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Wohnmobil-Tour in die Prignitz

12 tolle Stellplätze zwischen Elbe und Müritz

Stellplatz-Fokus Brandenburg Fontäne Foto: Klaus Zwingenberger 33 Bilder

Eine Landschaft zwischen Elbe und Müritz, auf halbem Weg von Berlin nach Hamburg. In der Region Prignitz entdecken wir ein Allerlei an Stellplätzen, roten Klinkerbau und viele Störche.

Und selten eine Straße über Land, die nicht von teilweise jahrhundertealten knorrigen Eichen oder jüngeren Linden, Eschen, Pappeln oder Birken gesäumt wäre. Alleen en masse. Die Prignitz, hauptsächlich im Nordwesten des Landes Brandenburg liegend, ufert im Norden nach Mecklenburg-Vorpommern aus. Im Süden, um Havelberg, beansprucht sie noch einen Zipfel Sachsen-Anhalt.

Ruhe in idyllischer Landschaft

Die Museen von Havelberg über Perleberg, Wittstock bis Lenzen veranschaulichen die bewegende Siedlungsgeschichte dieser Region. Burgen, Türme und Wälle prägen noch heute das Gebiet. Es muss nicht mehr gegen Feinde verteidigt werden.

Stellplatz-Fokus Brandenburg Bischofsburg Foto: Klaus Zwingenberger
Die Bischofsburg von Wittstock galt zeitweise als uneinnehmbar. Heute beherbergt sie das Museum zum Dreißigjährigen Krieg.

Im Gegenteil. Der Landkreis gleichen Namens weist mit 36 Einwohnern pro Quadratkilometer die geringste Bevölkerungsdichte Deutschlands auf. Nur drei Städte haben mehr als 10.000 Einwohner. Es dominieren amtsfreie Gemeinden und Ämter, die mitunter keine 1000 Köpfe zählen. Die fehlende Größe wird durch gepflegte Tradition wettgemacht. Die historischen Stadt- und Gemeindekerne sind ebenso eine Augenweide wie manche Siedlung aus wenigen bäuerlichen Gebäuden. Es bleibt also viel Raum für Gäste. Vor allem für solche, die ihre Entspannung in der Ruhe suchen, sich an einer Landschaft erfreuen wollen, die alles bietet außer Berge.

Schon das Fahren im Reisemobil auf vielfach hervorragenden Straßen macht Freude. Noch mehr eignet sich dieser Landstrich fürs Fahrradfahren. Über 1100 Kilometer sind als Radwege ausgewiesen. Darunter ein Großteil von Ortsverbindungsstraßen. Auf ihnen bewegen sich viel weniger Autos als auf den Fahrradstraßen mancher Großstadt. Und die Einheimischen wissen um den Wert ihrer Touristen, gehen rücksichtsvoll mit ihnen um. Gefasst sein müssen sowohl Auto- als auch Radfahrer auf hundsmiserable Straßenabschnitte, auf deren grobem und verdelltem Kopfsteinpflaster schon die Soldaten des Dreißigjährigen Krieges unterwegs gewesen sein dürften. Es kann passieren, dass der Reisemobilist hinterher nicht mehr alle Tassen im Schrank hat.

Grenzgebiet mit intakter Natur

Die westliche Prignitz grenzt an die Elbe und ist Teil des Biosphärenreservats Elbe-Flusslandschaften. Das Besucherzentrum in Rühstädt und das Haus der Flüsse in Havelberg sind ein Muss für alle Naturfreunde.

Stellplatz-Fokus Brandenburg Grenzkontrollturm Foto: Klaus Zwingenberger
Der Grenzturm an der Elbe bei Lenzen lässt auf die Historie des Gebiets zurückblicken.

Und wer zwischen April und September die Gegend besucht, kann Rühstädt als „Europäisches Storchendorf“ erleben. In mindestens zehn Nester kehrt dann reges Adebar-Leben ein. Damit sich diese besonderen Gäste keine Feder krümmen, verzichtet die Gemeinde auf Freileitungen jeglicher Art, legte alles unter die Erde. Die intakte Natur dieser Gegend basiert in hohem Maße auf einer gestörten politischen Struktur der jüngeren Vergangenheit: Sie war Teil des Grenzgebietes der DDR zur Bundesrepublik.

Die Zukunft hat in der Prignitz am deutlichsten sichtbar in Gestalt von Windkrafträdern (Beton-)Fuß gefasst. Nicht im Reservat, aber im übrigen Land. Darüber gibt es bei Einheimischen wie Gästen geteilte Meinungen. Unbestritten ist ihre Wirtschaftlichkeit, denn die Prignitz ist eine windige Ecke. Darauf müssen sich auch die Radfahrer einstellen. Sie sollten außerdem nicht darauf vertrauen, in jedem Ort etwas zu essen und zu trinken zu bekommen. Und auch die moderne Kommunikation per Mobilfunk und mobilem Internet weist deutliche Lücken auf.

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Wett macht das die bodenständige brandenburgische Küche. Die Kartoffel spielt hier die Hauptrolle. In der Prignitz stehen häufig Gemüsegerichte und Fisch auf der Speisekarte. Die regionale Besonderheit mit dem Schwerpunkt in Pritzwalk heißt Knieperkohl, ein ehemaliges Arme-Leute-Essen, das heute Kultcharakter hat. Wohl bekomm’s!

Alle Stellplätze in der Prignitz

Stellplatz-Fokus Brandenburg Plan Stellplätze Foto: Klaus Zwingenberger
Stellplätze in Brandenburg

Eine detaillierte Beschreibung aller Stellplätze finden Sie am Ende des Artikels.

Fazit

Kommentar von promobil-Autor Klaus Zwingenberger

Von simpel bis best of: Die Reiseregion Prignitz bietet Stellplätze aller Kategorien. Man kann auf einem Pferdehof neben dem Misthaufen stehen oder auf einem Platz mit angeschlossenem Restaurant und Badestelle am See. 80 Prozent verfügen über Strom. Ärgerlich ist das lückenhafte und schwache mobile Internet außerhalb von Städten und Gemeinden für die einen. Eine zusätzliche und gern hingenommene (Zwangs-)Ruhe für die anderen.

Stellplätze in diesem Artikel
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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