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Die besten Stellplätze der Lüneburger Heide

Mit dem Wohnmobil durch die Lüneburger Heide

Lüneburger Heide Foto: Volker Hammermeister 31 Bilder

Die Lüneburger Heide ist für viele ein Sehnsuchtsort. Tatsächlich erstrecken sich dort die größten zusammenhängenden Heideflächen Mitteleuropas. promobil stellt die schönsten Stellplätze vor.

„Alle Birken grünen in Moor und Heid, jeder Brambusch leuchtet wie Gold, alle Heidlerchen dudeln vor Fröhlichkeit, jeder Birkhahn kullert und tollt.“ So dichtete Hermann Löns 1911 und schuf mit seinen Liedern und Versen den Mythos der Lüneburger Heide. Dabei war der Dichter innerlich zerrissen, Alkoholismus überschattete sein Leben, er führte sich auf wie ein Dandy und starb mit 48 Jahren als Kriegsfreiwilliger bei einem Angriff in der Nähe von Reims. Dem Mythos hat das nicht geschadet, auch nicht, dass ihn Nazideutschland vereinnahmte. Adolf Hitler persönlich ordnete seine Exhumierung in Frankreich an, und nach einigen Stationen landeten die Überreste schließlich unter einem großen Findling im Tietlinger Wacholderhain bei Walsrode.

Mit dem Wohnmobil durch unendliche Weiten Heide

Trotzdem, von der Lüneburger Heide geht eine Faszination aus, der sich kaum einer entziehen kann, besonders wenn im August und September die Erika blüht. Dann haben viele Millionen Blüten ein kräftiges Lila aufgelegt, unterbrochen vom Grün der Wacholder und dem silbrigen Weiß der Birken. Im autofreien Naturschutzgebiet Lüneburger Heide rund um den Wilseder Berg liegen die größten zusammenhängenden Heideflächen Mitteleuropas, der Totengrund, Steingrund und die Undeloher Heide. Seit 1921 stehen diese Landschaften unter Naturschutz. Im Naturpark Südheide liegen die Flächen rund um die Orte Müden an der Örtze, Faßberg, Hermannsburg und Unterlüß.

Die Heide ist auch dank ihrer Stellplatzdichte ein ideales Terrain für Wohnmobilurlauber. Auch weil man sich Zeit nehmen muss, um diese Natur erleben. Sie entzieht sich dem flüchtigen Blick aus dem Autofenster, liegt hinter Wäldern, Büschen und Baumreihen verborgen in einer Landschaft, in welcher auf vielen Quadratkilometern moderner Ackerbau dominiert. Denn die Heide will gepflegt werden. Sie ist eine Kulturlandschaft. Ihre Gärtner sind heute rund 9.000 Heidschnucken in 13 Herden. Der Name kommt von „schnökern“ (naschen), weil die Tiere die Abwechslung lieben und Heidekraut, Gras und Wildkräuter verspeisen. So bleibt die Heide kurz und der nährstoffarme Boden erhalten. Es entsteht eine savannenähnliche Landschaft.

Die natürlichsten Gärtner

Die Heidschnucke ist eine alte Rasse, die von den auf Sardinien und Korsika beheimateten Mufflons abstammen soll. Insgesamt gibt es sechs Unterarten. Männliche und weibliche Tiere sind gehörnt. Im ersten Jahr haben die Lämmer zunächst ganz schwarzes, gelocktes Haar. Später wächst die graue Wolle durch, sodass lediglich die Beine, der Kopf und der Brustlatz der ausgewachsenen Heidschnucken die schwarze Färbung zeigen. Wer beim Braten im Restaurant einen typischen Lammgeschmack erwartet, ist vielleicht überrascht. Es schmeckt eher wie Wildbret.

Die Stadt, der die Landschaft ihren Namen verdankt, hat eine lange Hansetradition. Ihre Bedeutung beschrieb der Bürgermeister Hinrik Lange 1461 so: „De Sulte dat is Luneborch.“ Tatsächlich bestimmte das Salz mehr als 1.000 Jahre lang das Leben der Stadt und hat sie reich gemacht. Davon zeugen noch heute die prächtigen Bauten der gut erhaltenen Altstadt, speziell das Rathaus. Es ist das größte erhaltene mittelalterliche Gebäude seiner Art und wurde über die Jahrhunderte wiederholt umgemodelt, immer zu dem einen Zweck, dem Besucher die Pracht und Macht der Stadtoberen vorzuführen.

Die Ratsherren hatten sämtlich unbezahlte Ehrenämter inne und stammten aus der einheimischen Führungsclique. Von dem unbändigen Gestaltungswillen zeugt auch die barocke Front, eine prächtige Schaufassade von 1720. Sie beherbergt einen weiteren Superlativ: Im Turm befindet sich ein Uhrwerk mit Glockenspiel aus Meißner Porzellan, eines der größten in Europa. 

Kommentar von Volker Hammermeister †

Eine Landschaft für mobile Entdecker 
In der Lüneburger Heide gibt es erfreulich viele Stellplätze, die auch für große Mobile geeignet sind. Insgesamt ist der Ausstattungsgrad hoch, das betrifft auch die Entsorgung von Grauwasser mit Bodeneinlässen. Highlight ist die Stadt Lüneburg und natürlich die Heide während der Blütezeit. Sie erschließt sich nicht auf Anhieb, sondern will entdeckt werden, am besten bei einer Wanderung oder Fahrradtour.

Stellplätze in diesem Artikel
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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