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Der erste Campingbus von Carado

Carado Vlow 540 im Test

Der erste Campingbus von Carado zeigt in der 5,40 Meter kurzen Variante, wie die Einsteigermarke in diesem Segment künftig mitmischen will. Foto: Ingolf Pompe 15 Bilder

Kaum auf dem Markt und schon bei promobil im Test: Der erste Campingbus von Carado zeigt in der 5,40 Meter kurzen Variante, wie die Einsteigermarke in diesem Segment künftig mitmischen will.

22.09.2017 Thomas Gerhardt

Die starke Nachfrage nach Campingbussen mit festem Bad lässt zur Saison 2018 zwei weitere Hersteller auf den Zug aufspringen. Die beiden Schwestermarken aus der Erwin Hymer Group, Carado und Sunlight, bringen die baugleichen Derivate Vlow und Cliff auf den Markt – jeweils mit vier Grundrissen. Für einen ersten Test schickt Carado den Vlow in der kompaktesten Variante mit 5,41 Metern Außenlänge. Äußerlich macht die Ducato-Basis mit der blau-grauen, schwarz und gold verzierten Karosserie und den 16-Zoll-Leichtmetallfelgen einiges her. Aber stimmen auch die inneren Werte?

Klassischer Grundriss, komfortable Lösungen

Wer später kommt, kann vieles auf Anhieb richtig machen, heißt es. Entsprechend bekannt fallen Ausbau und Grundrissgestaltung des Neulings aus. Eine großzügige Sitzgruppe darf angesichts der geringen Fahrzeuggröße natürlich nicht erwartet werden. Sind die Vordersitze aber erst mal umgedreht, wobei dafür auch das Vor- und Zurückschieben des Gestühls erforderlich ist, reichen die Platzverhältnisse für zwei bis drei Personen aber aus, es noch bequem zu haben. Um den Beifahrerplatz besser anzubinden, erweitert den Mitteltisch ein Zusatzelement zum Anstecken. Dafür werden unter der Tischfläche zunächst zwei Drehschrauben gelöst, die Platte samt Tischbein so weit in Richtung der Schiebetür gezogen, bis am Tischanschlag der nötige Ausschnitt für das Brettchen entsteht. Einfach einlegen, fertig.

Die Halbdinette bietet akzeptable Platzverhältnisse. Foto: Ingolf Pompe

Dass der Raumeindruck selbst im kleinsten Vlow noch gut ausfällt, geht auf das Konto der freundlich gestalteten Einrichtung mit weißen Möbelklappen und den optionalen (199 Euro), hellen Polsterbezügen aus einem Stoff-Leder-Mix. Das serienmäßige Panoramadachfenster spendiert dem Innenraum darüber hinaus viel Tageslicht. Einen großen Teil trägt aber auch die Küche bei: Der Hängeschrank über dem Küchenblock ragt nur wenige Zentimeter in den Ausschnitt der Schiebetür, der ganze Bereich ist also offenherziger. Beim Kochen bleibt somit mehr Kopffreiheit und ein ungestörter Blick nach draußen.

Der Kühlschrank ist wie in vielen anderen Campingbussen dieser Größe an der Stirnseite direkt neben dem Einstieg installiert. Hier fällt er zwar einige Liter kleiner aus als in den größeren Modellen, ist dafür aber auch außerhalb des Fahrzeugs komfortabel zu erreichen. Fürs Kochen und Spülen stehen ein Zweiflammherd und eine Edelstahlspüle mit jeweils eigener Glasabdeckung bereit.

Toll: Den Gasherd setzt eine elektrische Zündung in Betrieb, was in dieser Preisklasse keineswegs selbstverständlich ist. Zusätzliche Arbeitsfläche bringt ein kleines, ausklappbares Brett. Hinzu kommt eine weitere Ablagemöglichkeit auf dem Kleiderschrank zwischen Küchenblock und dem Heckbett.

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Die Kehrseite von Kühlschrank-Position und kleinem Hängeschrank ist der stark limitierte Stauraum. Vor allem für Töpfe und Pfannen wird es eng. Im Küchenblock selbst stehen noch drei schmale, einzugsgedämpfte Schubladen zur Verfügung. Für weitere Verstaumöglichkeiten muss man also auf das mit einer Blende umrahmte Fach über den Fahrersitzen oder das Podestfach unter der Sitzgruppe ausweichen. Die Sitztruhe wird weitestgehend von der Truma-Heizung besetzt, übrig bleibt noch ein kleines Fach, das vom Mittelgang aus über eine Klappe erreichbar ist.

Knappe Raumbemessung bei Bett und Bad

Dass sich auch hinter der verschiebbaren Lamellentür zum Bad kein Raumwunder befindet, überrascht nicht. Die Nasszelle mit integrierter Dusche ist mit dem Eckwaschbecken, einem Spiegelschrank, dem großen Spiegel und der serienmäßigen Dachhaube passabel ausgestattet. Eine Trocknungsstange erlaubt außerdem auch Jacken und Ähnliches aufzuhängen – falls diese im hohen, aber schmalen Kleiderschrank keinen Platz mehr finden. Für die ausgedehnte Körperpflege ist der Raum aber zu knapp. 1,80 Meter Stehhöhe sind fürs Duschen zu wenig, zudem fehlt für die Ausziehbrause eine Halterung, und der Duschvorhang bedeckt lediglich die dem Eingang gegenüberliegende Waschtischwand. Der große Spiegel und die Schiebetür werden beim Duschen also nass.

Auf der vierteiligen, komplett unterfederten Liegefläche ist man gut gebettet. Foto: Ingolf Pompe

Etwas eingeschränkte Platzverhältnisse herrschen auch im Schlafbereich vor. Die vierteilige Kaltschaummatratze ist bequem und vollständig von einem Lattenrost unterfedert und belüftet. Personen, die größer als 1,90 Meter sind, müssen sich für die Nacht aber zusammenkauern oder eben diagonal schlafen. Dann wird es für zwei Personen allerdings ungemütlich. Die fehlenden Ablagen kompensiert die vom Bett aus erreichbare Auflage des Kleiderschranks. Dank des mehrteiligen Schwenkarms ist auch der Fernseher über der Sitzgruppe vom Bett aus bequem zu sehen.

Clever gelöst hat Carado die Aufstellfunktion des Lattenrosts, um den Heckstauraum zu erweitern. Sind die mittleren Polsterteile beiseite geschoben, klappt der Rost einfach nach oben und rastet dabei in eine Arretierung ein. Im linken Seitenkasten steht zudem ein weiteres Fach bereit für alles, was stets an Bord bleiben soll.

Ausstattung und Bordtechnik

Die technische Ausstattung ist der Preisklasse angemessen. Für die Isolierung greift Carado zu hochwertigem PU-Schaum, belässt es bei den Fenstern aber bei der vorgehängten Variante. Rahmenfenster als Option werden nicht angeboten. Die Kapazitäten der Wassertanks genügen auch für längere Touren, der unterflur installierte Abwassertank ist aber nur gegen Aufpreis isoliert. Gut gelungen ist die Beleuchtung mit LED-Spots, die den Innenraum hell ausleuchten. Düstere Ecken gibt es nicht, die Anordnung von Schaltern und Stromquellen ist sinnvoll und nahezu von überall bequem zu erreichen. Dem Schlafbereich gönnt Carado unter beiden Hängeschränken eine Leiste für die flexibel einsetzbaren LED-Spots – somit ist es egal, in welcher Richtung man liegen möchte.

Im Hochsommer nur schwer zu testen ist die Wirksamkeit der Truma Combi 4. Anzahl und Positionierung der Ausströmer sollten aus Erfahrung aber genügen, um den kurzen Vlow bei Bedarf zügig aufzuwärmen.

Bis auf wenige Detailschwächen wie zum Beispiel die leicht instabile Arbeitsplattenverlängerung oder die lose verschraubte Halterung des Duschvorhangs ist die Verarbeitung der Vlow-Einrichtung auf solidem Niveau.

Dem bis hierhin in beinahe allen Wohnbereichen kritisierten Platzangebot steht mit der kurzen Ducato-Variante ein angenehm wendiges und leicht zu handhabendes Basisfahrzeug gegenüber. Während der Fahrt macht allerdings das Dachfenster mit Windgeräuschen auf sich aufmerksam.

Preis und Infos

Beim Preis positioniert sich Carado nicht bei den allergünstigsten Marken, bietet aber dennoch viel Campingbus fürs Geld. Die Kosten für das Basis- und Chassis-Paket sollten Käufer aber mit einkalkulieren.

Gurt-/Schlafplätze: 4/2
Zul. Gesamtgewicht: 3495 kg
Länge/Breite/Höhe: 5,41/2,08/2,58 m
Grundpreis ab 38.799 Euro

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Fazit

Der erste Campingbus von Carado ist ein solides Fahrzeug mit wenig Schwächen und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Echte Highlights fehlen aber. In der 540er-Variante geht es naturgemäß enger zu. Dafür gibt es gute Handlingeigenschaften

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
promobil Heft 10/2017
Heft 10 / 2017 20. September 2017 178 Seiten Heftinhalt anzeigen Artikel einzeln kaufen
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