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Wohnmobil-Reise nach Südfinnland

Das ruhige Leben auf den Åland-Inseln

Reise Südfinnland Foto: Marc Reichel 11 Bilder

Wer Entschleunigung sucht, wird auf den Åland-Inseln mit Sicherheit fündig. Die finnischen Inseln, auf denen Schwedisch gesprochen wird, bieten Wohnmobil-Fahrern alles für eine Entdeckungstour.

Übers Meer durch die Schären. Zwei Stunden von Schweden entfernt, erheben sich Inseln aus dem Wasser. Bewaldete Felsen, erst bei der Einfahrt in die Bucht werden die flachen Fischerhäuser sichtbar. Wir sind auf Åland, dem aus über 6700 Eilanden bestehenden Archipel in der Ostsee. Dass die Åland-Inseln im modernen Europa ein Unikum darstellen, verdanken sie einer wechselvollen Geschichte. Mitten im Botten, genau zwischen Finnland und Schweden gelegen, boten die Inseln die Kontrolle über den Bottnischen Meerbusen. Åland gehörte zu Schweden, zu Russland und seit 1921 dauerhaft zu Finnland. Allerdings als demilitarisierte, autonome Region – mit eigener Flagge, eigenen Kennzeichen, eigenen Briefmarken und ausgeprägtem Selbstbewusstsein. Ach ja: Die Amtssprache der 29.000 Åländer ist Schwedisch.

Reise Südfinnland Foto: Marc Reichel
Wo Milchkannen fast schon Kunst sind: Das Önnigebymuseet geht auf eine Künstlerkolonie zurück und gilt als Worpswede Ålands.

Das Reisemobil rollen lassen, das Kommende genießen. Wir passieren weit auseinander gezogene Siedlungen und verwitterte Richtungsschilder. Wer urbanes Leben sucht, muss in die Hauptstadt Mariehamn fahren. Durch das dichte Unterholz blitzen in Ufernähe Sommerhäuser und Hüttensiedlungen – meist Urlaubsdomizile für Feriengäste. Vier Hauptstraßen verbinden die Hauptinseln miteinander, an den Knotenpunkten sammeln sich Tankstellen oder Supermärkte als Segnungen der Zivilisation.

Zwischen Wäldern und Apfelplantagen

Trotz seiner geringen Größe erstaunt Åland durch Vielfalt. Im waldigen Norden grasen Kühe auf steinigen Weiden, die alten Höfe stehen auf dicken Grundmauern aus Bruchstein. Der Süden lockt mit lieblichen Hügeln und ausgedehnten Apfelplantagen. Farbenfrohe Kleckse in einer urwüchsigen Landschaft sind die in bunten Farben gestrichenen Holzhäuser. Wo die Inseln nicht durch Brücken miteinander verbunden sind, kommen Fähren zum Einsatz. Teils im Pendelverkehr, teils auf Zuruf. Auf kurzen Distanzen und für Radler sogar kostenfrei. Die schwach befahrenen Straßen laden sowieso zum Pedalieren ein, und in den ausgedehnten Waldstücken ist auch der Wind kaum spürbar.

Reise Südfinnland Foto: Marc Reichel
In Murmurs Gröna Hus gibt es im Sommer Kaffee und Kuchen.

Manches kommt einem recht schwedisch vor, die andersherum schließenden Türschlösser etwa, die zahlreichen Hofflohmärkte (Loppis) oder die Affinität zu Oldtimern – Tradition wird hier großgeschrieben. Anderes ist neu und wird gerne angenommen. So wie die kleinen Holzschilder am Straßenrand, die zu kleinen Saisoncafés führen. Dort gibt es Kaffee aus der großen Kanne und Süßes aus dem Backofen. Zum Einkaufen geht es in die „Butik“ oder den „Lanthandel“, wo neben Arbeitsgerät auch Brötchen und Lebensmittel offeriert werden. Im Wald springt schon mal ein Reh vorbei, und an den Anlegern lassen sich Boote ausleihen.

Ja, es gibt Museen, Musentempel und Kunststätten – und die sind absolut sehenswert. Fast beeindruckender aber ist die Ruhe und Gelassenheit, die überall anzutreffen ist. Mariehamn dürfte die geruhsamste Hauptstadt Europas sein, auf dem Land ticken die Uhren sowieso im Entspannungstakt. Und nein, die Inseln sind beileibe nicht rückständig. Internetspots gehören zum Alltag, beim Bezahlen selbst kleinster Beträge wird Verwunderung ausgedrückt, wenn man nicht per Karte, sondern in Euro zahlen möchte.

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Schwäne gleiten über das Wasser, am Himmel ziehen vier imposante Seeadler ihre Kreise. Wenn irgendwo Entschleunigung stattfindet, dann hier: mit einem grandiosen Blick auf die endlos scheinende Schärenlandschaft und dem sanften Geräusch des Windes in den Bäumen. Man könnte einfach nichts tun. Oder von den Hauptinseln aus das finnische Festland durch Inselhopping erreichen. Oder wiederkommen. Von Schweden aus sind es ja nur zwei Stunden ...

Åland's Pancake

Reise Südfinnland Foto: Marc Reichel
„Åland’s Pancake” wird mit Äpfeln, Pflaumen und Sahne serviert.

Was dem Schweden der Zimt, ist dem Åländer der Kardamom: Kaum eine Süßspeise wird ohne diese Zutat zubereitet. Besonders zu empfehlen ist der „Åland’s Pancake“, ein Kuchen, dessen Teig zur Hälfte aus Milchreis besteht. Dazu gibt es Kompott aus Äpfeln und Pflaumen, ein Klecks Schlagsahne obendrauf ist obligatorisch. Der in der Pfanne gebackene Kuchen ist das heimliche Nationalgericht der Inseln, gebacken wird er nach variierenden Hausrezepten, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Nie fehlen darf allerdings die üppige Beigabe von Kardamom.

Informationen

Die autonomen Åland-Inseln gehören zu Finnland, gesprochen wird aber Schwedisch.

Anreise: Fährverbindungen nach Mariehamn werden mehrmals pro Tag vom schwedischen Stockholm und vom finnischen Turku aus von Viking Lines und Tallink Silja angeboten. Eckerö Lines bedient die günstige Route von Grisslehamn/ Schweden nach Eckerö. Die Preise für Reisemobile variieren in der Saison je nach Abfahrtszeit.
Reisezeit: Die Åland-Inseln können ganzjährig bereist werden, die Saison dauert von Mai bis Mitte August. Danach muss bei Sehenswürdigkeiten mit eingeschränkten Öffnungszeiten gerechnet werden.
Info: www.visitaland.ax

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Stellplätze auf den Åland-Inseln

Wer die Åland-Inseln mit dem Reisemobil erkundet, muss sich über Übernachtungsgelegenheiten keine Sorgen machen. Offizielle Stellplätze gibt es zwar nicht, doch bieten etwa 17 Campingplätze während der Hauptsaison ihre Dienste an. Nur hier gibt es auch Einrichtungen zur Ver- und Entsorgung. In der Nebensaison wird der Platzbesitzer telefonisch über die Ankunft informiert oder der Obolus in einem Briefkasten deponiert. Ansonsten erfüllt sich hier der Traum vom freien Stehen über Nacht. Zahllose Buchten laden zum Bleiben ein und niemand stört sich an den Gästen, sofern sie ihren Müll nicht in der Landschaft verstreuen.

+++ Alle Plätze finden Sie am Ende des Artikels. +++

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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