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Mercedes X 250 d 4MATIC im Test

So fährt sich die neue X-Klasse

Mercedes X-Klasse (2017) Foto: Jürgen Bartosch 29 Bilder

Kommt nach den SUVs die Zeit der Pick-Ups? VW startete mit dem Amarok als erster deutscher Hersteller in diese Fahrzeugklasse, die besonders in USA, Südamerika und Afrika eine große Rolle spielt – nun kommt Mercedes mit der neuen X-Klasse.

21.10.2017 Jürgen Bartosch 1 Kommentar

Die Tür schließt satt, der Sitz passt auf Anhieb, die rechte Hand fällt auf das bekannte COMAND-Eingabesystem für Navi & Co., und auch die markenspezifischen Lenkstockhebel links hinterm Lenkrad, finden Mercedes-Limousinen-Fahrer blind. Die neue X-Klasse ist ein Mercedes, das wird nicht nur durch den großen Stern am Kühlergrill, sondern auch im Interieur schnell klar.

Mercedes X-Klasse (2017)
Fahrtest 1:04 Min.

Hintergrund der Skepsis vor dem Erstkontakt: Die X-Klasse ist mit dem Navara von Nissan und dem Alaskan von Renault verwandt – das ist kein großes Geheimnis. Der Leiterrahmen, das Fahrwerk mit an Mehrlenkern und Schraubenfedern aufgehängter Hinterachse sowie der 2,3-Liter-Basismotor, den es in einer 163- und einer 190-PS-Version gibt, sind allen drei Marken gemein – zumindest bei den Doppelkabinern. Lediglich Nissan bietet auch noch eine Einstiegsversion mit kürzerer Kabine und blattgefederter Hinterachse an.

Pick-Up in Mercedes-Qualität: Komfortable Lenkung

Die Mercedes X-Klasse hebt sich von ihren Stiefgeschwistern durch eine eigenständige Karosserieform ab, die sieben Zentimeter breiter ausfällt. Dafür wurde auch die Spurweite um 62 Millimeter gestreckt. Damit steht der Mercedes stämmiger auf den 18-Zoll-Optionsrädern und natürlich tragen auch die eigene Fahrwerks- und Lenkungsabstimmung dazu bei, dem Fahrer ein markentypisches Fahrgefühl zu vermitteln.

In Sachen Handling und Komfort erreicht die X-Klasse damit ein Niveau, wie man es bei Pickups bisher selten erlebt hat. Die direkte und relativ feinfühlige Lenkung macht den 5,34 Meter langen und in der gefahrenen Konfiguration rund 2300 Kilogramm schweren Wagen stets gut beherrschbar. Die Federung spricht auch an der Hinterachse überraschend sensibel an – insbesondere im Vergleich zu klassischen blattgefederten Pickups, die bei Fahrbahnunebenheiten empfindliche Nackenschläge austeilen können.

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Das typische Zittern, das etwa bei Querfugen durch die Karosserie – und den Rücken hinunter läuft, kann aber auch die X-Klasse nur dämpfen, nicht ganz abstellen. Ein klarer Hinweis auf die Leiterrahmenkonstruktion. Anerkennung gebührt den Mercedes-Entwicklern für die Geräuschdämmung. Motor, Fahrbahn und Windgeräusche zeigen sich auch bei Autobahntempo 120 gut gebändigt. Lediglich ein dezentes Säuseln dringt vom Heckfenster ans Ohr, wo ein kleines Scheibenstück Richtung Ladefläche geöffnet werden kann.

On- und Offroad zeigt die X-Klasse ihre Potenz

Mercedes X-Klasse (2017) Foto: Jürgen Bartosch
Die maximale Wattiefe beträgt 600 mm.

Ob im Stadtverkehr, auf der Autobahn oder der Landstraße – der zur Probefahrt verfügbare X 250 d 4MATIC mit der Antriebskombination aus 190-PS-Motor und Siebengang-Automatikgetriebe macht rundum eine gute Figur in punkto Kraft und Komfort. Mit dem optionalen zuschaltbaren Allradantrieb, kann der Fahrer auf losem Untergrund während der Fahrt zum Heck- den Frontantrieb dazu bitten.

Ist in komplizierteren Passagen eine langsamere Gangart mit mehr Drehmoment am Rad gefragt, muss der Wagen kurz gestoppt und in die Untersetzung (2,72:1) gewechselt werden. Zusammen mit der Automatik und dezentem Gaseinsatz wühlt sich der X damit durchs Gelände, dass es eine wahre Freude ist. Der Fahrer kann sich ganz aufs Lenken konzentrieren.

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Dabei ist die optionale Bird-View-Kamera eine wirklich große Hilfe. Wenn es eng und unübersichtlich wird, kann gezielt auf Front- oder Heckkamera geschaltet, ebenso auch das Umfeld der Vorder- oder Hinterräder in den Blick genommen werden, um etwa an Felsbrocken oder Abbruchkanten zentimetergenau vorbeimanövrieren zu können.

Sollten einzelne Räder an Grip verlieren, greift die Elektronik selbsttätig ein mit gezielten Bremseingriffen. Nicht weniger beeindruckt, wie die Bergabfahrhilfe die Fuhre auf steilem, rutschigem Grund sicher zu Tal befördert. Und sollten die elektronischen Helferlein in besonders kniffligen Passagen an ihre Grenzen stoßen – etwa wenn die Räder diagonal abheben – bleibt als Notnagel noch die optionale Hinterachs-Differenzialsperre, die für starren Durchtrieb am Heck sorgt.

Preise und Ausführungen des Pick-Ups

Mercedes X-Klasse (2017) Foto: Jürgen Bartosch
Die edle Ausstattung im Interieur ist typisch für Mercedes.

Die neue X-Klasse wird ab November in drei verschiedenen Ausstattungslinien (Pure, Progressive und Power) angeboten, die sich außen wie innen in Design und Funktionalität unterschieden. In der einfachsten, nutzfahrzeugartigsten Variante mit schwarzem Stoßfänger ist der X 220 d ab 37295 Euro erhältlich. Das Topmodell X 250 d 4MATIC Power Edition ist ab 47190 Euro konfigurierbar.

Doch Mercedes wäre nicht Mercedes, wenn man nicht noch einen draufpacken würde. Im Laufe des nächsten Jahres folgt das Sahnehäubchen, der Mercedes X 350 d 4MATIC. Er verfügt über den Drei-Liter-Sechszylindermotor wie er auch im Sprinter zum Einsatz kommt. Im X 350 d leistet er 258 PS und stellt ein sattes Drehmoment von 550 Nm zur Verfügung.

Der Motor ist stets gekoppelt mit einem Automatikgetriebe und einem permanenten Allradantrieb, der über ein elektronisch geregeltes Mitteldifferenzial selbsttätig die Kraft zwischen Vorder- und Hinterachse verteilt. Bei einer ersten Mitfahrt in einem Prototypen konnten wir uns schon einen Eindruck von dem potenten Antriebsstrang verschaffen, der dem Mercedes Pickup noch eine deutliche sportliche Note verleiht.

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Gute Voraussetzungen für Absetzkabinen

Für die Nutzung als Basis einer Absetzkabine sind aber andere Eigenschaften wichtiger. Allen voran die Nutzlast, die Mercedes mit über 1000 Kilogramm für die aktuell erhältlichen Varianten mit Vierzylindermotor angibt. Damit sollte für die gängigen Kabinen insgesamt genügend Spielraum vorhanden sein.

Mercedes X-Klasse (2017) Foto: Jürgen Bartosch
Die heckgetriebenen Versionen nehmen bis zu 3,2 Tonnen an den Haken, die Allradvarianten sogar zu 3,5 Tonnen.

Eine verstärkte Hinterachse oder Zusatzluftfedern sind dagegen ab Werk nicht vorgesehen. Einzige Fahrwerksoption ist eine Höherlegung um 20 Millimeter. Für Festaufbauten wie etwa Expeditionsmobile kann auch ein Fahrgestell ohne Ladefläche bestellt werden. Wer die Flexibilität einer klassischen Absetzkabine schätzt, muss sich ein Modell aussuchen, das auf die 1587 Meter lange und zwischen den Radkästen 1215 Meter breite Ladefläche passt.

Beim renommierten Kabinenhersteller Tischer etwa kommen vor allem die Box- und Trail-Modelle 200 bis 240 dafür in Frage. Wann es von Spezialanbieter Bimobil mit seinem Wechselplattformensystem ein geeignetes Modell für den Mercedes X geben wird, ist noch nicht bekannt.

Fazit

Der Einstieg von Mercedes in die Pickup-Klasse ist gelungen. Fahrverhalten und –komfort erreichen nahezu Pkw-Niveau. Wer die neue X-Klasse als kultig-lifestylige SUV-Alternative nutzen möchte, kommt auf seine Kosten. Die Voraussetzungen um eine Wohnkabine zu schultern sind ebenfalls nicht schlecht, allerdings passen nur kleine Modelle, da es die X-Klasse nur als Doppelkabiner gibt.

Neuester Kommentar

Ich denke, man muss die Promobil wohl einfach so belassen.
Ich weiss nun, dass Kommentare gelesen werden, aber sich der Fehler anzunehmen scheint schwer.

Dieser Artikel beginnt mit Bildunterschriften wie:

'Chile gibt es Campingplätze..'
'Hintern kommt eine Mehrlenkerachse zum Einsatz..'

Ganz ehrlich: ich habe auf so eine Dichte von Fehlern in den Texten echt keine Lust mehr. Intern schickt man mir eine mahnende Email, dass Kritik nicht in die Kommentare gehöre und diese nicht der Wahrheit entspreche.

Bis Bild Nr. 9 bin ich hier gekommen, dann hat mich die Menge an Fehlern echt genervt.

Also, die Redaktion benutzt offenbar weiterhin keine Rechtschreibkorrektur und liest die Artikel auch nicht kontrolliert gegen.

Das war mal anders. Sie sind offenbar der Meinung, dass dies den Lesern zuzumuten ist, obwohl Sie ein öffentlich zugängliches Medium sind. Nie eine qualifizierte Antwort dazu von der Redaktion, sich der Probleme auch mal anzunehmen.

Und für die anderen hier: ich bekomme auf meine Emails keine Antwort. Die Frage nach der Höflichkeit stellt sich hier nicht.

Ich verstehe es nicht, wie ein ganzes Medium einfach bei diesen Veränderungen ohne Einsicht sein kann.

Diana van Heide 27. Oktober 2017, 09:05 Uhr
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