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Weinsberg Orbiter 501

Kompakt und geräumig

Nur fünfeinhalb Meter lang, überrascht der Weinsberg Orbiter 501 als kompaktes Alkovenmobil mit geräumigem Innenraum. Ebenfalls selten in der 35 000-Euro-Klasse: der Renault Master als attraktives Basisfahrzeug.

30.04.2007

Der Weinsberg Orbiter 501 wirkt innen deutlich größer, als er von außen erscheint. Damit schafft er den Spagat, auf rund fünfeinhalb Meter Gesamtlänge den Reisenden ein vollwertiges Zuhause zu bieten.

Technische Daten (Stand: Mai 2007) Hersteller: Weinsberg Modell: Weinsberg Orbiter 501 Basisfahrzeug: Renault Master 2,5 L dCi Typ: Alkoven Preis: ab 35340 EUR Sitze mit Gurt: 4 Schlafplätze: 4 Zul. Gesamtgewicht: 3500 kg Länge: 5540 mm Breite: 2300 mm Höhe: 3160 mm Basismotor: Turbodiesel KW: 84 PS: 114

Das luftige Raumgefühl entsteht vor allem durch den pfiffigen Grundriss. Wer den Innenraum des Orbiter betritt, landet in einem Mikrokosmos, dem es kaum an etwas mangelt. Großzügige Küche, bequeme Dinette, durchdachte Badlösung, geräumiger Alkoven, lediglich die Außenstauräume sind ob der geringen Maße etwas dürftig geraten. Im Unterflurstaufach lassen sich nur schmalere, längliche Dinge wie Skier unterbringen. Eine Klappe erlaubt zudem von außen den Zugriff auf den Kleiderschrank, der jedoch auch nicht groß genug ist, um etwa Campingmöbel unterzubringen.

Mahlzeiten zubereiten wird im Orbiter nicht zur Qual, denn die Arbeitsplatte bietet trotz Spüle und Dreiflammkocher genügend Platz. Der versenkte und von einer Glasplatte abgedeckte Kocher ist in den hinteren Teil der Arbeitsplatte eingelassen, so dass vorne viel Fläche zum Vorbereiten bleibt. Gut gemacht ist auch die große Schublade, die weit öffnet und Tellern mit einem Geschirrgitter sicheren Halt bietet. Eine Besteckschublade ist ebenso vorhanden wie zwei Hängeschränke mit drei offenen Ablagen, die den Inhalt dank hoher Rüttelkante auch bei zügig durchfahrenen Kurven vor dem Absturz bewahren. Der Kühlschrank fasst mit 102 Litern Volumen ausreichend Vorräte.

Beim Abspülen ist jedoch Vorsicht geboten, denn durch einen nicht abgedichteten Spalt kann das Wasser ungehindert am benachbarten Kleiderschrank herunterfließen. Dieser Schrank mit ausziehbarem Wäschefach und der weitere Kleiderschrank im Bad bieten auch für längere Urlaubsfahrten ausreichend Platz. In Kombination mit den insgesamt fünf Hängeschränken mangelt es im Innenraum nicht an Staumöglichkeiten. Sämtliche Schränke und Schubladen sind mit Drucktastenschlössern ausgerüstet, die allerdings teilweise etwas hakelig arbeiten.

Zum luftigen Raumgefühl trägt vor allem auch das zweigeteilte Bad bei. Ist die Tür zur Toilette geschlossen, kann das Auge ungehindert am Waschbecken vorbei aus dem Heckfenster schweifen. Bei Bedarf kann einer sich im Bad frisch machen, während der andere die Toilette benutzt. Schwenkt man die Tür bis zum Ende auf, verbinden sich Bad und Toilette zu einem Raum. Die Dusche, die sich mit einem Vorhang von der Toilette trennen lässt, bereitet auch groß gewachsenen Menschen keine Probleme.

Die Dinette grenzt an Bad und Fahrerhaus und bietet vier Reisenden ausreichend Platz. Während der Fahrt schützen zwei Dreipunktgurte und zwei Beckengurte die Mitfahrer im Wohnbereich des Mobils. In der Nacht finden dort bei Bedarf zwei Schläfer Platz. In der
vorderen Sitztruhe lagert das Frischwasser im 100-Liter-Tank, der zum Reinigen und Ablassen sehr gut zugänglich ist. Zwei Lautsprecher über der Sitzgruppe beschallen auch den Wohnraum und lassen sich von dort, ohne ins Fahrerhaus zu müssen, per Schalter abstellen.

Wer dorthin will, läuft Gefahr, sich kräftig den Kopf zu stoßen. Eine ungepolsterte und zudem scharfe Holzkante unterhalb des Alkovens sorgte im Test mehrmals für Kopfweh. Daher: das klappbare Alkovenbett unbedingt mitordern.

Der Alkoven und vor allem die Zugangslösung verdienen dagegen ein großes Lob. Eine  fest montierte Trittleiter läuft auf einer Schiene bei Nichtgebrauch perfekt versteckt ins Leiterstaufach neben der Aufbautür. Im Fach darüber findet auch der optionale Flachbildschirm Platz, der je nach Drehung vom großzügigen Alkoven oder der Dinette aus betrachtet werden kann. Einmal erklommen, liegt es sich im Alkoven auch zu zweit sehr bequem. Die mit Teppich kaschierte Decke sorgt für ein angenehmeres Gefühl als die übliche Alkoven­Innentapete. Auch in kühleren Nächten liegt man oberhalb des Fahrerhauses, ohne zu frieren.

Den guten Gesamteindruck rundet der Renault Master als in dieser Preisklasse eher selten vertretenes Basisfahrzeug ab. Der, inzwischen abgelöste, 114-PS-Motor reicht für den kleinen Orbiter gut aus, wenngleich hügelige Strecken häufiges Schalten erfordern. Das Fahrwerk ist komfortabel, und Straßenunebenheiten dringen kaum nennenswert zu den Passagieren durch. Die Antriebseinflüsse übertragen sich dagegen teilweise deutlich auf die Lenkung, was manchmal etwas stört.

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