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Stellplätze an Frankreichs Westküste

Wohnmobil-Tour in der Normandie

Kreuz Foto: Fotos: Thomas Cernak 29 Bilder

Kurs auf Frankreichs Nordwestküste: Die Normandie ist ein begehrtes Ziel für Reisemobilisten. Zahlreiche attraktive Stellplätze gibt es da, etliche sogar mit Blick aufs Wasser.

Das waren noch Zeiten, als in der französischen Provinz Madame oder Monsieur Gemeindebüttel mit der Zahltasche um den Hals am Abend auf dem Wohnmobil-Stellplatz eine Runde machte, um den kleinen Obolus für die Übernachtung zu erheben. Dabei ergab sich nicht selten eine gute Gelegenheit für ein Schwätzchen, mal über dies, mal über jenes, vor allem aber übers Wetter und das nächste Pokalspiel.

Mehr und mehr Orte in Frankreich sind in den letzten Jahren dazu übergegangen, die Kassiertätigkeit auf die wenig kommunikativen Parkscheinautomaten zu übertragen, die allenfalls ein paar Piepstöne von sich geben. Doch immerhin: Die neueste Generation dieser Geräte verfügt über eine mehrsprachige Menüführung, und das Display ist auch im direkten Sonnenlicht ablesbar.

Der Calvados ist der kulinarische Schatz der Normandie

Karte Foto: Fotos: Thomas Cernak

Gilt dieser Trend für ganz Gallien? Ja, auch die überwiegend ländlich geprägte Normandie im Nordwesten widersetzt sich dem nicht – wenn auch der Küstenstrich überraschend viele kostenlose Stellplätze bereithält. Nach wie vor sehr präsent ist das Bild einer stark in den Traditionen verwurzelten Region, die daneben mit geschätzten zehn Millionen Apfelbäumen aufwartet. Die knorrigen Kernobstgewächse lieben das gemäßigte Klima mit ganzjährig auftretenden Niederschlägen, dann wieder Sonnenschein, ein milder Wettermix mit raschem Wechsel. Ein heimisches Sprichwort bringt es auf den Punkt: „Wir haben täglich schönes Wetter, wenigstens für ein paar Minuten.“ Die meist nicht sehr aromatischen,da stark tanninhaltigen Früchte werden übrigens hauptsächlich zum Backen des weithin gerühmten Normannischen Apfelkuchens verwendet oder zu Cidre gekeltert, dem feinen Apfelwein. Renommierte Obstbrenner wie etwa Drouin destillieren diesen anschließend zweifach und lassen ihn vier Jahre oder länger in alten Portwein- und Sherryfässern zu Calvados heranreifen.

Viele kostenloste Stellplätze in der Normandie

Fachwerkhaus Foto: Fotos: Thomas Cernak
Maison Henri IV. in Saint-Valéry: reich verziertes Fachwerkhaus, erbaut anno 1540.

Daneben hält die Normandie noch immer eine ganze Reihe von kostenlosen Stellflächen bereit. So zum Beispiel in Veules-les-Roses. Das schmucke Seebad bildet einen schönen Einstieg für all jene, welche die berühmte Alabasterküste erkunden möchten. Die Rosen im Namen stehen für die zahlreichen romantischen Mühlen und strohgedeckten Fachwerkhäuser mit prächtigen Vorgärten am Ufer der Veules. Die große Nachbargemeinde Saint-Valéryen-Caux glänzt mit einem herrlich gelegenen Stellplatz direkt am Leuchtturm und an den imposanten Klippen. Vom alten Kern ist nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg nicht mehr viel erhalten. Das Ortsbild wird geprägt vom Hafenbecken. Sehr sehenswert ist dennoch das Maison Henri IV.. Es beherbergt ein Museum zur Stadtgeschichte.

Es schließt sich Veulettes-sur-Meran, ebenfalls flankiert von mächtigen Felswänden. Die beliebte Sommerfrische lockt mit dunklem Kiesstrand. Zwischen Strand und dem Fluss Durdent liegen etliche hübsche Villen im normannischen Bäderstil. Es ist ein liebenswertes, beschauliches Fleckchen Erde, das an längst vergangene Zeiten erinnert. Die Mischung kommt bei Reisemobilfahrern offenbar gut an, denn der große Stellplatz direkt an der Promenade ist stets gut besucht.

Die schönsten Klippen stehen in Étretat

Klippe Foto: Fotos: Thomas Cernak
71 Meter hohe Klippe Le Câtelier im Badeort Veulettes-sur-Mer.

Die Klippen im Bereich von Étretat sind besonders spektakulär, sie erheben sich majestätisch über den blautürkis glitzernden Fluten. Romancier Alphonse Karr fand im 19. Jahrhundert dafür folgende Worte: „Wenn ich einem Freund zum ersten Mal das Meer zeigen sollte, würde ich Étretat wählen.“ Unbestrittener Star unter den Normandie-Städten ist Honfleur auf der anderen Seite der Seine-Mündung, unter anderem wegen Sainte-Catherine: Die Kirche ist ganz aus Holz gebaut.

Normandie – Für Genießer und Naturliebhaber

Kommentar von promobil-Autor Thomas Cernak

„Wer nur eitlen Sonnenschein erwartet, wird womöglich von der Normandie enttäuscht sein. Allen anderen sei dieser grüne Landstrich ans Herz gelegt: Hier verschmelzen Küche, Kunst, Kultur und Natur zu einem wunderbaren Gesamtpaket. Mobilfahrer finden ein breites Angebot an Stellplätzen vor. Diese liegen zum Teil sowohl direkt an den zauberhaften Kreideklippen als auch am Seine-Ufer – was will man mehr?“

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