsten Besitzer eines VW California wissen es: Der Grundriss ihres Busses geht auf den Westfalia Berlin Mitte der siebziger Jahre zurück. Klappsitzbank im Heck, Schrank- und Küchenzeile links, drehbare Vordersitze – es gibt nichts Praktischeres für kompakte Camper. Weniger Stau- aber mehr Lebensraum bieten Aufteilungen mit Heckküche. Bekanntester Vertreter ist der Ford Nugget.

Größere Campingbusse haben auch eine größere Auswahl an Grundrissen. Das Doppelbett quer im Heck ist beliebt. Doch Vorsicht: Wer über 1,80 Meter groß ist, sollte vor dem Kauf die Bettenmaße prüfen. Gleiches gilt für die ebenfalls geschätzte Hecksitzgruppe, die sich nachts in eine Liegefläche verwandelt. Typisch für Campingbusse ist auch eine Ausführung mit Bad quer im Heck.

In Campingbussen gibt es fast alles, was man auch aus aufgebauten Reisemobilen kennt, sogar Raumbäder oder kleine Duschkabinen. Die Sitzgruppe mit Halbdinette haben sich die Großen sogar von den Kleinen abgeschaut: California, Nugget, James Cook und viele andere lassen grüßen.

Glossar zu Wohnmobil-Grundrissen

  • Aufbau: Die Hülle des Wohnmobils, die auf dem Rahmen des Basisfahrzeugs aufgebaut wird.
  • Aufbautür: Praktisch: Viele Türen sind mit Fenster und Fliegengitter ausgestattet.
  • Ausbau: Die Inneneinrichtung des Wohnmobils, wie Küche, Bad, Betten, Sitzgruppe, Möbel etc.
  • Chassis: Ein anderes Wort für Fahrgestell.
  • Dinette: Eine spezielle Sitzgruppenanordnung: Bank-Tisch-Bank. Gibt es auch als Halbdinette mit der Anordnung Bank-Tisch-umgedrehte Fahrersitze.
  • Doppelboden: Zwei übereinanderliegende Böden, zwischen denen ein Kellergeschoss entsteht. Wird als Installations- und Stauraum genutzt und dient zur Isolierung.
  • Dusche: In manchen Reisemobilen ist die Dusche zusammen mit der Toilette in einem Raum untergebracht.
  • Esstisch: Der zentrale Ort im Wohnmobil. Oft ausziehbar und in jede gewünschte Richtung verschiebbar.
  • Fahrerhaussitze: In vielen Wohnmobilen lassen sich die Sessel umdrehen und vergrößern so die Sitzgruppe.Alkoven: Feste Schlafnische über dem Fahrerhaus in einem Alkovenmobil.
  • Heckbett: Es ist meistens auf einem Podest untergebracht, so dass darunter noch Platz für Schränke und eine Heckgarage bleibt.
  • Heckgarage: Stauraum im hinteren Teil des Reisemobils, durch Außenklappen und teils auch vom Wohnraum her zugänglich.
  • Hubbett: In Integrierten, Teilintegrierten und teils auch Campingbussen verwendetes Bett, das unter der Decke im Wohnmobil hängt und bei Bedarf abgesenkt werden kann.
  • Kleiderschrank: Für die Ordnung im Mobil sind sie unerlässlich. Das Kleiderbügelsymbol zeigt den Verwendungszweck an. Manche Kleiderschränke sind auch beleuchtet.
  • Kocher: Flammenanzahl und -abstand sind wichtig, damit man mit mehr als nur einem Topf kochen kann.
  • Queensbett: Ein zentrales, von drei Seiten zugängliches Bett im Heck des Reisemobils.
  • Sitzbank: Je nach Modell zum Bett umbaubar, wieder häufiger auch im Heck angesiedelt als üppige Rundsitzgruppe.
  • Spüle: Kann meistens mit einem Deckel abgedeckt werden und vergrößert so die nutzbare Arbeitsfläche.
  • Toilette: Es gibt Bank- und Drehtoiletten. Letztere sind üblicher, Banktoiletten aber pflegeleichter.
  • Waschbecken: Manche Waschbecken sind schwenkbar und helfen, den Raum im Bad flexibel zu nutzen.
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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
pro Heft 09/2017
Heft 09 / 2017 15. August 2017 266 Seiten Heftinhalt anzeigen Artikel einzeln kaufen
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