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Der Ford Nugget Automatik im Test

Nach zehn Jahren wieder als Automatik erhältlich

Ford Nugget Automatik Front Foto: Dieter S. Heinz 5 Bilder

Zum ersten Mal seit zehn Jahren gibt es den Ford Nugget wieder mit Automatik – einem Wandlergetriebe mit sechs Gängen. Hat sich das Warten gelohnt? Wir haben die 130-PS-Version für Sie getestet.

Am Schaltgetriebe desFordTransit Custom gab und gibt es eigentlich nichts zu meckern: Der kurze Schalthebel liegt perfekt zur Hand und gleitet leicht durch die exakte Kulisse. Einzig die ellenlange Übersetzung der oberen Gänge bremst das Temperament des mittleren Ford-Vans (insbesondere mit dem Nugget-Hochdach) und mit ihr die Begeisterung.

Der Wunsch vieler Nugget-Fahrer nach einer Automatik ist trotzdem nachvollziehbar. Geschürt haben ihn aber vor allem die jüngst abgelösten 2,2-Liter-Euro-5-Diesel, die sich ihre (dreh-)freudige Kraftentfaltung mit einer kupplungs- und nervenraubenden Schlappheit unter 2000 Touren erkaufen.

Die neuen, trotz auf zwei Liter verkleinertem Hubraum deutlich leistungs- und drehmomentstärkeren Euro-6-Motoren können das zwar deutlich besser, doch ganz weg ist der Hänger beim Anfahren – zumindest in Kombination mit Schaltgetriebe – nicht.

Kleiner Aufpreis, große Wirkung?

Schlägt hier die Stunde des neuen „Selectshift“-Getriebes, einer klassischen Wandlerautomatik mit sechs Gängen, die für 1964 Euro Aufpreis für die 130- und 170-PS-Versionen erhältlich ist? Oh ja! Denn die durch den verschleißfreien hydraulischen Wandler mögliche Drehmomentüberhöhung und die kürzere Achsübersetzung lassen den 2,6-Tonner so fulminant starten, dass man auf mehr als 130 PS tippen würde.

Bis zum dritten Gang lässt der Drehmomentwandler viel Schlupf zu, was den Zweiliter in höhere Drehzahlbereiche vorstoßen und dadurch spritziger auf Gaspedalbefehle reagieren lässt. Erst ab der vierten Fahrstufe wird der Durchtrieb direkter, in der fünften und sechsten schließt der Wandler mittels Überbrückung komplett.

Problemloses Schalten, dank guter Motorabstimmung

Ford Nugget Automatik Wählhebel Foto: Ingo Wagner
Der grob rastende Wählhebel liegt gut zur Hand.

Die Schaltvorgänge gehen ruck- und unterbrechungsfrei vonstatten und sind zudem sehr gut auf die Leistungscharakteristik des Motors abgestimmt: Die Schaltpunkte liegen auch beim vollen Beschleunigen exakt dort, wo statt Leistung nur noch Geräusch produziert würde, also bei rund 3500 Umdrehungen.
Das maximale Drehmoment von 385 Newtonmetern ab 1500 Touren hilft dem Motor auch über den großen Drehzahlsprung zwischen viertem und fünftem Gang. Rucken tut es nur dann, wenn das Getriebe bei Zwischensprints unmittelbar nach dem Hochschalten sofort wieder zurückschaltet. Dass auch die Automatik in den oberen Gängen lang übersetzt ist, kaschiert der durchzugsstarke TDCI gekonnt.

Nach viel Lob ein wenig Kritik

Als störend erweist sich ein vibrierendes Dachfenster, wenn die Fahrstufe D im Stand leicht die Drehzahl senkt. Doch meist erlöst die Start-Stopp-Automatik zuverlässig von diesem Schnarren. Der Motor startet beim Lösen der Bremse spontan, allenfalls das Anfahren gerät dann etwas ruppig. Und: Die Rasterung des Wählhebels zwischen den Fahrstufen R, N, D und M ist so eng, dass man leicht über D hinaus in den manuellen M-Modus rutscht. Die eingelegte Fahrstufe selbst muss man übrigens im Zentraldisplay ablesen, da die Beschriftung links des Wählhebels unbeleuchtet ist.

Steckbrief Ford Nugget Automatik

Gurte: 5
Schlafplätze: 4
zul. Gesamtgewicht: 3140 kg
Länge/Breite/Höhe: 4,97/1,99/2,8
Grundpreis ab: 41.140 Euro

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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