promobil Logo
Stellplatz-Radar: 11.000 Stellplätze in einer App für iOS und Android.
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Empfohlene Impfungen für Reisen in Europa

Impfschutz für Ihre Wohnmobil-Tour

Fit & Gesund unterwegs Foto: Ingolf Pompe

Impfungen sind kein Kinderkram: Um einen wirkungsvollen Schutz gegen Krankheiten zu bewahren, sollten auch Erwachsene an die regelmäßige Prophylaxe denken. Diese Impfungen benötigen Sie für ihre nächste Tour durch Europa.

31.10.2017 Marc Roger Reichel

Vor der Reise impfen lassen? Ist das nicht nur für exotische Touren nach Afrika oder Asien erforderlich? Schließlich will man doch nur mit dem Reisemobil Urlaub in Europa machen. Natürlich muss man nicht den Teufel an die Wand malen – Fakt aber ist, dass Vorsorge schützt. Tatsächlich werden in den letzten Jahren auch in Europa Häufungen von Krankheiten festgestellt, die ernsthafte gesundheitliche Folgen nach sich ziehen können. Wer Land und Leute hautnah kennenlernen möchte oder viel in der Natur unterwegs ist, sollte an seinen Schutz denken.

Welcher Impfstoff schützt vor was?

Unverzichtbar für Camper ist die Prophylaxe gegen Tetanus. Die Erreger des Wundstarrkrampfes befinden sich eigentlich in der Erde, die Übertragung geschieht meist durch Nägel, Messer, Werkzeuge, Holzsplitter oder Dornen, an denen die Sporen haften. Die Bakterien können durch kleinste Verletzungen wie Schrammen oder Schnitte in die Wunde gelangen. Während Kinder und Jugendliche in aller Regel über den notwendigen Schutz verfügen, sollten Erwachsene zur Sicherheit im Impfpass nachschauen, wann die letzte Impfung erfolgt ist. Um einen wirkungsvollen Schutz zu gewährleisten, ist alle zehn Jahre eine Auffrischung nötig. In der Regel handelt es sich um Mehrfach-Impfstoffe, die auch vor Diphtherie, Keuchhusten und Polio schützen.

Tierfreunden, aber auch Reisenden mit Kindern, die jeden struppigen Straßenköter zum Streicheln süß finden, ist angeraten, sich mit dem Thema Tollwut auseinanderzusetzen. Das Tückische ist hier, dass infizierte Tiere sehr zutraulich erscheinen. Eine Übertragung des Virus erfolgt nicht nur durch Bisse, sondern auch durch den Kontakt von infiziertem Speichel mit offenen Wunden oder Schleimhäuten. Als Prophylaxe bedarf es drei Impfungen, die innerhalb von drei Wochen verabreicht werden. Der Schutz hält dann über fünf Jahre lang an.

Fit & Gesund unterwegs - Gesund auf Tour Fit & gesund unterwegs Die richtige Vorbereitung

Masern, eine der ansteckendsten Infektionskrankheiten überhaupt, waren in den vergangenen Jahren kein Thema mehr in Deutschland. Entsprechend oft wurde auf das Impfen von Kindern verzichtet. Reisende sollten dennoch aufmerksam sein. In Italien wurden zwischen Januar und Juli über 3600 Infektionen gemeldet, die meisten in den Regionen Piemont, Lazio, Lombardei, Toskana, Abruzzen, Venetien und Sizilien. Erhöhte Infektionszahlen melden auch Spanien, Belgien, Österreich und Rumänien. Betroffen sind überwiegend Jugendliche und Erwachsene, bei denen die Krankheit in der Regel schwerer verläuft als bei Kindern. Von der in Italien angeordneten Impfpflicht für Kinder sind Urlauber nicht betroffen.

Ernst zu nehmen ist auch die Leberentzündung Hepatitis A, die durch Schmierinfektion sowie verseuchte Nahrungsmittel verursacht wird. Ein erhöhtes Risiko besteht etwa in Mittelmeerländern durch den Verzehr von nicht ausreichend lang gekochten Muscheln oder Meeresfrüchten. Über Körperflüssigkeiten wird die Hepatitis B weitergegeben. Verbreitet ist der Virus in Süd- und Osteuropa, eine Impfung schützt bis zu 15 Jahre.

Zecken befallen nicht nur Hunde, sondern auch Menschen. Eine Kopfbedeckung, lange Hose und festes Schuhwerk verringern das Risiko, schützen aber nicht umfassend. Ein Zeckenbiss kann die Hirnhautentzündung FSME übertragen. Als besonders hoch gilt die Infektionsgefahr in Baden-Württemberg und Bayern, Österreich, der Schweiz, im Mittelmeerraum und im Südwesten Schwedens. Der Schutz muss alle drei Jahre aufgefrischt werden. Gegen die ebenfalls von Zecken übertragene Lyme-Borreliose gibt es allerdings keine Impfung.

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Ein Blick in den Impfpass, der natürlich auch auf Reisen mitgeführt werden sollte, klärt darüber auf, wann die letzten Schutzimpfungen erfolgt sind. Auch wenn einige Impfungen, zum Beispiel gegen Tetanus oder Hepatitis A noch am Tag der Abreise verabreicht werden können, sollte man nicht bis zum letzten Moment abwarten. Impf-Nebenwirkungen sind zwar selten, aber wer möchte sich auf der Urlaubsfahrt schon mit etwaigen Beschwerden herumschlagen. Empfohlen wird, Impfungen etwa vier Wochen vor der Abreise durchzuführen.

Handy am Steuer Telefon Fit & gesund unterwegs Notfall-Apps fürs Smartphone

Aufklärung über sinnvolle Impfungen für das angestrebte Urlaubsziel leisten Hausärzte. Aktuelle medizinische Hinweise zum Urlaubsland bietet zudem die Homepage des Auswärtigen Amtes.

Der Outdoorausrüster Globetrotter unterhält in mehreren Filialen Reisepraxen, wo sich Kunden zu gesundheitlichen Risiken und Vorsorgemaßnahmen auf ihrer Reise informieren können. Darüber hinaus können hier auch alle erforderlichen Schutzimpfungen vorgenommen werden.

Besonderen Wert auf den Schutz vor Infektionskrankheiten sollten Menschen legen, deren Immunsystem bereits wegen anderer Grundkrankheiten gefordert ist. Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut empfiehlt allen Personen über 60 Jahren Impfungen gegen Grippe sowie Pneumokokken-Erkrankungen.

Dem Centrum für Reisemedizin zufolge übernimmt jede zweite gesetzliche Krankenkasse die Kosten von Impfungen für den privaten Auslandsurlaub. Die üblichen empfohlenen Schutzimpfungen, unter anderem gegen Tetanus, Hepatitis A und B, FSME und Tollwut sowie gegen Masern, Meningokokken und Pneumokokken-Infektionen werden durchgängig von den Kassen getragen. Trotzdem besteht schon gegen Tetanus bei knapp jedem Dritten kein Impfschutz. Man sollte darüber nachdenken. Die schönsten Tage des Jahres sind zu kostbar, um sie leichtfertig zu riskieren.

Infektionsrisiko Wasser

Prüfung der Wasserqualität Wasserversorgung im Wohnmobil Gefahr aus dem Wassertank im Wohnmobil?

Das Wasser im Bordtank stellt durch die Verwendung von Entkeimungspräparaten keine Gefahr dar. Innerhalb Europas bedarf es keiner gesonderten Filtrierung, bei Reisen nach Nordafrika muss man jedoch darüber nachdenken.

Vorsicht sollte man beim Genuss von offenem Wasser walten lassen. Immerhin sind rund die Hälfte aller Krankheiten in Ländern mit niedrigen Hygienestandards auf verunreinigtes Trinkwasser zurückzuführen. Ein potenzielles Risiko sind bereits mit Wasser verdünnte Getränke – dies kann sogar offenen Wein betreffen. Auch bei hohen Temperaturen sollte man Eiswürfel im Zweifel besser ablehnen. Bakterien wie Salmonellen und Shigellen, aber auch Viren können auf diesem Weg übertragen werden.

Impf-Empfehlungen für europäische Urlaubsländer

Westeuropa
Belgien/Niederlande/Großbritannien/Irland: Hepatitis B (1, 2); Meningokokken Serotypen A, C, W135, Y (2); Meningokokken Serotyp B (2, 3)
Frankreich: FSME: April–Oktober, sporadische Herde: Elsass, Lothringen (Nancy), Rhône-Alpes (Grenoble); Hepatitis A: Mittelmeerküste, Korsika; Hepatitis B (1, 2)

Alpenländer
Österreich: FSME: April–Oktober; Hepatitis B (1, 2)
Schweiz: FSME: April–Oktober; Hepatitis B (1, 2); Meningokokken Serotypen A, C, W135, Y (2); Meningokokken Serotyp B (2, 3)
Slowenien: FSME: April–Oktober; Hepatitis A; Hepatitis B (1, 2); Tollwut

Südeuropa
Italien: FSME: April–Oktober, kleinere Naturherde in den Provinzen Trentino, Friaul-Julisch Venetien, Belluno, Goriza (NO), Florenz, Latium (Mittelitalien), evtl. Piemont (NW); Hepatitis A; Hepatitis B (1, 2)
Spanien/Portugal: Hepatitis A; Hepatitis B (1); Meningokokken Serotypen A, C, W135, Y (2); Meningokokken Serotyp B (2, 3)
Kroatien: FSME: April–Oktober; Hepatitis A; Hepatitis B (1, 2); Tollwut
Griechenland: FSME: westlich von Thessaloniki; Hepatitis A; Hepatitis B (1, 2); Meningokokken Serotypen A, C, W135, Y (2); Meningokokken Serotyp B (2, 3); Tollwut: Festland

Skandinavien
Dänemark: FSME: Bornholm, Nord-Seeland, weitere Gebiete.
Finnland: FSME: April–Oktober; im SW, Turku, vorgelagerte Inseln, Aland-Inseln; Hepatitis B (1, 2)
Norwegen/Schweden: FSME: April–Oktober; Hepatitis B (1, 2)

Baltikum
Estland, Lettland, Litauen: FSME: April–Oktober; Hepatitis A; Hepatitis B (1, 2); Tollwut

Osteuropa
Polen/Tschechien/Slowakei/Ungarn: FSME: April–Oktober; Hepatitis A; Hepatitis B (1, 2); Tollwut
Bulgarien: FSME: April– Oktober; Hepatitis A; Hepatitis B (1,2); Meningokokken Serotypen A, C, W135, Y (2); Meningokokken Serotyp B (2, 3); Tollwut

Legende:
(1) bei Langzeitaufenthalten; (2) bei engerem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung; (3) bei Alter unter 25 Jahre.
Quelle:
Centrum für Reisemedizin, Stand: 08/2017, alle Angaben ohne Gewähr

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie uns Ihre Meinung.

Neues Heft
Heft 8 / 2018 4. Juli 2018 162 Seiten Heftinhalt anzeigen Artikel einzeln kaufen
Fahrzeug-Angebote
Anzeige
Stellplatz-Radar