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Test

Carthago Light

Mit einer neu entwickelten Alkovenlinie nimmt der Edel-Aufbauer die gehobene Mittelklasse ins Visier.

Mit den wuchtigen Mondial- Alkoven und den MLinern, die voll hochwertiger Bordtechnik und solidem Mobiliar stecken, hat sich Carthago in der Oberklasse einen Namen gemacht. Bei diesem mächtigen Schritt musste der ehemalige Kastenausbau-Spezialist allerdings manche Erfahrung machen und Lehrgeld bezahlen. Aufwendige Konstruktionselemente galt es zu entwickeln und Produktionstechniken zu verfeinern, um das angestrebte Qualitätsniveau zu erreichen.
Erfahrungen, die nun einer neuen, günstigeren, aber dennoch wertigen Alkovenbaureihe zugute kommen. Nicht nur beim Einstiegspreis verfolgt Carthago eine klare Zielvorstellung – 60 000 Euro – auch bei einem anderen, immer wichtiger werdenden Faktor, dem Gewicht: 500 Kilogramm Zuladung bei 3,5 Tonnen Gesamtgewicht ist das hehre Ziel. Schließlich darf die langsam nachrückende Käuferschaft schwerere Mobile nicht mehr ohne weiteres lenken.
Nomen est omen – deshalb läuft der neue Carthago intern auch unter dem Entwicklungsnamen „Light“.

Bei jeder Entscheidung im Entstehungsprozess der neuen Linie stehen Materialien und Konstruktionsweisen immer unter dem Vorbehalt: Wo kann ich Gewicht einsparen, ohne jedoch bei Qualität und Komfort zu knausern? Hohlgefräste Sperrholzplatten für den Möbelbau, Tischlerplatten mit spezieller, Balsaholzähnlicher Füllung für den Doppelboden und ein Gaskasten aus Aluminium- statt Stahlblech sind Beispiele dafür. Beim Wandaufbau setzt der Neue auf das bewährte Sandwich mit Aluminium außen und innen und RTM-Schaum dazwischen. Lediglich die Dicke des Isolationsmaterials wurde um zehn Millimeter gegenüber dem Mondial verringert. Auch die Konstruktion des Zwischenbodens und die Verbindung von Wand und Bodenplatte haben die beiden Baureihen gemein. Anders als beim großen Bruder werden aber die Wände mit der Deckenplatte verbunden. Dazu biegt Carthago die Seiten um und verklebt sie überlappend mit dem Dach. Das ergibt eine elegante Rundung, die der neuen Modellreihe eine eigenständige Linie innerhalb der Familie verleiht und damit zum neuen, elegant gerundeten Alkoven passt. Dieser besteht aus einem einzigen, doppelschaligen und mit PUSchaum isolierten GfK-Teil.

Glasfaserverstärkter Kunststoff ist auch das Material der Wahl am Heck. Der aufgesetzte Rahmen trägt eine ganze Batterie von zehn runden Rückstrahlern und sorgt damit auch in der rückwärtigen Ansicht für Markenidentität und Unverwechselbarkeit. Für den Möbelbau, der ganz in eigener Regie entsteht, wählte man ein neues, Kirschbaum-ähnliches Dekor, das sich vom markentypischen Schatteneiche- Look durch eine weniger markante Maserung und einen wärmeren Ton unterscheidet. Als Basis für den Neuen dient in jedem Fall ein Mercedes Sprinter. In erster Linie kommen die Varianten 313 CDI und 316 CDI mit 3,5 oder 3,8 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht zum Einsatz. Damit genügend Zuladungsreserve übrig bleibt, legt man nicht nur Wert auf Leichtbau, sondern übt sich auch in Zurückhaltung bei der Aufbaulänge. Das kürzeste Modell mit Hecksitzgruppe wird 6,40 Meter messen, die beiden längeren Varianten maßvolle 6,75 Meter erreichen. Letztere bieten entweder eine Dinette plus Seitensitzbank vorn und Längsküche hinten oder Längsstockbetten hinten und die Küche in der Mitte. Allen Modellen gemein ist eine ausgewachsene Fahrradgarage. Wie sich dies mit dem Sanitärraum im Heck vereinbaren lässt, bleibt allerdings vorerst das Geheimnis von Produktmanager Peter Arnold und Carthago- Chef Karl-Heinz Schuler – genauso wie der Name der neuen Baureihe.

Technische Daten (Stand: Mai 2002) Hersteller: Carthago Typ: Alkoven Basismotor: Diesel

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