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Hobby Vantana Premium K65 ET im Test

Campingbus mit realistischer Preispolitik

Hobby Vantana Premium im Test Foto: Ingolf Pompe 17 Bilder

Hobby stellt seine Campingbus-Baureihe Vantana neu auf: Ontour, De Luxe und Premium heißen die Varianten, letztere ist Besonders gut ausgestattet. Wir testen die Qualitäten des Premium K65 ET.

Als Hobby 2015 im Campingbus-Markt einstieg, wollte der Vantana mit einer besonders großen Grundrissvielfalt punkten. Seit der Neuausrichtung für die Saison 2019 geht Hobby einen anderen Weg. Es gibt nur noch zwei populäre Grundrisse, mit Querbett oder Einzelbetten im Heck, dafür aber je drei verschiedene Ausstattungslinien. Als Ontour macht der Vantana den Einstieg mit günstigen Preisen ab 39 700 Euro leicht. Die teuerste Premium-Variante lockt mit extra viel Ausstattung, einer breiteren Auswahl beim Innen- und auch Außendesign sowie insgesamt mehr Individualisierungsoptionen.

Slimline-Kühlschrank

Bereits 2017 präsentierte Hobby einen völlig neuartigen Kühlschrank, der im Oberschrank über der Küche eingebaut ist und üppige 90 Liter fasst. Einige Käufer der ersten Generation klagten allerdings bei dem sogenannten Slimline-Kühlschrank über tropfendes Kondenswasser, den lauten Kompressor und nur mäßige Kühlung bei heißem Wetter. Hobby hat darauf reagiert und den Kühlschrank zum Modelljahr 2019 optimiert. Der Kondenswasserablauf wurde versetzt, ein neuer Lüfter an der Kompressoreinheit eingebaut und zur Minimierung der Betriebsgeräusche wird eine andere Verdampfertechnik genutzt. Besitzer von Kühlschränken der Erstgeneration können ihr Gerät bei Bedarf übrigens kostenfrei nachrüsten lassen.

Hobby Vantana Premium im Test Foto: Ingolf Pompe
Kopfstoßgefahr: Wegducken ist angesagt beim Öffnen des Kompressorkühlschranks im Küchenoberschrank.

Bei unserem Test konnten wir – bei allerdings kühlen Außentemperaturen – weder einen erhöhten Lärmpegel gegenüber anderen Kompressorkühlschränken feststellen noch übermäßige Schwitzwasserbildung rund um die Klappen. Für die Platzierung in Augenhöhe sprechen der bessere Einblick und die Zugänglichkeit. Allerdings kann beim Fahren verrutschter Inhalt leicht herausfallen. Außerdem stoßen sich durchschnittlich große Menschen an den nicht sehr weit öffnenden Klappen schnell den Kopf. Den Vantana Premium gibt es nur mit Slimline-Kühlschrank. Wer einen herkömmlichen Kompressorkühlschrank in der Küchenzeile bevorzugt, muss sich für ein Ontour- oder De-Luxe-Modell entscheiden.

Die übrige Küche des Testwagens ist zweckmäßig und erfreut aufgrund ihrer Länge – auch ohne klappbare Arbeitsplattenerweiterung – mit viel Platz zum Abstellen oder für Kochvorbereitungen. Ein Unterschrank und vier Schubladen, eine davon für Besteck, bieten ausreichend Stauraum. Praktisch sind auch die Handtuchhaken an der Stirnseite. Nicht ganz zum gehobenen Anspruch passen will das Fehlen von Softeinzügen in den Schubladen. Auch für ein Gewürzregal wäre durchaus Platz.

Fahrer- und Beifahrersitz bilden zusammen mit der Sitzbank und dem erweiterbaren Tisch eine durchschnittlich dimensionierte Sitzgruppe. Unter der Sitzbank befindet sich die Heizung, im Fußbodenpodest unter der Dinette ist ein extra Schuhfach. Zusätzlichen Stauraum gibt es über Fahrerhaus und Sitzgruppe in drei Oberschränken. Stauraum ist so zur Genüge vorhanden.

Die Beleuchtung des Campingbusses lässt sich über die Ein- und Ausschalter dimmen. Im Heckbett sorgen ausschließlich zwei LED-Spots für Licht. Ein bisschen mehr Beleuchtung wäre hier gut. Dafür überzeugt die Deckenlampe in der Nasszelle des Vantana.

Highlight dieses Campingbusses ist das Bad

Hobby Vantana Premium im Test Foto: Ingolf Pompe
Serienmäßig sind alle Vantana-Modelle mit Fenster im Bad ausgestattet.

Es ist mit 71 mal 100 Zentimeter großzügig bemessen und hat serienmäßig ein Seitenfenster. Duschen? Kein Problem. Und auch beim Toilettenbesuch bietet der Premium sehr viel Beinfreiheit. Außerdem positiv: zahlreiche Ablagen und vier Haken für große und kleine Handtücher.

Im Gegensatz zum Bad gönnt Hobby den Einzelbetten im Heck nicht allzu viel Platz. Sie sind mit gerade einmal 185 und 174 Zentimeter Länge für ein 6,36 Meter langes Fahrzeug ziemlich kurz. Der Einstieg funktioniert dank fester Trittstufe und V-förmigem Einschnitt am Fußende aber bestens. Praktisch sind die zwei beliebig verstellbaren Leselampen sowie die Heizungsbedienung vom Bett aus. Die Hängeschränke laufen im Heck rundum; zusätzlich gibt es einseitig einige offene Ablagen. Unter dem Bett befindet ein großer Laderaum. Die Gurte zum Aufstellen der Lattenroste sind jedoch etwas fummelig einstellbar, hochgeschnürt lassen sich die Roste nicht ganz fix festzurren. In den seitlichen Möbelstollen, in denen auch Wassertank und Gasflaschen untergebracht sind, schafft Hobby zusätzlich offene Fächer. Ebenso in der Trittstufe, die bei Bedarf auch komplett herausgenommen werden kann.

Serienmäßig ist der Vantana Premium mit dem 130-PS-Motor und viel Ausstattung wie Fahrer- und Beifahrerairbags, Hillholder oder ESP ausgestattet. Die Geräuschentwicklung des Möbelbaus hält sich während der Fahrt beim Testwagen in Grenzen. Auch wenn die Beschleunigung des nigelnagelneuen Fiat Ducato, der bis zur Übergabe kaum 100 Kilometer gefahren wurde, ein wenig schwerfällig wirkt, reichen die 130 PS erfahrungsgemäß nach der Einfahrphase gut aus.

Hobby zielt mit dem Vantana Premium auf die Campingbus-Oberklasse. Exklusive Details wie der Slimline-Kühlschrank und die umfangreiche Ausstattung untermauern den Anspruch. Doch an anderen Stellen verließ die Produktentwickler der Mut – offenbar mit Blick auf den Preis. Fehlende Softclose-Einzüge, nicht durchdachte Zurrgurte am Bett und aufpreispflichtige USB-Steckdosen sowie Rahmenfenster passen weniger gut zu einem Premium-Modell.

Hobby Vantana K60 Fs-Veredelung
Mit dem en vogue voll in Mode?

Alle Infos zum Hobby Vantana Premium

  • Gurte/Schlafplätze: 4/2–3
  • Zul. Gesamtgewicht: 3.500 kg
  • Länge/Breite/Höhe: 6,36/2,05/2,66 m
  • Grundpreis ab 49.700 Euro
  • Testwagenpreis 54.500 Euro

Auf- und Ausbau
Stahlblechkarosserie, innen verkleidete Kunststoffformteile, Isoliermaterial Wand/Dach/Boden PE/XPS/XPS, Wandstärke Wand/Dach/Boden 15/11/11 mm, 6 Kunststoff-Isolierfenster, 2 Dachhauben.

Bordtechnik
Gas-Gebläseheizung/Boiler Truma Combi 4, 7 Ausströmer (2 x Sitzgruppe, 1 x Einstieg, 2 x Küche, 1 x Bad, 1 x Heckbett), Wasseranlage: Frischwassertank frostgeschützt, Schlauchleitung, Abwasserrohre, Tauchpumpe.

Basisfahrzeug
Fiat Ducato 130 Multijet, Vorderradantrieb, Vierzylinder-Turbodiesel, Hubraum 2287 cm3, Leistung 96 kW/130 PS bei 3600/min, Drehmoment 320 Nm bei 1800/min, Sechsganggetriebe.

Fahrleistungen
Beschleunigung 0–50/80/100 km/h 6,1/14,9/24,0 s; Elastizität 60–80/100 km/h (4.//5. Gang) 6,2/14,4//9,1/19,2 s, Testverbrauch 11,4 L/100 km.

Wertung

Wohnen
Beladen
Technik
Fahren
Preise

Fazit

Mir gefällt die realistische und ehrliche Preispolitik, es gibt keine versteckten Pflichtpakete. Nach dem Kauf kann man einsteigen und losfahren. Nicht serienmäßige Nice-to-have-Details kosten nicht viel und machen den Premium dann wirklich zum oberklassigen Campingbus. Sehr gut gelungen ist das große Bad mit serienmäßigem Fenster. Einziges Manko: Die Einzelbetten sind für ein so langes Fahrzeug ein bisschen kurz.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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