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Itineo FC 650 im Test

Schicker, kompakter Integrierter für Paare

Itineo FC 650 Foto: Ingolf Pompe 13 Bilder

Der kompakte Integrierte widerlegt einige Vorurteile. Integriert bedeutet hier nicht unbedingt teuer, und trotz kurzer Abmessungen hat der Itineo FC 650 innen mehr Platz als viele längere Modelle.

Wenn es beim Bau von Integrierten um optische Eigenständigkeit geht, dann hat die Marke Itineo dieses Ziel auf jeden Fall erreicht. Seit dem jüngsten Facelift ist beim Rapido-Ableger jede Verwechslungsgefahr ausgeschlossen. Nimmt man jetzt noch – wie hier im Test – den ungewöhnlichen Grundriss des FC 650, ist dieEigenständigkeit des Franzosen kaum noch zu übertreffen.

Trotz des üblichen Fiat Ducato als Grundlage, entsteht auch im Fahrerhaus ein typisches Itineo-Gefühl. Die A-Säulen stehen steil und weit vorne, sodass der FC 650 an dieser Stelle viel größer wirkt, als er es mit 6,55 Meter Länge tatsächlich ist. Nach kurzer Gewöhnung erkennt man die Vorzüge der kantigen Form: Man kann leicht einschätzen, wo der Itineo vorne wirklich endet. Dazu liegen die vorderen Säulen selten störend im Blickfeld. Ein weiterer Beleg für die Funktionalität des Designs: Die Frontklappe eröffnet einen guten Zugang zum Motorraum.

Fahren

Das weit nach vorne gezogene Dach schützt vor übertriebener Sonneneinstrahlung – verhindert aber auch hier und da den Blick auf eine Ampel.

Itineo FC 656 Foto: Ingolf Pompe
Einfach bedienbar sind die breiten Sonnenblenden, die man weit herunterziehen kann. Ebenfalls gut: die Übersicht am Fahrerplatz.

Ebenfalls nicht optimal für die Übersicht: die Außenspiegel ohne Weitwinkelfeld, das man bei Spurwechseln vermisst. Als Teil eines Pflichtpakets sind Rückfahrkamera und Monitor an Bord, die aber schwächeln, wenn man sie besonders braucht: im Halbdunkel und bei Regenwetter. Sonst ist der Fahrer dank drei gut positionierter Scheibenwischer und breiter Sonnenblenden für alle Witterungen gerüstet.

Die Fahrfreude ließe sich mit besserer Geräuschdämmung aber noch steigern. Das betrifft den Motor, aber auch den Innenraum. Zur offenen Gestaltung kommt hier der Umstand, dass die Badtür nur in geöffneter Position arretiert werden kann und so jeder kleine Laut der Duschabtrennung bis ans Fahrerohr dringt.

Wohnen

Beim Wechsel vom Fahren zum Wohnen nervt die umständliche Verstellung von Sitzlehne und Drehfunktion. In beiden Fällen ist kräftiges Zupacken und eine tiefe Verbeugung nötig. Falls hinten Passagiere mitgefahren sind, kommen noch ein paar Handgriffe hinzu, um die Plätze wieder in Längsbänke zu verwandeln. Das klappt mit Übung schnell, allerdings sind die hinteren Sitzgelegenheiten während der Fahrt mehr ein Notbehelf. Auf der Beifahrerseite ist die Lehne sehr dünn gepolstert; auf der Fahrerseite fehlt eine Kopfstütze.

Itineo FC 651 Foto: Ingolf Pompe
Sechs Menschen können an der Sitzgruppe bequem Platz nehmen. Der aufpreispflichtige Polsterbezug aus Kunstleder (370 Euro) ist pflegeleicht und überraschend behaglich.

Paare genießen nach dem Drehen der Sitze sofort alle Vorzüge der Raumaufteilung im Itineo FC 650: Längsbänke und die Freifläche vor Einstieg und Küche erlauben einen stufenfreien Bewegungsspielraum, der fast an große Liner erinnert.

Dass der Itineo zu den besonders günstigen Integrierten gehört, bemerkt man weniger am Gesamteindruck des Mobiliars als an den Details. Der Tisch gibt auf der nicht durch den stabilen Fuß unterstützten Hälfte etwas nach. Den Hängeschrankklappen fehlen feste Verschlüsse. Über die mitunter praktischen offenen Ablagen kann man geteilter Meinung sein, denn mangels echter Rüttelkanten müssen sie vor der Fahrt ausgeräumt werden.

Itineo FC 654 Foto: Ingolf Pompe
Mit dem Hubbett als einziger fester Liegefläche kann man leben; die Leiter sollte aber bequemer sein.

Die enorme Weitläufigkeit erreicht der kompakte Itineo FC 650 durch Verzicht auf ein echtes Schlafabteil. Doch fehlt es wirklich? Das Hubbett lässt sich einfach absenken und beeinträchtigt die Sitzgruppe kaum. Im Bett mangelt es dank kastigem Bug auch nicht an Kopffreiheit. Mäßig dicke Decken können tagsüber zudem auf der Liegefläche bleiben. Jedenfalls kommt im Urlaub nicht das Gefühl auf, ständig etwas umbauen zu müssen. Noch vollwertiger wäre das Hubbett mit einer etwas breiteren und dickeren Matratze und einer weniger steilen Leiter.

Die umgebaute Sitzgruppe ist keine Alternative. Aufwand, Unebenheiten und rutschende Polster tragen nicht zur nächtlichen Erholung bei. Von der besonderen Bettenkonstellation profitieren alle übrigen Funktionsbereiche. Etwa die günstig zum Tisch und zum Einstieg gelegene Küche. Hier hat nicht nur der Kühlschrank ernst zu nehmende Dimensionen, sondern auch Staufächer, Arbeitsplatte und Spüle.

Itineo FC 657 Foto: Ingolf Pompe
Blick aus der Dusche ins Bad: So viel Platz genießt man sonst nur in Luxusmobilen.

Eine ganze Klasse größer, als man es erwartet, fällt das Bad aus. Hinzu kommen perfekte Proportionen. Weil der Sanitärraum hier nicht schlauchförmig, sondern quadratisch geschnitten ist, bewegt man sich fast wie zu Hause rund um die Toilette und vor dem – etwas kleinen – Waschbecken. Als Zugabe gibt es eine separate Dusche, die dank Kleiderstange auch als Schrankerweiterung dient. Das wäre nicht einmal zwingend, denn der Itineo FC 650 hat ohnehin mehr Platz für Kleidung als üblich. Zwei riesige Schränke mit Stange und Wäschefächern sind ebenfalls im Bad untergebracht. So wird der Sanitärbereich zum Ankleidezimmer.

Beladen

Beim Beladen erfreut ein Bodenfach, eine Sitztruhe mit seitlichem Zugang und vor allem die Garage: Von drei Seiten und von innen erreicht man das große Heckstaufach, das auf der Beifahrerseite Stehhöhe erreicht. Allerdings bringt der Leiterrahmen eine Bodenstufe mit sich. Es fehlt nicht an Zurrösen, einem Licht und Heizungsausströmer.

Technik

Die übrige technische Ausstattung gefällt mit angenehmer Innenbeleuchtung. Dagegen bleibt die Bestückung mit Steckdosen auf das Allernötigste beschränkt.Die kleinen Lichtschalter sind wenig logisch verteilt und teils für Kinder unerreichbar. Der Frischwassertank ist mit 85 Liter etwas knapp bemessen. Beim Abwasserspeicher warnt lediglich eine Kontrollleuchte vor Überfüllung. Der Ablass unter dem Hecküberhang erscheint nur bei großen Bodeneinlässen praktisch. An der Aufbaukonstruktion weisen die schmale Tür und Holzeinlagen in den Wänden auf die Günstigklasse hin – nicht dagegen die robuste GfK-Außenhaut, die Rahmenfenster und eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung.

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Preis & Service

Wenn es ums Geld geht, können sich Käufer übrigens zwei Extras des Testwagens sparen: Die elektrische Trittstufe liegt kaum tiefer als die integrierte Stufe, und im Bug funktionieren die serienmäßigen Vorhänge eher besser als die etwas störrische Faltverdunkelung. Macht unter dem Strich kaum mehr als 60.000 Euro für einen Integrierten, der seinesgleichen sucht.

Testurteil

(maximal 5 Punkte möglich; Maßstab: Integrierte bis 80.000 Euro)

Wohnen: 3,2
Beladen: 4,0
Technik: 3,1
Fahren: 3,0
Preis & Service: 3,9

Fazit

Müssen es immer Einzelbetten sein? Wer die Frage verneint und ohnehin gerne etwas abseits des Mainstreams unterwegs ist, könnte sich in den Itineo FC 650 verlieben. Der kürzeste Integrierte der Marke ist ein schick gemachter Mini-Liner für Paare, denen der Wohn- und Lebensraum wichtiger ist als das Schlafzimmer. Dass es in manchen Details noch Luft nach oben gibt, kann man angesichts des Preises akzeptieren.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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