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Wohnmobil-Tour Irlands wilder Norden

Bed & Breakfast auf Rädern

Reise-Tipp: Nordirland Foto: Andrea Reck 21 Bilder

Unverfälschte, dramatische Landschaften, quirlige Städte, freundliche Menschen: Im Norden der Grünen Insel, wo vielfach noch Gälisch gesprochen wird, ist die Seele Irlands zu Hause.

Kilometer um Kilometer zieht eine eigentümliche Landschaft an unseren Reisemobilfenstern vorbei – vereinzelte Spuren menschlicher Ansiedlungen, spärliche Vegetation, ab und zu ein paar Schafe. Die Straßen sind noch schmaler als sonst im Land, kaum begegnet uns ein anderes Fahrzeug. Uns beschleicht das Gefühl, bald am Ende der Welt anzukommen.

Dabei erkunden wir eines der bestgehüteten Geheimnisse Irlands. Die Küste von Mayo ist trotz intensiver Bemühungen der Tourismusverantwortlichen noch sehr einsam und ursprünglich. Vom winzigen Dorf Carrowteige aus wandern wir durch eine üppig grüne Moorlandschaft mit wilden Klippen – schön wie die berühmten von Moher, aber ganz ohne Rummel.

Unterwegs treffen wir auf einen Torfstecher. Er nimmt sich Zeit, um uns freundlich von seiner harten Arbeit zu erzählen. Und schließlich entdecken wir direkt am Klippenrand einen idyllischen Übernachtungsplatz mit Meerblick.

Das „Ende-der-Welt-Gefühl“

Sonnenuntergang in Bloody Foreland Foto: Günter Ultes
An den Küsten Nordirland gibt es Meilenweit nur wenige Häuser. Hier kann man so richtig abschalten, die Natur genießen und das Ender-der-Welt Gefühl erleben.

Der Weiterweg führt zuerst über Sträßchen, die teilweise kaum breiter sind als unser Integrierter. Vorbei an den Ceide Fields, Europas größter steinzeitlicher Fundstätte, und über Sligo und Donegal zieht es uns mit diesem „Ende-der-Welt-Gefühl“ weiter nach Norden. Wir passieren die Heimat der Sängerin Enya und den Pub ihres Vaters in Meenaleck und erreichen Bloody Foreland. Dieser Name hat einen harmlosen Hintergrund – die blutrote Färbung der Felsen in der Abendsonne.

Vorbei an verstreut daliegenden Häusern, die sich im allgegenwärtigen Wind hinducken, geht es zum Fähranleger Meenlaragh, wo sich ein Ausflug nach Tory Island anbietet – wenn die Fähre nicht gerade wegen Sturm im Hafen festhängt. Wir fahren weiter zum windumtosten Camping Rosguill Holiday Park auf der gleichnamigen Halbinsel und wandern dann entlang an Steilküsten, Klippen und über traumhaft schöne Sandstrände um den Melmore Head.

Malin Head – der Höhepunkt unserer Reise

Auf dem Weg nach Malin Head, dem nördlichsten Punkt Irlands, besuchen wir Derry – „britisch offiziell“ Londonderry – in Nordirland. Auf dem Parkplatz spricht uns Graham an. Unser deutsches Kennzeichen hat ihn an einen alten Freund in Deutschland erinnert. Selbst Reisemobilfahrer, ist er auch neugierig auf unser Mobil. Er erzählt uns ausgiebig von seinem Leben. An den Bürgerkrieg, der hier bis zum Jahrhundertwechsel noch seinen Blutzoll forderte, erinnern jetzt nur noch Denkmäler und Ausstellungen. Im Treiben des quirligen Städtchens spürt der Tourist davon nichts mehr.

Basaltfelsen des Giants Causeway Foto: Günter Ultes
Gigantisch: die eigentümlich geformten Basaltfelsen des Giants Causeway in Nordirland.

Malin Head, wieder in der Republik Irland, ist dann nicht nur geografisch der absolute Höhepunkt unserer Reise. Bei einer Fahrradtour um diesen den Meeresgewalten ausgesetzten, zerklüfteten Landzipfel macht der Wild Atlantic Way seinem Namen alle Ehre. Mehrmals weht uns der böige Wind fast von der Straße. Wir stellen die Räder ab und spazieren um die majestätische Nordspitze Irlands, berauscht vom Blick auf die tosende Gischt, die tief unter uns an die Felsen donnert.

Vom Ballyness Caravan Park bei Bushmills aus erreichen wir mit den Fahrrädern zahlreiche Highlights Nordirlands – die Dark Hedges, Drehort für die Fantasy-Serie Game of Thrones, die Carrick-A-Rede Rope Bridge, das Hafenstädtchen Portrush, den zauberhaften White Rock Strand und schließlich das Naturspektakel Giants Causeway. Freunde hochprozentiger Genüsse kommen in der „Old Bushmills“-Distillery auf ihre Kosten.

Ballycastle und Rathlin Island

Vollends in Nordirland angekommen fühlen wir uns dann in Ballycastle bei der Ould Lammas Fair, dem ältesten Viehmarkt Irlands. An Tieren werden zwar nur noch Pferde verkauft, aber Pferdestärken hat unser Wohnmobil ja genug. Die Angebote an den Ständen sind ebenso skurril wie die Darbietungen der Country-Sänger und Tänzer. Den Geschmack von Dulse (getrocknetem Seetang) und Yellowman (quietschgelbem Konfekt) – zwei regionalen „Köstlichkeiten“, die typisch für Nordirland sind – spülen wir im O’Connor mit einem Guinness hinunter.

Robben Foto: Günter Ultes
Wer beobachtet hier wen? Robbenbabys auf Rathlin Island.

Eine kurze Schifffahrt entfernt lockt der Besuch von Rathlin Island – Fahrräder mitnehmen! Die Vogelbrutfelsen am Westende der Insel werden von unzähligen Papageientauchern – hier liebevoll Puffins genannt –, Trottellummen, Dreizehenmöwen und Eissturmvögeln bevölkert. Die Aussichtsplattform des Great Lighthouse bringt uns näher an das rege Treiben – und den Geruch! Wer es vor der letzten Fähre noch zum Südende der Insel schafft, wird mit dem Anblick der Robben belohnt, die sich auf den Felsen in der Sonne aalen.

Die Heimat der Titanic

Als wir in Belfast ankommen wollen wir erst einmal in die Stadt. Mit dem Wohnmobil parken wir vor der Belfast Cathedral und schlendern zur City Hall, vor der Queen Victoria in Stein thront. Belfast, oft noch mit den „Troubles“ assoziiert, den Bombenanschlägen und Demonstrationen im seit den Siebzigern in Nordirland wütenden Bürgerkrieg, präsentiert sich heute wie ganz Nordirland: friedlich.

Donegal Square vor der City Hall in Belfast Foto: Günter Ultes
Quirlig: der Donegal Square vor der City Hall in Belfast. Hier reiht sich Café an Café – die Kaffeekultur ist in Irland überhaupt sehr ausgeprägt.

Wem trotzdem noch nach Tragödie zumute ist, der der fährt mit seinem Wohnmobil zum im März 2012 in Nordirland eröffnete Titanic Belfast Centre. Auf dem Gelände der seinerzeit weltgrößten Werft Harland & Wolff, wo die Titanic gebaut wurde, ist ein Erlebniszentrum mit einer gigantischen Multimedia-Show entstanden. Zuletzt decken wir uns auf Farmer’s Market mit irischem Käse und Brot ein, verlassen die 330.000-Einwohner-Metropole mit dem Wohnmobil und genießen vor der 800 Jahre alten normannischen Burg Carrickfergus Castle unser Picknick unter der Sonne von Nordirland.

Dann genießen noch einen sonnigen Tag auf dem prächtigen Landsitz Mount Stewart – ein Tipp, den wir bei einem der zahlreichen Gespräche mit Einheimischen erhalten haben. Dann lassen wir im Tollymore Forest Park auf seinem idyllisch gelegenen Campingplatz am Rand der kahlen Mourne Mountains unsere Tour durch den Norden Irlands ausklingen.

Tipps: Der Norden Irlands und Nordirland

Der Norden Irlands gilt vielen als der reizvollste Teil dieser faszinierenden und sympathischen Grünen Insel. Wir orientieren uns bei der Routenwahl ganz bewusst nicht an politischen Grenzen. Von derjenigen zwischen der Republik Irland und Nordirland bekommt der Reisende ohnehin kaum etwas mit – zumindest gegenwärtig noch nicht. Man merkt hauptsächlich an den vielen britischen Flaggen und der englischen Währung, dass Nordirland zu Großbritannien gehört. Noch ungewiss sind die Auswirkungen des anstehenden Brexits.

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Mehr Informationen zu Wohnmobilreisen in Irland

Informationen und Broschüren zum Bestellen oder Herunterladen bietet das Irische Fremdenverkehrsamt unter www.discoverireland.com sowie unter Telefon 0 69/66 80 09 50. Mietangebote bei www.bunkcampers.com

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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