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Wohnmobil-Tour ins Nordland / Norwegen

Auf der Panoramastraße 17 zum Nordkap

Faszinierender Ausblick auf die „Børvasstindan- Berge“ an Bodøs naturnaher Nordmeerküste. Foto: Thomas Cernak 7 Bilder

Grandiose Gletscher und maritime Märchenlandschaften begleiten die Panoramastraße 17, die sich über viele hundert Kilometer im mittleren Norwegen von Steinkjer bis hinauf nach Bodø schlängelt.

Ein Seeadler schwebt am silbrig glänzenden Nordmeerhimmel, dazu formiert sich in der Ferne ein Schwarm Papageientaucher, von denen etwa 30.000 Paare draußen auf der Insel Lovunden brüten, Nordnorwegens südlichstem Vogelfelsen. Es ist Mitte August, und die Tiere machen sich wieder auf den Weg nach Süden. Wir aber wollen noch ein ganzes Stück nach Norden weiterreisen – ohne festes Ziel, aber mit viel Zeit im Gepäck.

Dazu haben wir die stark befahrene Europastraße 6, die „Rennstrecke zum Nordkap“, verlassen und lenken jetzt unser Wohnmobil im Genussmodus auf die Küstenstraße Fv 17 (Fylkesvei 17). Diese wunderschöne, aber kurvige Strecke wird auch Panoramastraße 17 genannt; sie führt über 650 Kilometer von Steinkjer, der Hauptstadt von Nord-Trøndelag, über den Polarkreis hinaus in die Provinz Nordland. Dabei durchkreuzt sie die Landschaften Namdalen, Helgeland und Salten. Mindestens sechs Fährpassagen und fast ebenso viele Tage sind notwendig, um die einzigartigen Naturwunder am Weg in Ruhe genießen zu können. Zu diesen zählt der markante Felsen „Torghatten“ auf der Insel Torget vor Brønnøsund, in dessen Mitte ein ungefähr 35 Meter hohes und 160 Meter tiefes Loch klafft. Aus der Höhle, um die sich viele Sagen ranken, eröffnet sich eine zauberhafte Sicht auf die Schärenwelt.

Aufziehende Kumuluswolken türmen sich über der See, als wir später den Polarkreis mit dem Schiff auf der Linie Kilboghamn–Jektvik überqueren. Manche nennen sie auch Haufen- oder Schönwetterwolken: Ist ihre Form kugelig, so werden sie voraussichtlich keinen Regen bringen – was die nächsten Tage tatsächlich zeigen. Wir müssen daher unsere Vorstellung vom nassen Norden gehörig revidieren. Das gleißende Licht lässt anderntags das blaue Eis des „Engenbreen“ leuchten, eines Arms des Svartisen, des zweitgrößten Gletschers in Norwegen. Die Pracht bestaunen kann man am besten vom Informationszentrum gegenüber mit einem Tagesstellplatz direkt vom Mobil aus.

Im freundlichen Bodø endet die spektakuläre Route. Von da düsen Festrumpfschlauchboote (RIB Boats) zum Saltstraumen, einem schmalen Sund mit dem weltweit stärksten Gezeitenstrom. Die Panoramastraße ist ohne Frage ein eigenständiges Traumziel – und nicht nur eine von vielen Wegvarianten zum Nordkap.

Der besondere Tipp

Alle Flugzeugtypen, sowohl zivile als auch militärische, zeigt ansprechend aufbereitet das „Norsk Luftfartsmuseum“ in Bodø. Zu sehen sind Exoten aus vielen Jahrzehnten Luftfahrtgeschichte des Landes. Ein Glanzstück ist ein im Tigerdesign lackierter „Lockheed Starfighter CF-104“ der norwegischen Luftwaffe (Foto). Im Sommer täglich geöffnet von 10 bis 18 Uhr. www.luftfart.museum.no

Übersicht: Wohnmobil-Tour ins Nordland / Norwegen
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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