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Campingtour durch Südafrikas Nordwesten

Mit dem Ford Ranger durchs grüne Herz

Ford Ranger Safaritruck Foto: Christa Jöckel 13 Bilder

Wüste, Berge, Regenwald und Sandstrand – das alles bietet Südafrika. Zu viel, um mit einem Besuch alles abzudecken. Deshalb besuchen wir in unserem zweiwöchigen Osterurlaub den grünen und wilderen Nordosten des Landes.

Die Freundlichkeit der afrikanischen Bevölkerung fällt uns sofort auf. Egal ob im Supermarkt oder am Parkeingang, die Menschen hier haben ein ruhiges Gemüt und immer ein Lächeln für uns übrig. So viel Gelassenheit können auch wir gebrauchen, als wir den ersten Tag und die erste Nacht damit verbringen, unser Mietfahrzeug (siehe Kasten Seite 54) und das ganze Equipment kennenzulernen. Wenn man den Dreh aber einmal raushat, braucht man nur noch wenige Minuten, um das Dachzelt und das Bodenzelt aufzubauen.

Pilanesberg National Park

Giraffe Foto: Christa Jöckel
Hautnah begegnen wir den großen Tieren. Hier kommt eine Giraffe im Ithala Game Reserve bis fast ans Autofenster.

Jetzt kann das Abenteuer beginnen – im Pilanesberg National Park, wo weit mehr als 7000 Tiere in der Mitte eines alten Vulkankraters leben. Und das spürt man. Nicht nur, dass hier unglaublich viele Fahrzeuge auf den schmalen Wegen unterwegs sind, man kann alle paar Meter Tiere sehen. Fast wie im Zoo. Nashörner, Elefanten, Antilopen, Giraffen, Zebras und auch Flusspferde lassen sich innerhalb kürzester Zeit blicken. Für unseren Geschmack etwas zu viel und wenig natürlich. Dagegen ist der Campingplatz auffallend leer, eine gute Entschädigung für den Trubel im Park.

Marakele National Park

Nach einer regenreichen Nacht steht ein weiterer National Park auf dem Programm. Der zugehörige Campingplatz liegt mitten im Park und ist nicht gesondert umzäunt. An den Rändern stehen Warnschilder, die uns sagen, dass wir im Campingbereich bleiben sollten. Tiere halten sich nicht an die imaginäre Grenze. Wir bekommen Besuch von Warzenschweinen, Schildkröten und sogar einem Nashorn. Nachts hören wir die Hyänen lachen. Nachdem das letzte Sonnenlicht verdämmert ist, können wir beim Toilettengang im Schein der Taschenlampe unzählige Augen in der Dunkelheit ausmachen. Sie gehören Impalas, die ihre Nächte auf dem Campingplatz verbringen. Offenbar sind Menschen nachts das kleinere Übel für die sonst so scheuen Tiere. Tagsüber verteidigen wir unser Essen gegen große Strauße und Tokos. Auch Affen kommen mal kurz vorbei. Da wir aber wissen, dass man wegen der Affen alle Lebensmittel wegpacken und die Zelte schließen sollte, ziehen sie ohne Beute weiter.

Strauß am Frühstückstisch Foto: Christa Jöckel
Auf Campingplätzen muss man mit tierischem Besuch rechnen, etwa einem Strauß zum Frühstück.

Nach dem Frühstück gehen wir mit unserem allradgetriebenen Mietmobil auf Erkundungstour. Hier freuen wir uns über jede tierische Begegnung, denn diese sind nicht immer selbstverständlich. Vor allem die kleineren Tiere beeindrucken uns: mal süße Zwergmangusten, die neugierig aus ihren Löchern kommen, bei der kleinsten Bewegung aber sofort wieder abtauchen, mal Käfer, die ihre Dungkugeln über den Weg rollen, oder Schakale, die auf der Suche nach Beute den Busch durchstreifen. Wir lernen bald, uns an den Rhythmus der Natur anzupassen, um auch etwas zu sehen zu bekommen.

Besonderes Highlight im Marakele National Park ist der Aussichtspunkt. Nicht nur, dass man dort unglaublich weit ins Land blickt, man kann dort auch eine bedrohte Geierart beobachten. Die Kapgeier bilden dort die weltweit größte Kolonie. Mit einem Fernglas sieht man gut, wie sie ihre Kreise über den steilen Klippen ziehen.

Der Vorteil an unserem Camper ist, dass man immer alles griffbereit dabeihat. Und so können wir am Aussichtspunkt einfach mal schnell die Heckklappe öffnen und einen Kaffee kochen, der bei dieser atemberaubenden Aussicht zu einem ganz besonderen Genuss wird.

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Blyde River Canyon und Sabie

Nach ein paar aufregenden Tagen geht es nach Osten in Richtung Blyde River Canyon. Unterwegs machen wir einen Übernachtungsstopp im Ohrigstad Dam Nature Reserve. Das ist ein kleiner beschaulicher Park an einem Stausee, wo einige Flusspferde leben. Der kleine Campingplatz ohne heißes Wasser oder Spülbecken lässt uns doch den Komfort, den wir sonst in unserem eigenen Wohnmobil haben, vermissen. Nach der Katzenwäsche beschert uns der Abend aber solch einen spektakulären Sonnenuntergang, dass das kalte Wasser schnell vergessen ist.

Luck Potholes in Südafrika Foto: Christa Jöckel
An den Bourke‘s Luck Potholes fand man einst Gold. Sie liegen oberhalb des Blyde River Canyons.

Nachdem wir am Morgen eine Runde auf schlaglochreichen Pisten durch den Park gedreht haben, fahren wir weiter zum Blyde River Canyon. Dieser ist zwar nicht der größte Canyon der Welt – mit seinen Felswänden, die bis zu 800 Meter in die Tiefe stürzen, und mehr als 26 Kilometern Länge schafft er es „nur“ auf Platz drei. Aber dafür ist er wahrscheinlich einer der grünsten Canyons.

Als wir auf dem gut gefüllten Campingplatz in Sabie ankommen, freuen wir uns über unsere frühzeitige Buchung. Uns kommt die Stadtnähe des Platzes gelegen und wir konnten zur Abwechslung längere Unternehmungen zu Fuß in bewohntem Gebiet starten und bei einem Ausritt zu Pferde die Landschaft erkunden. Leider beginnt es am nächsten Tag zu regnen und die vielen Wasserfälle, für die Sabie berühmt ist, fallen sprichwörtlich ins Wasser.

Ithala Game Reserve

Als letztes großes Ziel steuern wir das Ithala Game Reserve an, für uns der schönste Park. Nicht wegen der vielen Tiere, hier stimmt einfach das Gesamtpaket aus Natur und Ruhe, aus Spaß und Spannung auf den kniffligen 4 x 4-Pisten. Hier kann unser Ford Ranger endlich mal zeigen, was in ihm steckt. Nicht geländegängige Fahrzeuge sollten besser draußen bleiben.

Wir verbringen ein paar Tage auf dem Doornkraal Campingplatz im Herzen des riesigen Parks. Mit dem Auto benötigt man von der Rezeption über eine halbe Stunde, um dorthin zu kommen. Die Abgeschiedenheit auf dem Platz beeindruckt uns – zumal wir dort oft ganz alleine sind. Genauso viel Eindruck machen auch die Elefanten, die fast zum Greifen nah vorbeiziehen. Die Duschen haben zwar kein Dach und die Toiletten keine richtige Tür, aber dafür kann man hier wie dort die Zebras und Antilopen auf dem gegenüberliegenden Hügel grasen sehen – besser als Zeitung lesen.

Gelbschnabeltokos Foto: Christa Jöckel
Die neugierigen Rot- und Gelbschnabeltokos lieben alles, was glänzt.

Im Ithala Game Reserve gibt es keine Löwen. Trotzdem trifft man hier auf eine große Anzahl unterschiedlicher Tiere. Auch Tiere, die im Zweifel gefährlich werden können: Elefanten, Nashörner, Hyänen, Leoparden – deshalb ist zwar das Aussteigen aus dem Auto erlaubt, man sollte aber stets ins Fahrzeug flüchten können, wenn es mal ungemütlich wird. Nur im abgezäunten Bereich der Ferienhäuser und der Rezeption kann man bedenkenlos auf Wanderschaft gehen. Besonders gefällt uns die Infrastruktur des Parks. Ohne aufdringlich zu wirken, hat man hübsche Picknickstellen im Busch errichtet oder schöne Aussichtspunkte mit Bänken ausgestattet. Diese sind jeweils so gelegen, dass man sich nicht allzu weit vom Auto entfernen muss.

Zurück Richtung Johannesburg

Nachdem wir über eine (etwas langweilige) Hochebene wieder in Richtung Johannesburg gefahren sind, verbringen wir in der Nähe die letzten Nächte auf einem belebten Campingplatz. Hier lassen wir am Pool die vergangenen beiden Wochen Revue passieren. Südafrika hat uns stark beeindruckt. Wo bekommt man sonst Elefant und Nashorn aus nächster Nähe und ohne Zäune zu sehen? In den Parks kommt man sich als Mensch plötzlich klein und unbedeutend vor – und man versteht, wie wundervoll und schützenswert diese Natur ist.

Auch von den freundlichen und unaufdringlichen Menschen in Südafrika sind wir begeistert. Wir wurden überall freundlich empfangen und fühlten uns zu keiner Zeit unwohl oder unsicher. Unser Mietfahrzeug hat uns ebenfalls zuverlässig begleitet. Ein paar Einbußen im persönlichen Komfort lassen sich bei einer solchen Tour wohl nicht vermeiden, wenn es um echte Outdoor-Erlebnisse geht.

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Die beste Reisezeit

Da Südafrika auf der anderen Erdhalbkugel liegt, sind die Jahreszeiten unseren genau entgegengesetzt. Grundsätzlich kann man das Land zu jeder Jahreszeit bereisen. Im dortigen Winter (Mai bis August) wird es jedoch vor allem nachts empfindlich kalt, weshalb eine Campingtour schnell ungemütlich werden kann. In den Übergangsjahreszeiten ist es tagsüber angenehm warm, ohne gleich zu heiß zu sein – nach unserer Meinung die besten Bedingungen für solch eine Reise. Im südafrikanischen Herbst (Ostern) kann es zu heftigen Gewittern kommen. Davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen, denn nach den Regengüssen trocknet die Sonne alles schnell wieder ab.

Campingplatz-Tipps für Südafrika

Klubzanandi
Ort: S 25°43’9.72” E 27°48’0.81”
Info: www.klubzanandi.co.za
Großer Campingplatz auf halber Strecke zwischen Pretoria und Pilanesberg National Park. Die Waschhäuser sind sehr in die Jahre gekommen. Besitzt einen Pool und viele Schattenstellplätze sowie Stromanschlüsse.

Bakgatla Resort
Ort: Pilanesberg National Park, Bakgatla Gate
Info: www.pilanesbergnationalpark.org/de/unterkunft/bakgatla-resort/Das Resort liegt ganz in der Nähe eines Zugangstors zum National Park. Neben Chalets, Safari-Zelten und Lodges bietet es auch Platz für Besucher mit eigenem Zelt oder Caravan. Stromanschlüsse sind vorhanden, die Waschhäuser gut in Schuss.

Bontle Rest Camp
Ort: S 24°31’51.6” E 27°29’53.8”
Info: www.sanparks.org/parks/marakele/tourism/accommodation.php
Das Camp liegt mitten im Marakele National Park und ist nicht gesondert umzäunt. Das erfordert eine erhöhte Wachsamkeit, da verschiedene Tiere auf den Platz kommen können. Wer nicht im eigenen Zelt schlafen möchte, kann sich dort auch in ein komfortables Safari-Zelt einmieten. Die sanitären Anlagen sind stets sauber und funktionieren ohne Probleme.

Ohrigstad Dam Rest Camp
Ort: S 24°57’04.4” E 30°37’47.9”
Info: www.mpumalanga.com/ our-provincial-parks/ohrigstad- dam-nature-reserve
Das Ohrigstad Dam Nature Reserve ist ein kleiner Park westlich des Blyde River Canyons. Die Sanitäranlagen in dem umzäunten Campinggelände sind rudimentär; Spülbecken für Geschirr gibt es nicht. Dafür campt man in unmittelbarer Nähe zum Stausee.

Sabie River Camp
Ort: 30 Plaaswaterval Avenue, Sabie, Mpumalanga 1260
Info: www.sabierivercamp.wixsite.com/sabierivercamp
Von diesem belebten Platz aus kann man zu Fuß nach Sabie laufen. Frühzeitige Buchung ist ratsam. Die Sanitäranlagen sind sauber. Außerdem laden Pools zum Abkühlen an heißen Tagen ein. Eine kleine Bar sorgt für Cocktails; W-LAN gibt es auch.

Doornkraal Camp
Ort: S 27°32’45.2” E 31°18’48.5”
Info: www.campsa365.com/ bushcamp/doornkraal-campDer Doornkraal Campingplatz liegt mitten im Ithala Game Park, weitab vom Eingangstor oder den anderen Feriendomizilen bzw. der Rezeption. Hier hat man das absolute Naturerlebnis. Elefanten und Co. können auch mal über den Platz spazieren. Die sanitären Anlagen sind recht gewöhnungsbedürftig; die Dusche hat kein Dach und die Toilette ebenfalls nur einen Sichtschutz (aber dafür ein Dach). Sauber sind sie trotzdem.

Klipdraai Karavanpark
Ort: S 26°36’35.1’’ E 27°59’46.6’’
Info: www.klipdraaikaravaanpark.co
Der Karavanpark befindet sich etwa eine Autostunde vom Flughafen in Johannesburg entfernt und bietet alle möglichen Annehmlichkeiten. Vom Pool über ein Bistro bis hin zu tollen Spielplätzen – hier kann man richtig entspannen. Als besonderes Extra hat der komfortable Platz eine eigene kleine Herde mit Impalas und anderen Tieren. So kommt hier typisch südafrikanische Stimmung auf.

Unser Mietfahrzeug

Ford Ranger Safaritruck Foto: Christa Jöckel
Ideal für Safari-Touren ist der Ford Ranger mit Allradantrieb und Campingausrüstung. Neben einem Dachzelt (das zu Beginn noch etwa muffig roch) hat der Mietwagen alles an Bord, was man für den Urlaub braucht.

Wir waren wir mit einem Ford Ranger 4 x 4 von Avis unterwegs, ausgestattet mit Dachzelt, zusätzlichem Drei-Personen-Zelt, Markise, Solaranlage, Wassertank, Gaskocher, riesiger Kühl-/Gefrierbox und Campingmöbeln sowie Küchenequipment. Aus Deutschland hatten wir nur Kleidung, Kaffeekocher und unseren Fire-Q-Grill mitgebracht. Der Mietwagen wurde bereits im Vorfeld gebucht und bezahlt. Wir wurden durch Avis vom Flughafen abgeholt und später zurückgebracht. Vor Ort gab es eine kurze Einweisung in die Besonderheiten unseres Mietfahrzeugs. Alles lief völlig unkompliziert ab. Ein campingtauglicher Ford Ranger kostet bei Avis Safari Rental im April rund 700 Euro pro Woche.

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