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Pilote Explorateur P 685 FG

Forschergeist

Pilote Explorateur: promobil geht in dem französischen Teilintegrierten mit dem treffenden Namen auf Entdeckungsreise.

Natürlich ist es ein Klischee, wenn man manchen berühmten Menschen, darunter auch ruhmreichen Entdeckern, nachsagt, sie hätten zwei Gesichter. Doch kein Klischee ohne realen Hintergrund. Auch der exklusivste Teilintegrierte der französischen Marke Pilote, der Explorateur, gibt sich in so mancher Hinsicht ambivalent. Kein Zufall: Explorateur heißt zu Deutsch Entdecker.

Technische Daten (Stand: Oktober 2006) Hersteller: Pilote Modell: Pilote Explorateur P 685 FG Basisfahrzeug: Renault Master dCi 140 Typ: Teilintegrierter Preis: ab 60680 EUR Sitze mit Gurt: 3 Schlafplätze: 3 Zul. Gesamtgewicht: 3500 kg Länge: 6890 mm Breite: 2300 mm Höhe: 2890 mm Basismotor: Turbodiesel KW: 110 PS: 150

Nehmen wir die Basis. Bezogen auf das Fahrverhalten mimt der Renault Master den Softie. Im positivsten Sinn. Die Vorderachse federt ausgesprochen komfortabel ein, und auch die Hinterachse spricht sensibel an. Statt der Original-Starrachse baut Pilote ein vom Fahrgestellspezialisten Alko stammendes System mit Einzelradaufhängung und Drehstäben ein. Dessen breitere Spur sorgt zugleich für mehr Stabilität.

Der Blick unters Fahrzeug offenbart einen ansonsten herkömmlichen Flachboden und Nachlässigkeiten in puncto Rostvorsorge, die beim Einpassen der selten verwendeten Alko-Achse unterlaufen sind.

Im Unterschied zum guten Fahrkomfort gibt der Motor das Raubein. Bei dem bullig anschiebenden Turbodiesel des Testwagens handelt es sich allerdings um das Drei-Liter-Aggregat, das in der neuen Saison nicht mehr angeboten wird. Künftig wählen Kunden zwischen 120 und 150 PS und erfreuen sich weiterhin an ausgewogenen Eigenschaften wie exakter Schaltung und geringen Bedienkräften.

Auf die Aufbauqualität deuten schon die glatten, tief glänzenden Aluseitenwände hin. Den formschönen Heckabschluss bildet ein doppelwandiges GfK-Formteil. Ein stabilisierendes Metallgerüst, von Pilote Duralinox genannt, und die hochwertige Styrofoam-Isolation verleihen dem Explorateur spürbar hohe Verwindungssteifigkeit. Einziger Schwachpunkt: die fehlende Abdichtung zwischen GfK-Haube und Windschutzscheibe.

Im Interieur fällt während der Fahrt hörbares Klappern auf. Auch die einfachen Rollenschnäpper-Verschlüsse sind Zeichen eines nur durchschnittlichen Möbelbaus – angesichts des Grundpreises von 60 680 Euro etwas enttäuschend. Andererseits kommen Paare gut klar mit dem Stauraum, den Kleiderschrank, Hängeschränke und Heckgarage bieten.

Die Sitzgruppe mit den zwei Längsbänken um den stabilen Tisch weist den Explorateur 685 als Zwei-Personen-Mobil aus. Zwar lässt sich das linke Sofa zum Passagierplatz mit Dreipunktgurt umbauen, aber bequem ist der mit seiner zu tiefen Sitzfläche nicht. Insgesamt bewirkt diese Sitzordnung jedoch ein tolles Raumgefühl.

Das große Querbett besitzt eine bequeme Matratze aus hochwertigem Schaumstoff mit Lattenrostfederung. Zwei Seiten- und ein Dachfenster lassen am Morgen viel Licht herein.
Ein echter Höhepunkt ist die Küche. Die Topausstattung mit Backofen, großem Kühlschrank, Mülleimer und Dunstabzug lässt keine Wünsche offen. Auch der Stauraum ist großzügig bemessen und gut zugänglich.

Mit üppiger Bewegungsfreiheit und ansprechender Machart gefällt das Bad. In den Waschtisch ist ein tiefes Becken mit hochwertiger Armatur eingelassen. Zahlreiche Ablagen und Handtuchhalter machen das Leben leichter. Die separate Duschkabine hat sogar schon Oberklasseniveau. Solider Mittelklasse entspricht wiederum die Bordtechnik. Da sind sie wieder: die zwei Gesichter.

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