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Aktion Grünes Licht für Stellplätze

Daten und Erkenntnisse der großen promobil-Umfrage

Grünes Licht für Stellplätze Foto: promobil 10 Bilder

Gibt es tatsächlich zu wenige Stellplätze in Deutschland? Welche Ziele sind besonders beliebt? Wie viel Geld geben Reisemobilisten unterwegs eigentlich aus? Die Ergebnisse der großen promobil-Umfrage.

29.10.2017 Dominic Vierneisel, Anne Mandel

Der Urlaub mit dem Reisemobil boomt, das zeigen nicht zuletzt die in die Höhe schnellenden Zulassungszahlen der letzten Jahre. Die Hersteller und Händler freut’s, doch die Kehrseite der Medaille ist eine zusätzliche Belastung der Stellplatz-Infrastruktur, die zeitweise der wachsenden Nachfrage kaum noch gerecht werden kann.

Die Stellplatz-Landschaft muss wachsen

Es gibt zwar auch immer mehr Stellplätze, doch der Ausbau der Infrastruktur kann mit dem steigenden Bedarf nicht Schritt halten. Bei der einer promobil-Umfrage Anfang 2017 waren 96 Prozent der Teilnehmer der Meinung, auf den Stellplätzen im Land gehe es mittlerweile deutlich enger zu als früher. Immer öfter stehen Reisemobilfahrer vor vollen Plätzen, die bis auf wenige Ausnahmen dem Ansturm nicht mehr gewachsen sind.

Der Wille zum Ausbau ist vielfach vorhanden. Noch nie zuvor hatten wir bei promobil so viele Anfragen von Tourismusbeauftragten und Stadtplanern, die Reisemobilisten als Kunden für ihre Region gewinnen möchten und uns daher um Rat fragen.

So sorgen wir gemeinsam für mehr Stellplätze

promobil hat sich auf die Fahne geschrieben, für eine zufriedenstellende Infrastruktur für Reisemobilisten zu kämpfen. Daher hat die Redaktion die „Aktion Grünes Licht für mehr Stellplätze“ ins Leben gerufen, mit der angehende Stellplatzbetreiber unterstützt werden sollen und bei den Entscheidern in den Kommunen ein Bewusstsein für die Bedeutung des Reisemobiltourismus geschaffen werden soll.

Stellplatz Leserfrage Stellplatz bauen Tipps zur Stellplatz-Planung

Trotz der zunehmenden Beliebtheit von Reisemobilen müssen wir nach wie vor Überzeugungsarbeit bei Kommunen, Verbänden und Privatleuten leisten. Vielfach berichten uns engagierte Stellplatzgründer, dass manche Entscheider in den Gemeindegremien noch immer Vorbehalte gegenüber der Zielgruppe haben oder allgemein ein schiefes Bild von Reisemobilfahrern.

Dabei profitieren die lokale Wirtschaft, der Einzelhandel und die ortsansässige Gastronomie fast durchweg von den mobilen Gästen. Auch das Betreiben eines Stellplatzes selbst kann ab einer gewissen Größe für die Kommune ein profitables Geschäft sein. Für private Betreiber jedenfalls ist es das fast immer. Um diese Ressentiments abzubauen, schafft promobil ein möglichst klares Bild des Reiseverhaltens von Wohnmobilisten.

Antworten unserer großen Umfrage

Um belastbare Zahlen zur Stellplatznutzung der Leser zu bekommen, hat promobil im Mai 2017 zu einer umfangreichen Umfrage aufgerufen. Die Resonanz war groß: Rund 2000 Teilnehmer füllten unseren langen Fragebogen aus – auch diese Zahl ist ein Indiz dafür, dass bei dem Thema ein gewisser Leidensdruck vorhanden ist. Wie die Umfrage-Ergebnisse im Detail aussehen, lesen Sie hier im Folgenden.

Es gibt zu wenige Stellplätze in Deutschland, mit dieser Aussage stimmen 92 Prozent aller Umfrageteilnehmer überein, nur acht Prozent sind anderer Ansicht. Bei der Frage „Haben Sie die Erfahrung gemacht, dass es auf Stellplätzen in den letzten Jahren immer voller wird?“ ist die Zustimmung sogar noch größer: 95 Prozent teilen diese Meinung.

Wo herrscht der größte Stellplatz-Mangel und wieso?

Wir wollten natürlich auch wissen, wo genau denn die Stellplatz-Engpässe auftreten. Spitzenreiter sind dabei die Städte Hamburg und München gefolgt von Berlin und Stuttgart. Insgesamt wird die Stellplatz-Infrastruktur in Großstädten eher schlecht bewertet. Doch auch in touristisch interessanten Regionen wie Nord- und Ostseeküste oder in der Bodensee-Region wünschen sich die Umfrage-Teilnehmer mehr Stellplätze.

Wohnmobilhafen AllmersbachGegen Stellplatzmangel

Obgleich der Reisemobiltourismus auf einem aufsteigenden Ast ist, gibt es einen Mangel an Stellplätzen. Woran liegt das? Bei der Frage „Welches sind Ihrer Meinung nach die größten Schwierigkeiten bei der Schaffung neuer Stellplätze?“ zeichnet sich ein klares Bild ab. 37 Prozent sind der Ansicht, dass Reisemobilisten als Zielgruppe nicht richtig eingeschätzt werden, gut ein Viertel denkt, dass der Bedarf nicht erkannt wird, auf Vorbehalte bei den Kommunen tippten 23 Prozent. Finanzierung und baurechtliche Vorschriften hielten jeweils 14 und zwölf Prozent für potenzielle Hemmnisse beim Stellplatzbau.

Den Bau eines Stellplatzes anzuregen oder ihn selbst zu realisieren ist gar nicht so abwegig, immerhin 16 Prozent der Umfrage-Teilnehmer haben das schon getan. Gut ein Drittel hatte damit Erfolg, und der Stellplatz wurde tatsächlich realisiert. Diejenigen, deren Projekte gescheitert sind, haderten vor allem mit den Entscheidern vor Ort wie Bürgermeister oder Verwaltung.

Wie häufig fahren Reisemobilisten Stellplätze an?

Spannende Antworten auch bei der Frage nach dem Reiseverhalten: Gut ein Viertel der Befragten gab an, in den letzten zwölf Monaten sechs bis zehn Stellplätze besucht zu haben. 19 Prozent fuhren elf bis 15 Plätze an, 14 Prozent waren auf bis zu 20 verschiedenen Stellplätzen unterwegs. 21 und mehr Plätze fuhren stattliche 30 Prozent aller Befragten an.

Doch nicht nur die Anzahl der besuchten Stellplätze ist beeindruckend, sondern auch die Anzahl der längeren Reisen mit mehr als vier Tagen. Ein Drittel der Befragten gab an, mindestens drei längere Reisen pro Jahr zu unternehmen, fast 50 Prozent sogar vier bis sechs. Welche Übernachtungsmöglichkeiten nutzten die Reisemobilisten dabei? Mit 52 Prozent liegen die Stellplätze weit vorne, 22 Prozent der Befragten verbringen ihren Urlaub am liebsten sowohl auf Stell- als auch auf Campingplätzen. Nur Freistehen gaben lediglich zwei Prozent als bevorzugte Übernachtungsmöglichkeit an.

Im Vergleich der beliebtesten Reiseziele in Europa liegt Deutschland bei den Umfrage-Teilnehmern mit 22 Prozent klar vorne, gefolgt von Italien (16 Prozent) und Frankreich (15 Prozent). Wirft man auf Deutschland noch einen etwas genaueren Blick, so führt Süddeutschland mit 36 Prozent die Hitliste an, dicht gefolgt von Norddeutschland mit 35 Prozent. Bei dieser Frage waren keine Antworten vorgegeben.

Gibt es ein Geheimrezept für beliebte Stellplätze?

Nach Land und Region interessierte uns auch, welche Stellplatzkategorie bei den Reisemobilisten den meisten Zuspruch findet. Großer Beliebtheit erfreuen sich Stellplätze an Restaurants und Bauernhöfen: 59 Prozent gaben an, dass sie dort gern oder sehr gern übernachten. Wesentlich weniger beliebt sind hingegen die Stellplätze auf öffentlichen Parkplätzen. Hier stehen 72 Prozent der Befragten „nicht so gern“ beziehungsweise „nach Möglichkeit nie“.

Über den meisten Zuspruch dürfen sich die kleinen Stellplätze mit bis zu 30 Plätzen freuen. Sie werden laut Umfrage von 99 Prozent gerne oder sehr gerne angefahren. Bei den mittleren Stellplätzen mit 31 bis 50 Stellflächen liegt dieser Wert bei 85 Prozent, bei großen Stellplätzen (51–80 Mobile) bei 55 Prozent. Sehr große Stellplätze mit über 80 Stellflächen finden nur noch bei 36 Prozent Zustimmung. Unabhängig von der Stellplatzgröße schätzen Reisemobilisten aber eine gute Ausstattung mit Sanitäranlagen, Schwimmbadnähe oder Brötchenservice: 72 Prozent machen hier gerne Station.

Aktion Stellplatz-PlanungDer perfekte Wohnmobil-Stellplatz

Je besser die Ausstattung, desto größer kann also der Andrang sein. Auf vielen Stellplätzen gibt es daher eine maximale Aufenthaltsdauer, um vielen Anreisenden eine Chance zu geben. 68 Prozent der Befragten befürworten das, 32 Prozent sind dagegen. Einen Stellplatz reservieren zu können, spaltet die Teilnehmer:25 Prozent finden die Möglichkeit gut, 32 Prozent halten siezumindest in der Hauptsaison für sinnvoll. Demgegenüber sind 43 Prozent gegen Reservierungen. Von den Befürwortern halten 67 Prozent eine Reservierungsgebühr für akzeptabel, die aber nicht mehr als fünf Euro betragen sollte.

Wie viel Geld geben Reisemobilisten vor Ort aus?

Winken bei den Reservierungsgebühren die meisten Reisemobilisten noch empört ab, so geben sie ihr Reisebudget umso lieber bei der Gastronomie, den Einkaufsmöglichkeiten oder für kulturelle Angebote am Zielort aus. Und das summiert sich. Auf die Frage „Wie viel Geld haben Sie auf Ihrer letzten Kurzreise (bis vier Tage) schätzungsweise ausgegeben?“ gaben 28 Prozent 200 bis 300 Euro an, 23 Prozent sogar 300 bis 500 Euro.

Nur wer seine Kunden kennt, kann sein Angebot nach ihnen ausrichten. Mit den Ergebnissen dieser Umfrage möchte promobil all jene unterstützen, die selbst einen Stellplatz auf die Beine stellen wollen und dafür noch Informationen und Recherchegrundlage brauchen. Denn eine umfangreiche und bunte Stellplatzszene kommt letzten Endes allen Reisemobilisten zugute.

So geht unsere Aktion weiter

Schreiben Sie uns, wenn Sie eigene konkrete Pläne für einen Stellplatz haben: redaktion@promobil.de Stichwort „Aktion: Grünes Licht für mehr Stellplätze. Wir unterstützen Sie dabei, helfen mit Daten und Fakten und berichten über besondere Projekte. Herausragendes Engagement zeichnen wir zudem mit dem Jury-Preis der promobil Stellplatz-Leserwahl aus.

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