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Basiswissen – Sicherheit im Reisemobil

Gurte und Sitzplätze im Wohnmobil nachrüsten

In diesem Globecar Revolution wurde ein fünfter Sitzplatz nachgerüstet. Foto: Frank Eppler, Uli Regenscheit, Archiv 6 Bilder

Mehr Passagiere als Sitzplätze – was nun? Wenn das Reisemobil nicht genügend Sitzplätze hat, sind Gurte und Sitze zum Nachrüsten die Lösung. promobil zeigt was sie beachten müssen und die Anbieter.

Ein Wohnmobil ist ein langjähriger Begleiter – klar, dass sich in diesem Zeitraum an der persönlichen Situation einiges ändern kann. Sei es eigener Nachwuchs oder ein Enkelkind: Die Zahl der Mitreisenden kann sich schnell erhöhen. Wenn dann keine Sitzplatzreserven im Fahrzeug vorhanden sind, ist guter Rat teuer. Wer sich nicht gleich ein neues Reisemobil kaufen will, kann auch nachrüsten. Dabei geht es nicht nur um den Sitz als solchen, sondern auch um einen passenden Sicherheitsgurt. 

Der ist nicht nur Vorschrift, sondern auch essentielles Sicherheitsmittel. Das sollte jedem einleuchten – tut es aber offenbar nicht. So liest man in einschlägigen Internetforen immer mal wieder haarsträubende Aussagen wie diese: "Wir haben nicht genügend Gurtplätze, daher fahren die Kinder bei uns im Alkoven mit." Man muss kein Genie sein, um das als das zu erkennen, was es ist: fahrlässig und brandgefährlich. 

Sitzplatz im Wohnmobil nachrüsten

Dabei ist die Installation eines weiteren Sitzplatzes kein Ding der Unmöglichkeit: Es gibt Anbieter, die Nachrüstsätze verkaufen oder den Einbau auch gleich selbst übernehmen. 
Letzteres ist empfehlenswert, denn der neue Sitz muss vom TÜV abgenommen und in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden, damit er eingesetzt werden darf. Konstruktionen Marke Eigenbau haben es da schwer und entsprechen meist auch nicht den erforderlichen Sicherheitsstandards. Diese umfassen beispielsweise die sachgemäße Befestigung der Gurtböcke am Chassis des Basisfahrzeugs. Eine Befestigung an den Möbeln würde im Ernstfall nicht halten. 

Völlig frei ist man bei der Anzahl der nachrüstbaren Sitzplätze übrigens nicht: Die Zahl der Sitzplätze, die während der Fahrt besetzt werden dürfen, richtet sich nach der möglichen Zuladung, dem zulässigen Gesamtgewicht und dem Erstzulassungsdatum des Wohnmobils sowie der sicherheitstechnischen Ausrüstung der einzelnen Sitze. 

Welche Wohnmobile können denn überhaupt mit einem zusätzlichen Sitz samt Sicherheitsgurt ausgestattet werden?

"Im Prinzip alle", gibt Wolfgang Hirmke von der Firma VS-Rückhaltesysteme (VSR) zu Protokoll, "es hängt aber teilweise auch von der Kompromissbereitschaft des Kunden ab." Die wird erforderlich, wenn beispielsweise Stauraum zugunsten eines Sitzes verschwinden soll. Auch der notwendige Aufwand und die damit einhergehenden Kosten müssen beachtet werden. 

Der Aufwand steigt zum Beispiel, wenn ein Doppelboden den direkten Zugang zum Chassis verhindert. In diesem Fall können Distanzböcke eingesetzt werden, die bei einem Unfall die auftretenden Kräfte an das Fahrgestell ableiten. Diese können einen Abstand von bis zu 33 Zentimetern überbrücken. Ein Satz Böcke kostet etwa 340 Euro. Die Gesamtkosten für einen zusätzlichen Sitz hängen stark davon ab, ob man selbst Hand mit anlegt oder die Montage komplett den Profis überlässt. Ein Gurtbock samt Verankerung schlägt mit etwa 500 bis 800 Euro zu Buche. Die Montage kostet je nach Aufwand ab 350 Euro, kann aber auch ins Vierstellige gehen. Wer die anfallenden Schreiner- und Polsterarbeiten machen lässt, muss mit weiteren 2500 Euro rechnen. Hinzu kommen noch die Abnahme durch den TÜV sowie der Eintrag in die Fahrzeugpapiere. Neben dem Preis sollte man sich auch über das zusätzliche Gewicht klar sein, das mit einem neuen Sitz mit auf die Waage kommt. Ein durchschnittliches Rückhaltesystem wiegt etwa 30 Kilogramm. 

Bei den Sicherheitsgurten setzt man heutzutage vor allem auf den Dreipunktgurt. Wer kleine Kinder hat, kann darauf nicht verzichten, denn die allermeisten Kindersitze können nur mit diesem Gurtsystem befestigt werden. Beckengurte sind ein Auslaufmodell, werden aber laut Wolfgang Hirmke auch heute noch bei Sitzen entgegen der Fahrtrichtung eingebaut.

Anbieter

Hätten Sie's gewusst?

In Fahrzeugen mit Erstzulassung nach dem 20. Oktober 2007 sind Sitzplätze quer zur Fahrtrichtung nicht mehr zulässig. Der TÜV Nord rät auch bei älteren Fahrzeugen vom Gebrauch dieser Sitze ab. Grund ist die mangelhafte Sicherheit bei einem Unfall. 

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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