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Eura Mobil Terrestra A 570 HS im Test

Kleines Alkoven-Wohnmobil für Paare

Eura Terrestra A 570 HS Foto: Andreas Becker 15 Bilder

Mit gefälligem Design und üppigem Raumgefühl bricht das Alkovenmobil von Eura mobil eine Lanze für diese Fahrzeugspezies. Der Terrestra hat das Zeug, Neukäufer zum Nachdenken zu bringen.

01.09.2017 Dirk Vincken 3 Kommentare

Reisemobilhersteller lassen sich zuweilen recht kreative Namensschöpfungen einfallen. Unser Test-Alkoven von Eura Mobil lautet auf Terrestra. Okay, das soll wohl von terrestrisch abgeleitet sein, was wiederum „erdverbunden“ heißt. So wirkt der Terrestra trotz seiner luftigen Höhe von gut 3,20 Meter alles andere als abgehoben, steht stämmig und durchaus wohlproportioniert da. Was keineswegs selbstverständlich ist, denn gerade die Spezies der Alkovenmobile ist nicht nur, aber eben auch aus optischen Gründen in den letzten Jahren ins Hintertreffen geraten. „Zu wuchtig“ heißt es oft, „zu kopflastig“ sei das Ganze. Viele befürchten höheren Verbrauch und einen eingeschränkten Alltagsnutzen, denn die über der Motorhaube thronende Doppelkoje zieht den Aufbau nun mal unweigerlich in die Höhe. So manche Durchfahrt unter Brücken oder Stadtmauern lässt da das Nervenkostüm schon mal knittern. Mit gerade mal zehn Prozent Marktanteil bei den Wohnmobilen hinken die „Schlafnase“-Modelle den Campingbussen oder Teil-und Vollintegrierten hinterher.

Gutes Raumgefühl auf kompakten Maßen

Doch welch eine angenehme Überraschung beim Eintritt in einen modernen Alkoven, zumal in einen so gelungenen und gleichzeitig eigenwilligen wie den Terrestra A 570 HS: Trotz nur knapp sechs Meter Außenlänge empfängt den erstmals Einsteigenden ein völlig unerwartetes Raumgefühl. Keine drangvolle Enge, keine logistische Herausforderung, wenn es darum geht, ob zuerst geduscht oder gekocht werden soll. Gut, so etwas bieten andere Reisemobile auch, doch eher selten in dieser kompakten Klasse. Möglich macht dies die große gestalterische Freiheit, wenn alkoventypisch das Doppelbett nach vorne oben wandert und damit der restliche Raum viel Freiräume bietet. Mit zwei Meter Bettlänge und einer Kopffreiheit von bis zu gut 70 Zentimetern entsteht nie ein beklemmendes Gefühl. Besonders dann nicht, wenn es mit bis zu drei Fenstern aufgewertet werden kann.

Außreichend Platz im Terresta. Foto: Andreas Becker

Eine ausladende Hecksitzgruppe umbaut den versenk- und schwenkbaren Tisch, der mit 96 mal 76 Zentimetern zwei bis vier Personen Platz bietet. Dass er aufgrund seiner Ein-Säulen-Konstruktion nicht gänzlich wackelfrei ist, muss dabei wohl hingenommen werden.Auch fiel uns auf, dass die Oberschenkelauflage der hinteren Querbank nicht die üppigste ist. Das schmälert aber nicht das besondere Vergnügen, sich längs oder auch quer ins Eck lümmeln oder aus den großen Fenstern ins Grüne oder übers Blaue schauen zu können. Diese Art der vielleicht bisher unbewusst vermissten Entspannung bietet auf sechs Metern nur ein Alkovenmobil.

Das Gefühl der Großzügigkeit setzt sich auch andernorts fort: Der Kleiderschrank verdient diesen Namen, die robust-eleganten Hängeschränke bieten viel Raum zum Verstauen, das von oben lichtdurchflutete und gut abgedichtete Bad erfreut mit auch für Hochgewachsene ausreichend dimensionierter Dusche. Dabei entsteht nie das andernorts anzutreffende beklemmende Gefühl einer reinen Notbrause.

Viel Stauraum im Doppelboden

Mittig unter der leicht geschwungenen und ausreichend großen Arbeitsplatte des Küchenmoduls gleitet ein Auszugschrank heraus, gibt Weinflaschen frei, die auf die Kühlung im 106 Liter fassenden Absorber-Kühlschrank warten. Weitere durchdachte Details: Das bereits erwähnte Alkovenbett unter dem großen Panoramadach (1190 Euro oder als Teil des 2690 Euro teuren Touring-Pakets) lässt sich weit nach oben klappen, sodass der Zutritt zum Fahrerhaus ohne nachhaltige Stirnblessuren abläuft. Besser sollte es wohl „Abstieg“ heißen, denn die recht hohe Trittstufe ist dem durchgängigen, 37 cm hohen, gut isolierenden Doppelboden geschuldet. Und der hat’s in sich: Er bietet zusätzlichen Stauraum, lässt sich über Bodenbretter oder über zwei Seitenklappen und den Heckstauraum füllen. Dieser ist übrigens keine vollwertige Heckgarage (mit der Option, zwei Fahrräder einzuladen), weil die Hecksitzgruppe im A 570 HS ihren Raum-Tribut fordert.

Viel handlicher, als es auf den ersten Blick erscheinen mag, durcheilt der Terrestra Kurven aller Art zielgenau und leichtfüßig. So gelingen enge Alpenpasskehren ebenso wie zunächst unmöglich anmutende Einparkmanöver. Die Formel „hoch, aber kurz“ spielt hier ihre Vorteile aus. Kein überlanger Radstand, kein ausschwenkendes Heck beeinträchtigt die Rangierfreude. Zudem gestattet der Eura dank Heckfenster und -kamera einen guten Überblick nach hinten.

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Haben wir es hier also mit einem nahezu idealen Reisemobil zu tun? Die Frage ist durchaus erlaubt, denn der Terrestra punktet an vielen Stellen, die der Alkoven-Unkundige nicht vermutet hätte. Doch da ist sie wieder, diese leidige Balance aus Licht und Schatten. Der Test-Terrestra patzt bei Reisefreude und Akustik: Die enorme projizierte Stirnfläche in Kombination mit einem nicht unbeträchtlichen cW-Wert bescheren dem A 570 HS einen überproportional hohen Luftwiderstand. Da hat der wacker kämpfende und bis 100 km/h sogar zügig beschleunigende 150-PS-Ducato-Motor ab Tempo 130 praktisch nichts mehr zu melden. Nur die Tanknadel bewegt sich dann noch – bevorzugt nach unten. Auch wird das Gefährt dann unangenehm laut, begleitet von hinten von einer aufdringlichen Klapper- und Knarz-Sinfonie des Küchenblock- und Hängeschrank-Orchesters.Nein, die wahre Bestimmung dieses Eura Mobils offenbart sich am Zielort, im Stand, in der Ruhe. Den Raum und die Möglichkeiten genießen, Markise ausfahren, den Kühlschrank leeren: Dann blüht er auf, der A 570 HS – und seine Gäste mit ihm.

Fazit

Der Terrestra ist so etwas wie ein Geheimtipp: geräumig, durchdacht, ein gelungenes Beispiel des Alkovenprinzips. Nur der eingeschränkte Heckstauraum und der zumindest in unserem Testfahrzeug stets präsente Geräuschpegel trüben die Freude.

Technische Daten
Eura Mobil Terrestra A
Grundpreis62.990 €
AufbauAlkoven
Maße (L/B/H)598/233/319 cm
Motor2,0l Multijet
Leistung96 kW / 130 PS
Zul. Gesamtgewicht3500 kg
Sitze mit Gurt2 bis 4
Schlafplätze4
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    Neuester Kommentar

    An Diana:
    Danke!

    Die Kommentarfunktion wird hier ja leider nicht gerade häufig benutzt - aber in dieser WoMo-Klasse habe ich halt einige Erfahrungen....
    ... wie auch mit dem Schreiben von Berichten....

    pleo 22. September 2017, 13:49 Uhr
    Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
    Heft 08 / 2017 12. Juli 2017 162 Seiten Heftinhalt anzeigen Artikel einzeln kaufen
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