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Test

Hymercamp

Jahrelang standen die Alkovenmobile von Hymer im Schatten der Integrierten. Jetzt sorgt eine völlig neue Camp-Generation für Überraschungen.

Ganz vorsichtig vollzieht sich die Abkehr von der Einheitsfarbe Weiß. Als erstes Alkovenmobil kleidet der neue Hymercamp seine Seitenwände in dezentem Grau. Bislang blieb dieses Stilelement exklusiv dem Topmodell von Hymer vorbehalten, der S-Klasse. Zufällig ist dieser Zusammenhang sicher nicht: So wie die S-Klasse vor zwei Jahren im Kreis der Luxus-Integrierten Überraschung auslöste, so steht der Hymercamp nun für den Aufbruch im Alkovensegment.
Geblieben ist allein der Traditionsname. Doch selbst in diesem Punkt zwingt die neue Generation zum Umdenken. Die Modellbezeichnung Hymercamp steht in Zukunft für die preisgünstigste Baureihe; der Zusatz Swing verschwindet ersatzlos. Und was geschieht mit den bisher schlicht Hymercamp genannten Modellen? Sie leben weiter und sind ab sofort am Kürzel GT zu erkennen.

Mit dem Namen Swing verabschiedet sich auch das ungeliebte Image der Billig-Baurei- he, die 1995 angetreten war, um zunehmenden Italo-Importen die Stirn zu bieten. Der Hymercamp Jahrgang 2003 signalisiert neues Selbstbewusstsein: Anstelle des Fiat-Kühlergrills prangt der Schriftzug des Marktführers unter den Reisemobilen – ebenfalls eine Anleihe von den erfolgsverwöhnten Integrierten der Marke. Können Farbe und Schriftzug noch als gut gemachter Zierrat durchgehen, fordert der Aufbau selbst Respekt. Die klassischen Kanten sind verschwunden, nicht modisch abgedeckt unter breiten Leisten, sondern ersetzt durch gebogene Platten aus Aluminium-Sandwich. Ohne eine Naht schmiegt sich die Seitenwand bis ans Fahrerhaus. An Dach und Heck bildet eine umlaufende Regenrinne den Übergang. In die Linienführung fügt sich auch die Alkovenkuppel ein. Leicht nach innen versetzt, lässt sie den Hymercamp flacher wirken, als er mit knapp drei Metern Höhe tatsächlich ist.

Innen verschafft der GfKAufsatz entscheidende Zentimeter mehr Kopffreiheit. Doch solcherart substanzielle Fortschritte fallen erst nach längerer Betrachtung des Interieurs auf. An zahllosen Details bleibt der Blick hängen. Da sind zum Beispiel die dicken Aluminiumleisten unterhalb der Hängeschränke, die zusammen mit den grauen Ablagekästen mehr Auto ins Mobil bringen. Helle Kunststofffronten zeigen sich ebenso an den Schubladen Küche und Kleiderschrank; Alu- Optik wiederum ziert offene Ablagen und Halogenspots. Kontrast zur optischen Leichtigkeit dieser Materialien sind die so genannten Steher, vier Zentimeter starke vertikale Elemente der Möbel. Sie sehen massiv aus, drücken jedoch nicht aufs Gewicht: Hier hat man es mit geschäumten Platten statt mit Holz zu tun. Auch die Arbeitsfläche der Küche mit nahtlos eingearbeiteter Spüle und zweitem Ausguss besteht nicht aus Corian, sondern aus weniger gewichtigem Kunststoff. Sichtbar wird die gezielte Leichtbauweise an der filigranen Aufhängung der Hängeschrankklappen mit einem Längsrohr.

Technische Daten (Stand: Juli 2002) Hersteller: Hymer Modell: Hymercamp 494 Basisfahrzeug: Fiat Ducato 11 Typ: Alkoven Preis: ab 34390 EUR Sitze mit Gurt: 4 Schlafplätze: 4 Zul. Gesamtgewicht: 3000 kg Länge: 5190 mm Breite: 2270 mm Höhe: 2900 mm Basismotor: Diesel KW: 62 PS: 85

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