Sachmängel am Wohnmobil Harald Hornig
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Sachmängel am Wohnmobil: Erfahrungen unserer Leser

Sachmängel am Wohnmobil Erfahrungen unserer Leser

In der April-Ausgabe von promobil haben wir die Leser aufgerufen, uns ihre Erfahrungen mit Sachmängeln bei Reisemobilen zu schildern. Die Resonanz war so groß, dass wir einen Querschnitt der Zuschriften wiedergeben möchten.

Oft sind es nicht nur die Mängel an sich, die den Reisemobilisten zu schaffen machen. Viel hängt auch davon ab, wie Händler oder Hersteller mit dem Kunden und seinem Anliegen umgehen. Um kein einseitiges Bild wiederzugeben, wurden die Hersteller- und Modellbezeichnungen in den Briefen neutralisiert.

"Die Qualität lässt nach"

Will man den Sumpf trocken legen, darf man nicht die Frösche beauftragen. Unglaublich, was da heute abgeliefert wird – die Qualität lässt nach, die Preise steigen aber! Klar, die Womos haben einen höheren technischen Standard als früher, und damit steigt auch die Fehlerquote. Trotzdem will die Branche schnelles Geld verdienen und vergisst dabei, dass die Womos eine lange Gebrauchsdauer haben und eine Kundenbindung nur mit Zufriedenheit im Service erreichbar ist. Die Sättigung im Neugeschäft wird unweigerlich eintreten, das zeigt sich schon an den überfüllten Stell- und Campingplätzen.
Rudolf Wagner

Zum Thema Qualität ist mir aufgefallen, dass immer mehr Hersteller anscheinend bei der Dichtigkeit des Entsorgungsschachtes sparen. Ich wäre mir nicht sicher, wenn mal eine Dichtung defekt ist, dass nichts aus der Kassette schwappt! Sicherlich nicht angenehm, aber wenn dann der Schacht zudem nicht abgedichtet ist, läuft das Ganze irgendwo in den Zwischenboden! Wer möchte das? Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies in Serie ein großer Kostenfaktor sein kann. Hier würde ich mir von den Herstellern, besonders der Premiummarken, etwas mehr Weitsicht wünschen.
Uwe Holzhäuer

"Wer Wohnmobil fährt, braucht handwerkiches Geschick"

Seit 21 Jahren fahre ich mit großer Freude Wohnmobil und behaupte, mir ein Urteil zu diesem Thema erlauben zu können. Mein Mobil war schon recht oft wegen Mängeln in der Werkstatt, allerdings ausschließlich wegen des Basisfahrzeugs VW LT 35. Obwohl der Aufbau seiner Zeit weit voraus war, haben sich in den vergangenen Jahren verständlicherweise etliche, wohl auch altersbedingte, Schäden ergeben. Da mir das großen Spaß macht, habe ich diese alle selbst bzw. mit Hilfe meines Schwiegersohnes erfolgreich erneuert oder repariert. Daraus ergibt sich für mich die etwas gewagte Behauptung, wer ein Wohnmobil fährt, sollte wenigstens etwas handwerkliche Geschicklichkeit besitzen! Allein die Vorstellung, wegen jeder Kleinigkeit zur Werkstatt zu fahren – furchtbar. Wir haben auf allen unseren Fahrten, gemeinsam mit Freunden und deren Mobilen, nie eine erlebt, bei der nicht irgendein Schaden auftrat. Was dem Spaß aber in keiner Weise abträglich war. Ein Faktor des von Ihnen behandelten Problems besteht sicher in der wahnsinnig zugenommenen Anzahl der Mobile, aber zumindest im gleichen Maße an der stetig zunehmenden rücksichtslosen Anspruchshaltung der Käufer! Diese dokumentiert sich leider auch immer häufiger auf Reisen.
Michael Ganz

Ich bin seit meiner Kinderzeit mit dem Wohnwagen unterwegs und habe meine Ferien auf einer Vielzahl von Campingplätzen in Europa verbracht. Bei der Auswahl unserer Wohnwagen haben wir uns immer an einem Qualitätsmaßstab orientiert, den ein Reise-Caravan erforderlich macht. Und damit fuhren wir gut. Trotz der guten Qualität musste auch schon mal unterwegs repariert werden. Und dazu sollte eigentlich jeder Camper in der Lage sein. Handwerkliches Geschick ist bei einem rollenden und zusammengeleimten Ferienhaus, das auch schon mal mit 140 km/h über die Autobahn bewegt werden soll, einfach erforderlich. Mittlerweile habe ich das Rentenalter fast erreicht und wir bewegen uns in den Kreisen der Wohnmobilisten. Und gerade in diesen Kreisen bewegen sich sehr viele Camper, die eigentlich keine "richtigen" Camper sind. Unerfahrenheit trifft oft auf Ungeschicklichkeit, Egoismus und Unwissenheit. Da bekommt man schon mal nach 14 Tagen Urlaub die Frage gestellt: "Wie wird denn eigentlich die Toilette geleert?"
Dieter Keller

Wir sind seit 40 Jahren Camper. Erst mit Wohnwagen und nun das zweite Jahr mit einem Vollintegrierten, der vorher ein Jahr in der Vermietung lief. Nach unserem ersten Probeausflug hatten wir uns entschlossen, diesen auch zu kaufen. Bei der Rückgabe nach unserer Probe machte ich den Händler darauf aufmerksam, dass im Fahrbetrieb stark nervende Quietschgeräusche im "Fahrerhaus" auftreten. Nach einer Probefahrt mit dem Händler wurde nur lapidar festgestellt, dass sich das nach 20.000 km eben einstellt und es sehr aufwendig sei, die Ursachen zu suchen und zu finden. Daraufhin machte ich mich selbst auf Ursachensuche und demontierte sämtliche Armaturenbrett-Teile. Schnell merkte ich, dass da überall nur Kunststoffteile ohne jegliche Zwischenlage übereinandergeschraubt waren. Nach dieser Erkenntnis trennte ich die Kunststoffteile untereinander mit Filzunterlagen. Der Erfolg war spürbar – der Aufwand hatte sich gelohnt.
Jürgen Moche

Leser berichten von Sachmängeln bei Neufahrzeugen

Vor knapp zwei Jahren haben wir uns nach über 30 Jahren Motoryacht einen großen Alkoven eines Premiumherstellers gekauft. Ich komme aus dem Automobilbereich und hatte von Womos und deren Komplexität keinerlei Ahnung. Ich machte daraus eine dreimonatige Projektarbeit, die mich in die Tiefen und Detailvielfalt der Wohnmobile führte und fast 100.000 Euro an Sonderausstattungen, Zubehör und Ein- und Umbauten kostete. Nach einer fast zweimonatigen Reise im Spätsommer letzten Jahres haben sich noch vor Ablauf der 2-jährigen Gewährleistung einige Mängel aufgetan. Neben vielen Kleinigkeiten, waren die unangenehmsten ein massiver Wassereintritt am Heckfenster, der die Garage komplett unter Wasser setzte. Das Wasser floss unter der Hecksitzbank hindurch bis zur Küche. Ferner war der Receiver im vorderen TV defekt, und die Sat-Schüssel wackelte in der Endstellung im Wind. Wir sind nur froh, dass die Reparatur im Herbst stattfand und die Dauer nicht unbedingt eine große Rolle gespielt hat. Ein sehr großes Kompliment an Herrn Ruchholtz, den Leiter der Serviceabteilung der Firma Glück in Sulzemoos. So eine Kompetenz in puncto Fachwissen, Beratung und Durchführung muss man lange suchen, und ich bin froh, so jemanden an meiner Seite zu haben!
Peter Steinmeyer

Unser im Mai 2019 als Neufahrzeug gekauftes Reisemobil für immerhin 150.000 Euro Listenpreis ging im März zum siebten Mal ins Werk zum Reparaturversuch. In neun Monaten war es mehr als zehn Wochen in der Werkstatt! Es ist eigentlich nichts dabei, was noch nicht beanstandet wurde: Frontscheibe Produktionsfehler, abgelöste Furniere, Klappern und Knistern im Vorderwagen, Warmwasserheizung mit ungenügender Heizleistung im Heck, Wassereinbruch im Heck und so weiter und so weiter. Und was am schlimmsten ist: Nach jedem Aufenthalt im Werk kommen Kollateralschäden hinzu. Beim letzten Versuch, die Heizung zu reparieren, wurde die Sat-Anlage mit Glykol getränkt und damit letztendlich zerstört.
Uwe Böker

Ich habe einen neuen Kastenwagen gekauft. Ab dem ersten Tag war der Wurm drin! Es wurde die falsche Satellitenschüssel montiert und diese dann auch noch falsch herum. Fahrzeuginnenteile fehlten, die nach und nach eingebaut wurden, zum Beispiel Tischverlängerung, Kaffeemaschine usw. Beim Heimfahren klapperte das komplette Auto, man hatte überall die Dichtbänder vergessen, habe sie zum Teil selber reingeklebt. Beim ersten Duschen ist das Wasser durchs Womo gelaufen. Ständig fliegt bei der Elektrik die Sicherung raus, ich habe dann einen Ladebooster eingebaut, aber gebessert hat sich nichts. Pfusch und Inkompetenz wäre noch untertrieben! Das Schlimme daran ist, dass sich der Händler null darum kümmert und die ganze Sache herunterspielt. Jetzt versuche ich das Auto wieder abzugeben, ist aber gar nicht so einfach, der Händler stellt sich absolut quer.
Roger Cordier

Nach einem recht langen Arbeitsleben wollten meine Frau und ich uns im Sommer 2015 einen lang gehegten Traum erfüllen – ein eigenes Wohnmobil. Leider wurde dies hinsichtlich der Produktqualität ein Alptraum, zumal das Fahrzeug nicht "irgendwo", sondern in den Werkhallen eines großen, namhaften Herstellers montiert wurde. Während der Frist von zwei Jahren musste ich wegen zwölf, zum Teil schwerwiegenden Sachmängeln insgesamt zwölf Mal die Werkstatt aufsuchen – wegen einiger Mängel sogar mehrmals. Im Frühjahr 2017 war das Wohnmobil dann insgesamt vier Wochen zur "Nachbesserung" im Werk. Nach Ablauf der Sachmängelhaftung waren es noch einmal bisher sieben Mängel, welche teilweise finanziell für mich recht aufwendig waren. Ja, ich bekenne: Für fast 86.000 Euro hatte ich erwartet, dass der Scheibenwischer funktioniert, alle Fenster dicht sind, das Navi ordentlich seinen Dienst verrichtet, die Dusche zu gebrauchen ist – und ich nicht wegen ein und desselben Mangels bis zu vier Mal die Werkstatt aufsuchen muss.
Reinhard Elsner

Wenn die Dichtigkeit nachtlässt...

Im Mai 2013 kauften wir unser Traummobil für ca. 62.000 Euro, einen voll ausgestatteten Alkoven. Das Reisemobil hat uns in den nächsten Jahren viel Freude bereitet, und wir haben es sehr gepflegt. Selbstverständlich wurde jedes Jahr die kostenpflichtige Dichtigkeitsprüfung ohne Beanstandung vorgenommen. Fünf Jahre lang, so wie es die Garantiebestimmungen vorsehen. Im sechsten Jahr, 2019, war die Garantie abgelaufen, aus eigenem Interesse ließen wir dennoch beim Servicehändler die Dichtigkeitsprüfung vornehmen. Zu unserem großen Schrecken dann das Ergebnis 2019: Der Alkoven ist auf beiden Seiten Matsch! Reparaturkosten ca. 10.000 bis 12.000 Euro. Der Kontakt zum Hersteller verlief ernüchternd: Garantie abgelaufen, unser Problem. Dann kam doch noch ein Mitarbeiter des Herstellers, der sich das Mobil ansah: Der Schaden sei eindeutig und sicher auch nicht erst in den letzten zwölf Monaten entstanden, aber die Schuld läge bei "den Menschen, die die Dichtigkeitsprüfungen durchführten". Dann bot man uns am Telefon noch – wörtlich – ein "Wohlfühlpaket" an, Decke, Handtuch etc. – sicher alles mit Hersteller-Logo. Das habe ich dankend abgelehnt.
Georg Ostendorf

Sachmängel am Wohnmobil
Frank Eppler
Lange Wartezeiten auf einen Werkstatttermin sind vielen Lesern ein Dorn im Auge.

Ich bin Eigentümer eines Teilintegrierten. Bisher hatte ich ca. 20 Sach- und Garantiemängel am Aufbau, wie beispielsweise Wassereintritt am Dachfenster. Meiner Erfahrung nach sind die Händler und Werkstätten sehr bemüht, werden aber von den Herstellern ausgebremst. Die Ersatzteillieferung beziehungsweise Bearbeitung von Mängelanfragen dauert bei meinem Hersteller ca. sechs bis acht Wochen. Der Händler braucht für die Vergabe von Werkstattterminen ebenfalls ca. sechs bis acht Wochen Vorlauf. Die Hersteller feiern einen Umsatz- und Gewinnrekord nach dem anderen, die Qualität bleibt auf der Strecke. Leidtragende sind die Kunden. Ich hoffe, es kommen mal wieder andere Zeiten, in denen wir Kunden vom Hersteller wieder wahrgenommen werden.
Michael Bartholome

Guter Service vs. schlechter Service

Aus meiner Sicht lässt die Qualität der Neufahrzeuge und vor allem die Bereitschaft der Mängelbeseitigung durch die Hersteller sehr zu wünschen übrig. Im April 2019 haben wir uns zum Kauf eines neuen Teilintegrierten entschieden. Bereits auf den ersten Fahrten kam es zu kleinen notwendigen Reparaturen, zum Beispiel war die Mischbatterie undicht. Dann trat während der Fahrt ein nervendes Knackgeräusch im Aufbau auf. Jetzt begann für uns das Problem. Unser Händler bot uns einen Termin zur Begutachtung in drei Monaten an, ein anderer Händler in sieben Monaten. Wir nahmen dann Kontakt zum Werkskundendienst auf und schafften es, dass nach acht Wochen ein Termin zur Begutachtung erfolgen sollte. Auf diesen Termin warten wir allerdings bis heute noch. Der Kundendienst hat sich nie wieder bei uns gemeldet.
Lutz Zaretzke

Unser Wohnmobil hatte im ersten Jahr mehrere kleinere Mängel, nicht gravierend, aber doch im Gebrauch lästig und unangenehm. Diese Mängel wurden aber durch den Händler rasch, unbürokratisch und sachgemäß repariert.
Johannes Watzinger