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Mit dem Wohnmobil durchs Münsterland

Im Land der Burgen

In der Wasserburg Hülshoff bei Havixbeck ehrt eine Sammlung das Andenken an die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. Foto: Thomas Zwicker 15 Bilder

Die vielen Wasserschlösser und -burgen im Münsterland zeugen von einer bewegten Geschichte – und die Region bietet noch mehr Gründe für eine Tour mit dem Reisemobil.

24.09.2017 Thomas Zwicker

Die schöne alte Burg Vischering am Rande des Städtchens Lüdinghausen im Münsterland ist eine wehrhafte Feste wie aus dem Bilderbuch. Anno 1271 vom münsterischen Fürstbischof erbaut, steht die trutzige Rundburg mit Zugbrücke auf einer Insel inmitten eines ausgedehnten Gräftensystems (Gräfte ist die westfälische Bezeichnung für Wassergraben). Während der Hauptteil des Anwesens derzeit renoviert wird, sind die Vorburg samt Café im alten Reitstall und der Park ringsum täglich außer montags zu besichtigen – hier weht uns ein Hauch von Geschichte entgegen, und während der Woche ist es oft ganz wunderbar still.

Burg Vischering wurde nach einem Brand im Stil der Renaissance neu aufgebaut. Foto: Thomas Zwicker
Ein Bild von einem Wasserschloss: Burg Vischering wurde nach einem Brand im Stil der Renaissance neu aufgebaut.

Das Münsterland, im nordwestlichen Westfalen zwischen Lippe, Teutoburger Wald und niederländischer Grenze gelegen, ist ein lieblicher Landstrich. Grüne Wälder und Wiesen werden von kleinen Flüssen durchzogen, dazwischen wie hingetupft verträumte Ortschaften und Höfe, dazu die auffallend hohe Dichte an Wasserburgen. Einst als wehrhafte Adelssitze erbaut, wurden sie im Lauf der Zeit oft zu prächtigen Schlössern im Renaissance- oder Barockstil umgebaut und beherbergen heute vielfach Hotels, Museen oder andere öffentliche Einrichtungen. Auf der 100-Schlösser-Route sind die Anwesen gut per Fahrrad zu erkunden, und wir werden später auch noch einige ansteuern.

Das Herz des Münsterlands: Münster

Die Münsteraner radeln gelassen am Weinhaus und am Rathaus vorbei. Foto: Thomas Zwicker
Schönes Zentrum: Am Prinzipalmarkt von Münster steht das beflaggte Stadtweinhaus von 1615, rechts daneben das Rathaus – die Münsteraner radeln gelassen vorbei.

Die schöne Stadt Münster, Zentrum dieser Region mit großer Universität und historischem Kern, war die erste Station auf unserer Reise. Dabei muss man wissen, dass die 300.000-Einwohner-Stadt fest in Händen der Radfahrer ist. Hier gibt es mehr Drahtesel als Bewohner, rund 40 Prozent aller Fahrten erledigen die Münsteraner dem Vernehmen nach auf zwei Rädern. Zu einem großen Angebot an Service- und Verleih-Stationen (auch für E-Bikes) kommen rund 450 Kilometer Fahrradwege, darunter die sogenannte Promenade, ein autofreier, grüner, 4,5 Kilometer langer Ring rund um die City. Mit dem Reisemobil sollten wir die wuselige Innenstadt tunlichst meiden und besser zum Beispiel auf dem Stellplatz vom Camping Münster vor Anker gehen, von wo aus regelmäßig Stadtbusse Richtung City fahren.

Und da gibt es so viel zu sehen. Das Schloss, den Dom von 1264 mit seiner monumentalen astronomischen Uhr, die angrenzende Einkaufsmeile Prinzipalmarkt samt Rathaus und Friedenssaal, dazu zahllose Museen, Kirchen und prächtige Bürgerhäuser. Am schönsten aber sind Stimmung und Flair in der Stadt, das Lachen der fröhlichen jungen und alten Menschen in den vielen Bars und Cafés.

Wasserburg Hülshoff, Nordkirchen und Warendorf

Schloss Nordkirchen ist die größte Barockresidenz Westfalens und hat seine Ursprünge im 16. Jahrhundert. Foto: Thomas Zwicker

Die nahe Wasserburg Hülshoff ist unser nächstes Ziel, Geburtshaus der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff mit gutem Museum. Dann fahren wir weiter via Burg Vischering zum opulenten Barockschloss der hübschen Ortschaft Nordkirchen, das wegen Größe und Gestaltung auch das „Versailles Westfalens“ genannt wird. Reisen später über die Reiterstadt Warendorf nach Norden ins Tecklenburger Land mit dem Teutoburger Wald und den markanten Dörenther Klippen. Haben schließlich die Wahl, das Steinfurter oder das Borkener Land mit vielen berühmten Klöstern und Kirchen und dem spürbaren Einfluss der Niederlande oder im Süden den Rand des Ruhrgebiets zu erkunden.

Oder wir fahren noch einmal zurück nach Münster und hängen einige Tage in der schönen Domstadt dran. Entspannen am grünen Ufer des Aasees, spazieren zum Roggenmarkt, zur hoch aufragenden Lambertikirche oder zum mächtigen Schloss. Wählen dann ein gutes Restaurant für den Abend. Und sehen ein, dass das Münsterland noch viele weitere Reisen verdient.

promobil-Tipp für die Region: Ein Platz für Pferde

Die östlich von Münster gelegene 40.000-Einwohner-Stadt Warendorf hat einen großen Namen in der Welt des Pferdesports. Im Nordrhein-Westfälischen Landgestüt sind zeitweise an die 100 Zuchthengste beheimatet, außerdem hat hier die Deutsche Reitschule mit 50 Pferden ihren Sitz. Das Gestüt kann besichtigt werden, es gibt auch alljährliche Hengstparaden (www.landgestuet.nrw.de). Lohnend für Tierfreunde ist zudem ein Besuch der Wildpferde im Merfelder Bruch bei Dülmen (www.wildpferde.de).

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
pro Heft 09/2017
Heft 09 / 2017 15. August 2017 266 Seiten Heftinhalt anzeigen Artikel einzeln kaufen
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