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Test

VW California

Außen dezent, innen ein bekannter Zuschnitt: Trotzdem steht der neue California für eine echte Revolution.

Sie sind rar, die Tage, die sich zur Legendenbildung eignen. Tage, die alle Beteiligten so schnell nicht vergessen. Wie dieses August-Wochenende in Wolfsburg. Draußen flimmert die Hitze mit weit über 30 Grad, drinnen schuften am Freitag-nachmittag 46 Mann bis tief in die Nacht am neuen California. Samstagmorgen packen noch mehr helfende Hände an. Das Ziel: Mittags um 13 Uhr muss das Reisemobil für den Exklusiv-Fototermin mit promobil so fertig sein, wie ein Auto unter diesen Umständen fertig sein kann. Um 12.45 Uhr setzen die Männer als letzten Akt die Sitzbank ein – geschafft. Minuten später steht der California, als wäre nichts gewesen, wie aus dem Ei gepellt in der gleißenden Sonne.
Von außen sieht der Silberling unspektakulär aus, der bullig-dezente Auftritt zeigt die typische Zurückhaltung nieder-sächsischer Autos. Auf buntes Campingbus-Dekor verzichtet VW bewusst. Als Reisemobil ist der California erst auf den zweiten Blick zu entschlüsseln. Das sollte jedoch nicht dazu verführen, ihn zu unterschätzen – der California revolutioniert die Campingbus- Szene.

Der Hintergrund: VW hat die jahrzehntelange Zusammenar-beit mit Westfalia beendet, stellt den California aus eigener Kraft auf die Räder. „Wenn wir ein Reisemobil selbst bauen, dann muss es etwas Besonderes sein“, macht Karl-Heinz Forytta neugierig, altgedienter VW-Versuchsmann und Camper aus Leidenschaft. California-Entwickler Ralph Staiger steht nicht nach: „Wir sind die Besseren“, legt er die Messlatte selbstbewusst hoch, „das ist ein Auto aus einem Guss." Der Begriff „Auto" kommt nicht von ungefähr, denn die Autoleute von VW haben beim Ca-lifornia, abgesehen vom altbe-währten Grundriss, komplett neu angesetzt und ausgetrete-ne Ausbau-Pfade verlassen. Das beginnt schon beim Dach, es besteht erstmals aus Aluminium. Obwohl deutlich größer, wiegt die Schale mit etwa 30 Kilogramm rund ein Drittel weniger als das bisherige GfK-Teil. Trotzdem ist es als ganzes System nicht leichter: Der neue elektrohydraulische Antrieb, er fährt das Dach in rund 20 Se-kunden bequem per Knopf-druck aus, kostet ein paar Kilo. Der California-Hut wird damit zur Schau auf dem Stellplatz, so wie ein sich wie von Geisterhand öffnendes Cabrio-Verdeck vor dem Großstadt-Café. Er hat darüber hinaus praktische Vorzüge. So billigen die Entwickler dem Deckel 50 Kilogramm Tragkraft zu, haben es für die Aufnahme von Trägersystemen vorbereitet, mit einer bis zu zwei Zentimeter dicken Schicht Polyurethan isoliert. Vorne verbindet ein Alumini-umteil Dach und Windschutz-scheibe formschlüssig; einge-klebte Alu-Verstärkungsrahmen stabilisieren die Karosserie.

Ein doppeltes, außen liegendes Scherensystem stellt das Dach nun deutlich weiter auf – endlich ist die volle Liegelänge der Matratze nutzbar, kann man hinten die Füße drehen und vorne mit baumelnden Beinen sitzen. In den Faltenbalg eingearbeitete Streifen aus Kunststoff ziehen den Stoff beim Schließen des Dachs automatisch nach innen. Neu wie der California ist der Liegekomfort: Zunächst misst der VW T5 in der Schulterpartie 120 Millimeter mehr als sein Vorgänger – dieses Maß kommt dem Dachbett zugute. Überdies hat die frühere Bettplatte ausgedient: Man liegt sehr kommod auf einem Lattenrost. Drunter sorgt eine Verkleidung nach dem Muster des Multivan-Dachhimmels für Wohnlichkeit. Wer sich im Oberdeck abschotten möchte, zieht ein Rollo zu. Dieses Dachbett ist keine Verlegenheitslösung, sondern der bevorzugte Liegeplatz des California-Eigners. Doch auch im Erdgeschoss ist nichts mehr so, wie es bisher war – der California ist erwachsen geworden. Was manchem Reisemobilisten wie ein Kulturschock vorkommen mag, steht für den Beginn einer Ära.

Technische Daten (Stand: September 2003) Hersteller: Volkswagen Modell: California Basisfahrzeug: VW T5 Typ: Campingbus Preis: ab 39620 EUR Sitze mit Gurt: 4 Schlafplätze: 4 Zul. Gesamtgewicht: 3000 kg Länge: 4890 mm Breite: 1904 mm Höhe: 1990 mm Basismotor: Diesel KW: 77 PS: 104

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