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La Strada Avanti H im Test

Viel Komfort für den Zweier-Campingbus

Test La Strada Avanti H Foto: Ingolf Pompe 15 Bilder

Campingbus mal anders: Mit dem großen Heckbad und einem Hubbett über der Sitzgruppe will der neue Avanti H einer Zweier-Besatzung viel Komfort bieten. Das muss natürlich getestet werden.

Die große Mehrzahl der Campingbusse auf dem Markt haben das Bett im Heck. Das hat sich einfach bewährt. Käufer stehen vor dem Erwerb in der Regel also vor der Frage: Nehme ich das kompaktere Fahrzeug mit dem quer eingebauten und daher etwas kürzeren Doppelbett, oder greife ich zur längeren Basis mit den komfortableren Längs-Einzelbetten? Alternativen mit einem grundverschiedenen Ausbaukonzept gibt es am Markt nur sehr wenige, seit dieser Saison aber immerhin eine mehr: den neuen Avanti H aus der Kastenwagenschmiede La Strada.

Campingbus mit Wohnkomfort

Test La Strada Avanti H Sitzgelegenheit Foto: Ingolf Pompe
Lässt einen nicht sitzen: In der Halbdinette kann man gemütlich die Zeit verbringen.

Kenner werden sich an das H-Modell aus früheren Jahren erinnern. Damals kennzeichnete der Buchstabe einen Grundriss mit Heck-Sitzgruppe. Die diente bei Bedarf auch als Nachtlager. Und mit dem darüber installierten Hubbett standen somit auf Wunsch Schlafplätze für bis zu vier Personen bereit. Im neuen 2018er Modell steht das H wieder für ein Hubbett, vor allem aber auch für das großzügig geschnittene Heckbad. Der Neuling in der Mittelklassebaureihe zielt auf eine reine Zweier-Besatzung, die – so verspricht es der Katalog – Wert auf großen Wohnkomfort legt.

Damit dem im Fahrzeugbug angeschlagenen Hubbett nicht zu viel Stehhöhe zum Opfer fällt, setzt La Strada wie schon beim ersten Avanti H auf den Fiat Ducato mit Superhochdach als Basis. Außen reiht sich der knapp 2,90 Meter hohe Camper mit den typischen Zierfolien unverkennbar in die Avanti-Familie ein.

Und auch hinter der Schiebetür gibt es zunächst wenig Überraschendes zu entdecken: Der Küchenblock ist direkt dahinter angeordnet und ragt weit in den Einstieg. Daneben nehmen die Passagiere in einer Halbdinette Platz, deren Mitteltisch dank einer großen Erweiterungsplatte auch den Beifahrersitz gut einbindet.

Pluspunkte in Sachen Sicherheit gibt es seit dieser Saison für die neue Rückbank, die einen Kindersitz serienmäßig isofixiert – und das in allen Avanti-Modellen.

Bett nur für gelenkige Menschen

Test La Strada Avanti H Bett Foto: Ingolf Pompe
Eine kleine Schlafkoje für zwei Personen: Das Hubbett erfordert allerdings viel Gelenkigkeit.

Das Hubbett schlummert tagsüber unauffällig unter dem Dach und schmiegt sich mit der geknickten Konstruktion platzsparend an dessen Form an. Fürs Übernachten rückt es manuell eine Etage tiefer. Dabei wird zunächst der kürzere Teil in Bugnähe, im Anschluss dann der Rest der Liegefläche nach unten gezogen. Das erfordert trotz der Unterstützung von Gasdruckfedern einiges an Kraft. Da das Bett auf Höhe der Kopfstützen aufliegt, ist es zudem ratsam, dass sich beide Passagiere während des Umbaus im Mittelgang hinter der Küche befinden, da im vorderen Wagenteil nur noch wenig Bewegungsfreiheit übrig bleibt.

Auch der Einstieg über die Leiter ist nicht ganz ohne, denn der Ausschnitt zwischen den beiden Seitenschränken im Mittelgang fällt recht schmal aus. Oben angekommen, gilt es auf begrenztem Raum die Beine in Richtung Fahrzeugbug zu bringen, um beim Liegen in den Genuss der maximal vorhandenen Kopffreiheit und der lediglich an diesem Bettende installierten Leseleuchten zu kommen.

Hat man sich erst mal richtig sortiert, versöhnt die Kaltschaummatratze auf punkt-elastischen Tellerfedern mit einem hohen Liegekomfort. Das Bett ist zwar recht schmal, mit zwei Metern aber in jedem Fall länger als in Ducato-Campingbussen mit quer eingebautem Heckbett. Für Bücher, Smartphones und Weiteres stehen zu beiden Seiten große Ablagen zur Verfügung, und mit der serienmäßigen Dachhaube ist bei Bedarf schnell und effektiv für frische Luft gesorgt.

Viel Platz im Avanti H

Test La Strada Avanti H Schrank Foto: Ingolf Pompe
Die Sache hat keinen Haken: Der Kleiderschrank bietet viel Platz.

Fürs Kochen dient in der Küche ein Dreiflammherd mit direkt angrenzender Spüle. Eine extragroße Klappverlängerung schafft ordentlich Arbeitsfläche. Da die beiden Gasflaschen im Küchenkorpus unterkommen, steht hier nur noch wenig Stauraum bereit. Dafür gibt es rechter Hand einige große Schrankfächer und Schubladen.

Weitere Verstaumöglichkeiten finden sich zwischen der Rückbank und dem hohen Kühlschrank. Hinzu kommt der in Campingbussen seltene Doppelboden, der ab den Vordersitzen bis vor das Heckbad sieben weitere, teils beheizte Fächer anbietet. Diese sind mit angeschlagenen Klappen abgedeckt, die dank integrierter Metallösen leicht zu öffnen sind. Stützende Scharniere sorgen zudem dafür, dass die Klappen nicht aus Versehen zufallen. Rein optisch wirkt die Bodenkonstruktion arg zerklüftet, und in den Ritzen sammelt sich schnell Schmutz. Einen Teppich legt La Strada zwar serienmäßig dazu, der Zugriff auf die Fächer wird damit aber auch umständlicher.

Für die Kleidung der Reisenden stellt der H im Bereich vor dem Bad zwei große Schränke bereit. Links mit mehreren Einlegeböden, auf der anderen Seite mit einer Bügelstange und einem Rollo anstelle einer Türe.

Das war es dann aber auch schon fast mit den Verstaumöglichkeiten, denn auf einen großen Stauraum für Fahrräder muss man aufgrund des Heckbads verzichten. Zwischen der Bad-Rückwand und den Hecktüren kommen immerhin noch zwei Campingstühle unter, und in das niedrige, aber tiefe Fach oberhalb der Ladekante passt ein zusammengeklappter Tisch. Links im Heck fand La Strada noch etwas Raum für ein Regal mit klappbaren Regalböden.

La Strada Avanti L (2017)
Edler Campingbus der Sechs-Meter-Klasse

Bad und Ausstattung mit Qualität

Die Platzverhältnisse im Sanitärraum sind dafür im Vergleich zu Campingbussen mit klassischen Grundrissen konkurrenzlos gut. Sowohl vor dem Waschbecken und auf der Toilette als auch in der Duschkabine mit festen Faltwänden genießt man viel Bewegungsfreiheit. Die Ausstattung mit zwei großen Spiegeln, Seifenspender, Toilettenpapierhalter und vielen Ablagemöglichkeiten lässt bis auf einen fehlenden Stromanschluss keine Wünsche mehr offen.

Das gilt auch für die akkurate Verarbeitung des Ausbaus, der sehr hochwertig anmutet und während der Fahrt keine störenden Geräusche von sich gibt. Und das, obwohl die verstärkte Maxi-Vorderachse auf Unebenheiten mitunter arg hölzern reagiert und diese scheinbar ungefiltert an die Insassen weitergibt.

Technik und Preise

Test La Strada Avanti H Kontrollboard Foto: Ingolf Pompe
Tippgemeinschaft: Kontrollbord und Truma-Steuerung im Avanti H.

Technisch gesehen gibt sich der La Strada H keine Blöße: Pluspunkte gibt es für die Rahmenfenster und die hochwertige Innenbeleuchtung inklusive Ambientelicht in LED-Technik (beides Serie), die Isolierung aus PE-Schaum und die Truma-Heizung mit 4000 Watt Leistung sind in dieser Preisklasse dagegen Standard. Weiter aufgewertet wurde der Testwagen unter anderem mit einer Solaranlage, einem Gasdruckregler mit Umschaltautomatik und Crashsensor sowie der neu verfügbaren 90-Ah-Lithium-Batterie, die ein schnelleres Nachladen und eine längere Lebensdauer verspricht.

So viel Ausstattung und Qualität hat aber auch ihren Preis: Am Ende stehen fast 78.000 Euro auf der Rechnung – nicht gerade günstig.

Testwertung

(maximal 5 Punkte möglich)

Wohnen: 3,6
Beladen: 3,1
Technik: 3,5
Fahren: 3,4
Preis & Service: 2,8

La Strada Avanti H: Alle Infos

Gurte/Schlafplätze: 4/2
Zul. Gesamtgewicht: 3500 kg
Länge/Breite/Höhe: 5,99/2,05/2,89 m
Grundpreis ab: 55.646 Euro

Auf- und Ausbau
Stahlblech-Karosserie mit Blechhochdach, außen Stahl, innen foliertes Sperrholz/stoffbezogene Formteile, Isoliermaterial Wand/Dach/Boden PE-Schaum, Stärke Wand/Dach/Boden 12/12/10 mm, Doppelboden 140 mm, 2 Kunststoff-Isolierfenster mit PU-Rahmen, 2 Dachhauben, 1 Panorama-Dachfenster.

Bordtechnik
Gas-Gebläseheizung/Boiler Truma Combi 4, 5 Ausströmer (Einstieg, Doppelboden, Sitzgruppe, Küche, Sanitärraum), Wasseranlage: Frisch-/Abwasserrohre, Tauchpumpe.

Basisfahrzeug
Fiat Ducato, Kastenwagen, Vorderradantrieb, Vierzylinder- Turbodiesel, Hubraum 2287 cm3, Leistung 109 kW/148 PS bei 3600/min, Drehmoment 350 Nm bei 1500/min, automatisiertes Sechsganggetriebe.

Fahrleistungen
Beschleunigung 0–50/80/100 km/h 7,9/15,2/21,8 s; Elastizität 60–80/100 km/h (4.//5. Gang) 5,6/12,7//8,2/17,9 s, 80–100 km/h (6. Gang) 11,0 s, Testverbr. 10,4 L/100 km.

Beladungstipps: Serienmäßig baut La Strada den H auf einem 3,5-Tonnen-Maxi-Chassis mit erhöhten Achslasten. Dass ihre Lastgrenzen überschritten werden, kann nahezu ausgeschlossen werden. Die Kapazitäten der Gesamtzuladung sind deutlich kleiner. Auch mit umfangreicher Ausstattung sollten zwei Reisende damit aber zurechtkommen. Weitere Auflastungsoptionen werden nicht angeboten.

Fazit

Abgesehen vom etwas umständlichen Einstieg in das Hubbett, bietet der Avanti H in der Tat jede Menge Wohnkomfort – vor allem dank des großen Sanitärraums. Platz für viel Reisegepäck und -proviant ist zuhauf vorhanden. Die Qualität ist hoch, der Preis allerdings auch.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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