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Concorde Carver 890 RRL im Test

Luxusliner mit komfortabler Hecksitzgruppe

Die Hecksitzgruppe bietet viel Platz für Freunde oder zum Herumlümmeln. Foto: Ingolf Pompe 24 Bilder

Concorde erweitert das Carver-Programm um einen neuen Grundriss mit Hecksitzgruppe. promobil konnte den neun Meter langen Liner auch gleich testen.

27.02.2017 Thomas Gerhardt

Selbst die berufsalltägliche Beschäftigung mit Wohnmobilen härtet nicht ab: Wenn du vor einem Liner wie dem Concorde Carver stehst, bist du erst einmal beeindruckt. Und das, obwohl der Carver noch nicht einmal die Highend-Baureihe im Concorde-Programm, sondern zwischen dem kleineren Credo und dem größeren Charisma quasi die Mittelklasse in der Oberklasse darstellt.

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promobil 2/2017 Concorde Carver 890 RRL im Test
Promobil 02/2017
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Ganz neu im aktuell sechs Grundrisse umfassenden Modellangebot ist der 890 RRL mit einem Längshubbett im Bug und großer Sitzgruppe im Heck. Mindestens 23 Meter Strecke müssen zurückgelegt werden, um ihn ein Mal zu umrunden, und fünf Stufen erklommen werden, um den Innenraum auf einem beheizten Doppelboden zu erreichen.

Der beeindruckende Innenbereich

Innen angekommen, fasziniert zunächst der fulminante Raumeindruck. Da sich Eingangsbereich, Küche und die große Sitzgruppe als Einheit präsentieren, könnte man offenherziger kaum in Empfang genommen werden. Für Wohnlichkeit sorgen ein teils mit Teppichen ausgelegter Boden in Parkett-Optik und ein Möbel-Mix aus dunkelbraunem Holzimitat mit weißen und schwarzen Hochglanzoberflächen. Wem diese Kombination nicht zusagt, der findet im Katalog noch ausreichend Alternativen. Jeden Geschmack treffen dürfte die Sitzgruppe – nicht unbedingt wegen des Polsterbezugs aus einem weichen, Alcantara-ähnlichen Stoff, sondern aufgrund von Größe und Anordnung.

Zugänglich über einen Gang auf der rechten Fahrzeugseite, wo sich auch die sogenannte Mediawand mit 32-Zoll-Fernseher und Stereo-Lautsprechern befindet, kommen hier etwa sechs Personen bequem unter. Zwar steht die Sitzgruppe auf einem 20 Zentimeter hohen Podest, mit 1,90 Metern bleibt aber genügend Stehhöhe erhalten. Kommen Gäste zum Essen vorbei, kann die Platte des stabil stehenden Tischs in drei einfachen Handgriffen schnell und effektiv vergrößert werden. Ablagen, Staufächer und Steckdosen sind zahlreich vorhanden. Für Privatsphäre sorgen vor den isolierten Rahmenfenstern angebrachte Jalousien, die im Paket mit der stimmungsvollen, aber nicht dimmbaren Ambientebeleuchtung gegen Aufpreis eingebaut werden. Trinkgläser für jeden Anlass liefert Concorde in einer schmucken Glasvitrine gleich ab Werk mit.

Geräumige Winkelküche

Viel Platz gibt es auch in der direkt angrenzenden Winkelküche. Und das nicht nur in Form von tiefen Schubladen und Schränken, sondern auch bei der Arbeitsfläche und Bewegungsfreiheit. Die Arbeitsplatte aus Mineralwerkstoff ist hochwertig und leicht zu reinigen. Das integrierte Spülbecken wirkt wie aus den Vollen gefräst und die geteilte Abdeckung taugt prima als Schneidebrett. Allzu heftige Dämpfe und Gerüche dämmen das Seitenfenster und die Dachhaube mit integriertem Ventilator ein. Der Dreiflammherd mit E-Zündung, ein herausziehbarer Brausekopf, der große 190-Liter-Kühlschrank mit 35-Liter-Gefrierfach und ein Backofen heben die Ausstattung auf ein hohes Niveau. Und auch für eine Kaffeemaschine gibt es noch einen eigenen Platz.

Von zwei Schiebetüren abgetrennt, befindet sich zwischen Küchenbereich und Bugkabine das sehr opulente Raumbad, das bei Größe und Ausstattung ebenso wenig geizt wie der Rest des Ausbaus. Etwa dreieinhalb Quadratmeter stehen im Abteil für Körperpflege zur Verfügung. Rechts eine Porzellan-Toilette mit 230 Liter großem Festtank (Option) und eine Duschkabine im haushaltsüblichen Format, links das Waschbecken aus Mineralwerkstoff mit viel Ablagefläche, einem großen Spiegel- und einem noch größeren Unterschrank. Daneben kommt der beleuchtete Kleiderschrank unter, der sich auf Raumhöhe streckt und mit einer breiten Bügelstange ausgestattet ist.

Zwei "Schlafzimmer"

Bis zum Schlafzimmer ist der Grundriss seit 2015 auch im Alkovenmobil Cruiser 890 RRL verfügbar. Statt Schlafkoje und abgeschottetem Fahrerhaus bringt der Carver hinter seiner Liner-Front aber noch ein zweites "Zimmer" unter. Ausgestattet mit zwei Möbelkonsolen inklusive Auszieh-Tischen, einem 24-Zoll-Fernseher und einer weiteren Stereo-Anlage, taugt die Vorderstube prima als Rückzugsort oder Arbeitsplatz. Um den Fahrersitz problemlos umdrehen zu können, sollten Carver-Käufer aber in das abnehmbare Lenkrad investieren. Als Option gibt es auch einen weiteren Sitz, der hinter dem Beifahrer anstelle des Schranks eingebaut wird.

Unter dem Dach ist das Hubbett sauber integriert. Zwischen den beiden Vordersitzen schrumpft die Stehhöhe allerdings auf rund 1,70 Meter. Auf Knopfdruck senkt sich die zwei auf zwei Meter große Liegefläche nach unten. Der Einstieg über die aus der linken Schrankkonsole ausziehbare Treppe ist ebenso komfortabel wie die Matratzen. Lattenroste spenden guten Federungskomfort. Die Kopffreiheit von 82 Zentimetern im Prototypen-Testwagen soll im Serienmodell noch auf einen Meter wachsen.

Ausreichend Stauraum

Stauraum und Zuladung lassen im für zwei Personen ausgelegten 890 RRL kaum Wünsche offen. Die Heckgarage wird vom Fußraum der Sitzgruppe zwar etwas in der Höhe eingeschränkt, für Fahrräder und Campingmöbel reicht das Ladevolumen aber allemal aus. Weitere Verstaumöglichkeiten gibt es noch im 47 Zentimeter hohen Doppelboden mit zwei seitlich angeordneten Außenstaufächern und einem großen Fach über die gesamte Fahrzeugbreite.

Auch Bordtechnik und Ausbau sind auf hohem Niveau. Strom liefern im Carver-Testwagen drei Gel-Batterien, die über eine Kombination aus Ladegerät und Wechselrichter gespeist werden. Das kostet im Paket satte 5.000 Euro, stellt dafür aber sicher, dass auch leistungshungrige Elektrogeräte (Fön, Kaffeemaschine etc.) genutzt werden können. Den Innenraum bringt ab Werk eine Alde-Warmwasserheizung, gegen Aufpreis auch mit Fußbodenerwärmung recht zügig auf Temperatur. Die Wärme bleibt im gut verarbeiteten Aufbau mit XPS-Isolierung zwischen zwei Alu-Wänden lange gespeichert. Vor Frost geschützt sind die großen Wassertanks im Doppelboden – gute Voraussetzungen fürs Winter-Camping.

Lediglich kleine Mäkel

Schwächen muss man im Carver mit der Lupe suchen und findet dann kleine Makel bei der Möbel-Verarbeitung. Punktabzüge bekommt der Straßenkreuzer auch im Fahr-Kapitel. Vom hochgesetzten Fahrerplatz sind die Fahrzeugdimensionen über die Reisebus-Spiegel zwar gut zu überblicken, angesichts der Größe erfordert das Fahren aber viel Aufmerksamkeit. Extra-Sonnenblenden gibt es im Carver nicht. Dient der elektrische Rollladen als Ersatz, verdeckt er Teile der Außenspiegel. Den Blick hinter das von einem LED-Band beleuchtete Heck gewährt eine Rückfahrkamera. Mit der Masse von knapp 6 Tonnen kommt der 205 PS starke Diesel gut klar, ist aber trotz aufwendiger Dämmung akustisch dominant. Eine klare Empfehlung gibt es für die optionale, sanft schaltende Acht-Gang-Wandler-Automatik. Mehr Komfort wünscht man sich vom Fahrwerk. Vor allem die Vorderachse federt auf Querfugen arg hölzern.

Und dann ist da noch der hohe Preis. In der Basis wird mit Sicherheit kein Carver das Werk verlassen und um das Ausstattungsniveau des Testwagens zu erreichen, müsste immerhin der Gegenwert eines Mittelklasse-Integrierten investiert werden. Auch das ist beeindruckend.

Fazit des Tests

Zwei Zimmer, Küche, Bad – auf dem Wohnungsmarkt Standard, auf Rädern etwas ganz Besonderes. Im noblen und offen gestalteten Concorde Carver 890 RRL fühlt man sich sofort wohl. Die Wintertauglichkeit könnte kaum besser sein, Fahrsicherheit und -komfort aber schon.

Beladungstipps

Selbst mit der 760 kg schweren Sonderausstattung an Bord des Testwagens bleibt dem Carver 890 RRL dank der 7,2-t-Auflastung ein großes Zuladungspolster. Im Vergleich zur Gesamt- und Hinterachszuladung fällt die Reserve an der Vorderachse zwar deutlich schmaler aus, für Reisen zu zweit wird es aber ausreichen. Noch mehr Kapazitäten gibt es mit dem Chassis des Daily 70 C.

Der Concorde Carver 890 RRL im Überblick

Gurte/Schlafplätze
2/2
Zul. Gesamtgewicht
7.200 kg
Länge/Breite/Höhe
9,09/2,38/3,46 m
Grundpreis ab
172.350 Euro

Preise und Ausstattung

Grundpreis (Iveco Daily 60 C 15, Motor 107 kW/146 PS) mit TÜV und Zulassungsbescheinigung II: 173.820 Euro
Testwagenpreis: 245.255 Euro

✘ Chassispaket 65C: Luftfederung Hinterachse, zGG 7,2 t, Klimaanlage, Differenzialsperre (70 kg) ✔: 8.165 Euro
✘ 205-PS-Motor/Automatik (37/15 kg) ✔: 4.600/4.950 Euro
✘ Navigation mit Lkw-Software (4 kg) ✔: 2.850 Euro
✘ Doppel-Rückfahrkamera (4 kg) ✔: 990 Euro
✘ Abnehmbares Lenkrad (2 kg) ✔: 1.480 Euro
✘ Elektro-Paket 2: 2 x Gel-Batterie 170 Ah, Kombi- Ladegerät 100 A/Wechselrichter (125 kg) ✔: 4.880 Euro
✘ 2-Zonen-Fußbodenheizung (10 kg) ✔: 2.655 Euro

✘im Testwagen enthalten; ✔empfehlenswert

Sitzen
Schlafen
Bad
Küche
Aufbau
Bordtechnik
Stauraum
Zuladung
Fahren
Sicherheit
Ausstattung
Preise
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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
Heft 02/2017
Heft 02 / 2017 11. Januar 2017 Heftinhalt anzeigen Artikel einzeln kaufen
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