Stellplatz-Radar: 11.000 Stellplätze in einer App für iOS und Android.

Knaus Boxdrive First Edition im Test

Luxus-Campingbus mit hohem Komfort

Knaus Box-Drive 680 ME Foto: Christian Haasz 15 Bilder

Mit der limitierten First Edition lotet Knaus die Marktchancen für die neue Boxdrive-Baureihe auf dem aktuellen VW Crafter aus. promobil hat sich exklusiv das Längsbetten-Modell genauer angesehen.

Als der VW Crafter 2016 neu vorgestellt wurde, sah es schon so aus, als könne er dem Fiat Ducato als Reisemobilbasis ernsthaft Paroli bieten. Wirklich angekommen ist die jüngste Crafter-Generation bei den Herstellern aber bis heute nicht. Die namhaften Modelle sind leicht an einer Hand abgezählt und dazu allesamt Campingbusse: der Sven Hedin von Westfalia, die Florida-Varianten von Schwabenmobil und eben der Boxdrive von Knaus.

Kompletten Artikel kaufen
Knaus Box-Drive 680 ME
Die First Edition des Knaus Box-Drive Exklusives Längsbetten-Modell auf VW Crafter-Basis
Sie erhalten den kompletten Artikel (inkl. PDF, 3 Seiten)
2,00 €
Jetzt kaufen

Für komfortbewusste Käufer gedacht

Leicht haben es die Hersteller nicht: Im Sinne der Aerodynamik verjüngt sich die Crafter-Karosserie zum Heck hin so gravierend, dass es für ein Querbett eng wird. Während die beiden anderen Hersteller trotzdem versuchen, alles in der Sechs-Meter-Crafter-Karosserie unterzubringen und dabei auf besondere Maßnahmen wie einen ausfahrbaren Mini-Erker oder unkonventionelle Grundrisse zurückgreifen müssen, setzt Knaus für den neuen Boxdrive lieber gleich auf die 6,80-Meter-Variante – eine Zwischenlänge ist seitens VW nicht verfügbar.

Knaus Box-Drive 680 ME Foto: Christian Haasz
Bequemes Längsbett aus einer Matratze.

Einer der Hauptkaufgründe für einen Campingbus, das kompakte Außenmaß, gerät dabei also ziemlich in den Hintergrund. Mit der auf 150 Exemplare limitierten First Edition des Boxdrive will Knaus aber ohnehin vor allem komfortbewusste Käufer locken. Im großen Crafter findet der Hersteller so genug Platz für ein stattliches Längsbett – ein Zwischending aus Doppel- und Einzelbetten. Die Liegefläche erreicht teils über zwei Meter Länge, und auch am Komfort der einteiligen, von zwei Lattenrosten unterfederten Matratze ist nichts auszusetzen.

Knaus Boxdrive (2018)
Vor- und Nachteile des Crafter-Bus

Entspannt ans Ziel auf Crafter-Basis

Knaus Boxdrive First Edition (2018)
Crafter mit langem Radstand 1:32 Min.

Dass der Boxdrive auf einem modernen Transporter basiert, wird bereits auf den ersten Metern klar. Motor- und Fahrgeräusche sind viel leiser als in vergleichbaren Modellen auf Fiat Ducato. Das Fahrwerk ist feinfühliger, die Lenkung direkter. Hinzu kommt, dass der Boxdrive trotz seiner stattlichen Größe auf Seitenwind völlig unaufgeregt reagiert. Der Crafter bringt die Reisenden also ganz entspannt ans Ziel. Großen Anteil daran hat auch die in der First Edition stets serienmäßige Assistenzarmada aus dem VW-Regal, die den Fahrer mitunter abstandsregelnd, spurhaltend und beim Rangieren selbstlenkend unterstützt. So viel Komfort hat natürlich seinen Preis: Rund 80.000 Euro werden für die First Edition fällig. Bis auf den 177-PS-Diesel, die Achtgang-Automatik und eine Markise ist dafür bereits alles an Bord.

Ausstattung und Stauflächen

Knaus Box-Drive 680 ME Foto: Christian Haasz
Der verlängerbare Tisch kommt ohne Fuß aus und bindet alle Plätze gut ein.

Für so viel Geld muss freilich aber auch der Ausbau passen. Optisch reizvoll ist die modern gestaltete Möblierung mit dem Mix aus weißen und holzfarbenen Flächen. Sämtliche Schubladen und Hängeschrankklappen schließen einzugsgedämpft. Einige Bauteile, wie zum Beispiel die Seitenverkleidung neben der Sitzgruppe und dem Heckbett, sind zusätzlich mit Stoff bezogen, was den Innenraum noch wohnlicher macht. In Szene gesetzt wird der Ausbau von der gelungenen, überwiegend indirekten Beleuchtung, deren Lampen in den einzelnen Wohnbereichen entweder über das Kontrollbord mit Touch-Funktion oder über sinnvoll platzierte, klar gekennzeichnete Schalter bedient werden.

Highlight der Halbdinette ist der Tisch, der ohne störenden Fuß auskommt. Das schafft mehr Beinfreiheit und erleichtert den Zugang zu den Sitzen. Ist die Tischerweiterung ausgeklappt, wird es hier aber etwas wackelig. Die Küche überzeugt vor allem mit einem großzügigen Stauraumangebot in den breiten Schubladen. Echte Arbeitsfläche ist allerdings rar. Abhilfe schafft die Spülenabdeckung als Schneidebrett und eine klappbare Erweiterung. Für die Körperpflege steht das aus anderen Knaus-Modellen bekannte Raumbad mit viertelkreisförmigen Schiebetüren bereit. Um Platz zu schaffen, setzt Knaus auf ein kleines Handwaschbecken, das zusätzlich mit einem Handgriff über die Toilette ausgeklappt werden kann und damit an Größe sowie Erreichbarkeit gewinnt.

Knaus und Weinsberg (2019)
Showcars CUVlution und CUvison

Testwertung

(maximal 5 Punkte möglich)

Maßstab: Campingbus mit Bad für 2–3 Personen
Sitzgruppe:
3,5
Möbelbau: 4,0
Schlafen: 4,0
Sanitär: 4,0
Küche: 3,5

Knaus Box-Drive 680 ME im Überblick

Gurte/Schlafplätze: 4/2–3
Zul. Gesamtgewicht: 3500 kg
Länge: 6,84 m
Breite: 2,04 m
Höhe: 2,68 m
Grundpreis: ab 79.990 Euro

Aufbau
Stahlblechkarosserie mit Original-Blechhochdach, außen Stahl, innen Kunststoff-Formteile, teils mit Stoff bezogen, Isolierung PE-/XPS-Schaum, 7 Kunststoff-Isolierfenster mit Alurahmen, Dachhaube, Panorama-Dachfenster.

Ausbau
Möbel aus Sperrholz, Sitzbank mit 2 Dreipunktgurten, Heckbett 1940/2040 x 1740 mm, vorn aufstellbar, Raumbad mit Kassettentoilette, Klappwaschbecken und integrierter Dusche, Küche mit Zweiflammkocher und Kompressorkühlschrank 90 L.

Bordtechnik
Diesel-Gebläseheizung/Boiler Truma Combi D 6, Frischwassertank 110 (20) L, Abwassertank 85 L, Bordbatterie 95 Ah, Gasflasche 1 x 2,8 kg.

Basisfahrzeug
VW Crafter 2.0 TDI, Vorderradantrieb, Vierzylinder-Turbodiesel, Hubraum 1968 cm3, Leistung 103 kW/140 PS, Sechsgang-Schaltgetriebe.

Maße und Gewichte
Länge x Breite x Höhe 6840 x 2040 x 2680 mm, Radstand 4490 mm, Masse im fahrbereiten Zustand 3200 kg, zulässiges Gesamtgewicht 3500 kg.

Preise
Grundpreis 79.990 Euro, inkl. Fahrerassistenz-Paket (u. a. el. und beh. Außenspiegel, Umfeldbeobachtung mit Notbremsfunktion, Rückfahrkamera, Spurhalteassistent, Tempomat mit autom. Distanzregelung, Anhängerrangierassistent), Navigationssystem, ESP, Beifahrer-Airbag, Klimaautomatik, beheizter Vordersitze, Anhängevorrichtung. Optionen: 177-PS-Motor 1680 Euro, 8-Gang-Automatik 2390 Euro, Markise (4 m) 946 Euro, Fahrradträger 499 Euro, Sitzgruppenbett mit Zusatz-Polster 155 Euro.

Fazit

Der Knaus Boxdrive ist ein wahrer Exot im Campingbus-Segment – und das nicht nur wegen der auf 150 Exemplare limitierten First Edition. Unter den Herstellern, die sich dem Ausbau des neuen VW Crafter angenommen haben, greift Knaus als einziger zur rund 6,80 Meter langen Variante (Radstand: 4,49 m) und bringt im Heck ein stattliches Längsbett unter. Das für einen Campingbus ungewöhnlich große Außenmaß erfordert im Alltag nur wenig Kompromisse. Der Boxdrive wird zwar so manchen Parkplatz überragen, die Fahrbarkeit ist dennoch top. Das geht vor allem auf das Konto des modernen VW-Transporters, der in der First Edition serienmäßig mit hilfreichen Assistenzsystemen und einer Rückfahrkamera ausgestattet ist. Dafür müssen Käufer aber auch einen vergleichsweise hohen Preis bezahlen.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
Top Aktuell Ford Nugget Plus Ford Nugget Plus im Test Campervan mit Heck-Bad
Stellplatz-Radar
mobil life 11.000 Stellplätze in einer App

Mit dem kostenlosen Stellplatz-Radar finden Sie auch unterwegs immer den passenden Stellplatz.

Anzeige
Beliebte Artikel Knaus Van Ti Plus 650 MEG Knaus Van TI Plus (2019) MAN-Teilintegrierter mit 4x4 Test La Strada Avanti H La Strada Avanti H im Test Viel Komfort im Campingbus
Fahrzeug-Angebote
auto motor und sport Porsche Macan, Facelift 2019 Porsche Macan S (2019) Fahrbericht Dieselfrei und Spaß dabei Weihnachtskalernder 2018, Kungs, Set Adventskalender 2018 11. Dezember
Caravaning Mitmachen und gewinnen 5 x Eiskratzer Sets von KUNGS Campingplatz-Tipp Costa Verde Campingplatz-Tipp Portugal Orbitur-Camping Rio Alto