Auch als digitale Ausgabe für iPad und Android-Tablets.
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Überwintern in Andalusien

Der Sonne hinterher nach Spanien

Almeria: Die maurische Festung Alcazaba überragt weithin sichtbar die Altstadt. Foto: Adi Kemmer 40 Bilder

Immer mehr Reisemobilisten zieht es in der kalten Jahreszeit in die wärmste Region Europas: Andalusien. Wir sind unterwegs zwischen Vera und Marbella im Süden Spaniens.

28.10.2017 Adi Kemmer

Es ist grau, nass und bitterkalt. Der Winter 2017 hält Deutschland fest im Griff. Nur der Blick auf die Wetterprognose für Malaga hebt die Stimmung im Mobil: acht Stunden Sonne, 21 Grad. Ziemlich genau 2400 Kilometer weiter erfüllt sich die Erwartung: Sanft wiegen sich die Palmen im gleißenden Sonnenlicht, der Himmel und das Meer halten ihr schönstes Postkartenblau bereit, und die Temperatur fühlt sich sogar noch viel wärmer an ...

Unterwegs, auf den Autobahnen in Frankreich und Spanien, treffen wir viele Verbündete. Zahlreiche Reisemobil sind unterwegs in freundlichere Gefilde. „Viele Reisende kommen Ende Oktober, manche auch erst nach Weihnachten“, sagt Wolfgang Lettner, der gemeinsam mit seiner Frau den Oasis-Camperpark in Vera betreibt. „Spätestes bis zum 6. Januar ist hier alles voll, und das bleibt so bis Ende März.“

Andalusien: Das Kalifornien Europas

Im „Kalifornien Europas“, wo vor allem riesige Plantagen unter Plastikfolien die Küstenlandschaft prägen und im Sommer die Reiseveranstalter auf die Masse setzen, ist ein neuer Wirtschaftszweig entstanden: der Überwinterungstourismus. Dabei sind vor allem die Reisemobilisten eine treibende Kraft.

Im Wohngebiet: Auf dem Platz herrscht eine persönliche Atmosphäre Foto: Adi Kemmer
Stellplatz-Tipp Camper Area M&H in Torre de Benagalbón.

Jedes Jahr kommen mehr. Und deshalb ist die Stellplatzszene mächtig in Bewegung. Es gibt zahlreiche Trends: Zum einen sind da einige Leuchtturmprojekte – meist privat geführte Stellplätze –, eher größer dimensioniert, gut ausgestattet und entsprechend gut ausgelastet (etwa in Vera, Nijar oder Torre de Benagalbón). Sie dienen vielfach als Referenz für neue Angebote. Zum anderen bieten auch viele Kommunen, zum Beispiel in Yachthäfen (Caleta de Vélez, Almerimar) und an Sportanlagen (Antequera, Archidona) vermehrt Stellplätze an. Auch Reisemobilhändler, (Almayate, Malaga) und Campingplätze (Balerma) haben die Zeichen der Zeit erkannt. „Bisher diente unser Stellplatz vor der Schanke vor allem als Reserve für Campinggäste“, sagt Direktor José Gastalver vom Camping Mar Azul, „aber vielleicht entwickeln wir daraus auch ein eigenständiges Angebot.“ Darüber hinaus gibt es zahllose Stellplätze auf öffentlichenParkplätzen (Almeria, Fuengirola, Mijas, Torre del Mar) – manchmal direkt am Strand gelegen und nicht immer offiziell als Stellplatz ausgewiesen –, wo Reisemobilisten im Winter geduldet werden. Und dann gibt es noch viele Campingplätze, die sich zum Überwintern anbieten.

Tapas essen und Sonnen in Spanien

Malaga: Mittags und abends herrscht in der Altstadt großer Andrang auf die Tapasbars. Foto: Adi Kemmer
Sonne tanken in Malaga.

Was macht man zwei, drei und mehr Monate in Andalusien? „Uns tut die Sonne und Wärme einfach gut“, meint Hellmut Wagner aus Landshut. „Hier ist es viel angenehmer als bei uns im Winter.“ Seine Frau Andrea schätzt vor allem die Sehenswürdigkeiten der Region: „Es gibt in Andalusien ganz viele alte Städte, kulturelle Schätze und wunderbare Natur. Das schafft man gar nicht in einem Winter!“ Nicht immer ist die Parkplatzsuche in den Topspots einfach, deshalb mieten sich viele Reisemobilisten – so sie ihn nicht in der Garage an Bord haben – gelegentlich einen Pkw. Hellmut Wagner: „Das ist völlig unkompliziert und gar nicht teuer.“

Tatsächlich schüttet Andalusien gerade im Winter für Touristen ein Füllhorn aus, denn zu dieser Zeit lassen sich viele Attraktionen mit Muße erkunden, die spätestens ab Mai völlig überlaufen sind. Die maurischen Vermächtnisse in Malaga, Granada, Cordoba und Almeria gehören dazu, aber auch die Tropfsteinhöhlen in Nerja, die Naturparadiese El Torcal und das Cabo de Gata.

Mit dem Wohnmobil in Südeuropa überwinternDolce Vita rund ums Jahr

Zurück in Deutschland ist alles wie vor Antritt der Fahrt. Es ist grau, nass und bitterkalt. Ein letzter Blick auf die Wetterprognose für Malaga: zwölf Stunden Sonne, 30 Grad! Wer dort geblieben ist, hat alles richtig gemacht.

Vom Geheimtipp zur Alternative im Winter

ein Kommentar von Autor Adi Kemmer

Lange Zeit galt das Überwintern an der Costa del Sol unter Reisemobilisten als Geheimtipp. Doch inzwischen sind von Oktober bis März tausende Fahrzeuge aus ganz Europa in der warmen Küstenregion unterwegs. Vielerorts wurde die Infrastruktur aufgerüstet, neue, meist große Plätze wurden ausgewiesen. Doch vor allem in den touristisch attraktiven Orten wird es spätestens nach Weihnachten eng.

Stellplätze in diesem Artikel
Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie uns Ihre Meinung.

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
promobil Heft 10/2017
Heft 10 / 2017 20. September 2017 178 Seiten Heftinhalt anzeigen Artikel einzeln kaufen
Fahrzeug-Angebote
Sponsored Section
Stellplatz-Radar